Die 27. Etage – Blu-ray Review | Koch Films | 08.10.2020

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„Die 27. Etage” gibt es seit dem 10. September 2020 im Handel auf DVD und Blu-ray zu kaufen und hier das Review dazu:

Die 27. Etage Film Kaufen Shop News Review Kritik

1965 inszenierte Regisseur Edward Dmytryk den Film „Die 27. Etagebasierend auf dem Roman „Fallen Angel“, des Autors Walter Ericson (alias Howard Fast). In diesem Film-noir ähnlichen Werk, schlüpfte Gregory Peck in die Rolle David Stillwells, dieser vermutet an einer zwei Jahre andauernden Amnesie zu leiden. Diesen lässt Edward Dmytryk („Die Caine war ihr Schicksal“) fast die gesamte Spieldauer an seinem Verstand zweifeln. An der Seite des großartigen Gregory Peck, sind unter anderem Diane Baker, Walter Matthau, Kevin McCarthy und George Kennedy zu sehen. Ob der Film, mit seiner Story sowie seiner Inszenierung heute immer noch begeistern kann, erfahrt ihr wie immer, wenn den meinen Zeilen folgt.

Story:

Stromausfall in einem New Yorker Bürohochhaus, für die Angestellten eine willkommene Abwechslung. Die einen sehen es als Chance für eine Büroparty, die anderen als Möglichkeit, früher Feierabend zu begehen. Inmitten dieser wuselnden Menschenmenge steht der etwas orientierungslos wirkende David Stillwell. Sein Ziel ist es, den Wolkenkratzer am schnellsten über die Treppe zu verlassen. Im Treppenhaus trifft er auf eine Frau, die ihn scheinbar kennt, er jedoch keinerlei Erinnerung an sie hat. Und als wäre der Tag nicht schon verrückt genug, versucht er in diesem Hochhaus in das vierte Untergeschoss zu gelangen, das gar nicht existiert. Doch es wird noch merkwürdiger, als ihn bekannte Menschen mit den Worten „schon lang nicht mehr gesehen“ begrüßen. Dabei trifft er diese doch jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit. Vor dem Gebäude macht er eine unschöne Entdeckung, der Leiter einer Stiftung hat sich aus einer der oberen Etagen zu Tode gestürzt. Auf seinem Heimweg gehen ihm allerlei merkwürdige Gedanken und Bilder durch den Kopf. Zuhause angekommen, wird er auch noch von einem Mann mit Revolver bedroht, den er jedoch überrumpeln kann. Stillwell begreift nicht was hier passiert. Weshalb wird er bedroht, wer ist der Major, von dem sein Angreifer sprach und was soll er diesem aushändigen? Dabei weiß er weder was noch wer die Personen sind, die es auf ihn abgesehen haben. Auf der Suche nach Antworten macht er sich auf, um die Hilfe eines Psychoanalytikers in Anspruch zu nehmen. Aber nach eingehender Befragung hält dieser ihn für einen Schwindler. So beauftragt er einen Detektiv, ihm bei der Suche nach Antworten zu helfen, doch auch dieser misstraut ihm zunächst. Auf alle macht er den Eindruck, er sei nicht der, für den er sich ausgibt. So bleiben Fragen im Raum zurück: Was soll das alles, wer zum Henker ist David Stillwell wirklich und warum muss jeder sterben der ihn scheinbar wirklich kennt?

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Meinung:

Edward Dmytryk inszenierte „Die 27. Etage“ in bester Film-Noir Manier, mit einem Hauch Alfred Hitchcock und einer Prise „Twilight Zone“. Dazu verwendet er die eingesetzte musikalische Untermalung ebenfalls so unheilverkündend und mysteriös, wie es schon die genannte Serie „The Twilight Zone“ tat. So lässt er den Zuschauer zusammen mit dem Protagonisten auf die Suche nach Antworten gehen, ohne aber dem Zuschauer vorab allzu viel zu verraten. Clever inszeniert er die Spurensuche nach der eigenen Identität, in dem er immer wieder Szenenschnipsel aus dem vorigen Verlauf einblendet. Quasi als Erkenntnisse, die den Hauptdarsteller treffen, wenn ein weiteres Puzzleteil zu passen scheint. Geschickt lenkt der Regisseur den Zuschauer immer wieder auf eine falsche Fährte. So sind es gerade die Ungereimtheiten, die der Zuschauer an der eigenen vermeintlichen Lösung immer wieder zweifeln lassen. Das Ende bietet zwar nicht den riesen „Aha-Effekt“, weiß aber trotzdem zu überraschen. Dies liegt definitiv an Gregory Pecks authentischen Spiel, so wie das der anderen Akteure. Ebenfalls erfreulich, ist die gelungene Darstellung aller Schauspieler, die im Gegensatz zu anderen Produktionen dieser Zeit gerne in endloses Overacting abdrifteten. Hier sind die meisten Szenen wirklich auf den Punkt. Auch der damals allseits beliebte Romantikanteil hält sich in Grenzen, sodass der Film nicht zu einer Thriller-Schmonzette verkommt.

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Zu kritisieren habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich viel. Zuerst wären da zwei, drei nicht ganz nachvollziehbare Reaktionen verschiedener Darsteller. Hier fragt man sich als Zuschauer schon: wie es zu diesen Annahmen und Äußerungen kommt. Hier sei als Beispiel der Psychotherapeut genannt oder die Szene als unsere geheimnisvolle Dame, Stillwell zu einem Opfer führt. Das gelungene Ende selbst bietet ebenfalls eine Szene, die zugunsten des „Happy Endings“ etwas unglaubwürdig ausgefallen ist. Das Tempo des Filmes ist zwar überraschend hoch für damaligen Verhältnisse, dennoch gibt es auch die eine oder andere klischeehafte Szenen. Diese dient zwar der Dramaturgie, drosselt aber etwas Tempo. Womit ich natürlich den romantischen Teil meine.

Fazit:

Genug analysiert, legen wir die Fakten auf den Tisch und kommen zum Fazit: „Die 27. Etage“ ist für die damalige Zeit ein recht temporeicher Thriller, der einen Mix aus Film-Noir und Mystery bietet. Der Film baut sich wie ein Puzzle auf und so fügen sich erst im Verlauf des Filmes die einzelnen Teile zu einem Gesamtbild zusammen. Die raffinierte Handlung lenkt den Zuschauer immer wieder in bestimmte Richtungen, richtige sowie falsche, um ihm dann eines Besseren zu belehren. Besonders Gregory Pecks Schauspiel sei hier zu nennen, der die Suche nach der Identität seiner Figur durchweg glaubhaft darstellt. Die Erkenntnis ist sogar für den Zuschauer überraschend, aber nur, wenn man annimmt, dass ein Mensch zu solchen Schutzmaßnahmen in der Lage sein kann. Zumindest denkt man noch einige Zeit nach dem Film über diese These nach. So bleibt der Film überwiegend spannend und wird nur durch das damals gern eingeflochtene Techtelmechtel etwas aus dem Tritt gebracht. Dieses nimmt sich glücklicherweise nicht ansatzweise so viel Zeit, wie die heutigen Vertreter mit ihren ausladenden Bettszenen. So kann der Film dann recht schnell wieder Fahrt aufnehmen. Das Ende wurde zwar des gewollten Happy-Love-Story-End etwas unglaubwürdig umgesetzt, was man aber der sonst gelungenen Umsetzung des Filmes durchaus verzeihen mag. So kann ich „Die 27. Etage“ allen Fans von älteren, aber dennoch cleveren und mysteriösen Thrillern empfehlen. Dazu erhält der geneigte Filmfan, einen herausragenden Gregory Peck und einen ebenfalls hervorragenden Cast, in einem auch heute noch immer überzeugenden Verwirrspiel.

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Bild:

Das Bild ist für einen Film dieses Alters als wirklich gut zu bezeichnen. Die Kontrast- und Schwarzwerte können bei diesem s/w Bild sehr wohl überzeugen. Auch die Schärfe hat mir recht gut gefallen. Einzig starkes Bildrauschen in ein paar wenigen Szenen haben das Bild etwas getrübt. Gerade zu Beginn als die Menschenmasse aus dem Fahrstuhl heraus quillt.

Ton:

Der Ton liegt für Deutsch und Englisch jeweils im Format: DTS-HD MA 2.0 (Mono) vor. Der Ton klingt meist klar, sauber und verständlich. Nur ein paar wenigen Stellen klingt der Ton kurzzeitig etwas dumpf, bietet aber ansonsten keinen Grund zur Klage

Extras:

  • Interview mit Diane Baker
  • Audiokommentar
  • Bildergalerie
  • Trailer

Technische Bewertungen beziehen sich immer auf das Alter und das vorhandene Ausgangsmaterial!

Wie immer möchte ich mich für eure Aufmerksamkeit bedanken und hoffe wir lesen uns bei meinem nächsten Review wieder.

(Marc Maurer)

©Bilder und Medium zur Verfügung gestellt von Koch Films – Alle Rechte vorbehalten.

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  • Story 8
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Summary
7.3 Awesome

Kommentare

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