Das Wunder von Wörgl: Eine Geschichte, die Mut macht
Inmitten der düsteren Zeiten der Weltwirtschaftskrise, als Arbeitslosigkeit und Armut die Menschen in Europa lähmten, erstrahlte ein Hoffnungsschimmer in einem kleinen österreichischen Dorf: Wörgl. Der Film „Das Wunder von Wörgl“ erzählt die wahre und inspirierende Geschichte einer Gemeinde, die sich nicht mit dem Elend abfinden wollte und mit einem mutigen Experiment den Weg aus der Krise fand. Es ist eine Geschichte von Gemeinschaft, Zusammenhalt und dem unerschütterlichen Glauben an die eigene Kraft – eine Geschichte, die uns auch heute noch viel zu sagen hat.
Die Ausgangslage: Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit
Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre hatte Österreich fest im Griff. Die Arbeitslosigkeit stieg rasant, die Menschen verarmten, und die politische Lage war angespannt. Auch in Wörgl, einem beschaulichen Dorf in Tirol, herrschte Not. Bürgermeister Michael Unterguggenberger, ein Mann mit visionären Ideen und einem großen Herzen, sah die Verzweiflung seiner Mitbürger und suchte nach einem Ausweg.
Unterguggenberger erkannte, dass das Problem nicht in einem Mangel an Ressourcen lag, sondern in einem Mangel an Geldumlauf. Das vorhandene Geld versickerte, wurde gehortet und stand nicht mehr für Investitionen und Konsum zur Verfügung. Dies führte zu einem Teufelskreis aus sinkender Nachfrage, Produktionsstillstand und steigender Arbeitslosigkeit.
Die Idee: Schwundgeld als Lösung
Inspiriert von den Theorien des deutschen Wirtschaftstheoretikers Silvio Gesell entwickelte Unterguggenberger eine revolutionäre Idee: die Einführung von sogenanntem „Schwundgeld“. Dieses Geld sollte monatlich an Wert verlieren, um die Menschen zu motivieren, es schnell auszugeben, anstatt es zu horten. Ziel war es, den Geldumlauf anzukurbeln und die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.
Der Gemeinderat von Wörgl stimmte dem mutigen Experiment zu, und so wurde im Juli 1932 das „Wörgler Arbeitsbestätigungszertifikat“, kurz „Wörgler Schwundgeld“, eingeführt. Die Bürger konnten Schillinge gegen Wörgler Schwundgeld eintauschen, und dieses wurde von den lokalen Unternehmen und Geschäften als Zahlungsmittel akzeptiert.
Das Experiment: Ein voller Erfolg
Das „Wörgler Schwundgeld“ entfaltete seine Wirkung rasch. Die Menschen gaben ihr Geld aus, die Unternehmen investierten, und neue Arbeitsplätze entstanden. Die Arbeitslosigkeit sank dramatisch, und Wörgl erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, während andere Gemeinden in Österreich weiterhin unter der Krise litten.
Mit dem Wörgler Schwundgeld wurden Projekte finanziert, die zuvor unmöglich erschienen: der Bau einer neuen Brücke, die Sanierung von Straßen und die Errichtung eines Altersheims. Die Lebensqualität der Menschen in Wörgl verbesserte sich spürbar, und die Gemeinde wurde zu einem Vorbild für andere Orte in Europa und sogar in den USA.
Der Erfolg des Wörgler Experiments sprach sich schnell herum. Bürgermeister Unterguggenberger erhielt Anfragen aus aller Welt, und Journalisten und Wirtschaftsexperten reisten nach Wörgl, um sich selbst ein Bild von dem „Wunder von Wörgl“ zu machen.
Der Widerstand: Das Ende des Experiments
Doch der Erfolg des Wörgler Schwundgeldes blieb nicht unumstritten. Die österreichische Nationalbank sah in dem Experiment eine Bedrohung ihrer Geldhoheit und klagte die Gemeinde Wörgl. Nach einem langen Rechtsstreit wurde das „Wörgler Schwundgeld“ im September 1933 durch ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs verboten.
Obwohl das Experiment nur kurz währte, hinterließ es einen bleibenden Eindruck. Es zeigte, dass es möglich ist, durch innovative Ideen und gemeinschaftliches Handeln eine Wirtschaftskrise zu überwinden. Das „Wunder von Wörgl“ wurde zu einer Legende und inspirierte Menschen auf der ganzen Welt.
Die Verfilmung: Eine bewegende Geschichte
Der Film „Das Wunder von Wörgl“ bringt diese faszinierende Geschichte auf die Leinwand. Er erzählt von den Herausforderungen, vor denen die Menschen in Wörgl standen, von der Entschlossenheit Bürgermeister Unterguggenbergers und von dem Erfolg des „Wörgler Schwundgeldes“. Der Film zeigt aber auch den Widerstand der Nationalbank und das tragische Ende des Experiments.
Der Film ist nicht nur eine historische Dokumentation, sondern auch ein bewegendes Drama über Menschlichkeit, Mut und den Kampf gegen Ungerechtigkeit. Er zeigt, wie wichtig es ist, in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten und an die eigene Kraft zu glauben.
Die Darsteller: Authentizität und Glaubwürdigkeit
Die Schauspieler in „Das Wunder von Wörgl“ verkörpern ihre Rollen mit großer Authentizität und Glaubwürdigkeit. Karl Markovics spielt den Bürgermeister Michael Unterguggenberger mit großer Leidenschaft und Überzeugung. Er verleiht der Figur eine menschliche Tiefe und macht sie zu einem Identifikationspunkt für den Zuschauer. Die weiteren Rollen sind ebenfalls hervorragend besetzt, und das Ensemble überzeugt durch sein Zusammenspiel.
Die Botschaft: Inspiration für die Zukunft
„Das Wunder von Wörgl“ ist mehr als nur ein Film. Er ist eine Inspiration für uns alle. Er zeigt, dass es möglich ist, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen einen Ausweg zu finden. Er erinnert uns daran, wie wichtig Gemeinschaft, Zusammenhalt und der Glaube an die eigene Kraft sind.
Die Geschichte von Wörgl ist auch heute noch relevant. In einer Zeit, in der die Welt vor großen Herausforderungen steht, wie Klimawandel, soziale Ungleichheit und Wirtschaftskrisen, können wir von dem „Wunder von Wörgl“ lernen. Es zeigt uns, dass wir gemeinsam etwas bewegen können, wenn wir bereit sind, neue Wege zu gehen und uns für eine bessere Zukunft einzusetzen.
Die Kritik: Ein wichtiger Film
„Das Wunder von Wörgl“ wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen gelobt. Der Film wurde für seine packende Geschichte, seine authentische Darstellung und seine inspirierende Botschaft ausgezeichnet. Er wurde auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt und erhielt mehrere Preise.
Viele Kritiker lobten vor allem die schauspielerischen Leistungen, die Regie und das Drehbuch. Der Film sei ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte der Weltwirtschaftskrise und ein Plädoyer für mehr soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Innovation.
Fazit: Ein Film, der bewegt und inspiriert
„Das Wunder von Wörgl“ ist ein Film, den man gesehen haben muss. Er ist ein bewegendes Drama, eine historische Dokumentation und eine Inspiration für die Zukunft. Er erzählt eine Geschichte, die Mut macht und uns daran erinnert, dass wir gemeinsam etwas bewegen können. Ein Film, der lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt.
Weitere Informationen zum Film
Kategorie | Information |
---|---|
Regie | Urs Egger |
Hauptdarsteller | Karl Markovics, Verena Altenberger, Gerhard Liebmann |
Erscheinungsjahr | 2018 |
Genre | Drama, Historie |
Land | Österreich, Deutschland |
Interessante Fakten über das „Wörgler Schwundgeld“
- Das Schwundgeld verlor monatlich 1% seines Wertes.
- Es wurde von über 100 Unternehmen und Geschäften in Wörgl akzeptiert.
- Die Umlaufgeschwindigkeit des Schwundgeldes war 12 Mal höher als die des Schilling.
- Die Arbeitslosigkeit in Wörgl sank um 25% während des Experiments.
- Das Experiment dauerte nur 14 Monate.
Wir hoffen, diese umfangreiche Filmbeschreibung hat Ihnen einen guten Einblick in „Das Wunder von Wörgl“ gegeben. Schauen Sie sich diesen inspirierenden Film an und lassen Sie sich von der Geschichte einer Gemeinde, die sich nicht mit dem Elend abgefunden hat, berühren!