Code Vein - PS4 Review | Shift & Bandai Namco Studios

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Code Vein PS4 CoverDas von Shift und Bandai Namco entwickelte Spiel „Code Vein“ wurde 2017 erstmals vorgestellt. Nach mehreren Verschiebungen ist das verspätete Action-Rollenspiel nun endlich erhältlich. Ja, den Vergleich mit FromSoftwares „Dark Souls“ Reihe lassen auch wir uns nicht nehmen. Im Test werfen wir einen Blick auf die PS4 Version und schauen was „Code Vein“ wirklich mit den „Souls“ Spielen gemeinsam hat und wo die Parallelen aufhören.

Bevor „Code Vein“ uns in den Kampf schickt, heißt es zunächst, Charakter zu erstellen. Erschlagen von den Möglichkeiten, das Aussehen meiner Figur zu gestalten, vergeht eine gefühlte Stunde, bis ich mit den Einstellungen zufrieden bin. Nach dem umfangreichen Charaktereditor beginnt das Tutorial. Wer jemals ein 3rd-Person Action Spiel gesteuert hat, wird es hier nicht allzu schwer haben. Standard Steuerungsbelegung mit leichten Angriffen, die in schweren Angriffen münden oder das Halten eines Knopfes für eine aufgeladene Attacke. Ist die Steuerung verinnerlicht, geht es in die Spielwelt und das Abenteuer geht los.

Die Welt ist einer Apokalypse verfallen. Unser eigens benannter Charakter öffnet die Augen und findet sich inmitten städtischer Ruinen wieder, jegliche Erinnerungen sind verschwommen. In „Code Vein“ regiert Blut die Welt, Menschen werden wegen ihres Blutes gejagt und versklavt. Die nach Blut Durstenden sind auf wertvolle Blutperlen aus, welche an geheimnisvollen Blutquellen wachsen. Mit unserer wundersamen Gabe als Wiedergänger hauchen wir den alten Blutquellen neues Leben ein und setzen uns dem Blutdurst entgegen. Als Wiedergänger müssen auch wir regelmäßig Blut zu uns nehmen, um nicht dem Wahnsinn zu verfallen. Wir schließen uns einer geheimen Gruppe von Wiedergängern an, um die Mysterien der Blutperlen zu erforschen und Fragmente unserer verlorenen Erinnerung zurück zu erlangen. „Code Vein“ treibt seine Geschichte anhand von gut inszenierten In-Game Zwischensequenzen voran, wobei die Sprachausgabe besonders punkten kann. Ob man jetzt englisch bevorzugt oder beim japanischen Originalton bleibt, ist jedem selbst überlassen. Deutsche Texte und Untertitel sind jedenfalls vorhanden. Der Plot selbst verfährt sich irgendwann und kann durch zahlreiche Rückblenden und Einführungen von Charakteren etwas verwirrend wirken. Dennoch schafft es das Spiel, eine Interessante Truppe mit dunkler Vergangenheit aufzustellen, die wir nach und nach aufdecken dürfen.

Code Vein PS4 Review Szenenbild001Nennen wir das Kind beim Namen: „Code Vein“ bedient sich vieler Elemente von „Dark Souls“. Der Trend in Richtung „Souls-Like“, wie einige das Subgenre mittlerweile nennen, scheint kein Ende zu nehmen. Zuletzt konnte der kürzlich erschienene Sci-Fi-Horror-Trip „The Surge 2“ eine gute Bewertung bei uns abstauben. So sind auch in „Code Vein“ die stereotypischen „Souls“ Elemente jederzeit Präsent: Sporadische Checkpoints, geduldig gegnerischen Angriffen ausweichen, zum Konter ansetzen, gegen Bossgegner kämpfen und im Level aufsteigen. Das Spiel schlägt in einige Kategorien aber auch andere Wege ein, zum Positiven wie zum Negativen. Positiv hervorzuheben ist die besondere Spielmechanik der Blutcodes. Diese dienen Quasi als jederzeit auswechselbares Klassensystem. Mit den zahlreichen Blutcodes, die im Laufe des Abenteuers gefunden werden, statten wir unseren Charakter mit verschiedenen Werten und Fähigkeiten aus. Mit dem Blutcode des Kämpfers erhöhen wir z.B. die Beständigkeit im Nahkampf und verleihen Stärke-Fähigkeiten mehr Wirkung. Mit dem Blutcode des Rangers erlangen wir Boni im Bereich Verteidigung und spezialisieren uns auf Schusswaffen. An Blutcodes mangelt es nicht, wodurch wir stetig neue finden und ausprobieren können. Hat man eine Fähigkeit eines Blutcodes gemeistert, darf man diese auch mit anderen Klassen benutzen, somit gibt es Spielraum für Kreativität. Die Waffenvielfalt kann zwar nicht mit einem „Dark Souls“ mithalten, bringt aber mit seinen Fünf-Waffen-Typen und verschiedenen Move-Sets genug Abwechslung mit sich.

Code Vein PS4 Review Szenenbild002Das Spielgeschehen selbst kann da in Sachen Abwechslung nicht ganz mithalten. Das Spiel geht auf weite Strecken eher in Richtung Hack and Slash, anders als das große Vorbild, sind die Kämpfe nicht ganz so taktisch wie man anfangs glaubt. Hinzu kommt, dass man stets einen Computergesteuerten Partner an seiner Seite hat. Die Partner können ordentlich austeilen und sogar als Heiler dienen, wenn unsere Energie mal auf null sinken sollte. Das nimmt teilweise die Bedrohlichkeit aus dem Geschehen, da der Partner Gegner ablenkt und wir aus sicherer Entfernung den Rest erledigen. Ganz wichtig an dieser Stelle: Man kann auch ohne Partner losziehen, indem man diesen in der Basis anspricht und die Partnerschaft beendet. Leider verliert man dadurch aber nützliche Teamfähigkeiten, wodurch das Partnersystem nicht ganz durchsichtig ist. „Code Vein“ vernachlässigt aber einen weiteren wichtigen Punkt, der grade die „Souls“ Spiele ausmacht: Das Erkunden und entdecken neuer Areale. Diese verlieren schon früh ihren Reiz, durch belanglose Umgebungen mit matschigen Texturen und schlichten Leveldesign. Man hat selten das Verlangen auf Erkundungstour zu gehen. Schade, denn eigentlich ist das Artdesign gerade für Anime Fans mehr als ansprechend. Charaktere sind toll gezeichnet und strotzen, im Gegensatz zu den Levels, mit Details. Leider hat „Code Vein“ sowohl auf der PS4, als auch auf der PS4 Pro mit einer schwammigen Bildrate zu kämpfen. Besonders bemerkbar macht sich diese bei hohem Gegneraufkommen oder wenn wir durch einen langen Korridor gehen, um den nächsten Levelabschnitt zu erreichen. Für Spieler die gerne Seite an Seite kämpfen, bietet „Code Vein“ auch einen Mehrspieler Modus. Hier dürft ihr in die Welt anderer Spieler reisen und gemeinsam den Boss des jeweiligen Abschnittes bekämpfen. Leider ist dieser Modus auf zwei Spieler beschränkt, wer also mit mehreren Freunden auf Monsterjagd gehen oder die komplette Story gemeinsam erleben wollte, wird enttäuscht. In Sachen Sounddesign und Musikuntermalung lässt sich „Code Vein“ nichts nehmen, bereits im Titelbildschirm bekommen wir einen pompösen Soundtrack geboten. Die Musik wurde vom Studio hervorragend eingespielt und passt zu jeder gegebenen Spielsituation.

Code Vein PS4 Review Szenenbild003Fazit:

„Code Vein“ ist ein interessanter Titel. Die Kombination aus Anime Optik und fordernden Kämpfen à la „Dark Souls“ funktioniert außerordentlich gut. Das herumexperimentieren mit den Blutcodes sorgt für viele abwechslungsreiche Begegnungen. Getragen wird das Ganze mit teilweise klischeehaften Charakteren aber auch ansprechenden Hintergrundgeschichten. Das Kampfsystem kann auf weite Strecken Hack and Slash-ig wirken, ist aber letztlich Geschmackssache. Wer in Action Rollenspielen die Action in den Vordergrund stellt und der Anime Fassade etwas abgewinnen kann, ist mit „Code Vein“ gut aufgehoben.

Pro:

+ Anime Optik
+ interessante Charaktere
+ abwechslungsreiche Blutcodes
+ passender Soundtrack

Contra:

– schwaches Leveldesign
– undurchsichtiges Partner System
– Multiplayer auf Zwei Spieler beschränkt
– matschige Texturen
– schwammige Bildrate

(Sascha Djodaki)

©Bilder und Trailer Shift & Bandai Namco Studios – Alle Rechte vorbehalten!

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7.8 Gut

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