Metallica und San Francisco Symphony Orchester: S&M2 – Blu-ray Review | Universal Music | 05.01.2021

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Im August 2020 kam „Metallica und San Francisco Symphony Orchester: S&M2“ auf Blu-ray und DVD in den Handel und wir haben für alle Interessierten das Review dazu:

Unzählige Male haben Rock und Metal Bands ihre Musik mit klassischer Musik verbunden, indem sie Konzerte zusammen mit Orchestern gespielt haben. Eines der berühmtesten und erfolgreichsten entstand 1999. Hier kamen die Thrash Metal Pioniere von „Metallica“ mit dem „San Francisco Symphony Orchester“ zusammen und lieferten mit S&M ein regelrechtes Brett ab. Ein Konzert, was seines Gleichen suchte und das trotz der Probleme, die es hinter den Kulissen gab, wie James Hetfields Alkoholprobleme, Jasons Newsted baldiger Ausstieg oder die Verletzungen, die es aufgrund von Unfällen bei den Proben gab, waren nicht zu erkennen. 20 Jahre sind seit dem Konzert vergangen. Zum Jubiläum kamen „Metallica“ und das „San Francisco Symphony Orchester“ 2019 erneut zusammen, jedoch ohne Jason Newsted und auch ohne den leider 2003 verstorbenen Michael Kamen, der damals für das Orchester zuständig war. Dieses besagte Jubiläumskonzert ist nun auch bei uns auf DVD und Blu-ray erschienen. Als große Heavy Metal Fans, haben wir es uns nicht nehmen lassen „Metallica and San Francisco Symphony Orchester: S&M2“ für euch zu testen, sodass wir euch sagen können, ob das epische Konzert wiederholt werden konnte, oder man es hätte doch besser sein lassen sollen.

Trackliste:

  • The Ecstasy Of Gold
  • The Call Of Ktulu
  • For Whom The Bell Tolls
  • The Day That Never Comes
  • The Memory Remains
  • Confusion
  • Moth Into Flame
  • The Outlaw Torn
  • No Leaf Clover
  • Halo On Fire
  • Intro To Scythian Suite
  • Scythian Suite, Opus 20 II: The Enemy God And The Dance Of The Dark
  • Spirits
  • Intro To The Iron Foundry
  • The Iron Foundry, Opus 19
  • The Unforgiven III
  • All Within My Hands
  • (Anesthesia) – Pulling Teeth
  • Wherever I May Roam
  • One
  • Master Of Puppets
  • Nothing Else Matters
  • Enter Sandman

Eindruck:

„Metallica“ hat in Sachen Alben seine besten Zeiten schon hinter sich und alle Bandmitglieder sind sichtlich älter bzw. grauer geworden. Als jemand, der diese Band schon live gesehen hat, kann ich euch sagen, auch in „S&M2“ beweist „Metallica“, dass Live immer noch was anderes ist. Auch hier spürt man die Probleme rund um Hetfield nicht, der fast schon traditionsmäßig nach dem ersten „S&M“ Konzert, sich auch nach „S&M2“ in einen Entzug begeben hat. Okay Hetflieds Reibeisen-Stimme ist schon etwas älter geworden, tut aber der Qualität keinen Abbruch. Und auch bei Lars Ulrichs wildem Getrommel hat man inzwischen das Gefühl, dass er zwischendurch ein Sauerstoffzelt braucht. Aber es macht weiterhin Spaß, ihm zuzuschauen.

Als Eröffnung dient, wie üblich bei „Metallica“, der Ennio Morricone Klassiker „The Ecstasy of Gold“, der aus dem Filmklassiker „Zwei glorreiche Halunken“ bekannt ist.. Dies wunderbar klassisch vom Orchester vorgetragen, sorgt direkt für extreme Gänsehaut. Das bevor „Metallica“ recht entspannt selbst in die Saiten greift und Lars Ulrich gewohnt wild ins Schlagzeug hämmert, und zwar mit The Call Of Ktulu. Hier spürt man die unglaubliche Spielfreude von Band und Orchester. Edwin Outwater, der über den Großteil des Konzerts den Dirigenten gibt, macht seine Sache sehr gut und hat merklich viel Spaß, wobei er nicht so extrem präsent ist, wie Michael Kamen beim ersten „S&M“. Mit „From Whom the Bells tolls“ kommt der nächste große Metallica Klassiker.

Hier werden dann auch Splitscreens angewand, wie immer wieder bei dem Konzert, sodass man auf mehreren Schirmen im Wechsel jeweils Bandmitglieder, Orchester und auch Zuschauer im Bild hat. Man verliert aber nie die Übersicht. Auch die Geschwindigkeit der wechselnden Bilder ist angenehm, sodass die Gefahr eines epileptischen Anfalls also nicht vorhanden ist. Die Perspektiven, die dann geboten werden, sind wirklich ganz großes Konzertkino. Mittendrin statt nur dabei, so dass man Konzertatmosphäre pur spürt und am liebsten direkt mitmachen würde. Auch ist es nie übertrieben, es wird nur immer mal wieder benutzt, sodass es nicht anfängt zu nerven. Die Halle, in der das Konzert aufgenommen wurde passt, sodass die Atmosphäre klasse ist und Kirk Hammonds Gitarrensolos rocken wie keine andere. Was man „Metallica“ aber wie auch schon beim ersten „S&M“ ankreiden kann, ist, dass man hier keinen großen Experimente wagt und die Songauswahl klar auf das Orchester abgestimmt wurde. Wobei man immerhin sagen kann, mit Songs wie „The Day that Never Comes“, „Moth into Flames“ oder „Unforgiven III“ und diversen anderen sie sich getraut haben, die weniger beliebten Songs auszupacken. Sprich nicht nur Hymnen, sondern auch aktuellere Songs, um so auch einen merklichen Unterschied zum ersten „S&M“ Konzert zu schaffen.

Die Songs harmonieren in absoluter Perfektion mit dem Orchester, sodass auch wenn es nicht die besten „Metallica“ Songs sind, sie trotzdem klasse rüberkommen. „The Outlaw Torn“ zeigt hier plötzlich ein unglaubliches Hymnen potenzial, was man vorher gar nicht bemerkt hatte. Wobei ich gestehen muss bei „The Unforgiven III“, wo Hetfield nur vom Orchester begleitet wird, beschert nicht nur Gänsehaut pur, sondern rührt zu Tränen. Natürlich darf auch „No Loaf Clover“ nicht fehlen, ein Song welcher damals extra neu fürs erste „S&M“ Album geschrieben wurde und damals auch als Single rauskam. Wie damals kommt es episch rüber, natürlich auch hier klar auf das Orchester ausgelegt, sodass Band und Orchester in perfekter Harmonie glänzen können. „Metallica“ präsentieren hier aber auch nicht in erster Linie ihre eigene Songs, es werden auch klassische Stücke „Scythian Suite“ gespielt, in dem Fall dann dirigiert von Michael Tilson Thomas, der alleine schon mit seinen Bewegungen und wie er dirigiert, für extreme Gänsehaut sorgt, sodass „Metallica“ hier mal zur Abwechslung nur die Begleitung ist. Dies kommt ebenfalls hervorragend rüber. Es ist lustig anzuschauen, wie sehr sich Lars Ulrich konzentrieren muss, um zur Abwechslung mal im Takt zu bleiben. Der Song „All my Hands within“, wirkt fast schon wie ein Unplugged Song, okay ist er natürlich nicht, aber er kommt zig mal besser rüber, als damals auf dem sehr zerrissenen „St. Anger“ Album.

Also bei „S&M2“ wird definitiv sehr viel Neues gezeigt, man kopiert nicht einfach den ersten „S&M“ Auftritt und „Metallic“a beweist, dass sie mehr können, als nur die Hymnen, wofür sie berühmt sind, zu spielen. Für weitere Gänsehaut sorgt dann „Pulling Teeth“, als Widmung an den viel zu früh verstorbenen Metallica Bassisten Cliff Burton. Erst gegen Ende des Konzerts, sprich im letzten Viertel, werden wieder die klassischen Hymnen ausgepackt. Die Songs, die jeder kennt, die jeder ohne Probleme mitsingen kann, wie „One“, der Song für den „Metallica“ ihr erstes Musikvideo drehten. „Masters of Puppets“, dem Titelsong, der für viele und auch für mich aus dem besten Album von „Metallica“ stammt und natürlich „Nothing Else Matters“ und „Enter Sandman“, als Abschluss die wohl bekanntesten Songs der Band. Diese Songs, ohne Frage ganz, ganz große Klassiker, sorgen für einen tollen Abschluss eines grandiosen Konzerterlebnisses.

Bild:

Das Bild ist herausragend. Keinerlei Filmkorn, auch wenn ein Konzert natürlich im Dunkleren spielt. Die Ausleuchtung ist perfekt, sodass die Farben wunderbar knallig rüberkommen. Dazu sind Details wie einzelne Härchen und Hautporen jederzeit sichtbar. Ich habe schon viele Konzerte auf Blu-ray gesehen, aber hier zeigt man nicht nur, dass „Metallica“ musikalisch Referenz ist, sondern auch die Konzert Blu-ray Bildqualität ist super.

Ton:

Der Ton liegt in DTS HD 5.1 vor und ist wie die Bildqualität auf allerhöchstem Niveau. Der Sound kristallklar mit unglaublicher Wucht, ohne irgendwelches Rauschen. Dazu werden alle Boxen angespielt, sodass auch hier das perfekte Konzertfeeling rüberkommt. Was schade ist, dass es hier keine separaten Tonspuren gibt, wo man nur das Orchester hört bzw. nur die Band. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen, weil die Soundqualität dieser Blu-ray ist ebenfalls auf Referenzniveau.

Extras:

  • Behind The Scenes: Making of the Show
  • All Within My Hands Promo

Das Bonusmaterial bietet leider nicht so viel. In der Summe sind es gerade mal 10 Minuten Laufzeit. Das kurze Making of dauert etwa 7 Minuten und enthält ein paar Interviews mit alten Ausschnitten des ersten „S&M“, die Wirkung des Konzerts von damals und die heutige Wiederauflage. Dazu ein kurzes Promo über ihr Hilfsprojekt. In der Summe ganz nett, aber für ein Konzert diesen Ausmaßes klar zu wenig.

Fazit:

Metallica geht kein Risiko ein, zwar präsentieren sie viele aktuellere Songs im klassischen Gewand, aber alle Songs waren ideal für ein Orchester. Trotzdem ist das Konzert, wie schon das erste „S&M“ Konzert, ein Erlebnis, was seines Gleichen sucht. Die einst gescholtenen Songs kommen richtig klasse rüber. Die Hymnen sowieso. Es gibt unzählige Gänsehauptmomente, sodass man sagen muss, die Songauswahl erweist sich als ideal für so ein Konzert. Band und Orchester liefern eine klasse Leistung ab, sodass dieses Konzert ein tolles Erlebnis ist, ohne eine Kopie des ersten S&M Konzerts zu sein, sondern erfrischend neu. Das Ganze auf einer technisch perfekten Blu-ray, so wie es sein soll. Für „Metallica“ Fans ohne Frage absolutes Pflichtprogramm.

Hier erhältlich:

(Pierre Schulte)
© Bilder und Trailer: Universal Music – Alle Rechte vorbehalten!

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