Hassel - Nach eigenen Regeln - Staffel 1 – Blu-ray Review | eye see movies

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Hassel Staffel 1 BD CoverSchon seit 1972 begeistert der schwedischen Autor Olov Sveledid († 22.09.2008) seine Leser mit seinem Romanhelden Kommissar Roland Hassel. Die Buchreihe umfasst bis heute 22 Bände und mehrere davon wurden bereits mit Lars-Erik Berenett in der Rolle des Roland Hassel verfilmt. So war es nur eine Frage der Zeit, diese Figur auch als Serie auf die Mattscheibe zu bringen. 2017 startete mit Erfolg die erste Staffel mit Ola Rapace als knallharter Cop Roland Hassel. Dieser ermittelt in Stockholm und macht so manchem Verbrecher das Leben schwer. 2019 dürfen nun auch wir in den Genuss des schwedischen Ermittlers, der am Rande der Legalität agiert, kommen.

Story:

Stockholm, Kriminalität und Gewalt nehmen von Tag zu Tag stetig zu. Um bei diesen Zuständen zu bestehen, müssen sich auch die Polizisten fragen, ob es noch Sinn macht, alles genau nach Vorschrift zu handhaben. So auch die Spezialeinheit Triton, unter der Verantwortlichkeit von Yngve Ruda. Leiter der Truppe ist Kommissar Roland Hassel, der für seine unkonventionelle Art bereits bei der „Internen“ (Abteilung der Polizei, die Verfehlungen von Polizisten auf den Grund geht) bekannt ist. Das betrifft aber auch die gesamte Ermittlungsgruppe Triton, mit jedem Tag sinken sie tiefer in den Sumpf von Korruption und Gewalt. Dabei gibt man sich nach außen als Saubermann und Familienvater. Als Hassels Chef Ruda, der auch sein Mentor und Ziehvater war, brutal hingerichtet wird, gibt es für ihn kein Halten mehr. Der Mörder muss gefunden werden und er wird dafür büßen. Wenn der Mörder Glück hat, dann vielleicht vor Gericht, aber wer hat heute schon Glück. Dabei passt es Hassel und seiner Ermittlungsgruppe Triton natürlich gar nicht, das ihnen von oberster Stelle eine Sonderermittlerin der Internen auf den Hals gejagt wird. Triton ist eine eingeschworene Gemeinschaft und Probleme werden innerhalb dieser gelöst. Immer wieder kommt es bei den Ermittlungen zu einem Stillstand und irgendwie richtet sich das Augenmerk der Internen immer mehr auf Triton selbst. So entwickelt sich für Hassel ein Kampf an mehreren Fronten, die Verbrecher auf der einen, die Polizei auf der anderen und auch in seiner Patchwork Familie trifft er auf Verrat. Noch ahnt er nicht, dass er auf eine sehr verstörende Wahrheit treffen wird und sein wahrer Gegner noch viel größer ist, als er es erahnen konnte.

Hassel Staffel 1 Review Szenenbild00Meinung und Bewertung:

Ich persönlich hege ja ein Faible für europäische Krimiserien, besonders für die englischen der BBC. Wer bisher nun dachte, schwedische Fernsehunterhaltung bestehe nur aus „Pipi Langstrumpf“, „Michel aus Lönneberga“ oder gar „Madita“, hat sich mal so ganz richtig geirrt. Auch die Skandinavier können sehr wohl die eine oder andere harte Krimiserie aus dem Hut zaubern. Hassel ist der pure menschliche Abgrund, kriminell, korrupt und gewalttätig. Verbrechen lassen sich besser mit gleichen Mitteln bekämpfen und wenn dabei die eine oder andere schwedische Krone abfällt, warum sich zieren. Sollte natürlich einer aus der Ermittlungsgruppe Triton in Schwierigkeiten geraten, wird zusammengehalten. Wird jemand aus der Gruppe angegangen, wird das geregelt und handelt es sich dabei auch noch um Mord und das auch noch an Hassels Ziehvater, wird’s erst recht persönlich.

Die Serie präsentiert sich recht düster und dreckig. Keiner der Charaktere hat eigentlich Sympathien verdient, denn jeder hat „Leichen“ im Keller oder verhält sich selbstsüchtig, dennoch gibt es Zusammenhalt. Hassels „Familienverhältnisse“ bergen auch nicht gerade die heile Welt. Seine Freundin, ein streitsüchtiges Weib, seine Stieftochter, die in ihrer eigenen Welt lebt, und dann gibt es noch den wirklichen Vater, der im Knast sitzt und bald auf freien Fuß kommt. Sein Ziehvater und Vorgesetzter ist auch kein gutes Vorbild. So nimmt er billigend Korruption und Gewalt hin und deckt seine Ermittler. Dazu hatte auch dieser ein dunkles Geheimnis, das ihn verfolgte und sein Leben kostete. Jeder in der Ermittlungsgruppe Triton hat keinerlei Skrupel, Gewalt anzuwenden. Die Sonderermittlerin ist nur ein Rädchen, das von anderer Stelle gesteuert wird und über allem stehen Saubermänner- und Frauen, die versuchen, ihren eigenen „Dreck“ zu verschleiern. Hass, Liebe, Wut, Abscheu, Besessenheit und Freundschaft stehen hier ganz eng beieinander. Diese Serie zieht einen mit in den Abgrund und man möchte wissen, wie tief ist dieser Sumpf eigentlich.

Dabei lässt sich nicht leugnen, dass auch diese Serie etwas ihre Längen hat. Bei rund zehn Folgen sind diese aber zu verschmerzen. Auch der Charakter der Internen-Ermittlerin wirkt etwas daneben konstruiert, da sie zwar immer wie wild am ermitteln ist, aber irgendwie gar nichts herausfindet oder gar bewirkt. Geschweige denn, ein ernstes Problem für Triton werden könnte. Erst im letzten Drittel kommt sie endlich mal etwas in Fahrt, wirkt für die Gruppe und Hassel aber weiterhin nie wirklich gefährlich. Dazu noch die nervtötende Freundin, irgendwann wollt ich diese nur noch auf den Mond schießen, dennoch, ist ihre Rolle inkl. Stieftochter für den weiteren Verlauf nicht gerade unerheblich. Dafür kommt der Plot um Hassel nie zur Ruhe, entweder ist es ein gejagter Krimineller, ein Unterweltboss, seine gestörte Stieftochter, seine Kollegen oder seine noch gestörtere Frau/Freundin (da wissen die Figuren selbst irgendwie nie, wie sie zueinanderstehen). Hassel ist definitiv Dreh- und Angelpunkt der Serie und auch derjenige, der den Zuschauer zum weiterschauen zwingt. Neben dem Interesse, wer hinter der Ermordung von Hassels Ziehvater steckt, wird auch noch der echte Vater von Hassels Stieftochter ins Licht des Interesses gerückt. Denn obwohl dieser im Knast sitzt, scheint er einiges zu wissen und zur Gefahr zu werden. Dies aber nicht nur für Hassel und seine Familie, sondern auch für andere.

Hassel Staffel 1 Review Szenenbild001Die Serie ist spannend, dreckig und hart und auch wenn es in meinen Augen ein paar Defizite bezüglich Storytelling und Darstellung gibt, so überwiegen dennoch die positiven Punkte. Für Freunde europäischer Krimiserien, die nicht immer nur die glattgebügelten und äußerst sauberen amerikanischen Vertreter des Krimis Genres sehen wollen, ist Hassel ein absolutes Muss. Und auch die geneigten „NCIS“, „Blue Bloods“, „Chicago P.D.“, etc. Zuschauer sollten mal einen Blick auf Hassel riskieren, denn diesen dürften weder Er noch Sie bereuen.

Habt ihr die Serie gesehen, wie habt ihr sie empfunden, hat sie euch gefallen, bejubelt ihr sie oder fandet ihr sie bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Bild:

Das Bild ist für eine TV-Produktion recht ordentlich, Farben und Kontraste sind soweit gut. Die Schärfe geht ebenfalls in Ordnung. Der Schwarzwert wiederum recht schlecht. Genau an diesem sieht man, wenn das Bild auspixelt (Kompressionsartefakte) und Details anfangen abzusaufen.

Ton:

Der Ton liegt in DTS-HD MA 5.1 vor und man hat eine sehr gute Dialogverständlichkeit, Surroundeffekte waren erwartungsgemäß keine auszumachen.

Extras:

Es gibt keinerlei Bonusmaterial zur Serie, außer ein 12-seitiges Booklet.

(Marc Maurer)

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7.0 Gut

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