Warhunt – Hexenjäger – 4K UHD Review | Capelight Pictures

Warhunt – Hexenjäger – 4K UHD Review Artikelbild

Ende April kam „Warhunt – Hexenjäger“ auf Blu-ray, DVD und 4K UHD in den Handel und wir haben das Review dazu:

„Mickey Rourke begibt sich während des Zweiten Weltkriegs auf Hexenjagd“

Von den früher 1970er bis Mitte der 1980er Jahre veröffentlichte DC Comics „Weird War Tales“, welches, wie der Titel bereits sagt, den Wirren des Krieges übernatürliche Bedrohungen hinzufügt. „Warhunt – Hexenjäger“ fühlt sich an, als hätten Regisseur Mauro Borrelli („The Recall“) mit seinen Co-Autoren Reggie Keyohara und Scott Svatos sich mit ein paar solcher Comics zusammengesetzt, um diese Geschichte einiger GI´s im zweiten Weltkrieg zu erzählen, damit sie gegen Hexen antreten können.

Über Capelight Pictures und im Vertrieb der Al!ve AG erschien der Action-Horrorfilm „Warhunt – Hexenjäger“ kürzlich auf DVD, Blu-ray Disc und sogar ultrahochaufgelöst als Single 4K-UHD Veröffentlichung. Das filme.de-Team konnte sich bereits die 4K UHD Fassung genauestens ansehen und verrät im ausführlichen Review, für wen denn der Film geeignet ist.

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STORY:

1945. Ein Transportflugzeug des US-Militärs verliert die Kontrolle und stürzt mitten im deutschen Schwarzwald hinter feindlichen Linien ab. Major Johnson (M. Rourke) schickt einen Trupp seiner tapfersten Soldaten, angeführt von den Sergeants Brewer und Walsh, auf eine Rettungsmission, um das streng geheime Material zu bergen, welches das Flugzeug an Bord hatte. Sie entdecken bald erhängte Nazisoldaten und andere Leichen mit alten, magischen Symbolen. Plötzlich versagen ihre Kompasse, ihre Wahrnehmungen verzerren sich und das Abweichen von der Gruppe führt zu tiefem Schrecken, als sie von einer mächtigen, übernatürlichen Kraft angegriffen werden.

EINDRUCK:

Regisseur und Drehbuchautor Mauro Borrelli, der als Illustrator für das Setting von „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“, dem ersten „Captain America – The first Avenger“ oder einigen Werken Tim Burton´s zuständig war, merkt man sofort seine Erfahrung im Fantasy-Genre an. „Warhunt – Hexenjäger“ bietet von Beginn an eine düstere, ungewisse und trostlose Atmosphäre. Wenn man den Soldaten im nebligen Wald folgt, erinnert es nicht selten an Joseph Conrads „Herz der Finsternis“, welches auch in „Apocalypse Now“ eine tragende Rolle spielte. Das erste Drittel fühlt sich tatsächlich wie ein kleiner, intimer Kriegsfilm an, bei der die Soldaten immer mehr unter Illusionen zu leiden scheinen. Genauso, wie es auch der Trailer zum Film schilderte.

Leider kann „Warhunt – Hexenjäger“ seine starke Atmosphäre nicht lange halten. Im zweiten Drittel kommen dann mystische Gestalten und Formwandler, besser bekannt als „Hexen“, ins Spiel. Die Hexen sind so gut wie unbesiegbare Gegner – sie können sich teleportieren und bei Bedarf in einer Wolke aus Krähen verschwinden. Regisseur Borelli macht dies zur Hauptangriffsstrategie der Hexen, die schnell überflüssig bzw. fruchtlos wird, da klar ist, dass die Soldaten nichts bekämpfen können, was sie nicht berühren können. Dann gibt es die Illusionen und den grundlegenden Aspekt der verzauberten Soldaten, die sich lange in einem Kriegsgebiet verschanzt haben und plötzlich aus der Ferne attraktive Frauen sehen. Immerhin sind die Masken und Effekte der Hexen recht ansehnlich.

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Die Soldaten unter der Leitung von Walsh und Brewer haben allesamt diesen generischen Soldatenblick, den man bereits aus vielen trashigen Kriegsfilmen aus dem Low-Budget Bereich kennt. Persönlichkeiten sucht man hier vergebens. Und gerade wenn es so aussieht, als wäre ein Soldat stark genug, um einen Hexenangriff zu überleben, werden sie in der nächsten Kameraeinstellung genauso schnell wieder ausgeschaltet. Ein Film über den Zweiten Weltkrieg mit Hexen gegen Soldaten sollte die Spannung stark erhöhen, aber eine Seite unverwundbar zu machen, raubt sehr früh eben genau diese.

Womit wir bei Sergeant Walsh, gespielt von Jackson Rathbone (bekannt aus der „Twilight“-Trilogie), wären, welcher ein wenig ZU zwielichtig erscheint, um wirklich liebenswert zu werden. Wesentlich besser macht es hier Robert Knepper, vielen bekannt aus der Serie „Prison Break“, der seine Rolle als Sergeant Brewer recht glaubwürdig spielt. Aber da war doch noch jemand…
Ja, ein Star aus längst vergessenen Tagen, der optisch fast nicht mehr wiederzuerkennen ist. Die Rede ist natürlich von Mickey Rourke („Angel Heart“, „The Wrestler“). Seine Rolle als Major Johnson, der nicht in einer Uniform sondern in Leder gekleidet mit Augenklappe und Zigarre an Marvels Nick Fury erinnern soll, spielt anfangs lediglich und wortwörtlich vom Schreibtisch aus. Im letzten Drittel macht er sich dennoch mal seine Stiefel schmutzig und spielt, im Gegensatz zu Bruce Willis in seinen letzten Werken, sehr engagiert und wartet nicht nur auf seinen Gehaltsscheck. Große Heldentaten braucht man aber auch hier nicht erwarten. Immerhin darf hier nochmal gekämpft, geschossen und gerächt werden, was das Zeug hält – alles auf FSK 16 Niveau, versteht sich. Zu brutal geht es nie zu. Apropos letztes Drittel…

Leider leidet „Warhunt – Hexenjäger“ im letzten Akt unter mehreren Szenen, die so düster sind, dass es fast unmöglich zu erkennen ist, wer hier gegen wen kämpft. Diese Dunkelheit ist ein Problem, das während des großen Showdowns in der Hexenhöhle fortbesteht. Ein K.O.-Kriterium stellt dies zwar nicht dar, aber da genau hier eben so viel los zu sein scheint, ist es für den Zuschauer dennoch etwas frustrierend, so ins Leere bzw. in die Dunkelheit zu starren. Hier hätte man mit etwas besserer Durchzeichnung ein klasse Finale vom Stapel lassen können.

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Der Action-Horror-Hybrid „Warhunt – Hexenjäger“ hat seine Höhen und Tiefen. Mit seiner tollen Atmosphäre hebt er sich zwar aus dem B-Movie Einheitsbrei heraus, seinen trashigen Dialogen, absurden Entscheidungen und dem schwachen Drehbuch „verdankt“ er aber eine niedrige Wertung.

BILD:

Das Bild wird uns im Ansichtsverhältnis 2,39:1 spendiert. Ob es sich hierbei um „echtes“ 4K Material handelt oder die UHD einem 2K DI zugrunde liegt, konnte leider noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Sehr wahrscheinlich ist allerdings, dass der komplette Film digital gedreht wurde.

Fakt ist, Capelight hat der deutschen UHD einen erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie auch eine höhere Bilddynamik in Form vom statischen HDR10 spendiert. Die 4K-UHD bietet neben einer sehr guten Schärfe in hellen Szenen und (digital hinzugefügtem) fein aufgelöstem Filmkorn auch eine steile Kontrastkurve, wodurch das Gesamtbild der UHD zwar bisweilen etwas mehr „Glanz“ erhält, dadurch aber auch Gesichter mitunter sehr blass bis weiß erscheinen lässt. Das Weiß von Lampen und anderen Lichtquellen ist hell und Spitzlichter wie erwartet strahlend hell. Das dunkle HDR10-Bild, das zwar in den meisten Fällen ein sattes Schwarz präsentiert, neigt aber leider auch hin und wieder so manches Detail in dunklen, weniger gut ausgeleuchteten Szenen zu verschlucken. Leider geht gerade im letzten Drittel sehr viel Content verloren, ob so gewollt oder nicht.

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Außerdem erhalten glänzende Objekte wie das Flusswasser, die goldene Augenklappe Rourkes, Metallhelme oder Gold noch einen ticken mehr Punch in ihrer Helligkeit spendiert. Die Farben kommen sehr kühl, düster und dreckig daher, passen aber gerade in den Szenen im Wald, die in Riga (Lettland) gedreht wurden, perfekt zum Kriegsgeschehen. Die Schärfe, wie bereits angesprochen, bietet in den Wäldern eine Vielzahl an Details wie einzelne Nadeln der Nadelbäume, Sträucher und Äste. Dadurch macht das hochwertige Bild auch meistens Spaß.

Einziger Kritikpunkt ist das dunkle Bild der UHD, die den Genuss des Filmes bei hellem Tageslicht im Heimkino fast unmöglich macht.

TON:

  • Deutsch DTS-HD MA 5.1
  • Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel:

  • Deutsch
  • Englisch für Hörgeschädigte

Beim Ton, sowohl im englischen Original, als auch in der gelungenen deutschen Synchronisation, gibt’s wenig zu meckern. Neben gut verständlichen Dialogen gefallen vor allem die Dynamik während des Flugzeugabsturzes und die tolle Räumlichkeit, die recht häufig auch die hinteren Lautsprecher miteinbezieht. Auch der stimmige Score von Komponist Tao Liu tut der düsteren Atmosphäre gut. Lediglich die Schießereien gegen die deutschen Soldaten im Wald und in der Hexenhöhle hätten für einen Actionfilm etwas satter ausfallen dürfen.

An zuschaltbare Untertitel in Deutsch und für Hörgeschädigte im englischen Original hat Capelight Pictures ebenfalls gedacht.

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EXTRAS:

  • Making-of-Featurettes
  • Last Man Standing – Dreharbeiten im Lockdown
  • Trailer
  • Trailershow: „Shadow in the Cloud“, „Baba Yaga“, „Gretel und Hänsel“, „The man who killed Hitler and then the Bigfoot“

Die Making-of Featurettes sind chronologisch von Woche 1 bis Woche 4 der Drehphase aufgegliedert und lassen sich einzeln anwählen. Das große Highlight dürfte aber sicher das knapp einstündige Last Man Standing-Extra, welches auf die Schwierigkeiten der Dreharbeiten während des Lockdowns aufmerksam macht. Immerhin war der Dreh in etwa genau zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Corona-Virus und die Crew stand sich von einem auf den anderen Tag mit neuen Problemen gegenüber.

An ein Wendecover ohne FSK 16 Flatschen wurde lobenswerter Weise gedacht.

FAZIT:

Der Kriegs-Horror-Hybrid „Warhunt – Hexenjäger“ hat seine Höhen und Tiefen, bietet neben einem schwachen Drehbuch aber immerhin eine starke Atmosphäre.

Testgeräte:

TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-700
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Center-Lautsprecher: Teufel Ultima UL 40 C Mk3
Front- und Surround-Lautsprecher: Teufel Motiv 6
Atmos-Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

 

Hier erhältlich:

(Alexander Gabler)
© Bilder und Trailer: Capelight Pictures – Alle Rechte vorbehalten!

  • Story 6
  • Bild 7
  • Ton 8
  • Extras 5
Summary

Der Kriegs-Horror-Hybrid „Warhunt – Hexenjäger“ hat seine Höhen und Tiefen, bietet neben einem schwachen Drehbuch aber immerhin eine starke Atmosphäre.

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