ATOR - Herr des Feuers – Blu-ray Review | Studio Hamburg | 03.12.2019

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Atos Herr des Feuers BD CoverDie 70er und 80er brachten so einige Kultfilme hervor, „Star Wars“, „Terminator“, „Superman“ und auch „Conan – Der Barbar“. Dies lockte Unmengen an Trittbrettfahrern an und diese bedienten sich ganz zwanglos an den Original-Geschichten. Gerade was Conan betrifft, wurde so gut wie alles, was auch nur Ansatzweise Muskeln besaß, in einen Barbaren Film gepackt. Im Fall von „Ator – Herr des Feuers“, der Amerikaner Miles O’Keeffe. Dieser kann zwar heute auf gut und gern 40 Auftritte in Film und Fernsehen zurückblicken, wird aber dennoch meist nur mit „Ator“ assoziiert. Meiner Meinung nach eine recht fragwürdige „Ehre“. Ob es sich bei „Ator – Herr des Feuers“ um eine der wenigen Perlen oder nur um eine schlechte Kopie handelt, werde ich euch mit diesem Review offenbaren.

Inhalt:

Zu Zeiten der Barbaren wird ein Kind namens Ator geboren. Eine Prophezeiung erzählt davon, dass Ator der Auserwählte ist, der die Menschheit von der Knechtschaft des Spinnenkults befreien wird. Im Zuge dieser Prophezeiung lässt Dakar, der Hohepriester des Spinnenkultes, in Ators Geburtsnacht alle Neugeboren töten. Doch bevor die Häscher Dakars Ator erreichen, kann ihn der Krieger Griba retten und bringt das Baby in ein entferntes Dorf. Dort sucht er Ersatzeltern, die sich um Ator kümmern und ihn großziehen sollen, in dieser Zeit wird es ihnen an nichts mangeln. Über Ators wahre Identität verliert er kein Wort. Umso weniger seine Pflegeeltern wissen, desto sicherer wird Ator sein. Und so kann er zu dem Krieger heranwachsen, der er werden muss um seine Bestimmung zu erfüllen.

Atos Herr des Feuers Review Szenenbild001Meinung und Wertung:

Man muss der italienische Kinoindustrie eines zugestehen, diese war schon regelrecht Weltmeister in der Produktion von Plagiaten erfolgreicher Filme. Im Fall von „Ator – Herr des Feuers“ wurde die Story nicht nur an Conan angelehnt, man kopierte diese mal ganz frech einfach 1:1. Ein auserwähltes Kind, das einmal König, Herrscher, was auch immer werden soll, wird geboren. Es gibt ‘nen Kult, ‘ne Sekte, irgendein Verein, mit einem Hohepriester, der die Niederkunft verhindern will, was natürlich nicht gelingt. So ebnet sich der erwachsene Jüngling seinen Weg zu seinem Schicksal und das natürlich in Begleitung eines wild kämpfenden Frauenzimmers, die das Ende aufgrund der Dramaturgie nicht erlebt. Im Finale darf neben der Tötung des Priesters auch ein Monster nicht fehlen, das es ebenfalls zu besiegen gilt. Anstatt einer Schlange greift man hier halt zum nächstekligen Vieh, eine riesige Spinne.

Wer Conan kennt und die Story nochmal in so richtig schlecht sehen will, dem kann ich „Ator – Herr des Feuers“ uneingeschränkt empfehlen. Das miserable Schauspiel aller beteiligten Darsteller ist dabei nur Teil des ganzen Übels. Die Kostüme sehen aus, als hätte man sich diese aus dem Fundus von „Als die Frauen noch Schwänze hatten“ ausgeborgt und man befürchtet, dass Guillermo Gemma gleich mit den Worten „Schmackofatz“ oder „Weibchenschmus“ um die Ecke kommt (diese Aktion hätte den Film vielleicht sogar noch aufgewertet).

Die Kämpfe sind besonders herrlich anzusehen, die Stuntleute oder Statisten scheinen immer wieder die, benennen wir es mal „Choreografie“, zu vergessen. Man könnte glatt meinen, die knobeln noch aus, wer jetzt zuschlagen oder zustechen darf / soll. Besonders hervorzuheben sei noch die Maske der bösen Hexe, ja die gibt’s natürlich auch in diesem Machwerk. Die Maske der Hexe sieht nach purer Verzweiflung aus. Ein Klumpen Knetmasse, die man so richtig durchgematscht und der Darstellerin aus drei Metern Entfernung ins Gesicht geworfen haben muss, triffts wohl am besten.

Atos Herr des Feuers Review Szenenbild002Das Monster, in dem Fall eine Riesenspinne, ist eine beharrte Halbkugel mit mechanisch beharrten Stelzen, welche man immer nur zur Hälfte sieht und deren Bewegungen mehr nach Rudern oder Winken, anstatt nach Angriff aussehen. Das angeblich von der Spinne gewebte Netz ist ein fein säuberlich geknotetes Seil, welches man auch sofort als dieses erkennt. Dafür hat man dieses, zur mehr schlechten als rechten Tarnung, mit Spinnweben aus der Dose angesprüht.

Ziemlich verwirrend oder auch besonders lustig sind die Soundeffekte. Anfangs, während man auf den bedrohlichen Orden der heiligen Spinne umblendet, hört man immer wieder Elefantengebrüll, aber nirgends sind diese Viecher zu sehen. Das bedeutet wohl, dass die Macher tatsächlich der Meinung seien, sie könnten dem Zuschauer Elefantengebrüll als ein Spinnengeräusch verkaufen. Isses so groß wie ein Elefant, muss es auch so klingen, wahrlich eine clevere Denke. Und die Sounds für Schläge und Hiebe entleihte man sich altbekannten „Spencer & Hill“ Filmen. Man merkt, der italienische Kinofundus bot alles, was man für einen „Kassenknüller“ brauchte. Das waren jetzt nur die Highlights, ich könnte noch seitenweise weiter über dieses peinliche Machwerk sprechen, aber das würde wohl den Rahmen sprengen.

Somit komme ich dann auch zum Ende meines Reviews und kann „Ator – Herr des Feuers“ jedem empfehlen, dessen Schmerzgrenze verdammt hoch liegen muss, dieser blind und taub auf Mist reagiert oder sich einfach nur bestrafen will. Sollte wiedererwarten jemandem dieses Werk trotzdem zusagen, der wird mit einer wirklich schlechten Bildqualität bestraft. Diese kann man auch bei fehlenden Qualitätsansprüchen nicht ignorieren. Wer auf weitere Bestrafung und vergeudete Lebenszeit steht, dem darf ich verraten, dass es tatsächlich noch einen zweiten Teil mit dem Titel, „Ator 2 – Der Unbesiegbare“ gegeben hat. Ob dieser auch eine Heimkinoauswertung auf Blu-ray erfahren wird, ist mir aber zu jetzigem Zeitpunkt nicht bekannt.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Atos Herr des Feuers Review Szenenbild004Bild:

Das Bild ist definitiv eine Frechheit für eine Blu-ray, diese Qualität ist selbst für Youtube noch zu schlecht. Die Farben sind so lala, die Schärfe schwankt von: „mach mal jemand die Schmiere von der Linse“ bis hin zu „bin ich blind“. Sprich Unschärfen, überschärfte Szenen und seltene gute Schärfe Momente geben sich die Klinke in die Hand. Über allem schwebt der total verkorkste Kontrast, egal ob bei Hell- oder Dunkel-Kontrast, dieser ist fast durchweg viel zu steil und der Schwarzwert macht seinem Namen alle Ehre, das was schwarz ist, ist richtig schwarz und jegliches Detail säuft darin unaufhaltsam ab. Mit Wohlwollen könnte ich noch sagen der Film hat viel Filmkorn, ohne Wohlwollen heißt es nur noch: „da grieselts wie Sau“. Dennoch muss man sagen, besser wird der Film wohl nie ausschauen und im Vergleich zur VHS Version, die sich ebenfalls auf der BD befindet, ist es sogar ein Qualitätssprung.

Ton:

Der Ton liegt im Dolby Digital 2.0 Format vor, man kann ihn anhören, aber auch dort ist die Qualität nicht berauschend. Zumindest sind die Dialoge immer verständlich, das wars dann aber auch schon was man zum Ton sagen kann.

Extras:

  • VHS Version des Films

(Marc Maurer)

©Bilder Studio Hamburg Enterprise – Alle Rechte vorbehalten!

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Wer auf weitere Bestrafung und vergeudete Lebenszeit steht, dem darf ich den Film empfehlen.

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Summary
2.3 Ohoh

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