Die Maske (1985) – Blu-ray Review – Mediabook | justbridge entertainment | 03.07.2020

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„Nein, nicht der mit Jim Carrey…“

DIE MASKE 1985 meiabook news Kritik Film kaufen ShopNach mehreren Verschiebungen erscheint nun endlich auch hierzulande das bewegende Drama „Die Maske“ aus dem Jahr 1985 auf Blu-ray Disc. Der Oscar-prämierte Film mit Cher, Sam Elliot, Laura Dern und Eric Stoltz in den Hauptrollen feiert nicht nur seine hochauflösende Deutschland-Premiere, sondern erscheint auch über justbridge entertainment und im Vertrieb von Rough Trade Distribution für alle Sammler als schickes Mediabook in der Special Edition inkl. zweiter Blu-ray Disc, die die Extended Version beinhaltet. Ach ja, an ein schickes 20seitiges Booklet wurde ebenfalls gedacht.

Ob das nach einer wahren Geschichte erzählte Drama auch 35 Jahre nach Erscheinen noch überzeugen kann und vor allem, ob die hochauflösende Fassung ein Upgrade der DVD rechtfertigt, konnte die Redaktion von filme.de für ihre Leser bereits in Erfahrung bringen.

Story:

Der 16-jährige Roy L. Dennis, von allen schlicht „Rocky“ genannt, ist im besten Teenager-Alter. Rocky leidet unter der Krankheit Craniodiaphysealer Dysplasie, das heißt seine Gesichtsknochen wachsen unkontrolliert, sodass die Gesichtsproportionen stark deformiert sind. Rocky versucht jedoch, sein Leben so normal wie möglich zu leben und Mobbing-Attacken zu vermeiden. Unterstützt wird er dabei von seiner Mutter Rusty und ihrem Biker-Freund Gar. Die Rocker haben ihn in ihre Familie aufgenommen und schützen ihn so gut es geht. Als er eines Tages bei der Arbeit im Sommercamp das blinde Mädchen Diane kennenlernt, ist er sofort verliebt. Doch Dianes Eltern finden es nicht gut und so nehmen die Probleme ihren Lauf…

DIE MASKE 1985 meiabook news Kritik Film kaufen ShopRegisseur Peter Bogdanovichs (Is´was, Doc?“) Herangehensweise an seinen einzigartigen jungen Helden ist sehr direkt und gleichzeitig eine der großen Stärken seines Films. Wir begegnen Rocky zum ersten Mal auf eine ganz alltägliche Art und Weise:

Ein sonnenverwöhnter Vorort Südkaliforniens im Jahr 1979. So wie jeder andere 15-jährige Junge besucht auch er die Junior High School, hört Rock Musik und möchte gerne beim weiblichen Geschlecht landen. Er kämmt sich seine rote Mähne und überprüft glücklich seine an der Wand hängende 1955er Baseballkarten-Sammlung. Er starrt sie eher an, denn das ist es, was Rocky ständig macht: er beobachtet genauestens seine Umwelt und ganz besonders seine Mitmenschen.

Während auch wir als Zuseher in den langen Kamera-Nahaufnahmen Rocky studieren können, entdecken wir sofort, was an ihm noch so außergewöhnlich ist – seine Besonnenheit und sein positives Denken.

Bis er sich einem weiteren ersten Tag in einer neuen Schule stellen muss, hat er den Zuschauer bereits so fest hinter sich wie seine erstaunliche Mutter Rusty (klasse gespielt von „Cher“) und ihre weitläufige und wilde „Familie“ von Bikern.

Die Maske Film 1985 Gewinnspiel ArtikelbildIn Die Maske geht es um Außenstehende und die Einsamkeit, die entsteht, wenn man nicht akzeptiert wird. Die Moral im Film ist auch kein allzu großes Geheimnis: Wenn wir sehen, wie Rocky durch schockierte Blicke und schneidende Bemerkungen durch seine neue Schule geht, oder wie sich die obere Mittelschicht entsetzt von ihm entfernt, sehen wir die Gefahr die dabei entsteht, wenn man nur nach dem Äußeren urteilt.

Die Maske weckt auch unsere Erinnerungen. Er bringt das Trauma der Neuheit aus erster Hand zurück. Da wäre die Isolation des einsamen Kantinen-Mittagessens, das vermutlich jeder schon einmal gefühlt hat – in Rockys Fall sogar mehrere tausend Mal. Diese Momente und Rockys Sehnsucht nach jemandem, um den er sich kümmern will, verleihen dem Film seine breite emotionale Anziehungskraft – auch wenn diese ab und an etwas zu offensichtlich zum Zuschauer gelangt.

Das Drama zeigt uns eine wahre Geschichte… mit unnötigen Verzierungen. Diese, immerhin wenigen, Schnörkel ziehen den Film zu sehr ins Kitschige: Dozer (Dennis Burkley), der riesige, fast stumme Biker, der Welpen liebt. Naja. Oder die Biker-Gang selbst: sie sind ständig um Rocky versammelt und gehen zum Blutspenden? Das sah bei Jax und seinen Sons of Anarchy etwas anders aus. An diesen Punkten hätte das Skript von Hamilton Phelan weniger Kitsch und vielleicht etwas mehr Härte vertragen damit wir ihr bedingungslos glauben können.

Dass nun manch einer auch wohlwollend behaupten könnte, dass dies so zum Charme des 35 Jahre alten Films passt, sei mal dahingestellt.

Apropos Charme, denn viel verdankt der Film auch seinem tollen Soundtrack, bei der Bands wie Lynyrd Skynyrd, Suzi Quatro, Steppenwolf, Little Richard, The Beatles sowie Grateful Dead im Hintergrund rocken dürfen.

Die Maske Film 1985 Gewinnspiel ArtikelbildNerd-Wissen am Rande:

Ursprünglich war ja für einen Großteil des Soundtracks „The Boss“ Bruce Springsteen vorgesehen, da Rocky ein großer Fan von ihm war und er laut Regisseur Bogdanovich den damaligen Zeitgeist perfekt wiederspiegelte. Durch einen Streit zwischen Universal Pictures und Columbia Records mussten die Songs entfernt und (durch Songs von Bob Seger) ersetzt werden und sind so nur mehr im sieben Minuten längeren „Directors Cut“ zu hören, der leider nur als englische Originalfassung aber immerhin auf der zweiten Blu-ray Disc des Mediabooks enthalten ist.

Der Cast macht seine Sache mehr als ordentlich, allen voran natürlich Eric Stoltz als Rocky und Cher als seine lockere Mom Rusty. Stoltz ist einfach unglaublich in der Vielfalt, dem Humor und dem absoluten Mangel an Selbstmitleid, mit dem er Rocky spielt, dessen Geist weit über seinen Körper hinausragt. Auch Cher zeigte bereits damals, dass sie mehr als „nur“ singen kann. Sam Neill (A Star is Born) ist sowieso immer eine sichere Bank. Schön auch weitere bekannte Gesichter wie z.B. Estelle Getty (Golden Girls) zu sehen.

„Wir sollten Menschen nicht nach ihrem Äußeren beurteilen!“ Ja, dieser Spruch hat zwar bereits einen langen Bart, aber wir sollten ihn uns, nicht zuletzt dank dieses emotionalen Dramas, dennoch immer wieder vor Augen halten.

DIE MASKE 1985 meiabook news Kritik Film kaufen ShopBild:

Der auf 35mm gedrehte Film wird in seinem ursprünglichen bildschirmfüllenden original Seitenverhältnis 1,85:1 präsentiert.

Da kein neuer Scan vom Negativ durchgeführt wurde, dürfte es sich hierbei lediglich um das gleiche Master handeln, von dem auch bereits 2003 die DVD erstellt wurde. Somit sollte, zumindest am Papier, eine Ernüchterung eintreten und man darf auch nicht allzu viel von der Blu-ray erwarten.

Kommen wir aber erst einmal zum Positiven:

Die Außenaufnahmen bei Tageslicht bieten neben warmen Farben eine hervorragende Auflösung, die Bäume, Autos und das Haus der Familie Dennis sehr detailliert darstellt. Auch im Haus lassen sich in den dunklen Bereichen kleinere Objekte wie die Cornflakes-Packung, Bierdosen oder volle Aschenbecher gut ausmachen. Der Kontrast ist auch gut ausbalanciert und angenehm hell. Er zeigt klare Weiß-Töne mit leichtem Hang zum Überstrahlen und starke Schwarzwerte mit solider Durchzeichnung. Feines Filmkorn ist stets präsent, fällt aber zu keiner Zeit auffallend unangenehm auf.

Leider birgt das Bild auch viele verwaschene Flächen, neigt w.o. beschrieben hin und wieder zum Überstrahlen und hat insgesamt einen etwas soften Look. Auch einige Schlieren haben sich in das fertige Produkt eingeschlichen. Klar ist, dass das Bild der DVD schon nicht so berauschend war, viel mehr Details vom Ausgangsmaterial herauszaubern kann auch die blaue Scheibe nicht. Für das Alter des Filmes und unter Berücksichtigung des Quellmaterials geht das Bild der Blu-ray aber noch in Ordnung und bietet gegenüber der DVD einen kleinen aber feinen Mehrwert.

Die Maske Film 1985 Gewinnspiel ArtikelbildTon:

  • Deutsch 5.1 DTS-HD MA
  • Englisch 2.0 Stereo

Der deutsche 5.1 DTS-HD MA Ton klingt zwar etwas räumlicher, wenn zum Beispiel Musik einsetzt oder die Harleys wegbrettern, mein Favorit ist aber dennoch die englische 2.0 Stereo Originalfassung. Nicht etwa, weil Rocky von Santiago Ziesmer, dem Synchronsprecher von Spongebob Schwammkopf gesprochen wird, sondern weil diese Fassung einfach etwas direkter und homogener rüberkommt.

Der Subwoofer bekommt Genretypisch wenig Futter. Die Dialoge sind immer klar und verständlich, auch wenn man ab und an das Alter der Synchronisation anmerkt und sich einige wenige Zischgeräusche und dumpfe Klänge einschleichen. (z.B. wenn Cher gegen Ende hin einen Kasten umwirft, klingt das so, als hätte man ein Kissen zu Boden geworfen)

 Extras:

Als großes Extra des Mediabooks fällt zu aller erst das schicke und farbige 20-seitige Booklet, auf. Dieses zeigt uns einen groben Einblick auf die Entstehung des Films, die Recherchearbeiten, die scheue Werbung und den großen Erfolg des Films.

Auf der zweiten Blu-ray Disc befindet sich der um sieben Minuten längere Directors Cut (bei uns auch oft Extended Edition genannt), bei der man wieder alle Bruce Springsteen Songs integriert hat und auch zwei zusätzliche Szenen (6:32 Minuten) und eine erweiterte Szene (27 Sekunden) zu sehen bekommt.

Leider ist diese Extended Edition lediglich in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln auf der Disc entalten.

Weiteres Bonusmaterial wie ein Making-Of, Outtakes, Trailer und dergleichen sucht man, eventuell aus Mangel am Material, leider vergebens.

Fazit:

Bild und Ton der Blu-ray reißen zwar keine Bäume aus, schlagen aber dennoch die alte DVD in puncto Qualität. Die Blu-ray liefert damit eine feine Steigerung zur DVD und darf bei Bedarf gegen diese ersetzt werden.

„Buch“-Sammler erhalten ein schickes Mediabook inklusive informativem 20seitigen Booklet fürs heimische Regal.

Die Maske ist zwar kein Film für nebenbei und erfindet das Rad nicht neu, wer aber auf eine beständige Botschaft und starke emotionale Dramen mit tollen Darstellern steht, macht mit einem Kauf nichts falsch. Etwas deplatzierten aber charmanten Kitsch sollte man aber schon mögen…

Testgeräte:

TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-700
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Center-Lautsprecher: Teufel Ultima UL 40 C Mk3
Front- und Surround-Lautsprecher: Teufel Motiv 6
Atmos-Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

(Alexander Gabler)

©Bilder justbridge entertainment – Alle rechte vorbehalten!

 

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