Ip Man 4: The Finale – Blu-ray Review | Koch Films | 21.09.2020

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Am 17. September erschien „IP MAN 4: The Finale“ auf DVD, Blu-rayy und im Steelbook im Handel und hier gibt es das Review:

Ip Man 4 The Finale 2019 Film Kaufen Shop News Review Kritik Trailer

Nach über zehn Jahren folgt mit „IP MAN 4: The Finale“ nicht nur der vierte Ableger der Reihe, sondern auch – wie der Titel bereits vermuten lässt – der Abschluss einer langen Reise. Das komplette Team um Regisseur Wilson Yip, Komponist Kenji Kawai, Autor Edmund Wong und selbstverständlich Action-Star Donnie Yen kehren in ihre bekannten Rollen zurück.Ob Ip Man in seinem vierten Auftritt weiterhin überzeugen und das bekannte hohe Niveau halten kann, erfahrt Ihr in der hiesigen Review.

Story:

Ip Man (Donnie Yen) wird bei einem Arzt-Besuch darüber in Kenntnis gesetzt, dass er an Krebs erkrankt ist und das trotz des Frühstadiums, diese Form des Krebs nicht besiegt werden kann. Kurze Zeit später erhält Ip Man eine Einladung seines ehemaligen Schülers Bruce Lee (Danny Chan), der ihn bittet, nach Amerika zu reisen und bei einer Veranstaltung teilzuhaben. Ip Man nimmt die Einladung an und möchte sich im gleichen Zuge um ein Empfehlungsschreiben für seinen Sohn bemühen, damit dieser in Zukunft in Amerika studieren kann. Dort angekommen wird allerdings Ip Man mit Hass, Diskriminierung und Rassismus konfrontiert, die eine besorgniserregende Entwicklung mit sich bringt.

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Kritik:

Die wohl bedeutendsten Merkmale der Ip Man Reihe sind die eindrucksvollen und zur Schau gestellten Kämpfe, die bis heute hin nichts von ihrer Qualität verloren haben. Durch eine nahezu perfekte Choreografie werden die Duelle fesselnd inszeniert, die ebenfalls von einer blendenden Kameraarbeit profitieren. Wer sich das von „IP MAN 4: The Finale“ erhofft, liegt erneut Gold richtig. Die Kämpfe sind allesamt auf höchstem Niveau umgesetzt worden, die von den kraftvollen Kompositionen von Kenji Kawai imposant untermalt werden. Donnie Yen verkörpert auch über zehn Jahre später Ip Man mit einer einzigartigen inneren Ruhe und ist körperlich in bester Verfassung. Trotz fortgeschrittenem Alter hat Yen von seiner Schnelligkeit noch keine sichtbaren Einbußen davon getragen. Innerhalb weniger Sekunden wird ein Angriff abgeblockt und ansatzlos prallen mehrere Körpertreffer auf den Gegner ein, wobei Yen seine entspannte und konzentrierte Mimik aufsetzt – doch nicht nur der Chinese teilt auf beeindruckender Präzision aus. Mit Scott Adkins gesellt sich ein weiterer hochkarätiger Fighter der Truppe hinzu, der im letzten Drittel sein bekanntes Können demonstriert. Danny Chan, der bereits in Ip Man 3 einen Auftritt als Bruce Lee hatte, mimt erneut die Jeet Kune Do Legende und erhält diesmal auch weitaus mehr Screen Time, bei der er eine ausgezeichnete Nachahmung von Lee performt. Bei der Gestaltung der Kämpfe sowie bei der Wahl des Casts, wurde erneut ganze Arbeit geleistet und der erhöhte Einsatz von Wireworks fällt im vollen Umfang angenehm aus. Wird der Fokus ausschließlich auf die Kämpfe gelegt, ist die pure Freude und Begeisterung beim Zuschauen gewiss.

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Boten noch die ersten zwei Ip Man Filme eine ansehnliche Geschichte mit Tiefgang und einer mitfühlenden Charakterzeichnung des Großmeisters des Wing Chun, machten sich bereits im dritten Teil einige Schwächen in der Erzählung bemerkbar. Immerhin hat man Ip Man und seine Charakterentwicklung zu keinem Zeitpunkt vernachlässigt, doch gerade im abschließenden vierten Teil verfällt Ip Man gefühlt in die Belanglosigkeit und eine Propaganda wird mit gefühlten Peitschenhieben an den Zuschauer getragen: Asiatische Kampfkunst ist besser als Karate. Dabei hat Ip Man einst selbst gesagt: „Der Kampfstil ist unwichtig, es liegt an jedem selbst.“ und eventuell hätten sich die Macher von ihrem eigenen Werk aus 2008 inspirieren lassen sollen, denn nimmt man die gebotene Story allzu ernst, kann es zunehmend anstrengend werden. Die Weißen werden allesamt als Teufel betitelt, die rassistisch und mit Hass gegen die dort immigrierten Chinesen vorgehen. Selbstverständlich wird die chinesische Kultur weder akzeptiert noch mit Toleranz angesehen, doch im gleichen Zuge stoßen Sie ihresgleichen aus, die eben jene Akzeptanz und Toleranz für Andere hegen – wie eben Ip Man. So gesehen beißt sich die Katze in den Schwanz und niemand fällt solch Widerspruch auf? Gerade der Charakter des Ip Man steht für Gleichberechtigung, Verständnis und Weisheit, dennoch schlägt letztendlich Ip Man einen Weg ein, der seiner Natur nicht gleicht – zumindest, wenn man sich die vorherigen Filme vor Augen hält. Hier verpassen die Macher die Chance, eine wichtige Botschaft zu vermitteln, dass egal, welcher Herkunft man ist, egal welche Kampfkunst man praktiziert, es sollte kulturübergreifend Verständnis und Respekt entgegengebracht werden. Stattdessen nehmen die Chinesen die Opferrolle ein und kämpfen gegen die westliche Bosheit an, die förmlich überspitzt dargestellt wird.

Ip Man selbst und seine charakterliche Darstellung gerät in den Hintergrund und der Großmeister wird als plumper Retter der chinesische Kampfkunst auf die Karate Kämpfer losgelassen. Mit solch Offensichtlichkeit diesen angesehenen Charakter als Mittel zum Zweck zu degradieren, ist durchweg unverständlich und wertet nicht nur sein Wesen, sondern auch seinen Werdegang grundlegend ab. Seine Krebs-Diagnose bekommt in der Erzählung kaum Gewichtung und die angeknackste Beziehung zu seinem Sohn mündet durch eine kurze Offenbarung und ein liebloses Gespräch in ein Happy-End. Als Abschluss ist „IP MAN 4: The Finale“ als Gesamtwerk leider inhaltlich enttäuschend und widmet dieser bedeutenden Persönlichkeit weder den Film, noch schenkt man ihm einen würdigen und ehrenvollen Abschluss.

Immerhin werden in den letzten Minuten alle Filme Revue passiert und lassen die Nostalgie und Erinnerungen in jeden Liebhaber der Reihe kurzzeitig aufleuchten.

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Bild:

Der vierte Ip Man Film wurde gänzlich digital mit einer Arri Alexa Kamera aufgenommen, die zuletzt ebenfalls beim „Joker“ oder Disneys „Aladdin“ verwendet wurde. Dank der digitalen Aufnahmequalität treten keinerlei Makeln in Form von Grieseln oder Bildartefakten auf und das Bild besticht durch sein lupenreines und klares Auftreten. Die Farben werden gut gesättigt und ausgewogen dargestellt, wobei einige Sequenzen einen Gelbstich an den Tag legen, der zwar auffällt, aber insgesamt nicht störend wirkt. Die Schärfe ist durchgehend auf einem sehr guten Niveau und bei Nahaufnahmen werden die Gesichter sehr detailliert zur Schau gestellt, wodurch das zunehmende Alter von Donnie Yen eindrucksvoll ersichtlich wird. Der Kontrast und der Schwarzwert liefern eine solide Darstellung ab, ohne großartig gefordert zu werden, da die Schauplätze sich größtenteils am helllichten Tag oder in sehr gut ausgeleuchteten Räumlichkeiten abspielen. Insgesamt darf das Bild als sehr gut bezeichnet werden, aber erreicht in keinerlei Hinsicht einen Spitzenwert, der mit Wow-Effekt daherkommt.

Ton:

  • Deutsch: DTS-HD MA 5.1
  • Kantonesisch: DTS-HD MA 5.1

Koch Films spendiert uns freundlicherweise eine unkomprimierte DTS High Definition Tonspur bei der deutschen Synchronisation sowie bei dem kantonesischen Original.

Die Digital Theater Systems, besser bekannt als DTS, Tonspur bietet ein klares Klangbild, bei der die Dialoge durchgehend verständlich ausgegeben werden. Wechselt das Geschehen in den Kampfmodus, verwandelt sich die Klangkulisse in eine spürbare Kampfarena. Die Paukenschläge von Kawais wuchtigen Soundtrack hüllen den Raum  kraftvoll und voluminös ein. Setzt der erste Schlagabtausch an, nimmt auch die Präsenz des Subwoofers hervorragend zu. Die schnellen und harten Sound-Effekte der Schläge pulsieren wie Donnerschläge auf den Hörgang des Zuschauers und übertragen die Dynamik des Kampfes mit einer erstklassigen Umsetzung. Vermehrt hat man das Gefühl, selbst auf der Matte zu stehen, doch hierbei wurde wohl die Umgebung völlig außer Acht gelassen. Die tobende Menschenmenge ist bidirektional kaum wahrnehmbar und die Ausgabe fokussiert sich hauptsächlich auf die frontalen Lautsprecher. Im Allgemeinen genießen die Surround-Lautsprecher kaum Beachtung und verwehren oftmals Umgebungsgeräusche, die zu einer realistischen Atmosphäre beisteuern und den allzeit bekannten Surround-Sound aufleben lassen.  Mit einer besseren Abmischung, die ein differenziertes Klang-Erlebnis mit sich bringen würde, wäre ohne weiteres eine höhere Wertung erreicht worden.

Die original kantonesische Tonspur ist akustisch mit der deutschen Synchronisation gleichzusetzen und bietet in allen Bereichen eine identische Tonqualität.

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Extras:

  • Deutscher Trailer
  • Das Special zur „10-jährigen Legende“
  • Das Making-Of
  • Die Geschichte
  • Die erste Einladung von Donnie Yen
  • Die zweite Einladung von Donnie Yen
  • Die Einladung von Scott Adkins
  • Trailer
  • Bildgalerie

Fazit:

„IP MAN 4: The Finale“ bietet imponierende Zweikämpfe, die durch eine fantastische Kameraführung, ausgezeichnet verfolgt werden können und Kampfsport-Liebhaber überwältigen wird. Leider enttäuscht die Storyline größtenteils und bringt erhebliche Schwächen zum Vorschein, die einen faden Beigeschmack hinterlassen. Ein Abschluss, der kampftechnisch überzeugt, aber dem Charakter des Ip Mans nicht gerecht wird – schade.

(Deniso)

©Bilder und Trailer Koch Films – Alle Rechte vorbehalten!

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