Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis - Blu-ray Review | Filmjuwelen | 27.12.2021

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Bereits im August kam „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ erneut auf Blu-ray und DVD in den Handel und wir haben das Review dazu:

Wenn man heutzutage an Vampire denkt, dann sieht man Emo Jungs mit dem Hang dazu, depressiv zu sein und sich dann hoffnungslos in irgendwelche Mädchen zu verlieben, um dann dank ihnen den Sinn des Lebens wiederzufinden. Aber es gab da auch andere Zeiten, da ging es auch mal brutal und blutig zu Sache, wie z.B. in „Near Dark“ einer der ersten Filme von Oscar Gewinnerin Kathrin Bigalow, den meisten bekannt durch „Tödliches Kommando“ oder „Zero Dark Thirty. Nun erscheint „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ dank Filmjuwelen bei uns auf Blu-ray und wir durften diesen, als einer der härtesten Vampirfilme aller Zeiten bekannten Film, für euch testen und können auch sagen, ob er in der Welt der Vampire noch eine Chance hat.

Story:

Der Farmerjunge Caleb führt ein recht entspanntes Leben, dies ändert sich, als er die unschuldig wirkende Mae trifft. Als er sie mitnimmt und zum Abschied ein Kuss von ihr möchte, beißt sie ihn, worauf er kurz danach nicht nur Durst nach Blut bekommt und kein Sonnenlicht mehr verträgt, nein er muss sich von nun an auch mit Mae’s durchgeknallter Familie herumschlagen. Für ihn beginnt ein Trip voller Gewalt.

Eindruck:

„Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ ist kein typischer Vampirfilm, weder für damalige Verhältnisse noch für heute. Aber man sieht in diesem Frühwerk von Kathrin Bigalow ,warum sie eine der besten Regisseurinnen der Welt ist. „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ ist ein ruhiger, atmosphärisch dichter und sehr dreckiger Neo Western, indem es aber auch alles andere als zimperlich zugeht. Die Liebesgeschichte zwischen Caleb und Mae kommt sehr gut rüber. Zumal Jenny Wright die Rolle der vergleichsweise unschuldigen Mae sehr gut spielt und man sie entsprechend auch schnell gern hat. Beide Charaktere harmonieren klasse zusammen. Anders wird es natürlich bei Mae’s Familie, wo man witzigerweise an nervig angeheiratete Familien denken muss, nur dass es hier natürlich etwas extremer vonstattengeht. Mit Lance Henricksen, Bill Paxton und Jenette Goldstein bekommt man dazu eine sehr durchgeknallte „Aliens“ Reunion. Es ist wirklich unglaublich, wie psychopathisch sie hierbei die Sau rauslassen, da fühlt man sich fast an Rob Zombies berüchtigte Firefly Familie zurückerinnert.

Sie hinterlassen eine unglaubliche Spur der Verwüstung und die Gewalt, die diese streuen, ist wirklich brutal anzusehen. Die Tötungen sind sehr blutig und expliziert dargestellt. Die Kamera hält bei der Gewalt voll drauf und die handgemachten Goreszenen sehen hervorragend aus. Wer jetzt aber auf jede Menge Action hofft, den muss ich enttäuschen. Zwar ist „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ wirklich sehr blutig, aber keine Actionorgie. Es gibt ein paar Ballersequenzen aber ansonsten hält sich die Action eher in Grenzen.

Die Kulissen sind recht simple gehalten. Man merkt dabei, dass das Budget sehr niedrig angesiedelt war. Trotzdem macht Bigalow hier das Beste draus, zeigt weite Landschaften, einige Motelzimmer und Bars, und kann damit gut das niedrige Budget vertuschen. Gleichzeitig unterstützt es die dreckige Neo Western Atmosphäre. Im Verlauf fiebert man immer mehr und mehr mit, da man merkt, wie Caleb´s Probleme mit Mae’s Familie wachsen und die ganze Situation zunehmend außer Kontrolle gerät. Dies geht so weit, bis Caleb genug hat und selbst den Kampf aufnimmt, was ebenfalls an einen klassischen Western, mit einem typischen Showdown, erinnert. Das macht richtig Spaß, zumal im Einklang mit dem simplen Score, kann man diese tolle Bildersprache, die hier geboten wird, wunderbar genießen. Man schaut fasziniert auf die Ereignisse, die da passieren. Das ist Filmkunst auf höchstem Niveau und die 94 Minuten Laufzeit fliegen nur so an einem vorbei.

Bild:

Das Bild ist im Vergleich zur alten DVD deutlich besser geworden. Man ist zwar immer noch weg von der Referenz, aber die Schärfe hat deutlich zugelegt und das Bild ist auch deutlich sauberer geworden. Der Film spielt viel im Dunklen und trotzdem hat man es geschafft, Rauschen und Filmkorn zu vermeiden. Farblich ist es recht kühl und ab und zu immer noch einen Tick zu dunkel geraten, aber für das Alter und wenn man bedenkt, wie die Grundlage war, hat man gut was rausgeholt.

Ton:

Der englische und der deutsche Ton liegen beide in DTS HD 5.1 vor und reißen beide keine Bäume aus, wobei der deutsche Ton zumindest einen Ticken lauter ist. Beide Tonspuren sind recht frontlastig geraten. Die Rears werden eher selten bedient, immerhin ab und zu sind ein paar nette Details zu hören. Beide Tonspuren waren frei von Rauschen und Knistern.

Extras:

  • Trailer
  • Dokumentationen
  • Storyboards
  • Interviews
  • Fotogalerien

Als Bonusmaterial gibt es wirklich einiges. Allen voran sehr interessant die knapp 50 Minuten lange Making-of Doku „Living in Darkness – Making-of Near Dark“ die einen klasse Blick über die Entstehung des Films liefert. Dazu gibt es jede Menge Interviews und Features. Alles zusammen mit einer Laufzeit von ca. 2h. Besser geht es kaum.

Fazit:

„Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ war damals auf seine Art genial und hat bis heute nichts von seiner Klasse verloren. Sicherlich für einen Vampirfilm etwas untypisch, aber diese Bildersprache und diese dreckige, gewalttätige Atmosphäre, hat es wirklich in sich. Ein Klassiker, den man nicht nur gesehen haben muss, sondern der auch in jede gute Filmsammlung gehört, auch wenn der Film, aufgrund seiner Härte, nicht immer einfach zu verdauen ist.

Hier erhältlich:

(Pierre Schulte)
© Bilder und Trailer: Filmjuwelen – Alle Rechte vorbehalten!

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Summary

"Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis" war damals auf seine Art genial und hat bis heute nichts von seiner Klasse verloren. Ein Klassiker, den man nicht nur gesehen haben muss, sondern der auch in jede gute Filmsammlung gehört.

7.7 Klasse

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