The New Mutants – Blu-ray Review | Walt Disney | 30.01.2021

The New Mutants X-Men Film 2020 Kinostart Artikelbild

Am 21. Januar 2021 kam „The New Mutants“ auf 4K UHD, Blu-ray, DVD und digital in den Handel und wir haben das Review dazu:

Story

Die junge Dani lebt in einem Indianer Reservat, doch plötzlich erwacht sie gefesselt an einem Bett. Ihre Erinnerungen sind verschwommen, nur bruchstückhaft sieht sie Bilder, von dem, was im Reservat passiert ist. Ihr wird erklärt, sie sei die einzig Überlebende eines Unwetters und befindet sich aktuell in einer Klinik, zusammen mit ein paar anderen Teenagern. Sie ahnt, es ist keine normale Klinik und bekommt zugleich die Bestätigung, da sie und die restlichen Teenager keine normalen Kids sind. Die Ärztin Dr. Reyes erklärt ihr, dass man vermutet, dass sie eine Mutantin ist und im Krankenhaus wird lediglich geprüft, ob sie für sich selbst eine Gefahr darstellt. Dani lernt die vier anderen Kids kennen, die alle Mutanten sind, wie sie selbst. Man lernt sich untereinander kennen, sitzt gemeinsam in der Therapie und soll lernen, nicht nur keine Gefahr für sich selbst, sondern auch keine für den Rest der Welt zu werden. Erst danach dürfen sie zurück in die Freiheit. Allerdings gibt es Anzeichen von finsteren Gestalten in der Klinik, die jeden der Teenager enorm beängstigen und es scheint schlimmer zu werden.

Maisie Williams, Henry Zaga, Blu Hunt, Charlie Heaton und Anya Taylor-Joy in “The New Mutants.”

Eindruck

Bei „The New Mutants“ führte Josh Boone Regie, der zuletzt mit, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, einen sehr eindrucksvollen Film gedreht hat. Dieser ist aus dem Jahre 2014 und seit 2015 war bekannt, das er „The New Mutants“ drehen wird. Das Licht der Welt erblickte der Film allerdings erst im Jahr 2020, ich möchte aber hier nicht auf die etlichen Verschiebungen und Gerüchte zu dem Film eingehen. Dazu wurde schon (zu) viel erzählt, somit werfe ich lieber einen unvoreingenommenen Blick auf „The New Mutants“. Können die Neuen ebenfalls überzeugen, wie die erfolgreichen X-Men?

Fangen wir mit den Darstellern an, diese lesen sich schon einmal mehr als ordentlich. Auch wenn mir Blu Hunt (Dani) weniger geläufig ist, so trägt sie ihre Rolle sehr beeindruckend vor. Daneben gibt es Anya Taylor-Joy, Maisie Williams, Charlie Heaton oder auch Alice Brega zu sehen, die jeder bestimmt schon in dem ein oder anderen Film/Serie gesehen hat, daher ein frischer aber keineswegs unbekannter Cast.

Die Herangehensweise ist nicht die verkehrteste, die fünf jugendlichen Mutanten, die ihre Fähigkeiten noch nicht hundertprozentig im Griff haben und auch eine gewisse Scheu ihr gegenüber besitzen, bieten potenzial. Dazu eingepfercht in einer Art Klinik, in der sie von einer Ärztin therapiert werden, die zudem allein in dem Komplex tätig ist. All das verspricht interessante Unterhaltung, die optisch recht düster eingefangen ist. Die jungen Mutanten sind noch Teenies und so verhalten sie sich auch. Es gibt Streit, es entstehen Freundschaften und manche werden intensiviert. Allerdings, da sind sich alle einig, diese quasi Gefangenschaft, begeistert niemanden wirklich. Als dann plötzlich bizarre Gestalten, erst nur hörbar und dann auch sichtbar, in der Klinik auftauchen, geht die Angst um. Jetzt heißt es zusammenhalten und sich der aufkommenden Bedrohung stellen. Doch das ist für die fünf unerfahrenen Mutanten, alles andere als einfach.

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Die Inszenierung mit der Isolation in der Klinik ist gelungen, karge Gänge, düstere Zimmer und wenig harmonisch wirkende Bilder bestimmen das Szenario. Die Effekte sind teils spektakulär und der sphärische, oftmals treibende Score, ist ebenfalls gelungen. Daneben liefern die Darsteller eine passende Performance und wirken teils recht geheimnisvoll in ihrer Darstellung.

Fazit, „The New Mutants“ ist audiovisuell sehr gelungen. Trotz der eingeschränkten Location, entsteht gleich zu Beginn eine packende Atmosphäre, die zunehmend beängstigender wird. Die Story beginnt vielversprechend, man lernt die fünf jugendlichen und ihre Ärztin kennen, teilweise erinnerten mich ein bis zwei Szenen an den John Hughes Klassiker „The Breakfast Club“, indem auch recht unterschiedliche Charaktere zusammenwachsen. Dennoch reichen die anfänglich guten Zutaten nicht aus, um den Zuschauer so richtig zu fesseln. Etwas Beigeschmack hinterlässt die Figurenzeichnungen, sowie einige Dialoge. Hier wirkt vieles recht oberflächlich und unfreiwillig komisch, dann aber wieder sehr geerdet. Ein nicht immer passender Mix. Ab dem Auftreten der unheimlichen Besucher in der Klinik, erwartet man einen Spannungsschub, doch der bleibt weitestgehend aus. Nicht nur für den Zuschauer ist die Bedrohung nicht wirklich greifbar, die aufkommenden Ängste der jugendlichen werden zudem kaum nachvollziehbar vermittelt. So plätschert es etwas dem Finale entgegen, welches visuell bemerkenswert ist, aber den Zuschauer nicht mitreißt.

Ist „The New Mutants“ jetzt der von vielen erwartete Flop? Ich würde sagen nicht ganz. Es gibt einiges Sehenswertes, auch Dank der sympathischen und gut aufspielenden Darsteller. Daneben ist der Film audiovisuell definitiv mehr als gelungen und bietet ein fast gruseliges Szenario, in denen sich die Kids behaupten müssen. Es mangelt lediglich nach dem überzeugenden Einstieg an einer packenden Story. Hier fehlt dem Drehbuch so der letzte Kniff, das Überraschungsmoment und eben ein paar spannende Ideen. Ich bin von „The New Mutants“ letztlich nicht enttäuscht, er ist kurzweilig und bietet Unterhaltungswert. Allerdings vergisst er den Zuschauer ab der Hälfte des Filmes weiter zu faszinieren. Somit gibt es neben tollem Schauwert zu wenig Dramatisches, um mit den Kids und ihrem weiteren Schicksal mitzufiebern. Die Jugend in „The New Mutants“ ist aber nicht hoffnungslos zum Scheitern verurteilt, sie muss nur dazulernen, um aus ihrem „X-Men“ Light Käfig heldenhaft und überzeugend zu entkommen.

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Bild

Das Bild bietet überwiegend eine sehr gute Schärfe, abgesehen von dem Tornado Szenario zu Beginn, der vieles recht weich und schemenhaft erscheinen lässt. Die CGI-Effekte glänzen ebenfalls. Auch wenn hier und da nicht alles rundum scharf erscheint, so gefallen die Effekte rein optisch dennoch. Das recht düster gehaltene Bild bietet viele Details, kaum etwas wird in den dunkler werdenden Hintergründen verschluckt. Ein kontrastreiches Bild mit sattem Schwarzwert erwartet den Zuschauer, dessen Farbgebung überwiegend recht kühl, aber niemals komplett unnatürlich erscheint. An dem Bild gibt es daher wenig zu meckern, es passt zu der Stimmung des Filmes.

Ton

Die Dolby Digital Plus 7.1 Spur begeistert nur bedingt, es fehlt ihr an Dynamik und häufig dem letzten Punch, ebenfalls beim Sub. Die Abmischung bietet einige ordentliche Surround-Erlebnisse und bezieht das gesamte Boxenset passend ein. Es gibt durchaus ein paar nette Effekte, die man aus den Boxen bekommt und auch der Sub gibt dann und wann ordentlich Gas, ohne jedoch abgrundtief zu begeistern. Insgesamt eine solide Tonspur, die ein paar Highlights setzen kann, aber überwiegend zu kraftlos erscheint, um den Zuschauer restlos zu begeistern, auch wenn man etwas am Lautstärkeregler dreht.

Extras

  • Zusätzliche Szenen
  • Anfänge und Einflüsse
  • Ein treffen mit den neuen Mutanten
  • Audiokommentar: Bill Sienkiewicz im Interview mit Josh Boone
  • Kinotrailer

Testequipment
JVC DLA-X35
SONY KD-77AG9
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

Hier erhältlich:

(Hartmut Haake)
© Bilder und Trailer: Walt Disney – Alle Rechte vorbehalten!

  • Story 7
  • Bild 9
  • Ton 7
Summary
7.7 Hat Potenzial