Tolkien – Blu-ray Review | 20th Century Fox

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Tolkien BD CoverJohn Ronald Reuel Tolkien, kurz J.R.R. Tolkien, dürfte wohl vielen wegen seinen Fantasie Büchern / Filmen ein Begriff sein. Seine literarischen Werke „Der Hobbit“ (1937) und „Der Herr der Ringe“ (1954/55) sind seit Jahrzehnten Pflichtlektüre für Freunde erlesener Fantasie-Geschichten. Diese waren gleichfalls auch die Inspiration für zig Fantasie Roman Autoren. Dabei nehmen Tolkiens Werke eine Sonderstellung ein. Er schrieb nicht nur eine Geschichte über einen Kämpfer und Drachen, er erfand ganze Welten, Sprachen sowie eine ganz eigene Mythologie und in diese bettete er seine Geschichte ein. Dies lag unter anderem an seiner Passion für Sprach- und Literaturwissenschaft, welche er auch studierte. Doch wer war der Mann hinter den Büchern? Diese bisher noch unbekannte Geschichte erzählt uns nun Regisseur Dome Karukoski mit dem Film „Tolkien“.

Story:

Nach der Rückkehr aus Afrika ins Ländliche vor Birmingham, verbringt der junge John Ronald Reuel Tolkien mit seiner Mutter und seinem Bruder Hilary ein einfaches Leben. Nach dem Tod des Vaters werden die Zeiten schwerer, dennoch haben sie das Glück, dass sich Pater Francis Morgans, ein Freund ihrer Mutter, ihrer annimmt. So ziehen sie nach Birmingham, doch das Schicksal meint es nicht gut mit der kleinen Familie und so verstirbt auch noch die Mutter. In die Obhut Pater Morgans aufgenommen, sucht dieser für die Jungen ein neues Heim bei Mrs. Faulkner, dort trifft John erstmalig auf Edith. Von nun an besuchen die Jungs die King Edwards Schule, ein Ort voller privilegierter Schüler. Durch eine Reiberei bei einem Rugby Spiel landen John und Robert Q. Gilson vor dem Rektor, welcher die Schüler zur „Kameradschaft“ ermahnt. Aus diesem ersten Zusammentreffen mit Robert und darauf folgend mit dessen Freunden Christopher und Geoffrey, entwickelt sich ein Freundes-Club. Doch auch seine Freundschaft zu Edith wächst in den Jahren zu mehr heran. Die Jugendjahre vergehen und Johns Faszination an Mythen, Sprachen und Geschichten ist ungebrochen, seine Noten gehen derweil aber in den Keller. Pater Morgan ist die Liebelei nicht unbemerkt geblieben und so macht er diese für Johns schlechte Arbeiten verantwortlich, woraufhin er weitere Treffen mit Edith verbietet. Dazu kostet ihn ein Fehltritt sein Stipendium und nur durch einen Wink des Schicksals trifft er auf einen Professor, der ihm noch eine Chance verschafft. Doch der nahende Krieg macht auch vor England nicht halt. Ein Krieg, der John Tolkiens Leben und das seiner Freunde für immer verändern wird.

Tolkien Review Szenenbild001Meinung:

Hatte ich dieses Jahr schon so einige biografische Filme auf dem Tisch, so ist dieser mit einer der ungewöhnlichsten. Regisseur Dome Karukoski zeigt uns mit „Tolkien“ die Jugend-Jahre des britischen Autors J. R. R. Tolkien. Neben dem biografischen Teil, erweckt Karukoski Tolkiens Gedanken bildgewaltig und imposant zum Leben. Dabei ist der Wiedererkennungswert zu Büchern und Filmen durchaus bewusst gewählt.

Die Inszenierung Karukoski bleibt derweil durchweg sehr einfühlsam, selbst bei den gezeigten Szenen im Schützengraben, bei der Schlacht in „Somme“. Das Hauptaugenmerk des Films liegt dreigeteilt auf Tolkiens Vorliebe für Sprachen, Mythen und Geschichten, der fast unzerbrechbaren Freundschaft zu seinen Mitschülern Robert, Christopher und Geoffrey sowie seiner Liebe zu Edith. Dabei erhält jeder Teil die gleiche Aufmerksamkeit, was das Gesamtwerk sehr ausgewogen wirken lässt.

Über allen drei Teilen schwebt immer allgegenwärtig Tolkiens fantasievoller Geist, mit seinen Ideen, Fantasien und Visionen. Diese flechtet Karukoski mit Bildern voller schemenhaften Figuren in den Film ein: sah diese Gestalt nicht aus wie ein Ork oder ein anderer wie ein Hobbit? Der Baum, der seinen Schatten in das Fenster wirft, könnte doch ein Ent sein? Reitet über das Schlachtfeld in Somme nicht gerade ein Nazgul? Sind das Flammenwerfer der deutschen oder ist das Smaugs Feuerstrahl? Richtet sich am Horizont etwa gerade Sauron auf?

Tolkien Review Szenenbild002Darstellerisch spielt der gesamte Cast, anfangen mit Nicolas Hoult, durchweg toll auf. Die Chemie zwischen Darstellern und den verkörperten Figuren Tolkien, Edith, seinen Freunden, Pater Morgan, seinem neuen Mentor und seinem „Kriegsbegleiter“ Sam (ein Schelm wer an Samweis Gamdschie denkt), funktioniert überaus gut. Die eingesetzten Effekte und die Optik des Films, sei es das Setting, die Kostüme, die Frisuren, sind hervorragend der Zeit angepasst worden. Obwohl kein epischer Fantasiefilm, wurde dennoch eine passende Musikuntermalung geschaffen, welche den Spagat zwischen diesem biografischen, als auch zu den bekannten Buchverfilmungen wunderbar hinbekommen hat. Ein sehr schöner Score, den man auch fernab des Films genießen kann.

Wer nun einen Film mit epischen Bildern und tiefgründiger Geschichte, im Stil der Herr der Ringe Verfilmungen erwartet hat, den muss ich enttäuschen. Es geht auch nicht um Erklärungen zur Figurenfindung von Frodo, Gandalf oder Sauron oder epischer Schlachten und auch der Trailer vermittelt ebenfalls einen falschen Eindruck. Wir bekommen in erster Linie einen Einblick über die Jungend-Jahre eines sehr begabten Autors, mit einer Passion für Sprachen und Mythen sowie einem Talent, daraus Geschichten zu erschaffen. Der Film ist ruhig, einfühlsam und emotional inszeniert und sicherlich nicht jedermanns Geschmack. John Tolkien befindet sich noch auf einer Art Selbstfindungsweg, für sich, sein Leben und seine Geschichten, alles muss sich noch ordnen, finden und von ihm verarbeitet werden. Auf diesem Lebensabschnitt des jungen Autors darf ihn der Zuschauer begleiten und einen Einblick in das Leben des Menschen John Ronald Reuel Tolkien gewinnen.

Tolkien Review Szenenbild003Der Film „Tolkien“ hinterlässt beim Publikum und in Kritikerkreisen einen zwiespältigen Eindruck, was zum Teil auch an der Inszenierung mit den fantasievollen Bildern liegt. Vorab, mir hat der Film sehr gut gefallen und das, obwohl er sicherlich nicht das Meisterwerk schlechthin ist. Dennoch ist es ein wirklich sehenswerter Film geworden, welchen ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Warum, das möchte ich kurz versuchen zu erklären. Der Film handelt von einem Sprach- und Literatur Professor der Oxford Universität, der für zwei große Fantasie Romane und nur für diese bekannt ist, Punkt. Mehr Außergewöhnliches oder Interessantes gibt es zu dieser Person nicht zu erzählen. Nun stellt sich die Frage, wie erzählt man eine interessante Geschichte rund um eine Person, die für nicht viel mehr, als das Genannte bekannt ist? Dabei gingen die Autoren und der Regisseur meiner Meinung nach ziemlich clever vor. Diese entwarfen außergewöhnliche Bilder, welche die Gedanken, Fantasien und Visionen rund um den Autor für den Zuschauer sichtbar und lebendig machen. So hat es Karukoski geschafft, die Figur hinter den Romanen für jeden interessant werden zu lassen, ohne dabei einen Film im BioPic-Dokumentarstil drehen zu müssen.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Bild:

Das Bild ist durchweg sehr gut, die Schärfe, die Farbgebung, die hell / dunkel Kontraste und auch am Schwarzwert gibt es nicht zu bemängeln. Dennoch wirkt der Film manchmal weichgezeichnet, dies liegt aber an den eingesetzten Stilmitteln, die für die visionären Augenblicke Tolkiens eingesetzt werden. Dies wirkt aber nie störend, sondern unterstützt den fantasievollen Look des Films.

Tolkien Review Szenenbild004Ton:

Am Ton, der in 5.1 DTS vorliegt, habe ich ebenfalls nichts zu bemängeln. Dabei ist dieser genrebedingt sehr dialoglastig und diese sind auch durchweg gut verständlich. Auch wenn der Surroundsound etwas aufdreht und das Wohnzimmer mit Kriegsgeräuschen oder einer Oper beschallt. Diese wenigen Momente kommen dann aber auch druck- und kraftvoll in den Raum. Mit Dolby Atmos wäre es aber wohl noch besser geworden.

Extras:

• Entfallene Szenen
• Featurette
• Audiokommentar von Dome Karukoski
• Bildergalerie

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

(Marc Maurer)

©Bilder, Trailer und Medium zur Verfügung gestellt von 20th Century Fox – Alle Rechte vorbehalten.

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Ein Film, der mit außergewöhnlichen Bildern, welche die Gedanken, Fantasien und Visionen rund um den Autor für den Zuschauer sichtbar und lebendig macht.

  • Story 8
  • Bild 9
  • Ton 9
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Summary
8.7 Awesome

Discussion1 Kommentar

  1. Avatar

    Danke für das tolle Review Marc, nun habe ich mir den auch zugelegt.
    Meine Frau und ich freuen uns auf die Sichtung..

Kommentare

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