Der Buchladen von Florence Green | Blu-ray Review | Capelight Pictures

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Der Buchladen von Florence Green Blu-ray CoverWer mich schon ein wenig kennt, weiß von mir, dass ich nicht nur spektakuläre Action, düsteren Grusel, blutigen Horror oder zynischen Humor im Film mag, sondern mir auch gerne mal Dramen anschaue. Dabei ist nicht jeder Film unbedingt so herausragend wie etwa „Forrest Gump“, „Million Dollar Baby“ oder „Die Verurteilten“, aber auch Filme wie z.B. „Die fabelhafte Welt der Amelie“, „Vincent will Meer“ oder“Ganz weit hinten“ sind empfehlenswerte Filme, die von Genrefans geschätzt werden und die auch nach mehreren Durchläufen nicht langweilig werden. Aus der zweiten Reihe meldet sich auch „Der Buchladen von Florence Green“, ein eher ruhiger Film, der aber zu überzeugen weiß. Wie? Das erfahrt ihr im Review:

Story:

Der Buchladen von Florence Green SzenenbildDER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN, eine feinsinnig verfilmte Adaption des Romans Die Buchhandlung der britischen Schriftstellerin Penelope Fitzgerald, zelebriert die Liebe zur Literatur: Florence Green (Emily Mortimer) hat früh ihren Mann verloren, doch ihre gemeinsame Liebe zu Büchern aller Art lässt sie nicht los. Sie investiert ihr gesamtes Vermögen in die Verwirklichung ihres Traums von einem eigenen Buchladen – ausgerechnet im verträumten englischen Hardborough, Ende der 50er Jahre, wo die Arbeiter dem Bücherlesen skeptisch gegenüberstehen und die Aristokratie energisch vorgibt, was Hochkultur ist und was nicht. Doch trotz der Widerstände hat sie Erfolg und rasch finden auch progressive, polarisierende Werke wie Nabokovs Lolita oder Bradburys Fahrenheit 451 bei den Dorfbewohnern Anklang. Vor allem der seit langem zurückgezogen lebende Mr. Brundish (Bill Nighy) findet Gefallen am neuen Buchladen und dessen Besitzerin. Doch Florence Greens sanfte Kulturrevolution bleibt nicht unbemerkt: Die alteingesessene graue Eminenz Violet Gamart (Patricia Clarkson) befürchtet einen Kontrollverlust in ihrem Heimatdorf und steht den radikalen Veränderungen mit Argwohn gegenüber. Mit aller Macht versucht sie Florence Steine in den Weg zu legen und die beiden Frauen beginnen eine Auseinandersetzung über Moderne und Konvention.

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Der Buchladen von Florence Green SzenenbildBei „Der Buchladen von Florence Green“ sind es gleich mehrere Elemente, die überzeugen und den Film unterhaltsam und kurzweilig machen. Zum einen ist da das Setting im England gegen Ende der 1950er Jahre. Die Kostüme, die Kulissen, die Sprache, das ist einfach grandios und alleine schon schön, ohne das nostalgisch zu meinen. Zumindest wird alleine in der Hinsicht ein stimmiges Bild erzeugt. Dazu kommt die feine Handlung, die auf dem Buch von Penelope Fitzgerald aus dem Jahr 1978 basiert. Regisseurin Isabel Coixet, die auch am Drehbuch mitgeschrieben hatte, hat eine emotionale und mitreißende Geschichte auf die Leinwand gebracht.

„Der Buchladen von Florence Green“ braucht dabei nicht viel. Da gibt es keine reißerischen Überraschungen, nein, da reichen ein paar geschickt platzierte überraschende Wendungen. Damit bleibt der Film immer noch in sich authentisch.

Dazu kommt der grandios besetzte Cast, bei dem die 3 Hauptdarsteller Emily Mortimer (The Newsroom, Der rosarote Panther, Lars und die Frauen), Patricia Clarkson (Maze Runner Trilogie, Zwei an einem Tag) und Bill Nighy (Best Exotic Marigold Hotel, Tatsächlich… Liebe, Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt) die komplette Story tragen. Nur nebenbei erwähnt: Witzigerweise haben Patricia Clarkson und Emily Mortimer bereits in einigen Filmen zusammen gespielt, wie etwa auch in „The Party“, „Shutter Island“ oder 2Lars und die Frauen“.

Der Buchladen von Florence Green SzenenbildAber zurück zum Thema. Die Titelgebende Florence Green wird wirklich sehr sympathisch von Emily Mortimer gespielt. Als Zuschauer fiebert man unweigerlich mit ihr mit. Man drückt ihr die Daumen, dass die Geschichte für sie eine gute Wendung nimmt und hofft, dass auch alles gut ausgehen wird. Das ist es letztendlich auch, der Ankerpunkt des Films: Die Figur Florence Green, denn auch bei diesem Film heißt es, dass der Weg das Ziel ist. Dabei wird man alleine davon schon gut unterhalten, dass man knapp ein dreiviertel Stunden am Leben der fiktiven Florence teilhaben darf. Wirklich schön.

Bild:

Das Bild sieht wirklich sehr gut aus. Der Film liegt dabei im Ansichtsverhältnis von 1,85:1 vor, füllt also den Fernseher beinahe aus. Die Schärfe bewegt sich auf einem sehr gute Niveau, auch wenn das Bild stellenweise auch mal ein wenig weicher ausgefallen ist. Die Farben sind erkennbar kühl gehalten, was aber wohl stilmittelbedingt so gewählt wurde, um das England der 50er Jahre visuell wiederzuspiegeln. Der Kontrast ist ausgewogen. Stellenweise kommt sogar etwas Plastizität auf. Der Schwarzwert bildet dabei ein sattes Schwarz ab. Beeinträchtigungen sind nicht wirklich im störenden Ausmaß aufgefallen. Selbst Kompressionsspuren sind nicht ersichtlich gewesen.

Ton:

Der Ton liegt verlustfrei codiert in DTS HD Master Audio 5.1 auf deutsch und englisch auf der Blu-ray vor. Insgesamt ist der Film zwar eher frontlastig ausgefallen, aber hier und da gibt es auch einige diffuse Surround Effekte, wie etwa beim Empfang von Violet Gamart, wobei auch der Score über sämtliche Kanäle wiedergegeben wird. Der Bass ist dabei eher zurückhaltend, wobei damit eine dennoch stimmige Klangkulisse erzeugt wird. Die Dynamik bietet einen guten Umfang, während dank der klaren Transparenz die Dialoge stets deutlich zu verstehen sind.

© Copyright Cover/Szenenbilder Capelight Pictures – Alle Rechte vorbehalten

(Sascha Hennenberger)

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