Archive im Mediabook – Blu-ray Review | Capelight Pictures | 23.11.2020

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Am 5. November 2020 kam „ARCHIVE“ als Collectors Edition im Mediabook, als Blu-ray und als DVD in den Handel und wir haben das Review dazu:

STORY

George Almore (Theo James) hat bei einem tragischen Unfall seine Frau verloren, deren geistliche Existenz für eine gewisse Zeit digital festgehalten werden kann. Als einer der besten seines Fachs in der Entwicklung von Androiden, konzipiert Almore im Geheimen ein fortschrittlich revolutionierenden Prototypen, der als physischer Körper für seine verstorbene Frau dienen soll. Doch die Zeit arbeitet gegen Almore, denn die Konkurrenz hat bereits einen Kollegen von Almore beseitigt und die haben es nun auch auf ihn abgesehen.

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KRITIK

Regisseur Gavin Rothery war von seinem damaligen Kino-Besuch von Christopher Nolans „Inception“ dermaßen begeistert, dass ungewollt seine Grundidee zu „Archive“ geboren wurde. Besonders das Ende von „Inception“ und die daraus resultierenden Reaktionen, sind ihm prägend in Erinnerung geblieben, wodurch Nolans Werk – seiner Meinung nach – über die Leinwand hinweg ein Eigenleben entwickelt hat. Genau mit diesem Ziel hat Rothery das Drehbuch zu „Archive“ verfasst. Einem Science-Fiction Film der anderen Art, in der die Menschheit nicht gegen Ihre Auslöschung durch eine super Intelligenz aus dem Weltall kämpft. „Archive“ ist das genaue Gegenteil und hat eine sehr ruhige Ader in der Erzählweise und Inszenierung. Wer Hollywood-Boom-Boom erwartet, wird sehr schnell enttäuscht werden, denn Rothery setzt seinen Fokus auf die Charakterisierung seiner Hauptfigur, die von Theo James gespielt wird. James, der den meisten aus den „Die Bestimmung“-Filmen bekannt ist, erweist sich als echter Glücksgriff und liefert eine eindrucksvolle One-Man-Show ab. Er ist sichtlich von dem Verlust seiner Frau gezeichnet und das isolierte Leben mitten in der Natur Japans, schwebt wie eine graue Wolke über sein Dasein. Von Trauer begleitet, versucht James jeden Tag seinem Ziel einen Schritt näher zu kommen, um letztendlich seiner Frau näher zu sein.

Rothery verleiht durch seine Aufnahmen die perfekte Umgebung für die Gefühlswelt von James. So sind die Naturaufnahmen wunderschön in ihrer Darstellung, doch zugleich wirken sie melancholisch und sind durch die kalte und farblose Jahreszeit voller Tristesse. Im Gebäude selbst sind sehr warme Töne enthalten, die überwiegend in bräunlichen und gelblichen Nuancen zur Schau gestellt werden. Farben, die das Untergehen der Sonne oder eine Art Korrosion als Empfindung eines nahenden Ende auslösen können. Andererseits kann die Optik Wärme und Geborgenheit versprühen, wodurch eine undefinierbare Diskrepanz entsteht, die unterbewusst eine untermalerische Rolle spielt. Die erschaffene Optik erzeugt eine bedrückte Atmosphäre, die sich hervorragend auf den Zuschauer überträgt und visuell punktet. Durch den Komponisten Steve Price und seiner blendenden Sound-Kulisse, wird auch akustisch einiges geboten. Die elektronischen Klänge verleihen einen leicht futuristischen Touch und lassen manche Situation, durch pulsierende Sound-Elemente, an Spannung gewinnen.

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Bei den Spezial Effekten hat man immer wieder den Eindruck, als würde der Film gewollt oder auch ungewollt eine Hommage an ältere Filme sein – aber letztendlich war es wohl der Kostenfaktor. Androide-Kostüme mit Schauspielern zu besetzen, ist eben weitaus günstiger, als diese am PC zu erstellen und obendrein ein hochwertiges Resultat zu erzielen. Immerhin sind die Zuschauer von heute diesbezüglich sehr verwöhnt und billig aussehende CGI hätte „Archive“ eine eher negative Schwachstelle verpasst. Erfreulicherweise ist man den Old-School-Weg gegangen und das Ergebnis ist durchaus gelungen. Aber natürlich gibt es vereinzelt auch Computer-Effekte, die allerdings sehr spärlich ausfallen und überdies optisch überzeugen.

Die Geschichte eine künstliche Intelligenz oder den ultimativen Androiden zu kreieren, ist nicht neu und doch ist der Ansatz von Rothery so erfrischend anders. Man ertappt sich immer wieder dabei, den Film in eine bereits bekannte Schublade zu stecken und doch wird man eines Besseren belehrt. An dieser Stelle ins Detail zu gehen, würden eventuell einige relevante Einzelheiten zum Vorschein bringen oder gar die Freude am Film nehmen, daher ist Schweigen die richtige Entscheidung. Eins kann aber gesagt werden: Das Ende ist ganz großes Kino!

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BILD

Für eine aktuelle Produktion bietet das Bild eine ordentliche Qualität und ist in jeder Hinsicht fehlerfrei. Die Schärfe arbeitet konstant auf einem guten Niveau und weiß zu gefallen, doch ein richtiger Wow-Effekt wird leider nicht ausgelöst. Immerhin sehen die Naturaufnahmen sehr gut aus und erwecken einen fast plastischen Eindruck. Das Bild wird mal mehr und mal weniger von einer Körnung beeinflusst, die besonders in den Räumlichkeiten ersichtlich ist und eventuell störend sein kann. Die gebotene Farbpalette wird natürlich wiedergegeben und kann sich neben dem Kontrast sowie dem Schwarzwert sehen lassen.

TON

  • Deutsch: DTS-HD MA 5.1
  • Englisch: DTS-HD MA 5.1

„Archive“ kommt größtenteils ohne brachiale Sound-Effekte aus und die Ausgabe konzentriert sich hauptsächlich auf die Dialoge, die sehr gut verständlich wiedergegeben werden. Durch die immer wieder aufkommenden Ausflüge ins Freie, wird eine schöne Räumlichkeit der Naturlandschaft geboten. In den Innenaufnahmen sind wiederholt die technischen Geräte zu vernehmen, die im Einsatz sind und fügen die Rears gekonnt ein. Der Subwoofer bekommt über den ganzen Film hinweg kaum Futter und darf beim Finale kurz die breite Brust demonstrieren. Der Score von Steve Price kommt knackig über die Lautsprecher daher und ist in vielen Situation mit zukunftsorientierten Klängen der Taktgeber.

Das englische Original hat im direkten Vergleich das identische Klangbild und ist mit der deutschen Synchronisation gleich zu setzen.

EXTRAS

  • Interviews mit Regisseur Gavin Rothery, Theo James und Stacy Martin
  • Kino-Trailer

FAZIT

Science-Fiction-Drama „Archive“ überzeugt durch seinen Hauptcharakter und einer betrübten sowie beunruhigenden Atmosphäre. Der Abschluss ist grandios und der Soundtrack bietet anregende Kompositionen. Die blaue Scheibe liefert technisch eine anständige Qualität ab und kommt als limitiertes Mediabook im schicken Design daher.

Hier erhältlich:

(Deniso)
© Bilder und Trailer: Capelight Pictures – Alle Rechte vorbehalten!

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