Aladdin – Blu-ray Review | Walt Disney Company

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Aladdin Real BD CoverSeit einigen Jahren arbeitet Disney nun schon daran, seine Zeichentrickfilm-Erfolge in Realverfilmungen zu verwandeln. Dies natürlich mit einer gehörigen Portion CGI (Computer animierte Szenen). Und ein Ende ist vorläufig nicht in Sicht, so stehen noch einige große Titel an wie, „Mulan“ und „Arielle – Die Meerjungfrau“, auch für den eigenen Streamingdienst Disney+ wurde bereits „Susi & Strolch“ produziert. Nach den letztaktuellen Titeln wie „Das Dschungelbuch“, „Die Schöne und das Biest“, „Dumbo“ folgt nun auch „Aladdin“ diesem Trend. Nach wie vor stehe ich dieser Strategie etwas Zwiegestalten gegenüber. Wobei ich auch zugeben muss, dass mich „Das Dschungelbuch“ positiv überraschte, „Die Schöne und das Biest“ enttäuschte, „Dumbo“ wieder positiv überraschte. Folge ich dieser Regelmäßigkeit, dürfte sich meine Begeisterung für „Aladdin“ in Grenzen halten. Ob dem so ist, möchte ich euch nun in diesem Review erzählen, aber wie gehabt geht es erstmal mit einer kurzen Zusammenfassung der Story los.

Story:

Ein Boot, auf den Weiten des Meeres, ein Vater, eine Mutter und ihre nach einer Geschichte bettelnden Kinder. Wie so oft gibt der Vater nach und erzählt ihnen die unglaubliche Geschichte des Straßendiebes Aladdin und Prinzessin Jasmin. Aladdin, ein Dieb in der großen Stadt Akrabar. Er und sein Affe Abu brauchen nicht viel zum Leben, und dass was sie brauchen stehlen sie sich zusammen. So treffen die beiden auf Prinzessin Jasmin, die sich als Kammerzofe ausgibt. Immer wieder stiehlt sie sich heimlich aus dem Palast, um das echte Leben auf den Straßen Akrabars zu erleben. Eine milde Tat Jasmins, zwingt sie zur Flucht. Dabei kommen sich Jasmin und Aladdin ein Stückchen näher. Immer noch im Glauben, Jasmin sei nur eine Dienerin, schleicht sich Aladdin in den Palast, um sie wieder zu sehen. Sein Vorhaben wieder unerkannt aus dem Palast zu gelangen misslingt und so wird er von Dschafar, dem Großwesir des Sultans gestellt. Dieser verrät ihm Jasmins wahre Identität und schmälert somit Aladdins Hoffnungen, Prinzessin Jasmin näher zu kommen. Er müsse einsehen, nur ein Prinz sei einer Prinzessin würdig. Würde er ihm aber helfen eine alte Öl-Lampe aus einer magischen Höhle zu stehlen, so würde er ihn reicher als jeden Prinz des Landes machen.

Aladdin real Szenenbild001Doch bei dem Versuch, die Lampe zu ergattern, werden Aladdin und Abu selbst in der Höhle gefangen. Zumindest haben sie noch die begehrte Öl-Lampe. Was ist nur so besonders an diesem alten Ding? Aladdin versucht diese blank zu reiben und dabei erweckt er den Dschinn der Lampe, genannt: Dschinni. Dschinni eröffnet ihm, dass ihm nun drei Wünsche zur Verfügung stehen. Erinnert an Dschafars Worte ist klar, Aladdin will ein Prinz sein. Wie immer stellt sich die Frage, wie lange kann man solch eine Lüge aufrechterhalten und wann platzt diese. Aber es kommt noch schlimmer, Dschafar hat Aladdins Maskerade längst durchschaut. Mit dem Wissen, dass Aladdin die Wunderlampe besitzen muss, setzt Dschafar alles daran, an die Lampe zu kommen. Denn er hat ganz eigene dunkle Pläne, die es gilt in die Tat umzusetzen.

Meinung und Bewertung:

Ehrlich gesagt tue ich mir schwer mit der Bewertung der Realverfilmung. Fakt ist, an den Zeichentrickfilm und dessen Charme kommt diese Version nicht heran. Dennoch hat sie ihre Daseinsberechtigung, wenn auch mit Abstrichen. Aber fangen wir mal mit dem Positiven an. Die Umsetzung ist technisch perfekt, die Optik, die Animationen, die Kostüme, die Effekte und Settings (auch wenn diese größtenteils aus dem Computer stammen). Die eine oder andere Veränderung, die man zugunsten der heutigen Sehgewohnheiten vornahm, fand ich ebenfalls in Ordnung. Bei der Besetzung trennt sich dann aber schon die Spreu vom Weizen. Der Sultan (dessen Veränderung noch am meisten Sinn macht und die Figur sogar noch verbesserte), der Kommandant der Palastwache Hakim, der animierte Abu wurden toll dargestellt und besonders Will Smith als Dschinni war für mich das Highlight des Films. Hegte ich bei Bekanntgabe der Besetzung des Dschinni durch Smith so meine Zweifel, so wurden diese schon in den ersten Sekunden seines Erscheinens, vollends zerstreut.

Anders sieht es mit dem Rest der Besetzung aus, neutral bleibt für mich Jasmin, sie sticht weder besonders hervor noch wirkt sie fehlbesetzt. Bei dem Darsteller des Aladdin ist es ähnlich, auch wenn dieser wesentlich mehr in Aktion zu sehen ist. Diesem fehlt, ebenfalls wie Jasmin, das gewisse Etwas. Beide sind jetzt zwar per se nicht schlecht, aber trotzdem recht blass gegenüber ihren Vorbildern. Kommen wir nun zu Dschafar, für mich die Fehlbesetzung schlechthin. Nicht, dass der Schauspieler an sich schlecht wäre, aber für die Rolle des Dschafar hätte es eines wesentlich düsteren Charakters bedurft. Was ebenfalls irritiert ist der militärische Kurzhaarschnitt Dschafars, für ein Märchen aus 1000 und einer Nacht ist dieser ziemlich modern und hilft der Optik des bösen Großwesirs mal so gar nicht. So bleiben selbst die zwei dimensionalen Zeichentrickfiguren weit vor den realen Darstellern, da diese einfach keine Emotionen bei mir auslösen konnten.

Aladdin real Szenenbild002Die Umsetzung des Filmes fand ich, wie schon gesagt zu großen Teilen und technisch wirklich toll. Nun scheint es so, dass es den Kreativen immer in den Fingern juckt und man meint, man müsse Story Teile ergänzen, erweitern oder auch verändern. Davon bietet Aladdin so einige, manche sind auch passend, manche kann man, muss man aber nicht mögen und manche sind leider einfach nur schlecht. Es gibt ein paar neue Songeinlagen, die es nicht gebraucht hätte, diese fühlen sich wie Fremdkörper an und strecken den Film unnötig. Jasmins Solo gegen Ende des Filmes ist dabei mit das unpassendste überhaupt. Keine Ahnung, was sich die Autoren und Songwriter dabei gedacht haben, Jasmin auf einen Emanzipationstrip zu schicken. Die größte Veränderung erfährt dabei das Ende. Die bekannte Schlangenverwandlung Dschafars wurde, wie auch schon im Aladdin Musical, gestrichen und durch einen aufgeblasenen Jago (Dschafars Papagei) ersetzt. Die Befreiung Dschinnis vom Bann der Wunderlampe wurde zu einer Verwandlung zu einem echten Menschen, ohne magische Fähigkeiten, umgeschrieben. Dafür bekommt Dschinni nun Frau und Kind. Kann man machen, hätte man aber auch nicht machen müssen. Das Augenmerk lag wohl darin, den Film zum Ende hin, realitätsnaher ausklingen lassen zu wollen.

Wie zu Anfang gesagt bin ich Zwiegestalten, was meine Bewertung betrifft. Auf der einen Seite möchte mir der Film wegen der Optik und Will Smiths Darstellung gefallen, was er soweit auch ganz gut hinbekommt. Aber die Veränderungen und die in meinen Augen nicht optimale Besetzung von Aladdin, Jasmin und besonders Dschafar, ziehen dem Film wieder einige Punkte ab. Eigentlich Schade, denn mit einer passenderen Besetzung hätte die Realverfilmung, trotz der Veränderungen, mit dem Original gleichziehen können. Den Jüngeren und Jüngsten wird er dennoch gefallen, allein schon wegen des moderneren Looks. Somit bekommt der Film eine solide 7 von 10 Punkten, mit besserem Cast wäre aber durchaus eine 8, wenn nicht sogar eine 9 möglich gewesen. Diese Wertung bliebt somit weiterhin dem Zeichentrick Original vorbehalten.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Aladdin real Szenenbild003Bild:

Beim Bild gibt es nichts zu meckern, kein Rauschen, keine Körnung oder sonstige Bildfehler. Starke Farben, Kontraste und ein knackscharfes Bild. Dazu ein Schwarzwert, wie man ihn sich öfter wünschen würde. Das bedeutet eindeutig Höchstpunktzahl.

Ton:

Wie gehabt wird der BD wieder einmal Dolby Atmos vorenthalten und es bleibt bei Dolby Digital Plus 7.1. Dabei ist der deutsche Ton jetzt bei weitem nicht schlecht. Für mich hat alles gepasst, verständliche Dialoge / Gesangseinlagen, tolle Surroundeffekte alles schön differenziert wahrzunehmen und sehr gut abgemischt. Wie üblich gibt’s aber einen Punkt Abzug wegen der fehlenden Atmos-Spur.

Extras:

Das Bonusmaterial wartet mit einem zusätzlichen Song, drei Featurettes, sechs entfernten Szenen, Outtakes und drei Musikvideos auf. Das ist für Disney Verhältnisse sogar mal eine ordentliche Auswahl.

 

(Marc Maurer)

©Bilder und Medium zur Verfügung gestellt von Walt Disney Company – Alle Rechte vorbehalten.

 

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8.7 Gut

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