Dead Night (2017) – Blu-ray Review | Sony Pictures | Tiberius Film

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80er Jahre Horror- und Backwood-Filmfans aufgepasst!

Dead Night  BD CoverGanz im Stil von seinen offensichtlichen Vorbildern wie „Tanz der Teufel“ (1981) oder dem frischeren „Cabin in the Woods“ (2011) inszenierten Drehbuchautor Irvin Walker und Regisseur Brad Baruh mit „Dead Night“ einen Genrefilm, der sich, wie die oben genannten Beispiele, vornehmlich in einer Hütte im Wald abspielt, dennoch aber aufgrund seiner Story für sich alleine stehen und herausragen möchte.

Sony Pictures Home Entertainment bringt nun über Tiberius Film hierzulande den Horrorfilm, der bereits 2017 entstand, erstmalig und ungeschnitten als DVD und Blu-ray Disc im herkömmlichen HD Keep Case in den Handel.

Wie sich der oldschoolig angehauchte Film gegen seine große Konkurrenz schlägt und was uns sonst noch auf und mit der Blu-ray Disc alles erwartet, soll dieses Review klären.

Dead Night Review Szenenbild001Story:

Der krebskranke Familienvater James Pollack wurde von seiner Frau Casey überredet, mitsamt ihren beiden Teenager-Kids, Tochter Jessica mitsamt Freundin Becky und Sohnemann Jason, für ein paar Tage nach Oregon in eine einsame Waldhütte zu fahren. Auf der Suche nach Feuerholz finden sie eine Frau, die mitten im dunklen Wald ohnmächtig im Schnee liegt. Gemeinsam bringen sie die rätselhafte Person erstmal in die Hütte, ohne zu wissen, dass dies ihr Leben für immer verändern wird. Als schließlich die Frau namens Leslie erwacht, beginnt für die Pollack´s nun der wahre Terror.

Was sich hier schon spannend liest, wird für ein B-Movie mit geringem Budget auch relativ atmosphärisch umgesetzt. Nach dem kurzen Prolog möchte man auch sofort wissen, wie es in der Gegenwart weitergeht. Aber bevor es ans Eingemachte geht, werden dem Zuschauer in aller Ruhe die Darsteller vorgestellt. Regisseur Brad Baruh, der bisher eher als Kameratechniker und für visuelle Effekte bei einigen „Marvel One-Shots“ zuständig war, nimmt sich außerordentlich viel Zeit dafür, mit James und Casey aufgrund ihrer Tragödie im Vorfeld mitzufühlen, ja sogar Sympathie zu entwickeln.

Nach ungefähr einer Dreiviertelstunde beginnt dann so langsam der Terror in „Dead Night“ und Regisseur Baruh zeigt nicht nur einmal gekonnt, was er bisher als Kameratechniker bzw. als Effekte-Zauberer gelernt hat, denn in puncto Atmosphäre, Gore und Make-Up braucht sich der Schocker vor den großen Vorbildern nicht wirklich zu verstecken. Da auch nicht mit dem Einsatz von rotem Lebenssaft gegeizt wird, ist der FSK 18 Flatschen zu Recht auf dem Cover vorhanden. Erwähnenswert ist auch der zuvor angesprochene Punkt der Make-Up Effekte und Masken, die mit zum Besten gehören, die in letzter Zeit in Horrorfilmen zu sehen waren, denn hier wurde vorwiegend auf altbewährte Handwerkskunst denn auf CGI-Tricks gesetzt und das trägt enorm viel zum Retro-Charme des Films bei.

Dead Night Review Szenenbild002„Dead Night“ bietet nicht nur Freunden von strikt gehaltenen Backwood Filmen oder schaurig schön gestalteten blutigen Make-Up Masken einige sehenswerte Szenen. Auch Fans der eiskalten 80er Jahre Horror Ikone Barbara Crampton, die bereits in Klassikern wie „Re-Animator“, „From Beyond“ oder, um mal ein aktuelleres Beispiel zu nennen, „You´re Next“ mitwirkte, kommen gewiss auf ihre Kosten.

Leider bietet „Dead Night“ dem geneigten Horrorfan, trotz einigen netten Twists, wenig Neues oder gar Herausragendes. Auch die schauspielerische Leistung der meisten Protagonisten wirkt recht hölzern – die mäßige Deutsche Synchronisation verstärkt dies sogar noch.

Sauer stößt einem leider auch auf, dass die gut gemeinte künstliche „Inside Crime“ Berichterstattung, die ab und an mitten im Film auftaucht, den Zuseher eher regelrecht aus dem Geschehen herausreißt, als den Film atmosphärisch aufzupeppen.

Zum Highlight in diesem Genre reicht es daher leider nicht, Neugierige dürfen aber dennoch einen Blick riskieren, denn technisch macht der Film fast alles richtig und die Stärken überwiegen den Schwächen.

Bild:

Das im bildschirmfüllenden Ansichtsverhältnis 1,77:1 präsentierte digital gefilmte Bild kann sich durchaus sehen lassen. Der Schärfewert ist durchgehend ordentlich und weist keine Fehler oder Artefakte auf. Hautporen in den Gesichtern und Texturen der Kleidungen und der Bäume sind, zumindest in Nahaufnahmen, gut zu erkennen und lassen ein schönes Full-HD Gefühl aufkommen.

Die Farben wirken mitunter recht entsättigt, unterstreichen aber perfekt den tristen Terrorlook des Films. Der Schwarzwert und der Kontrast wurden ordentlich eingestellt, lassen allerdings noch Luft nach oben, da schon mal das ein oder andere Objekt in ganz dunklen Szenen absäuft.

Dead Night Review Szenenbild003Ton:

  • DTS-HD MA deutsch
  • DTS-HD MA englisch

„Dead Night“ bietet sowohl in der deutschen als auch in der englischen Sprachfassung eine mäßige DTS-HD MA 5.1 Abmischung und liefert immerhin ab der Hälfte des Films einige direktionale Soundeffekte mehr und bei einigen Jumpscare-Szenen einen kurzen Einsatz des Subwoofers.

Die deutschen Dialoge hätten etwas lauter aus dem Center kommen können und klingen, oftmals etwas muffig. Zumindest den Pegel kann man mit seinem AV-Verstärker etwas anpassen. Schade ist auch, dass ganz normale Geräusche wie Schritte, keuchen oder rasselnde Ketten oftmals so gut wie keine Rolle spielen. Wenn die Pollacks auf der Flucht sind und (budgetbedingt) nur jedes 2. Geräusch vertont wurde, kratzt das schon arg an der Atmosphäre.

Auch die talentfreie deutsche Synchronisation verdient keinen Blumentopf, vermittelt sie einem doch ein Gefühl von Desinteresse. Insgesamt erscheint der Ton in beiden Sprachfassungen relativ kraftlos, aber zumindest in der englischen Originalfassung etwas direkter.

Extras:

  • Trailer (deutsch)
  • Trailer (englisch)
  • Deleted Scenes (fake Inside Crime Reportage) (4:07 Minuten)
  • Trailer „T-34: Das Duell“
  • Trailer „Stargirl“
  • Trailer „Todesengel“
  • Trailer „Golem“

Das Bonusmaterial, das immerhin komplett in Full-HD präsentiert wird, besteht leider nur aus einigen Trailern weiterer Tiberius Filme, den Trailern des Hauptfilms, einer kurzen Fake-Doku, so wie sie auch im Film verwendet wurde und einem Wendecover ohne FSK 18 Flatschen.

Dead Night Review Szenenbild004Fazit:

Die technische Seite kann als solide bezeichnet werden und bietet neben einem zweckmäßig abgemischten Ton, dem es an allen Ecken und Enden an „Pepp“ fehlt, immerhin ein scharfes Bild, dessen entsättigten Farben die Tristesse und den Terror in der Waldhütte wunderbar unterstreicht.

Wer ein Backwood-Meisterwerk wie ein „Evil Dead“ erwartet, ist bei „Dead Night“ mit Sicherheit an der falschen Adresse. Wer allerdings einen ordentlichen, bodenständigen Horrorfilm mit hervorragenden, selbst gemachten Gore-Effekten für zwischendurch sucht, liegt hier genau richtig und darf auch gerne einen Blick riskieren.

Testgeräte:

TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-700
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Lautsprecher: Teufel Motiv 6 (5.1)
Atmos Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

(Alexander Gabler)

©Bilder und Trailer Sony Pictures/Tiberius Film – Alle Rechte vorbehalten!

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Ein ordentlicher, bodenständiger Horrorfilm mit hervorragenden, selbst gemachten Gore-Effekten für zwischendurch.

  • Story 5
  • Bild 8
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6.0 Befriedigend

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