Schlacht in den Ardennen – Blu-ray Review | Sony Pictures Entertainment | Tiberius Film | 23.11.2019

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1944 Schlacht in den Ardennen BD CoverDie Ardennenoffensive, deutscher Deckname Unternehmen „Wacht am Rhein“, war ein Versuch der deutschen Streitkräfte, den westalliierten Armeen eine große Niederlage zuzufügen und den Hafen von Antwerpen zurückzuerobern. Ohne den Hafen hätten die Alliierten nicht die Nachschubmengen anlanden können, die sie für ihren weiteren Vormarsch brauchten. (Quelle: Wikipiedia)

Passend zum aktuellen 75. Jubiläum der Ardennen-Offensive von 1944 erscheint Anfang Dezember über Tiberius Film und im Vertrieb von Sony Pictures Home Entertainment die gleichnamige Verfilmung zur historischen Schlacht in Belgien auf DVD und Blu-ray Disc.

Schauen wir einmal, was die Blu-ray, die im herkömmlichen HD Keep-Case daherkommt, so zu bieten hat…

Story:

Es geschah an Weihnachten 1944. Die deutsche Wehrmacht startet einen letzten, verzweifelten Stoß gegen die angreifenden Alliierten. US-Lieutenant Cappa und seine Einheit werden angewiesen, einen strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt gegen die deutschen Angreifer zu halten. Lt. Cappa und seine Männer dürfen in dieser Schlacht nicht ihren Glauben und ihre Stärke verlieren, um in diesem epischen Kampf gegen ihren Feind bestehen zu können.

„Schlacht in den Ardennen“ (im Original: „Battle of the Bulge: Wunderland“), die legendäre historische Schlacht in Belgien, entstand unter der Regie von Steven Luke („War Pigs“, „Zombies! Überlebe die Untoten“). In seinem Langfilmdebüt übernahm er neben dem legendären Tom Berenger („Platoon“, „Inception“) auch gleich die Hauptrolle als Lieutenant Cappa. Langfilmdebüt daher, weil der Film auf Luke´s Kurzfilm „Wunderland“ von 2013 fußt.

1944 Schlacht in den Ardennen Review Szenenbild001Wenn man sich „Schlacht in den Ardennen“ angesehen hat, wünscht man sich als Zuschauer tatsächlich, dass es bei einem Kurzfilm geblieben wäre, denn der Kriegsfilm, der ausschließlich in einem 1,6 Hektar großen Waldstück in Minnesota gedreht wurde, offenbart in jeder Szene seine Low Budget Herkunft.

Wer hier ein spannendes oder gar episches Kriegsspektakel erwartet, wird leider extrem enttäuscht werden. Die Dialoge ziehen sich wie Kaugummi und selbst die Story kommt nur müßig in Gang. Der Film schafft es leider zu keiner Zeit eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, eine Bindung untereinander zu schaffen, die Angst der Truppen vor der Schlacht zu vermitteln, geschweige denn irgendeinen gefährlichen Angriff, der mit klassischer Action aufgepeppt wird, zu integrieren.

Dass jeder Schuss, jeder Treffer ja sogar jede Schneeflocke unentwegt als billiger CGI-Effekt hervorsticht, verpasst dem Film den endgültigen Gnadenstoß.

Ach ja, dass die Wehrmachtssoldaten, wie so oft, nur als eindimensionale und strohdumme Scheusale dargestellt werden, unterstreicht einmal mehr den Anspruch von „Schlacht in den Ardennen“ an sich selbst.

Wie sich Tom Berenger für diesen Auftritt überreden lassen konnte, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.

1944 Schlacht in den Ardennen Review Szenenbild003Immerhin sind, wie ich in Erfahrung bringen konnte, alle Waffen und Kostüme der Darsteller detailgetreu den Originalen von 1944 nachempfunden. Da dies keine Selbstverständlichkeit in heutigen Kriegsfilmen darstellt, kann man diesen positiven Punkt des Filmes ohne weiteres hervorheben.

PS: Für den Film selbst kann man eigentlich zwei Laufzeitangaben nennen, denn wenn der Film und dessen Abspann nach ca. 85 Minuten endet, werden noch für ca. 10 Minuten Name, Rang, Einheit und Tätigkeit einiger Alliierten eingeblendet, um deren Einsatz Tribut zu zollen.

Bild:

Das Bild, das im Ansichtsverhältnis 2,40:1 auf der Disc landete, ist gar nicht so einfach zu bewerten: auf der einen Seite ist eine solide Schärfe mit ordentlichen Kontrastwerten gegeben, auf der anderen Seite werden dann genau diese Werte unter Einsatz von einigen Filtern wieder entschärft. Da dies ein bewusst integriertes Stilmittel ist, soll es in dieser Review auch nicht negativ bewertet werden. Texturen lassen sich vor allem in den Close-Ups sehr gut ausmachen.

Der Schwarzwert ist sehr gut eingestellt und verschluckt auch in dunklen Szenen keine Details. Die Farben wurden passend und trist in erdigen Grün- und Brauntönen gehalten. Insgesamt ein gelungenes HD Bild, das aufgrund verschiedenster Filter unterschiedlich aufgefasst werden kann.

1944 Schlacht in den Ardennen Review Szenenbild004Ton:

  • Deutsch DTS-HD MA 5.1
  • Englisch DTS-HD MA 5.1

Sowohl der englische als auch der deutsche Ton wurden in DTS-HD MA 5.1 inklusive deutschen Untertiteln auf die Disc gepackt. Leider ist der Sound für einen Kriegsfilm unerwartet frontlastig. Das liegt zum einen darin, dass sehr viele Dialoge stattfinden und zum anderen daran, dass die hinteren Kanäle lediglich während den wenigen Schießereien direktional abliefern. Da die Dialoge leider von Synchronsprecher-Novizen eingesprochen wurden, fällt es dem Zuschauer noch schwerer, nicht aus der Atmosphäre gerissen zu werden.

Immerhin klingen Waffengeräusche sehr realistisch und kraftvoll, lediglich das Trefferfeedback hätte druckvoller sein dürfen.

Der Score von Komponist Harrison Mountan verteilt sich dezent auf alle Kanäle und nimmt nie überhand. Die Synchronisation entstand bei Legendary Units GmbH unter der Regie von Frank Gala.

Extras:

Bis auf ein Wendecover ohne FSK 12 Siegel und vier weitere themenähnliche Trailer aus dem Hause Tiberius Film sind leider keine zusätzlichen Bonusinhalte zu finden.

Trailershow:

  • „Rogue Warfare – Der Feind“
  • „Höre die Stille“
  • „T-34: Das Duell“
  • „Sommer 1943“

Fazit:

Bildtechnisch kann man, bis auf einige ungünstig gewählte Farbfilter wenig aussetzen und von einem gelungenen HD Bild sprechen. Top Schärfe- und Schwarzwerte lassen den Film plastisch wirken. Der Ton ist gerade noch solide aber leider sehr frontlastig abgemischt und verspielt so wertvolle Punkte.

 „Schlacht in den Ardennen“ ist ein zahmes Low Budget B-Movie, das zu keiner Zeit den Geschehnissen der historischen Schlacht von 1944 in Belgien gerecht wird. Finger weg – es sei denn man braucht wirklich jeden Film über den 2. Weltkrieg in seiner Sammlung.

(Alexander Gabler)

©Bilder und Trailer Sony Pictures Entertainment/Tiberius Film – Alle Rechte vorbehalten!

Testgeräte:

TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-700
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Lautsprecher: Teufel Motiv 6 (5.1)
Atmos Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

 

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  • Ton 7
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6.0 Befriedigend

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