Friedhof am Ende der Welt - Pet Graveyard – Blu-ray Review | Sony Pictures Home Entertainment | Tiberius Film

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Friedhof am Ende Welt Review BD CoverWer bei dem Titel „Friedhof am Ende der Welt“ und besonders bei dessen englischen Titel „Pet Graveyard“ an „Friedhof der Kuscheltiere“ denkt, liegt dabei nicht mal so falsch. Seit einigen Jahren produziert das Studio „Millman Productions“ einen „Mock Buster“ nach dem anderen. „Mock Buster“ sind zu Deutsch, sogenannte Trittbrettfahrer Filme, die berühmten Blockbustern nacheifern, bzw. diese mehr oder weniger kopieren. „Millman Productions“ geht sogar noch einen Schritt weiter und produziert seine Filme fast zeitgleich mit denen der großen Studios. Im oben genannten Fall, versucht man im Fahrwasser der Neuauflage von „Stephen Kings – Friedhof der Kuscheltiere“ mit zu schwimmen. Ob der Film sich über Wasser halten kann oder ob er sang und klanglos absäuft, werde ich euch in diesem Review verraten.

Story:

Die vierköpfige Clique rund um das Geschwisterpaar Jeff und Lilly verbindet eine tragische Geschichte, jeder dieser vier hat einen geliebten Menschen verloren. Doch schafft es keiner, den Verlust auch wirklich zu verarbeiten. Sie alle wollen, nein sie brauchen einen weiteren Augenblick, um Abschied nehmen zu können und sich zu erklären. Doch das ist, wie wir alle wissen unmöglich oder ist das ein Irrtum? Es keimt plötzlich die Idee auf, durch eine Nahtod-Erfahrung in das Reich zwischen Leben und Tod zu gelangen. Und so lassen sich drei der vier auf ein wahnwitziges Experiment ein. Sie wollen sich vor laufender Kamera ersticken, um sich nach fünf Minuten wieder reanimieren zu lassen. Lilly, die vierte im Bunde muss sicherstellen, dass alle drei wieder zurückkommen. Und tatsächlich treten Jeff und seine Freunde in das Reich dazwischen ein und dort finden sie auch die jeweiligen Verstorbenen. Doch während sie die kostbare Zeit nutzen wollen, bemerken alle drei nicht den merkwürdigen Schatten um die verstorbene Person. Die Zeit tickt und Lilly schafft es tatsächlich, die drei wieder zurück zu holen. Doch damit beginnt das Grauen erst, denn der Tod hat es gar nicht gern, wenn man in seinem Reich herum spukt, ohne zu dauerhaft zu bleiben.

Friedhof am Ende Welt Review szenenbild002Fazit:

Wer nun sagt: „Moment mal, mit Friedhof der Kuscheltiere hat das aber nicht viel zu tun, aber irgendwie kommt mir die Story trotzdem bekannt vor, dem muss ich Recht geben, denn das erste was mir dabei einfällt ist: „Flatliners“ aus dem Jahre 1990, sowie das Remake aus dem Jahre 2017. Dazu verwurstet Regisseurin Rebecca Matthews auch gleich noch die „Final Destination“ Reihe. Und um wenigstens noch dem „Friedhof der Kuscheltiere“ ein bisschen Genüge zu tun, wurde auch noch eine Katze eingebaut, die das jeweilige Unheil, bzw. das kommende Ableben, ankündigt. Und um der Vollständigkeit halber nochmal auf den Titel zurückzukommen. Die Truppe reist nicht bis ans Ende der Welt zu einem unheimlichen Friedhof, es tut auch der um die Ecke.

So gern ich immer wieder versuche, noch etwas Gutes an einem Film zu finden, so macht es mir „Friedhof am Ende der Welt“ verdammt schwer, diesem etwas abgewinnen zu können oder gar zu wollen. Das Schauspiel ist teils unterirdisch, man spürt fast bei jeder Szene die Regieanweisung aus dem off:“ Spiele Angst“, „reiße Augen auf“,“ renne und vergiss das typische stolpern nicht“, etc. Dazu gibt es einen überaus engagierten Kameramann, der schier in die Darsteller hineinkriecht und wie ein Wilder zwischen den Darstellern hin und her springt, als würde er die perfekte Einstellung geradezu zu jagen. Dazu gesellen sich entsprechend schlechte und sprunghafte Umschnitte in den Szenen.

Friedhof am Ende Welt Review Szenenbild001Bezüglich der Ausstattung möchte ich folgende Details besonders erwähnen. Im Film „Flatliners“ wurde darauf geachtet, Herzmonitore, Beatmungsmasken, Defibrillatoren und sonstige medizinische Ausstattung vor Ort zu haben, um die Reanimierung durchzuführen. Ganz im Gegenteil bei „Friedhof am Ende der Welt“. So begnügt sich dieses Filmchen doch tatsächlich mit drei Kurzzeitweckern und einem Atemblasebalg, um die Halbtoten zurück in das Reich der Lebenden zu holen. Warum kompliziert, wenn es doch auch einfach geht. Natürlich taucht auch noch der Sensenmann auf, um die Unartigen nacheinander zu sich zu holen.

Dabei bewies Regisseurin Rebecca Matthews ein ganz besonderes Händchen für Optik und Kreativität. Fangen wir bei der Optik an, der Tod trägt eine silberne Plastikmaske die aussieht, wie aus dem Edgar Wallace Krimi „Der Frosch mit der Maske“, dazu einen schwarzen Kapuzenumhang mit einem stylisch glänzenden Saum, schwarze Handschuhe und das schönste, ein schwarzes, wirklich billig wirkendes Kreuz, welches an einer Kette vor seiner Brust baumelt. Wer hat ihm denn das mitgeben, bevor er das Haus verließ, Mutti? Okay, genug gelästert, kommen wir zur Kreativität. Wir sprechen von einem allmächtigen Wesen, das zwischen den Welten wandert. Wie sollte so ein mächtiges Wesen nun den Todgeweihten in sein Reich überführen, mit Magie, Blitz und Donner, einer perfiden Darstellung einer Abgangsszene. Nein, natürlich nicht, Matthews präsentiert uns mal was wirklich Neues. Während eines der Opfer erkennt, das sein letztes Stündlein geschlagen hat und vor dem Tod davonkriecht, schnappt sich dieser eine herumliegende große Rohrzange und prügelt sein Opfer ganz profan ins Jenseits. Sollte ich mich irren, dürft ihr mich gerne in den Kommentaren darauf hinweisen, aber besitzt der Sensenmann nicht auch eine Sense? Wieso braucht der eine Rohrzange? Weitere Szenenbeschreibungen, die sich mit der Tötung weiterer Protagonisten befassen, erspare ich mir ab hier.

Friedhof am Ende Welt Review Szenenbild004Während es andere Mockbuster-Filme durchaus schaffen, neben ihren großen Vorbildern auch recht erfolgreich zu sein, wie zum Beispiel „Sharknado“. So sehr leidet „Friedhof am Ende der Welt“ an der wirklich sehr schlechten Umsetzung seiner prominenten Vorbilder. Das fängt bei den Schauspielern an, geht über die Kameraarbeit, den Effekten, der Ausstattung, den Masken, der fehlenden Kreativität und der überragenden Naivität bei der Darstellung mancher Szenen. Den Abschluss bildet der nicht vorhandene Spannungsbogen. Zu keiner Zeit schafft es der Film, auch nur einen Hauch von Anspannung, Grusel oder gar Horror zu erzeugen. So reicht dieses Mashup (Mix aus verschiedenen Filmen) zu keiner Zeit auch nur annähernd an die Qualitäten der kopierten Filme heran.

Eine Sichtungsempfehlung spare ich mir an dieser Stelle, da es wirklich bessere Vertreter des Genres gibt. Aber auch jede andere Freizeitaktivität wäre diesem Machwerk vorzuziehen und sei es nur, dem wachsenden Gras zu zusehen. So gern ich dem Film einen Trostpunkt dafür geben würde, dass man die Mühen auf sich genommen hat, einen Film zu erschaffen, so sehr hält mich die fehlende Kreativität, die fehlende Inspiration und auch der fehlende Anspruch, wenigstens etwas halbwegs Vernünftiges auf die Beine stellen zu wollen, davon ab. Und doch gibt es einen Punkt und zwar für die Katze mit den rot leuchtenden Augen, diese war wenigstens nett anzusehen.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Friedhof am Ende Welt Review Szenenbild003Bild:

Das Bild Ist klar und scharf, die Farben ordentlich. Der Schwarzwert ist eher ein dunkles grau und nicht wirklich gut. Was mir aber aufgefallen ist: Insgesamt ähnelt die Bildqualität eher dem Look, von modernen Fernsehkameras, anstatt hochwertiger Filmkameras.

Ton:

Der Ton bietet eine gute Dialogverständlichkeit, jegliche Surroundeffekte trotz des DTS 5.1 Sounds, sucht man wiederum vergeblich.

Extras:

Bis auf den Hauptfilm Trailer in Deutsch und Englisch, sind nur noch ein paar weitere Trailer, anderer Filme vorhanden.

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(Marc Maurer)

©Bilder, Trailer und Medium zur Verfügung gestellt von Sony Pictures/Tiberius Film – Alle Rechte vorbehalten.

 

  • Film 1
  • Bild 7
  • Ton 5
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Summary
4.3 ungenügend

Discussion2 Kommentare

  1. oxonia

    “Aber auch jede andere Freizeitaktivität wäre diesem Machwerk vorzuziehen und sei es nur dem wachsenden Gras zu zusehen.” 😀 😀 😀

Kommentare

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