A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando – Blu-ray Review | Walt Disney Company | 05.12.2019

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„Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter! Hollywoods Lieblingsspielzeugfiguren melden sich zurück!“

A Toy Story Alles hört auf kein Kommando Film 2019 Shop kaufenWer hätte 1995 bzw. 1996 erahnen können, welchen Hype Pixars (mittlerweile Disney/Pixar) erster vollständig am Computer erstellter Langfilm auslöst? Der von John Lasseter inszenierte „Toy Story“ erhielt einen Sonder-Oscar für den ersten computeranimierten Spielfilm, danach folgte eine riesen Merchandise-Welle, der die hiesigen Kinderzimmer mit noch mehr Spielzeug „bereicherte“ und schließlich erschienen bis dato drei erfolgreiche Nachfolger.

Der aktuellste Teil, „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ (im englischen Original noch schlicht „Toy Story 4“) lief heuer im Sommer in den heimischen Kinos und erhält nun, rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest, seine DVD-, Blu-ray- und Blu-ray-3D Auswertung.

Warum der Film, der weltweit über eine Milliarde Dollar einspielte, bei uns nicht auch einfach „Toy Story 4“ heißen kann, wissen vermutlich nur einige hochqualifizierte Marketing-Leute aus dem Hause Disney. Wie sich der Animationsstreifen und die uns von Disney zur Verfügung gestellte Blu-ray aber im Test so schlägt, das kann die Filme.de Redaktion auf alle Fälle schon einmal verraten…

A Toy Story 4 Review SzenenbildStory:

Die Spielzeuge haben ein neues Zuhause bei Bonnie gefunden. Sie legen sich ins Zeug, um Bonnie eine möglichst schöne Kindheit zu bescheren und alles ist vorerst ganz gewöhnlich. Das ändert sich, als mit Forky ein neuer Spielkamerad auftaucht. Er fühlt sich gar nicht als Spielzeug und ist in Wahrheit auch eher eine Mischung aus Besteck und Alltagsgegenständen. Wenn er sich in etwas sicher ist, dann in seiner Überzeugung, für mehr bestimmt zu sein. Das führt zu einem unvergleichlichen Abenteuer, bei dem die Freunde etwa auch dem vorlauten Duo Ducky und Bunny begegnen. Vor allem aber realisieren sie, dass die Welt wesentlich größer ist, als sie es sich als Spielzeug jemals vorgestellt hätten.

Das Studio rund um Disney/Pixar schaffte es bisher in so gut wie jedem ihrer Filme, den Zuschauer mit einem sentimentalen Aufhänger an die Story zu binden. In den ersten drei „Toy Story“ – Filmen war dieser Aufhänger die Beziehung zwischen den Spielsachen und ihre Bindung zu Andy, das Kind, das mit der Filmreihe mit wuchs.

Diese Erzählweise und Art der Beziehung zur neuen Besitzerin, der jungen und fast hilflosen Bonnie nun zu wiederholen, wäre einfach zu plump und eines Pixar-Studios definitiv nicht würdig gewesen.

So kommt es dann auch, dass Woody und Co. mit Forky, einer Mischung aus Gabel und Pfeifenreiniger, die Plüschkumpels Ducky und Bunny, dem coolen Stuntman Duke Caboom und der ungeliebten Puppe des Antiquitätenladens und „Herrin des Terrors“ Gabby Gabby mitsamt ihren Leibwächtern neues Spielzeug kennenlernen. Neue und alte Gefährten gilt es nun zu unterstützen, um Hilfe zu bitten und die neue Bedrohung, die gleichzeitig eine spannende Entführung mit sich zieht, zu bewältigen. Natürlich alles äußerst humorvoll und kindgerecht präsentiert, versteht sich.

A Toy Story 4 Review SzenenbildTrotz des gut einbezogenen Humors ist „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ der vielleicht tiefgründigste Teil von allen: Das fängt schon bei Woody an, der dank Bonnies Vernachlässigung in eine Vertrauenskrise rutscht. Aber auch der wortkarge Forky wirft heikle und existenzielle Fragen wie „Bin ich ein Spielzeug oder nur Müll?“ in den Raum. Das spiegelt Ideen wider, die in der Filmreihe widerhallen. Was ist ein Spielzeug? Was ist ein Spielzeug ohne die Liebe eines Kindes? Warum lebe ich? Dieselbe Frage beschäftigt Woody, der sich dadurch ratlos fühlt. Wenn Bonnie schließlich nicht mit ihm spielt, ist er nicht Teil ihrer Vorstellungskraft bzw. ihres Seins.

Keine Sorge, das liest sich jetzt vielleicht melancholischer und philosophischer als es letztendlich ist. Der neueste Toy Story Ableger bietet gewohnt gut getimte Gags und massig Humor für Jung und Alt, eine spannende, herzerwärmende und tiefgründige Story, gelungene Charakter-Entwicklungen und last but not least, eine fast schon „Disney-typische“ Optik zum Hinknien.

Eines muss man Disney lassen: die Erschaffung bildgewaltiger Welten beherrschen sie und schütteln diese fast wie von selbst aus den Ärmeln. Seit fast einem Vierteljahrhundert, sprich seit Beginn der Toy Story – Reihe, wurden Pixars Animationsfilme komplexer und die Welten noch lebensechter. Die grafischen Details und die räumlichen Dimensionen sind ein echter Wow-Faktor und erreichen auch im vierten Teil eine fast fotorealistische Qualität. Jeder Schauplatz überschlägt sich mit Unmengen an Details und stimmigen Farben, sei es Bonnies kühl gehaltener Kindergarten, der sonnige Spielplatz von Porzellinchen oder der Antiquitätenladen, der mit gut platzierten Licht- und Schatteneffekten nicht unheimlicher hätte ausfallen können.

Klar, ein paar Längen in der doch recht vorhersehbaren Story und ein zu abruptes Ende sind definitiv nicht von der Hand zu weisen, allerdings wäre dies Meckern auf hohem Niveau. Der Film bietet genau das, was man sich 2019 von einem Disney/Pixar-Film erwartet – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

A Toy Story 4 Review SzenenbildDas Franchise hat sich in den letzten 25 Jahren immer wieder neu erfunden und selbst Toy Story-Veteranen fühlen sich beim Intro-Song „You´ve got a friend in me“ von Thomas Newman wieder wehmütig in die Vergangenheit zurückversetzt, in dem Spielzeugläden noch einen Hauch von Magie und Wunder ausstrahlten.

Woody, Buzz, Forky, Porzellinchen und wie sie alle heißen mögen, bescheren den Zuschauern auch in den 100 Minuten des vierten Teils eine kurzweilige herzerwärmende „Spielzeug-Geschichte“, die nun (eventuell) ihren endgültigen Abschluss erhalten hat.

Bild:

Wie weiter oben schon beschrieben und bei einem aktuellen Animationsfilm, vor allem aus dem Hause Disney, nicht anders zu erwarten, macht das Bild im Ansichtsverhältnis 2,39:1 eine hervorragende Figur und bietet bei hohem Detailgrad ein angenehm scharfes Full-HD-Erlebnis.

Kein Wunder, denn schließlich wurde der Film allem Anschein nach über ein 4K Digital Intermediate gemastert. (Quelle: IMDb) Äußerst schade, dass bei so guten Voraussetzungen für den deutschen Heimkino-Markt keine native 4K UHD Disc erstellt wurde, während andere Länder in den Genuss selbiger kommen.

Sei´s drum, auch die „normale“ Blu-ray Disc bietet Referenzwerte en masse: der Schwarzwert ist tadellos und bietet bei sattem Schwarz dennoch genug Details in den dunklen Szenen, der Kontrast wurde ausgewogen eingestellt, die bunte Farbpalette zeigt sich gesättigt und das Bild erscheint bereits auf der 2D Blu-Ray äußerst plastisch.

Viel besser kann ein Animationsfilm momentan nicht mehr aussehen – daher bekommt „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ ohne Wenn und Aber die volle Punktzahl für die Bildqualität spendiert.

A Toy Story 4 Review SzenenbildTon:

  • Deutsch Dolby Digital Plus 7.1
  • Englisch DTS-HD MA 7.1
  • Englisch DTS-HD HR 5.1
  • Englisch (Hörfilmfassung) DD 2.0
  • Italienisch Dolby Digital Plus 7.1

Beim deutschen Ton musste sich der „Maus-Konzern“ in letzter Zeit schon ein paar Mal etwas Kritik (z.B. bei Marvels Black Panther) über sich ergehen lassen. Das lag primär an den datenreduzierten Kodierungen (DD+), die unter Umständen zu mangelnder Dynamik führten.

Beim Ton von „Toy Story 4“ darf aber wieder Entwarnung gegeben werden. Auch wenn die Dynamik nicht ganz an den englischen Original DTS-HD-Ton herankommt, braucht sich der deutsche DD+ 7.1 Ton nicht zu verstecken. Die Dialoge werden glasklar wiedergegeben, der Score verteilt sich schön auf alle Speaker und auch der Subwoofer darf schon beim Gewitter in Minute 1 und bei den wenigen Action-Szenen zeigen, was er kann. Nicht zu vergessen die Rears, die ebenfalls eine schöne direktionale Dynamik an den Tag legen dürfen.

Insgesamt ist Teil 4 nicht der actionreichste Pixar-Film, vergleicht man ihn z.B. mit den Fortsetzungen von den Incredibles oder Ralph Reichts. Der Sound bewegt sich dennoch im oberen Durchschnitt und dürfte jedes Heimkino zufriedenstellen – auch wenn es nicht sonderlich gefordert wird.

Sherriff Woody und Co. werden wieder von den gewohnten deutschen Synchronsprechern eingesprochen, die man bereits aus Teil 3 kennt. Unter anderem Michael „Bully“ Herbig als Woody oder Walter von Hauff als Buzz. Neu hinzugekommen ist z.B. Fanta 4´s Michi Beck als Duke Caboom, der in der Originalfassung von Keanu „you´re breathtaking“ Reeves eingesprochen wurde.

A Toy Story 4 Review SzenenbildExtras:

  • Porzellinchen ganz neu (6:21 Minuten)
  • Toy Stories (5:38 Minuten)
  • Audiokommentar mit Regisseur Josh Cooley & Produzent Mark Nielsen

Sehr interessant gestaltet sich für Cineasten sicherlich der Audiokommentar, in dem Pixar-Interne Running Gags genannt werden und warum man überhaupt einen vierten Teil produzieren musste.

Ansonsten wird noch ein Potpourri aus kurzen Clips, Interviews und Trailern („Onward – Keine halben Sachen“ und „Die Eiskönigin 2“) angeboten. Ganz nett – mehr aber auch nicht.

Achja, unter der Sprachauswahl lässt sich zusätzlich ein so genannter „Maximizer“ auswählen. Dabei handelt es sich um ein Bild- und Ton-Einstellungs-Programm, bei dem man Helligkeit, Kontrast, Ton, usw. optimal anpassen kann. An die Burosch-Testbilder kommt das Gimmik zwar nicht heran, erwähnenswert ist es aber dennoch.

An ein Wendecover ohne FSK 0 Siegel wurde leider verzichtet.

A Toy Story 4 Review SzenenbildFazit:

A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ ist ein optischer Leckerbissen, an dem sich zukünftige Animationsfilme messen werden müssen. Pixar erschuf wieder einmal eine bildgewaltige und unterhaltsame Welt, die seinesgleichen sucht.

Der Ton hinkt mit seiner komprimierten Codierung zwar aktuellen Konkurrenten etwas hinterher, hört sich aber dennoch alles andere als schlecht an.

Auch der vierte Teil der „Toy Story“-Reihe ist mehr als nur ein lauer Aufguss, bietet er doch wieder wegen seiner spannenden Geschichte kurzweiligen Animationsspaß für Jung und Alt – Charakterentwicklungen und existenzielle Fragen inklusive!

Testgeräte:

TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-700
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Lautsprecher: Teufel Motiv 6 (5.1)
Atmos Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

(Alexander Gabler)

©Bilder und Trailer Walt Disney Company – Alle Rechte vorbehalten!

 

 

„A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ ist ein optischer Leckerbissen, an dem sich zukünftige Animationsfilme messen werden müssen.

  • Story 8
  • Bild 10
  • Ton 8
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Summary
8.7 Sehr Gut

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