Lady Vengeance – 4K UHD Review | Capelight Pictures | 12.08.2021

Lady Vengeance Film 4K UHD Collectors Edition Mediabook Review Artikelbild

Am 13. August 2021 kommt „Lady Vengeance“ als 4K UHD Collector´s Edition im Mediabook in den Handel und wir haben das Review dazu:

Story

Unabsichtlich wird die junge Lee Geum-ja schwanger und das wäre ein Schock für ihre Eltern. So vertraut sie sich lieber ihrem ehemaligen Lehrer Mr. Baek an. Doch dieser, den sie als liebenswerten Menschen in Erinnerung hat, besitzt ein finsteres Geheimnis. Dank ihm landet sie im Gefängnis, indem sie sich schnell Freunde, Anerkennung und Respekt verschafft. Als sie Aufgrund guter Führung nach über dreizehn Jahren endlich wieder frei ist, hat sie nur ein Ziel, Rache. Rache nehmen an ihrem ehemaligen Lehrer, der dafür verantwortlich war, das sie unschuldig ins Gefängnis musste.

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Eindruck

„Lady Vengeance“ ist das Finale der Rache-Trilogie von Park Chan-wook, der hier eine Frau als Hauptcharakter einsetzt. Auch sie kämpft mit ihren Schicksalsschlägen, zu jung Mutter geworden, zu Unrecht verurteilt mit einer hohen Haftstrafe und somit für eine lange Zeit ihrer Freiheit beraubt. Die Hauptdarstellerin Lee Yeong-ae brilliert hier mit einem vielschichtigen Darstellung ihrer Figur, trotz einer recht zurückhaltenden Performance, ist es ein Genuss ihr zuzuschauen.

Hervorzuheben ist die unterschiedliche Herangehensweise seiner Rache-Trilogie, sowohl stilistisch, wie auch von der Inszenierung her, unterscheiden sich alle drei Filme. Park Chan-wooks Finale ist von der Machart nicht der schnörkelloseste Film, denn er trägt unwiderruflich die Handschrift des Regisseurs, neue Wege auszuloten, er ist recht poetisch, mal unfreiwillig komisch und besitzt eine symbolträchtige Bildersprache. Der Film bietet oftmals eher Sequenzen, anstatt einen durchgehenden Faden in der Story. Gerade die zweite Hälfte mag dem ein oder anderen etwas zäh vorkommen, doch letztlich ergibt alles einen Sinn. Selbst die Yacht auf dem Fernseher.

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Fazit, „Lady Vengeance“ ist nicht unbedingt der krönende Abschluss. Mir persönlich gefiel „Oldboy“ in der Trilogie am besten. Nichtsdestotrotz ist die gesamte Reihe sehr sehenswert, weil die Filme unterschiedlicher nicht sein könnten. Das bezieht sich natürlich auf die Herangehensweise seiner Inszenierung und das ist löblich, denn häufig ähneln sich die Filme in diesem Genre schon stark. Daher ist auch „Lady Vengeance“ ein Film, den nicht nur Freunde von südkoreanischen Filmen sich definitiv anschauen sollten.

Die Story besitzt schon eine gewisse Tiefe, sie ist komplexer als sich der Plot zunächst anhört. Der Zuschauer wird hier schon bisweilen gefordert und sollte sich auch auf die unscheinbaren Nebenfiguren, oder die Geschichten im Hintergrund, konzentrieren, denn die Erzählstruktur nutzt den gesamten Kosmos, es geht quasi in alle Richtungen. Ebenfalls kommt auch eine Prise schwarzer Humor dazu und nicht unerwähnt sollte der Score sein, dieser ist wirklich ungewöhnlich, aber durchaus faszinierend. Rein optisch ist der Film ebenfalls eine Herausforderung, es gibt erstaunliche, wie imposante Kamerafahrten und Einstellungen. Fast scheinen die Bilder oder Szenen akribisch gestaltet und brennen sich regelrecht beim Zuschauer ein. Wie schon bei „Sympathy for Mr. Vengeance“ von Park Chan-wook, ist der Film keine einfache Kost, man sollte schon etwas experimentierfreudig sein in Bezug auf seine teils eingefahrenen Sehgewohnheiten.

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„Lady Vengeance“ ist ein kunstvoller, wie grotesker Film, in außergewöhnlichen Bildern verpackt. Arthouse trifft Mainstream, bedächtig erzählt und doch fesselnd. Das Finale der Rache-Trilogie ist auch die gefühlvollste Verfilmung, gekonnt werden die poetischen Momente mit blutigen angereichert.

Capelight beschert uns zu „Lady Vengeance“ nicht nur eine Veröffentlichung im schicken Mediabook, sondern legt den Film erstmals in 4K-UHD dazu. Hier gibt es zwei Covervarianten zur Auswahl und erstmalig liegt zusätzlich noch die Fade to White Version des Filmes auf Blu-ray, in diesem 3-Disc Mediabook bei.

Widme ich mich nun dem Bild der 4K-UHD. Fans haben bestimmt die Blu-ray daheim und werden neugierig sein, wie sich das Upgrade schlägt.

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Bild

Feines Filmkorn, mal mehr und mal weniger sichtbar, durchzieht den kompletten Film. Farblich und in Dolby Vision geschaut, fallen schon die Weihnachtsmannkostüme zu Beginn mit einem kräftigeren Rot gegenüber der alten Blu-ray Version auf. Die intensiveren Farben begleiten den Film natürlich komplett, der erweiterte Farbraum macht sich deutlich bemerkbar. Alles erscheint lebhafter und dynamischer. Die Schärfe, Details und auch viele Feinheiten im Bild, heben sich ansprechend von der bekannten Blu-ray ab. Auch wenn hier, die Bildqualität leicht schwankt, von recht weichen, klaren bis zu teils beeindruckenden Szenen, ist alles dabei. Wie zum Beispiel die Szene am Grill bei Laufzeit 23:57 Minuten, oder die darauffolgende Totale, das sieht schon beeindruckend nach 4K-UHD aus.

Ein überwiegend kontrastreiches Bild mit ebensolchem Schwarzwert. Letzterer hat aber auch ein paar schwache Momente, welche aber der stilistischen Inszenierung geschuldet sind. Auch die alte Blu-ray zeigt dieses Merkmal, dann ist das Schwarz eher Grau. Die Spitzlichter sind rar und nicht immer herausstechend, dennoch ein paar Highlights gibt es. Somit eine ordentliche 4K-UHD Vorstellung, in der meist das Stehende oder flächige Filmkorn/rauschen, den guten Eindruck etwas revidiert. Daher, der Film sah in Anbetracht seiner Möglichkeiten nie besser aus, auch wenn er aktuellen Produktion natürlich nicht das Wasser reichen kann., denn softere Einstellungen, kann man eben nicht mehr messerscharf abbilden. Letztlich im Vergleich zu der bekannten Blu-ray Version, bekommt man eine sichtbare Steigerung und zwar schon recht deutlich.

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Ton

Die DTS HD-MA 5.1 Tonspur hat hier selten die Möglichkeit, ihr Potenzial zu nutzen. Dafür ist die Abmischung, entsprechend dem Film, eher zurückhaltend ausgefallen. Einzig der Score hebt sich hörbar von dem beschränkten Sounddesign ab. Natürlich ist die Sprachverständlichkeit tadellos und das komplette Boxenset wird dennoch oftmals gut genutzt. Ein paar Effekte und integrierte Nebengeräusche sorgen schon für viele raumfüllende Momente. Eine etwas reduzierte, aber passende Tonspur, mit einigen dynamischen Sequenzen.

Extras

  • Making-Of
  • The Style of Lady Vengeance
  • The Characters of Lady Vengeance
  • Die Filmfestspielevon Venedig
  • Park Chan-Wooks Set-Fotografie
  • Get Together
  • Alternative Szenen
  • Trailer& TV Spots
  • Filmtipps
  • Booklet
  • Fade to White Version von Lady Vengeance auf Blu-ray

Testequipment
JVC DLA-X35
SONY KD-77AG9
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

Hier erhältlich:

(Hartmut Haake)
© Bilder und Trailer: Capelight Pictures – Alle Rechte vorbehalten!

  • Story 8
  • Bild 7
  • Ton 7
  • Extras 10
Summary

"Lady Vengeance" ist ein kunstvoller, wie grotesker Film, in außergewöhnlichen Bildern verpackt. Arthouse trifft Mainstream, bedächtig erzählt und doch fesselnd.

8.0 Gut

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