Tom Clancy's Ghost Recon Breakpoint - PS4 Review | Ubisoft

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Tom Clancys Breakpoint PS4  CoverRund sechs Jahre nach seinem Tod ist die Marke Tom Clancy immer noch aktuell. Zuletzt durch das am 04.10. durch Ubisoft Paris entwickelte, für nahezu alle Konsolen erhältliche „Tom Clancy´s Ghost Recon: Breakpoint“, welches als Sequel zum Taktikshooter-Meisterwerk „Ghost Recon: Wildlands“ daherkommt und uns weiter in politische Verstrickungen auf den Schlachtfeldern der Welt führen soll. „Breakpoint“ ist der zehnte Ableger der Serie und entstand wie die Titel „Splinter Cell“, „The Division“, „Rainbow Six“ als auch „Jack Ryan“, die Amazon Prime TV Serie, nach Ideen oder Büchern Tom Clancy´s.

Ubisoft, der ungekrönte König der Open World Giganten, liefert somit einmal mehr ein Spiel ab, welches für Fans der Reihe ein absolutes “must have“ ist. Ob dies wie bei Dauerbrenner Serien à la „Assassins Creed“ oder „Anno“ wieder von Erfolg gekrönt ist und seinem Vorgänger „Wildlands“ ein würdiges Sequel bietet, wollen wir uns doch mal ansehen.

Vorab aber erst einmal:

Ich persönlich habe den Vorgänger zu 100% durchgespielt. Für mich war es eins der besten Spiele der letzten Jahre. Ich habe es selbst nach dem Durchspielen gestern noch mit Freunden im Koop gespielt und es ist immer noch eine absolute Empfehlung wert. Zwar habe ich „Breakpoint“ als Sequel entgegengefiebert, war aber auch gleichzeitig von Trailern, die ich sehen durfte, etwas verunsichert.

An einigen Stellen dieses Reviews kann es durchaus zu überspitzten oder sehr kleinlichen Anschauungen kommen. Meiner Meinung nach hat Ubisoft hier schon einen schweren Start gehabt, was ein Sequel zu „Wildlands“ angeht, da eben dieses Spiel schon sehr nah an das ran kam, was mein Ghost Recon-Spielerherz sich wünschte. Hier noch Innovationen zu bringen ist schwer – ohne, dass man sich weiter davon entfernt.

Nun aber zum Review:

Westpoint Military Academy, 101st Airborne Division, Delta Force, Ghost Recon. So in etwa sieht der schnurgerade Karriereverlauf der „Ghosts“ aus. Aber wer sind die „Ghosts“?

Ghost Recon sagt wahrscheinlich alles, denn es geht um die „Geister Einheit“, eine streng geheime, der CIA und dem Pentagon unterstellten Einheit, die es offiziell gar nicht gibt. Wenn irgendwo der Palast eines Diktators, inklusive Einwohner und den Stabschefs in die Luft fliegt, zeitgleich die halbe Armee aus Sympathie mit ins Gras beißt… dann fragt sich am Ende jeder, wer denn wohl das Streichholz in der Hand hatte… Denn genau dann, waren es wahrscheinlich die Ghosts.

Um die Story von „Breakpoint“ zu erklären sollte man bei seinem Vorgänger „Wildlands“ anfangen.

Das bolivianische Drogenkartell Santa Blanca verübte ein Bombenattentat auf die amerikanische Botschaft in La Paz, kurz darauf wird die Leiche des DEA Agenten Ricardo Sandoval, nach Kartellart gefoltert und exekutiert, aufgefunden. Sofort steht fest – das Attentat auf die Botschaft galt ihm.

Tom Clancys Breakpoint PS4 Review Szenenbild00Ein scheinbar dreister und alltäglicher Mord, denn Santa Blanca hat das Land schon lange übernommen. Politiker, Journalisten und selbst das Militär kapitulierten vor langer Zeit gegen das Kartell, ganz nach der Ansicht: „Ihr tötet unsere Leute nicht mehr und wir lassen euch machen was ihr wollt“.

Doch in diesem Fall verhielt es sich anders. Agent Sandoval war ein sehr enger privater Freund der CIA Special Agentin Karen Bowman. Diese machte Santa Blanca über Nacht von einfachen Gangstern zur Top 1 der Terroristen und zum Leidwesen El Sueño´s, dem Kopf des Kartells, steht sie seit Jahren im Kontakt mit einem Ghost Team.

So beginnt der Anfang vom Ende für Santa Blanca und die korrupte Militärregierung Boliviens.

Man fängt an sich zu misstrauen, essentielle Abläufe funktionieren nicht mehr richtig, Rebellenangriffe gleichen einem Angriff aus der Hölle und wo sitzt schon wieder dieser verdammte Scharfschütze, der Paulo erst das Kokain aus den Händen schoss und dann den Kopf von den Schultern…

Ende vom Lied, das Kartell hatte sein denkbar schlechtestes Geschäftsjahr. Für die Ghosts lief es wie am Schnürchen, CIA Bowman zeigte sich als Person mit schwarzem Humor und kessen Sprüchen, alle hatten Spaß und den bösen Jungs hat man richtig Blei gegeben.

Doch wie das alles immer so ist mit Geheimhaltung, beschließt die CIA nach eigenen Interessen zu handeln und Gangsterboss El Sueño als Informanten zu nutzen und ihm Immunität zu erteilen. Leider verirrt sich dann aber doch eine Kugel aus Bowmans Pistole (verständlicherweise), woraufhin Karen plötzlich nicht mehr existiert, somit eine Gefängniszelle eine weiteren namenlosen Frau beherbergt, das Vier-Mann Ghost Team um Nomad, Weaver, Holt und Midas in Ungnaden fällt, was sie somit vorerst nur noch für Einsätze der USMC´s im Nah-Ost qualifiziert.

In Breakpoint kommt es dazu, dass vor der von Tech-Konzern „Skell-Tech“ für ihr Utopia genutzte Inselgruppe Aurora ein US Frachtschiff aus unerklärlichen Gründen sank… kurz darauf bricht der Kontakt zu Aurora ab. Ein Team aus 30 US-Marines, unter die auch unser Team um Nomad ist, wird entsandt, um nach dem Rechten zu sehen. Allerdings werden kurz vor Ankunft deren Helikopter von unbekannter Technologie aus der Luft geholt: Wenige bis keine Überlebenden. Die, die den Absturz überlebt haben, werden von einer paramilitärischen Gruppe, den „Wolves“, abgeschlachtet.

Unter den „Wolves” erkennt der schwerverletzte Nomad seinen alten Freund und ebenfalls Ghost LTC. Cole Walker als Anführer, der sich mit Eiseskälte, um den um sein Leben bettelnden Weaver kümmert.

Es liegt nun an uns herauszufinden, was auf der Insel passiert ist, warum das sonst so pazifistische Skell-Tech jetzt von einem Haufen gut trainierter Söldner kontrolliert wird, warum das Frachtschiff sank, was mit Walker los ist und warum zufällig von hunderten USMC´s gerade eine Ghost Einheit mitgeschickt wurde – Zufall oder kalte Berechnung ist hier die Frage.

Tom Clancys Breakpoint PS4 Review Szenenbild002In Breakpoint gibt es eine Gruppe Rebellen, die gegen „Skell-Tech“ sind und die sogenannten Selbstversorger als Fraktionen, die den Spieler unterstützen. Zwar nicht ganz so aktiv wie in „Wildlands“, aber dennoch sind sie da. Gerade das weniger aktive Unterstützen der Rebellen und die Tatsache, dass man sie nicht an jeder Ecke trifft, gibt einem das Gefühl, dass man auf sich allein gestellt ist. Relativ schnell zu Beginn des Spiels lernt man seinen brutalen und gewitzten Gegenspieler, die „Wolves“, auf unangenehme Weise kennen. Gerade da, wo man sich früher auf die Hilfe von Weaver, Holt oder Midas als clevere NPC Teammitglieder verlassen konnte, wenn auch die Jungs oft einfach im Weg standen, ist man bei „Breakpoint“ erstmal auf sich selbst gestellt.

Ein Kritikpunkt, den Ubisoft sich aber schon annimmt. Hier sollen optional ein paar Helferlein nachgepatched werden, die dann nach Erreichen der ersten Fraktion nutzbar sein werden.

Viele der Spielmechaniken von „Wildlands“ wurden übernommen, so ist das Drohnenfliegen und das genaue Planen seines Vorgehens immer noch essentiell, eventuell sogar wichtiger als vorher. Die KI der Gegner ist durchaus gut und zeigt absolut nachvollziehbare Handlungen. Wird ein Gegner durch einen Fernschuss ausgeschaltet und dies durch einen anderen beobachtet, wird nicht erst einfältig in Alarmbereitschaft rumgelaufen und der Schütze gesucht – Nein – hier springt man erstmal hinter eine Deckung und versucht von dort den Schützen auszumachen.

Ist dieser dann gesichtet und es herrscht Überzahl, wird gestürmt, aber nie so, dass man die Deckung komplett vernachlässigen würde wie es in „Wildlands“ noch oft der Fall war.

Zudem hat man das Deckungssystem um einiges verbessert, ich denke hier sind einige Erfahrungen aus „The Division“ eingeflossen. Allgemein fühlen sich die Gefechte dadurch besser an, sind zugleich fordernder, da keine Koop Npc´s von der Partie sind und die Gegner jetzt ernsthaft versuchen zu Treffen oder einem in die Flanke zu laufen.

Das neue System der Wundselbstversorgung, wie man sie aus „Far Cry“ kennt, macht die Sache realistischer, meiner Meinung nach, aber vom Spielerlebnis nicht angenehmer.

Ein Feature, welches ich nicht vermissen würde.

Zudem nutzt „Breakpoint“ ein Loot System. Gegner lassen nicht, wie früher, in jedem Fall ihr Gewehr fallen, welches man bei Bedarf gegen sein eigenes wechseln kann, sondern haben random generierten Loot, der sich aus Waffen, Granaten, Munition, Medi-packs, Helmen und ähnlichem zusammensetzt.

Dementsprechend existiert ein aus RPGs bekanntes Ausrüstungsmenü, in dem es nicht nur Rüstungen, Waffen und Ausrüstung in ihren Werten vergleichen kann, sondern auch craften, seine Waffen modifizieren oder aufwerten kann.

Für mich wiederum ein Feature, welches ich übertrieben finde, denn die sonst so realitätsnahe „Ghost Recon“-Serie sollte im Endeffekt realitätsnah bleiben und keine Baseball Cap bieten, welche 10% mehr Selbstheilung bietet oder von Geisterhand die Präzision einer Waffe erhöht.

Warum ist eine Waffe, die man vom Gegner lootet, besser, als die selbige, welche ich von meinem guten Freund Holt bekommen habe? Geht Holt mit seiner Wumme schlecht um, oder ist das drachenartige Blut meiner Gegner, welches daran klebt, förderlich für Präzision und Durchschlagskraft?

Warum fressen die Gegner ein komplettes Magazin aus meiner P90? Nur weil ich noch mit der anfänglichen Hose rumlaufe… aber sterben direkt, wenn ich eine neue ausrüste. Wollen die nur von modebewussten Ghosts erschossen werden? Was bei „Assassins Creed“ ein voller Erfolg war, ist bei „Ghost Recon“ meiner Meinung nach fehl am Platz.

Natürlich kann Nomad wieder in seinem Level steigen. Mit einem Levelaufstieg erhält man Skillpunkte, die man in mehr oder weniger sinnvolle Skills investieren kann. Einige der Skills sind hier auch wieder RPG Status basierte Skills, wie zum Beispiel: „Kopfschüsse gewähren 10% mehr Genauigkeit und 10% mehr Reichweite bis zum nächsten Nachladen“.

Hier ist für jede Art von Spieler der passende Skill vorhanden, da hier von Anfang an klar nach Spielstil gegliedert wurde.

Mehr als die Hälfte dieser sind allerdings nicht passiv.

Von den aktiven Skills können maximal 3 gleichzeitig eingesetzt werden, sowie nochmal ein Drittel aus Fairnessgründen nicht im PVP genutzt werden.

Grafisch überlässt „Ghost Recon“ wieder einmal nichts dem Zufall. Tag/Nacht Wechsel, Schatten sowie Lichtspiegelungen, Wetter von strahlender Sonne bis Hundswetter mit Donner und Blitzen. Kurz und knapp – einfach der Hammer. Wer sich hier beschwert, sollte einfach vor die Tür gehen und die Realität genießen. Ubisoft machte hier wieder klar, wer in Sachen Open World die Hosen an hat.

Nach der Klage gegen Wildlands, der bolivianischen Regierung, wegen Verunglimpfung ist es verständlich, dass man nicht originalgetreu Schauplätze nachgebaut, sondern eine fiktive Welt wählt.

Leider ist gerade das auch ein Nachteil Breakpoints, denn die Karte ist so groß und einfach generisch, dass man sich nicht für die Umgebung und Landschaften Aurora´s interessiert. Ich erinnere hier gerne im Vergleich mal an Wildlands und das Gebiet um P.N. de Aqua Verde.

Tom Clancys Breakpoint PS4 Review Szenenbild002Oft hat man beim Spielen keine Lust mit dem Auto oder dem Motorrad zum Missionsziel zu fahren, weil es so unglaublich weit weg sein kann, man sich null mit der Welt identifiziert, Bowman nichts mehr an Infos funkt, sondern das Einzige was man trifft, ab und an ein paar nervige Gegner sind. Auf Aurora gibt es nämlich keine zivilen NPCs welche, die Insel lebendig machen. Wahrscheinlich ist dies aber so gewollt, um die militärische Übernahme Skell-Techs durch die Wolves etwas zu untermalen.

Soundtechnisch ist alles absolut sauber. Kein dauerhaft laufender Soundtrack der einem das Gefühl vom tief eingegrabenen Scharfschützen-Badass auf der Suche nach seinem Ziel vermiest. Gerade an Stellen mit Rückblicken oder Erzählungen, sowie in dramatischen Momenten, passend eingesetzt wird. Auch „Jon Bernthal“, bekannt aus „The Walking Dead“ oder „Punisher“, macht hier als Hollywood Gast eine starke Figur als LTC. Cole Walker.

Mehrspielertechnisch bietet „Ghost Recon Breakpoint“ einen umfangreichen Mehrspielermodus, in dem sich mit bis zu vier Spielern im Online Koop, Story- und Fraktionsaufträge erledigen oder die riesige Karte erkunden lassen.

Mit dem aus „Wildlands“ bekannten Ghostwar gibt es einen PVP Modus, in dem man sich nach allen Möglichkeiten und Technologien der Ghosts gegenseitig beharken kann, welcher allerdings oft zu „wer bewegt sich zuerst“ Sniper Partys ausartet.

Fazit:

Mit „Tom Clancys Ghost Recon Breakpoint“ hat Ubisoft versucht ein sehr gutes Spiel fortzusetzen. Ging man doch klar auf die Community und die Fans ein, baute gerade die Elemente, die in anderen Ubisoft Titeln absolut gefeiert wurden, verlor man doch etwas das Ghost Recon an sich.Für Fans wie mich, die Wildlands einfach nur genial finden, gibt es hier an einigen Stellen Potenzial für Missfallen, welcher aber durchaus vertretbar ist.

Dennoch hat sich Ubisoft hier sehr viel Mühe gegeben und ich denke, dass durch die Kritik (Ubi verschiebt AAA-Titel von Q1 2020 auf Q2) einiges gelernt hat und wenn man weiß, wie sehr „Wildlands“ im Nachhinein noch gefördert wurde, wird man hier sicher auch jede Menge Spaß haben. Ein grafisch und technisch überwältigendes Game, aber für Fans der Serie evtl. ein Breakpoint.

Dennoch empfehle ich das Spiel, da es von der Grundsubstanz ein super Game, mit super Mechaniken, klasse Koop und unglaublicher Grafik ist, welches jeden Gamer mit seinen knapp 30 Stunden Kampagne vor dem Bildschirm fesseln kann.

Pro:

+gewaltige Single oder Koop Spielzeit
+grafisch und technisch ein Meisterwerk
+Koop- und PVP Multiplayer
+umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten – optisch sowie auch Gameplay technisch

 

Contra:

-riesige aber leblos wirkende Welt
-viele Freischaltungen, Collectables und Ingame-Käufe machen das Spiel unübersichtlich und überladen
-durch den Verzicht auf Hauptcharaktere geht der Bezug zum Prequel etwas verloren

 (Bastian Avermann)

©Bilder und Trailer Ubisoft – Alle Rechte vorbehalten!

 

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