Was passiert, wenn ein patriarchalischer Ehemann der alten Schule und seine unterdrückte Hausfrau plötzlich in unserer hochtechnologisierten und emanzipierten Gegenwart aufwachen? In der neuen französischen Komödie „Die progressiven Nostalgiker“, die ab diesem Donnerstag die Lachmuskeln strapaziert, wird genau dieses Szenario zur Zerreißprobe für ein Ehepaar. Mit viel Witz und noch mehr Charme hält der Film sowohl der Vergangenheit als auch unserer modernen Gesellschaft augenzwinkernd den Spiegel vor.
Regisseurin Vinciane Millereau inszeniert mit „Die progressiven Nostalgiker“ (Originaltitel: C’était mieux demain) eine turbulente Zeitreise-Satire, die in bester Tradition französischer Komödien steht. Der Film verlässt sich dabei voll und ganz auf die Chemie seiner beiden Hauptdarsteller, die den Kulturschock zwischen Nierentisch-Ära und Smart Home genussvoll ausspielen. Während Zeitreise-Filme oft das technische Abenteuer in den Vordergrund stellen, konzentriert sich dieser Streifen auf den sozialen Wandel: Es ist ein Duell zwischen dem konservativen Rollenverständnis von damals und der „Woke-Culture“ von heute, bei dem keine Seite verschont bleibt. Kritiker loben vor allem die spielerische Leichtigkeit, mit der ernste Themen wie Gleichberechtigung und Männlichkeit in humorvolle Situationen verpackt werden.
Inhalt: Wir schreiben das Jahr 1958: Für Michel Dupuis (Didier Bourdon) ist die Welt noch in Ordnung. Er arbeitet als respektierter Angestellter bei einer Bank, während seine Frau Hélène (Elsa Zylberstein) zu Hause den Haushalt führt und ihm die Pantoffeln bringt. Doch der spießbürgerliche Frieden findet ein jähes Ende, als ein Streit um eine neue Waschmaschine und ein gewaltiger Stromschlag das Paar durch die Zeit schleudern. Sie erwachen im Jahr 2026 – und finden sich in einer Welt wieder, die Michels schlimmste Alpträume wahr werden lässt, für Hélène aber ungeahnte Möglichkeiten bereithält.
In dieser fremden Zukunft sind die klassischen Rollenbilder komplett auf den Kopf gestellt. Während Michel (Didier Bourdon) mit der Bedeutungslosigkeit kämpft und an modernen Tücken wie Induktionsherden und Sprachassistenten verzweifelt, blüht Hélène (Elsa Zylberstein) regelrecht auf. Sie avanciert in der neuen Realität zur taffen Führungskraft, was das Machtgefüge der Ehe gehörig ins Wanken bringt. Zu allem Überfluss müssen sich die beiden auch noch mit ihrer Tochter (Mathilde Le Borgne) auseinandersetzen, deren Lebensentwurf so gar nicht in das Weltbild der 50er Jahre passt. Zwischen Nostalgie und Fortschritt muss das Paar entscheiden, ob früher wirklich alles besser war oder ob die Zukunft doch ihren Reiz hat.
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