1917 – DVD Review | Universal Pictures | 03.06.2020

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1917 Film News Review Kritik Kaufen ShopStory:

Während des Ersten Weltkrieges im britischen Gebiet im Norden von Frankreich erhalten zwei Soldaten einen gefährlichen Befehl. Sie sollen Colonel Mackenzie schnellstens eine Nachricht überbringen. Dieser plant einen Angriff auf die Deutschen im Glauben, dass sie sich auf dem Rückzug befinden. Doch es handelt sich lediglich um eine List der Deutschen und die Männer um Mackenzie würden in eine tödliche Falle laufen. Somit begeben sie Will Schofield und Tom Blake auf dem Weg zu Colonel Mackenzie, einen gefährlichen Weg, wie beide sehr schnell feststellen.

Eindruck:

Der Regisseur Sam Mendes ist bekannt für seine eindrucksvollen wie abwechslungsreichen Filme. Er lässt sich kaum in eine Schublade stecken. Mit Filmen wie „American Beauty“, „Road to Perdition“, „Jarhead“ oder „James Bond: Skyfall“ stellte Mendes dieses imponierend unter Beweis.

„1917“ bringt den Zuschauer zurück in den Ersten Weltkrieg, kann Sam Mendes auch mit diesem Thema die Zuschauer begeistern?

1917 Film News Review Kritik Kaufen ShopMit etwas Vorbehalt kann ich es mit Ja beantworten, selbst wenn man Kriegsfilmen eher abgeneigt ist, sollte man „1917“ absolut eine Chance geben. Ein Grund ist die spektakuläre Inszenierung, bei der man als Zuschauer die beiden Soldaten in Echtzeit begleitet. Unter Kennern ist diese Herangehensweise als One-Cut-Film oder auch One Shot bekannt, wodurch der Eindruck entsteht, als ob der Film in einem Stück beziehungsweise ohne Schnitt entstanden ist. Das Thema ist sicherlich nicht neu, jedoch setzt Sam Mendes hier eine hervorstechende Bestmarke, an denen sich zukünftige Filme mit diesem Verfahren enorm etwas einfallen lassen müssen. Denn hier entsteht fast eine 4. Dimension, der Zuschauer bekommt das intensive Gefühl vermittelt, er folge den beiden Soldaten auf ihren beschwerlichen Weg.

Dazu gesellt sich das authentische Setting und Kulisse, die einen wahrlich in das Jahr 1917 zurückkatapultieren. Angefangen beim Gang durch den Schützengraben, über die Ruinen und Kraterfeldern auf ihrem Weg, sieht alles sehr realistisch aus.

Das Sam Mendes für „1917“ auf zwei eher unbekanntere Darsteller setzt, gefällt ebenfalls. George MacKay (Will Schofield) und Dean-Charles Chapman (Tom Blake) spielen ihren Part mehr als ordentlich, mit Benedict Cumberbatch, Colin Firth und auch Mark Strong bekommen sie prominente Kollegen an die Seite gestellt, welche aber ein Cameo-Auftritt-Niveau besitzen, mit überschaubarer Spielzeit.

1917 Film News Review Kritik Kaufen ShopFazit:

„1917“ ist nicht nur Dank des One Shot Verfahren ein visueller Genuss, der ganze Film ist bildgewaltig inszeniert. Der Weg der beiden durch die teils verwüsteten Landschaften ist, wie gesagt, dank eindrucksvoller Kulisse, imposant eingefangen. Aber „1917“ hinterließ bei mir auch einen Beigeschmack, die Story ist nicht annähernd so packend wie das beeindruckende Bild. Ist man anfänglich noch von dem One Shot Verfahren fasziniert, gerade am Anfang bei dem endlos erscheinenden Gang durch den Schützengraben, so schnell gewöhnt man sich auch daran und hofft auf eine mitreißende Story. Diese ist allerdings Fehlanzeige, der Weg von Will Schofield und Tom Blake erinnert bisweilen an einen Spaziergang mit Austausch von Erinnerungen und Wünschen. Man könnte sogar meinen, sie pilgern auf dem Jakobsweg und werden gelegentlich von ein paar Ungläubigen belästigt.

Mir fehlte oftmals der unterschwellige Schrecken des Krieges, nicht, dass ich mir hier pausenlose Action gewünscht hätte, das wäre bei ihrer Mission absolut fehl am Platz. Dennoch mangelt es „1917“ zu häufig an Überraschungsmomenten, es plätschert vieles einfach nur teilweise vor sich hin. Zwischendurch wird es zwar mit den rar gesäten Actionsequenzen ordentlich aufgelockert, es gibt auch durchaus packende, wie bewegende Momente im Film, die für entsprechende Abwechslung sorgen. Doch in der Summe ist es inhaltlich zu zahm, um uns den Schrecken des Krieges und den damit verbunden mühsamen Weg der beiden zu vermitteln.

1917 Film News Review Kritik Kaufen ShopIch mag fraglos etwas ruhig angelegte Filme, wenn sie ergreifend inszeniert sind und einen zunehmend fesseln, ebenso genieße ich die geschliffenen Dialoge darin. Diese sind in „1917“ absolut ordentlich und langweilen keinesfalls, doch es fehlt eben an einer aufregenden Storyline, Tempo und einer guten Portion Dramatik. Die anfänglich prophezeite Tortur der Mission, entpuppt sich überwiegend zu harmlos. Gegen Ende wird es natürlich emotionaler, packender und auch das Tempo zieht etwas an. Doch so richtig überzeugend und versöhnlich ist es für den Zuschauer nicht, dafür mangelte es vorab doch deutlich an einem Spannungsaufbau.

Nun nach all der Kritik, lohnt sich der Film? Ja durchaus, wer sich mit der überschaubaren Story, guten Dialogen und den kargen Actionszenen anfreunden kann, wird zudem mit der optischen Wucht der Bilder belohnt. Wer einen packenden und actionreichen Kriegsfilm erwartet, wohl eher nicht, da hilft auch die brillante Bildersprache wenig. Somit ist „1917“ zwar inhaltlich zu wenig, begeistert aber dennoch dank seiner zwei gut aufspielender Darsteller, starker Kulisse und einen sehr stimmigen Soundtrack. Hauptsächlich aber durch seine außergewöhnliche technische Umsetzung, die einen letztlich in ihren Bann zieht, wenn auch nicht immer über die gesamte Laufzeit.

Bild:

Das Bild der DVD ist überwiegend recht scharf und kontrastreich ausgefallen. In ein paar dunklen Szenen versumpfen allerdings einige Details. Die Farbgebung ist gelungen, teils fahl und kühl wirkend, dann mit oranger oder bräunlicher Note versehen, aber auch mal mit kräftigen Farben, passt es perfekt zu dem Film. Der gute Schwarzwert rundet das ordentliche Bild der DVD ab, hier gibt es nicht viel zu beanstanden.

1917 Film News Review Kritik Kaufen ShopTon:

Zu Testzwecken hatte ich nur die DVD mit der Dolby Digital 5.1 Spur zur Verfügung. Den oscarprämierten Ton hätte ich natürlich gern mit der Dolby Atmos Spur genossen. Doch hier überwiegen die Dialoge und der tolle Soundtrack das Geschehen, die seltenen Actionszenen erscheinen druckvoll, Flieger schwirren von hinten beachtlich über einen hinweg und vermitteln ein mittendrin Gefühl. Explosionen werden vom Subwoofer wirkungsvoll in den Raum geworfen, das macht definitiv Spaß. Doch ein tonales Effektfeuerwerk bietet der Film allerdings nicht, dafür bekommt er einfach zu wenig Gelegenheit.

Extras:

  • Die Schwere der Welt: Sam Mendes
  • Die Alliierten: Die Entstehung von 1917
  • Die Filmmusik von 1917
  • Filmkommentar mit Regisseur/Co-Autor Sam Mendes
  • Filmkommentar mit Kameramann Roger Deakins

Testequipment:

JVC DLA-X35
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

(Hartmut Haake)

©Bilder und Trailer Universal Pictures – Alle Rechte vorbehalten!

 

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  • Story 7
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Discussion4 Kommentare

  1. Mich hat der Film im Kino arg enttäuscht!

    Keine wirkliche Emotion, nichts.

    Das Ding sieht von vorne bis hinten wie geplant aus, der Schrecken des Krieges kommt überhaupt nicht rüber, dafür ist alles zu durchgestylt

    Erneute Sichtung ausgeschlossen!

    Danke für’s Review, Harry & für Deine Zeit und Mühe!

  2. @Peter

    Jetzt steht da DVD, war wohl nur ein Versehen.

    @Hartmut Haake

    Danke für das tolle Review, dieses bestätigt meinen Eindruck von Trailer und Clips. Ein Titel den ich dann nicht wirklich gesehen haben muss. Is halt immer so, wenn man einen Film mit nur einer Effekteinstellung dreht, wird dieser einfach langweilig und es sieht nur nach ner Techdemo aus.

Kommentare

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