Plötzlich Familie – Blu-ray Review | Universal Pictures

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Dass Mark Wahlberg nicht nur neben Autobots („Transformers: The Last Knight“), brennenden Bohrinseln („Deepwater Horizon“), Attentaten („Boston“) oder auch als Dad VS neuer Stiefvater („Daddy´s Home“) eine gute Figur macht, hat der bereits 48-jährige amerikanische Schauspieler ja bereits eindrucksvoll bewiesen. Aber wie sieht es eigentlich aus, wenn er plötzlich in der Rolle eines Adoptiv-Vaters dreier Kinder steht?

Regisseur Sean Anders, der bereits während den beiden „Daddy´s Home“ Filmen mit Wahlberg zusammen arbeitete, stellte sich vermutlich auch diese Frage und präsentiert uns nun seinen neuesten Streich „Plötzlich Familie“ (Originaltitel: „Instant Family“), der nun im Vertrieb von Universal Pictures Home Entertainment auf DVD und Blu-ray Disc im normalen HD-Keep-Case erschien.

 Story:

Ploetzlich Familie BD CoverDas Ehepaar Pete (Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Byrne) beschließt, eine Familie zu gründen, und nimmt daher drei Pflegekinder von einer Adoptionsagentur bei sich auf. Doch damit haben sie sich mehr eingebrockt, als sie gedacht hätten, denn die drei Kinder, die rebellische 15-jährige Lizzy (Isabela Moner), der verplante Juan (Gustavo Quiroz) und die kleine Lita (Julianna Gamiz), stellen sich als echte Teufelsbraten heraus und haben zunächst keinerlei Interesse daran, sich von ihren Pflegeeltern bändigen und erziehen zu lassen. Und auch Pete und Ellie müssen feststellen, dass das Elterndasein viel komplizierter ist, als sie es sich vorgestellt hätten. Nach und nach wachsen die Fünf jedoch zu einer Patchwork-Großfamilie zusammen…

 

Einschätzung:

Ploetzlich Familie Szenenbild001Im Gegensatz zu Anders´ früheren Werken wie „Daddy´s Home“ oder „Der Chaos Dad“, in der die Rolle der Väter mehr auf humorvolle Wege beleuchtet wurden, tauchte der Autor und Regisseur nun mit „Plötzlich Familie“ etwas tiefer in die Materie „Familie“ ein und verpasste ihm auch einen Hauch von Aufrichtigkeit. Dass der Film auf wahren Begebenheiten, nämlich auf den eigenen des Regisseurs beruht, kommt dem Film natürlich in jeder Einstellung zugute.

Klar werden auch einige unnötige amerikanische Kleinstadt Klichees breitgetreten und viele Stereotypen vorgeführt, aber hey, immerhin bewegt sich alles auf einem normalen, FSK 6 tauglichen Level und berührt trotz dieser genannten Aspekte, das eine oder andere Herz der Filmfans.

„Plötzlich Familie“ funktioniert unter anderem auch deshalb so gut, da die Harmonie des Casts durch die Bank stimmt. Mark Wahlberg spielt, ähnlich wie Dwayne „The Rock“ Johnson in seinen Filmen, wieder einmal sich selbst: den Pick-Up fahrenden, Basketball spielenden Muskel-Dad, obwohl er sichtlich mehr zu leisten vermag. Immerhin kauft man ihm die Rolle jedes Mal aufs Neue ab.

An seine Seite stellte man ihm die hübsche Rose Byrne („Bad Neighbours“, „Spy: Susan Cooper Undercover“), die eigentlich im Film den Stein ins Rollen bringt und sich für ein Adoptivkind interessiert. An ihr gefiel mir, dass sie die Rolle der Ü40-Mom nicht so klischeehaft und übertrieben (Stichwort: „Bad Moms“) darstellte, wie es sonst so in Hollywood gerade üblich ist.

Ploetzlich Familie Szenenbild002Getoppt wird deren Darstellung nur noch von den drei Adoptivkindern, allen voran natürlich dem ältesten, Lizzy, gespielt von Isabela Moner („Sicario 2“). So herzhaft sie als ältestes Kind im Film auch lachen kann, genau so unheimlich und eiskalt kann sie sich geben, wenn Pete und Ellie sie zu erziehen versuchen. Klar, dass hier nicht nur Situationskomik vorprogrammiert ist.

Aber Achtung: der Trailer erweckt leider einen falschen Eindruck des ansonsten eher gemächlichen Films, denn so gut wie alle offensichtlichen Lacher werden dort bereits verpulvert. Dennoch weiß der Film, der halb Komödie halb Drama darstellt, stets zu unterhalten, ohne dabei Humor unter der Gürtellinie zu verwenden oder den moralischen Zeigefinger zu erheben, wenn es darum geht, dass auch homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen. Solche Details werden immer nur kurz angerissen, nie aber intensiviert, sodass man sich ganz der schrecklich netten Familie rund um Pete, Ellie, Lizzy, Juan und Lita widmen kann.

Kurzum: wer (aufgrund des Trailers) einen „Daddy´s Home“ erwartet wird enttäuscht. Wer allerdings wieder einmal ein herzensgutes „Feelgood-Movie“ sehen möchte, darf bei „Plötzlich Familie“ gerne einen Blick riskieren.

Bild:

Das im MPEG-4/AVC codierte 1080p Bild wird im Ansichtsverhältnis 2,40:1 wiedergegeben und weiß mit seinen sehr natürlich gehaltenen Farben zu überzeugen. Der Schärfe-und Detailgrad liegen, dank Verwendung einer modernen Arri Alexa Xt Kamera, auf einem hohen Niveau und lassen sehr viele Objekte ausmachen. Ein sehr dezentes und passendes Filmkorn lässt sich im Gegensatz zu Bildfehlern wie etwa Kompressionsfehlern ständig ausmachen. Auf unpassende Farbfilter wurde Gottseidank verzichtet.

Leider verschluckt der Schwarzwert, vor allem in dunklen Szenen, einige wenige Details und könnte besser ausfallen, allerdings ist das Meckern auf hohem Niveau. Eine Steigerung zur ebenfalls erhältlichen DVD ist allemal gegeben und daher einer Full-HD Blu-Ray Disc würdig.

Ton:

  • Deutsch DD 5.1
  • Englisch DTS-HD MA 7.1
  • Französisch DD 5.1
  • Italienisch DD 5.1
  • Japanisch DD 5.1
  • Polnisch DD 5.1
  • Russisch DD 5.1
  • Spanisch DD 5.1
  • Tschechisch DD 5.1
  • Ungarisch DD 5.1

Ploetzlich Familie Szenenbild003Die Dialoge sind stets verständlich, hätten aber für meinen Geschmack auch gerne etwas lauter abgemischt werden dürfen. Der Subwoofer bekommt lediglich während des Soundtracks, das von „Cypress Hill“ bis hin zu McCartney´s „Wings“ reicht, etwas zu tun und bleibt den Rest des Films unauffällig. Die hinteren Kanäle werden zwar rar, dafür aber gut differenziert gefüttert.Insgesamt gesehen ein genrebedingter solider Ton.Trotz, oder vielleicht aber auch gerade wegen der Tatsache, dass 10 (!) Sprachfassungen auf der blauen Scheibe vorhanden sind, bietet uns Universal für die deutsche Audiospur lediglich eine DD 5.1 Tonspur an, die uns unweigerlich an gute alte DVD Zeiten denken lässt, in der so eine Abmischung noch einen gewissen „Aha-Effekt“ hatte. Für eine Komödie aus dem Jahr 2018 allerdings ist das, zumindest am Papier, ein Armutszeugnis.Denn wo die englische DTS-HD MA 7.1 Tonspur aus den Vollen schöpfen kann und auch über eine gute Dynamik verfügt, klingt die dt. Fassung im direkten Vergleich sehr kraftlos. Gut, für einen solchen (dialoglastigen) Spielfilm kann man eventuell noch darüber hinweg sehen, einen Punktabzug gibt es dennoch.

Extras:

  • Kommentar von Regisseur/ Autor Sean Anders und Autor John Morris
  • Gag Reel
  • Die Familien auf der Messe
  • und Mrs. Fix-It
  • Ich brauche Hilfe
  • Ruhe im Gerichtsaal
  • Kinder-Power
  • Familie Anders
  • Ein inspirierendes Team
  • Isabela Moner „I´ll stay“ Promo Music Video
  • Heiratsantrag am Set
  • Gelöschte und erweiterte Szenen:- Einführung von Sean Anders und John Morris
    – Erstes Familienessen
    – Erster Schultag
    – Pete hat Probleme
    – Ich mag sie (erweitert)
    – Ich liebe Schwarz

Die Extras werden, mit Ausnahme des Audiokommentars natürlich, in kleinen Häppchen zu je zwei bis drei Minuten im englischen Originalton mit deutschen Untertiteln serviert- allesamt in Full HD versteht sich. Sie bieten kurze und amüsante Einblicke in den Drehalltag und auch darüber hinaus.

Für einen Spielfilm wie „Plötzlich Familie“ reicht das Bonusmaterial aber vollkommen aus.

Da der Redaktion lediglich eine lose Presse Blu-ray zur Verfügung stand, kann über eine Wendecover leider keine Auskunft gegeben werden.

Fazit:

Ploetzlich Familie Szenenbild004Bild- und Tonqualität bewegen sich im oberen Mittelfeld und liefern, vor allem beim Bild, ordentliche Werte ab. Die Schärfe bewegt sich zwar auf einem ordentlichen Niveau, der Schwarzwert könnte einen Tick mehr Details offenbaren anstatt sie zu verschlucken. Die Dialoge sind klar verständlich, etwas mehr Dynamik und eine aktuelle Tonspur hätte dem Film aber nicht geschadet.

„Plötzlich Familie“ hat das Herz am rechten Fleck, bietet Genrefreunden wohldosierten Humor, einen stimmigen Cast und keine unnötigen Längen. Wer über den ein oder anderen stereotypen Charakter hinwegsehen kann, bekommt 118 Minuten solider Unterhaltung, bei der auch schon mal das Taschentuch gezückt werden darf – für den Notfall versteht sich… 😉

Testgeräte:

TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-800
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Lautsprecher: Teufel Motiv 6 (5.1.2)
Atmos Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

(Alexander Gabler)

©Bilder und Trailer Universal Pictures – Alle Rechte vorbehalten!

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