Lost Girls and Love Hotels – Blu-ray Review | Capelight Pictures | 29.01.2021

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Am 15. Januar 2021 kam „Lost Girls and Love Hotels“ auf Blu-ray, DVD und digital in den Handel und wir haben das Review dazu:

Alexandra Daddario hat schon jede Menge Blockbuster-Erfahrungen sammeln können und egal ob im TV oder im Kino, spielte sie in diversen Hits wie z.B. „San Andreas“ oder „True Detektive“ mit. Doch der Weg zum Superstar, ist ihr noch nicht gelungen, auch wenn sie der personifizierte Traum vieler männlicher Zuschauer wurde. Sie sucht sich nicht nur Big Budget Filme aus, sondern taucht auch immer mal wieder in kleineren Filmen auf, die stellenweise sogar sehr unterhaltsam sind.

Ihr neuster Film „Lost Girls and Love Hotels“, gehört zu den kleineren Produktionen und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Cathrine Hanrahan, die hier auch das Drehbuch beisteuerte. Die Frage ist natürlich, verbirgt sich hier eine kleine Indie Perle, oder ist „Lost Girls and Love Hotels“ ein Beweis dafür, warum Alexandra Daddario immer noch nicht in der großen Liga mitspielt? Wir haben den Film für euch getestet und können es euch genau sagen.

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Story:

Die Amerikanerin Margaret lebt in Japan und arbeitet dort tagsüber als Englischlehrerin für Stewardessen. Jeden Abend lässt sie sich dann mit Freunden in einer Bar volllaufen und ist auf der Suche nach Männern, die sie im Bett dominieren. Als sie Kazu, der ein hochrangiges Yakuza Mitglied ist trifft, ist das der Mann, von dem sie immer geträumt hat. Dummerweise ist er bereits einer anderen versprochen. Als er sie schließlich nach einer kleinen wilden Affäre fallen lässt, bricht für Margaret alles zusammen und mehr und mehr läuft sie dem Abgrund entgegen.

Eindruck:

Ohne große Einführung wird man direkt in die Story reingeschmissen und man merkt von der ersten Sekunde an, dass „Lost Girls and Love Hotels“ sehr auf Arthaus getrimmt ist. Sprich extrem ruhig erzählt, ruhige Kamera, wenig Schnitte und auch wenige Dialoge. Vieles läuft in erster Linie über die Bilder, also alles klar darauf ausgelegt, dass man Nominierungen einheimst und weniger, dass es dem Standardpublikum gefällt. Dummerweise fiel der Film bei beiden durch. Ich muss sagen, so schlecht, wie es manchmal heißt, ist der Film nicht. Er will nur mehr, als er kann. Vieles bleibt an der Oberfläche. Man erfährt kaum etwas über die Backgrounds von Margaret und Kazu. Beides wird nur in ein paar Sätzen in der Mitte des Films erwähnt und damit hat sie die Sache erledigt.

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Hier dreht sich im Grunde alles darum, dass der Zuschauer sieht, wie Margarets problematisches Leben, immer mehr und mehr den Bach heruntergeht. Hierbei ist es wirklich zu bewundern, wie Alexandra Daddario es schafft so auszusehen, als wäre sie total High und ein innerlich und äußerliches Wrack, aber gleichzeitig immer noch wunderschön. Sympathischer wird ihr Charakter aber leider trotzdem nicht. Sie wirkt wie ein Sexjunkie auf der Suche nach dem nächsten Fix und pfeift auf jeden logischen Menschenverstand. Ihr Charakter weiß sogar, dass sie alles falsch macht, aber er lernt nicht daraus.

Sie weiß auch, dass wenn sie so weiter macht, nicht lange leben wird, aber ändern tut sie es trotz jedem Rat nicht. Sie versucht es nicht einmal. Es ist so, als ob man zusehen muss, wie jemand mit dem Auto mit 200 Sachen gegen die Wand fährt und selbst nichts machen kann. Dadurch ist es auch schwer mit ihr mitzufiebern. Und es hilft auch nicht, dass ihr Charakter sehr freizügig agiert. Trotz aller Freizügigkeit wird vieles nur angedeutet, um dann am Ende alles im Off geschehen zu lassen. Es ist dann der Fantasie des Zuschauers überlassen, was geschehen sein könnte.

Was ihre Beziehung mit Kazu angeht, passiert trotz der ruhigen Erzählweise alles zu schnell, es wirkt wie ein kleines Strohfeuer, was mal eben aus dem Nichts aufflackerte und dann nach 15 Minuten schon wieder verglüht. Dadurch, dass eben alles sehr oberflächlich ist, vieles nur angeschnitten wird, fehlt es dem Ganzen deutlich an Spannung. Wie bereits erwähnt sind die Charaktere jetzt nicht so gezeichnet, sodass man sie in irgendeiner Form mögen könnte. Es kommt nie in irgendeiner Form dazu, dass man mitfiebert oder mitleidet.

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Dabei ist das Ganze optisch gar nicht mal so übel gemacht. Mit der entschleunigten Kamera, bekommt man definitiv schöne Bilder geboten und auch Japan, in dem Fall Tokio, wird ganz ordentlich eingefangen. Der ruhige Score sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Dummerweise bleibt einfach zu viel oberflächlich angekratzt, zumal das Ende dann an sich auch sehr inkonsequent ist und definitiv für Kopfschütteln sorgt.

Bild:

Das Bild ist nicht einfach zu bewerten. Vieles spielt in der Nacht und hat farblich jede Menge Stilmittel. Mal ist das Licht sehr rot, mal blau mal gelblich. Gleichzeitig verliert, bei den vielen Farbfiltern, das Bild an Schärfe. Rauschen, Filmkorn oder Pixelbildung gibt es nie. Was aber das Bild leisten kann, sieht man bei den wenigen Tagesszenen. Hier ist es zwar farblich recht kühl, aber auch sehr angenehm gehalten. Die Schärfe hat es dann in sich, wodurch Details wunderbar sichtbar sind. Hier wäre es schön gewesen, wenn die Schärfe durchgängig auf diesem Level wäre.

Ton:

Der deutsche und der englische Ton liegen jeweils in DTS HD 5.1 vor und sind qualitativ auf gleicher Höhe. Es gibt kein Rauschen oder Knistern. Beide Tonspuren sind wunderbar klar, aber in Sachen Raumklang eher frontlastig. In den Räumen spielt sich mehr Score ab, der aber sehr angenehm anzuhören ist. Die Bässe an sich sind gut, aber nicht so stark, dass die Bude anfängt zu wackeln.

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Extras:

  • Trailer
  • Wendecover

Als Bonusmaterial gibt es leider nicht viel zu bieten. Außer diversen Trailern und immerhin auch noch einem Wendecover, gibt es kein weiteres Material.

Fazit:

„Lost Girls and Love Hotels“ ist nicht mies, der Film hat nur das Problem, dass er zu viel will, aber dann vieles nur oberflächlich ankratzt, ohne ins Detail zu gehen. Dadurch geht viel Potenzial, welches ohne Frage da ist, verloren. Er ist trotz ruhiger Erzählweise zwar nie langweilig und Alexandra Daddario zeigt definitiv viel Einsatz, um ihren Charakter gerecht zu werden, aber so richtig intensiv ist der Film da leider nicht. Dafür ist das Ganze, auch vor allem gegen Ende, zu inkonsequent gemacht worden, mit einer Auflösung, die schon für etwas Stirnrunzeln sorgen wird. Zumal auch einige Fragen offen bleiben. In der Summe ein ganz solider Film, fernab von Big Budget Blockbustern, den man sich ohne Frage anschauen kann, sicherlich aber nicht jedermanns Geschmack sein wird.

Hier erhältlich:

(Pierre Schulte)
© Bilder und Trailer: Capelight Pictures – Alle Rechte vorbehalten!

  • Story 6
  • Bild 7
  • Ton 8
Summary
7.0 Solide