„African Kung-Fu Nazis“ im Mediabook – Blu-ray Review | Busch Media Group | 11.11.2020

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Seit dem 06. November 2020 gibt es African Kung Fu Nazis – 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook im Handel zu kaufen und hier gibt es das Review dazu:

Story

Die Geschichtsbücher lügen, der zum Tode verurteile japanische Premierminister Tojo und der Selbstmord vom Führer sind Fake News. Auch Göring ist wohlauf und alle Leben mittlerweile in Ghana. Dank guter Wurzeln und reichlich Karate Training, konnte der Alterungsprozess bei allen verlangsamt werden. Mit neuen Kameraden an der Seite, die Dank einer Gehirnwäsche zuverlässig helfen, steht Hitler für sein weiteres Vorhaben nur eine kleine Kung-Fu Schule im Weg.

Schnell wird der Meister der Schule vom Führer eliminiert und die Freundin des dort trainierenden Schülers Horst, kurzerhand entführt. Horst ist zutiefst verzweifelt. Gegen die Karate Kräfte des Führers und seiner Gefolgsleute kann er nichts entgegensetzen. Doch bis zu Hitlers angesetzten Kampfturnier unter der Blutfahne, ist noch etwas Zeit. Somit kann Horst noch einiges dazuzulernen, um Rache zu nehmen und sich die Freundin zurückzuholen.

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Eindruck

Der in Japan lebende Sebastian Stein führte bei seinem Low-Budget-Film „African Kung-Fu Nazis“ zusammen mit dem ghanischen Ninja-Man (Samuel K. Nkansah) Regie. Gedreht wurde der irrwitzige Film in Ghana, der Plot ist Programm. Hier handelt es sich um Trash in Reinkultur, ein Film der überwiegend mit Amateuren gedreht worden ist. Das Setting oder die Kulisse sind aus dem wahren Leben gegriffen, hier wird nichts geschönt oder besonders gut ausgestattet. Mit rund 10.000 $ zur Verfügung, sind die Mittel natürlich arg begrenzt. Dennoch ist das Gezeigte rundum gelungen und reicht aus, um die durchgeknallte Story dem Publikum angemessen zu präsentieren. Auch musikalisch wird aus dem Vollen geschöpft, der Score ist eine Verbeugung vor der Rhythmus Sektion einer Bontempi Orgel (Keybord), mal fröhlich, mal düster, wird das Szenario untermalt. Dazu sorgen ein paar eingeworfene Musikstücke für Abwechslung, die den Tenor des Filmes schräg unterstützen.

Fazit, „African Kung-Fu Nazis“ ist natürlich keine seriöse Kost, der Streifen ist Trash pur. Gespickt mit skurrilen und absurden Ideen, bekommt der geneigte Fan von kulturell fragwürdigen Filmen dieser Art eine sehr sehenswerte Variante. Allein die Dialoge sind ein Fest für die Ohren, hier kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Auch wenn nicht jeder Gag so schlagfertig wie das beeindruckende Kung-Fu im Film ist, amüsant wie dialektreich ist es allemal. Die Kämpfe sind blutig, überdreht und erinnern oftmals eher an ein Videospiel, anstatt an die Lehren eines Bruce Lee. Aber so muss das sein, man nimmt sich selbst nicht so ernst, warum sollten es die Fights sein. Dennoch gibt es nicht nur beim Training vom tapferen Horst einige Déjà-vus für Freunde von Martial Arts. Hier entdeckt man oftmals eine Hommage an bekannte, wie kultige Kampfsportfilme. Beim Turnier wird es dann ernst. Hitler selbst entscheidet per Daumen über Tod oder Leben des Unterlegenen. Natürlich zeigt er keine Gnade, theoretisch fehlt von ihm nur das aus Mortal Kombat bekannte „Finish him“.

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Wer kein Faible für so irrsinnig trashige Filme hat, der sollte hier einen deutlichen Bogen darum herum machen. Seriös ist nur der Abspann, naja fast. Freunde von derbem Humor und banalen Dialogen, werden das Werk feiern. Schaut man gemeinsam mit einem Freund „African Kung-Fu Nazis“, empfiehlt es sich dies stilgerecht mit einer Flasche Adonko Bitters zu tun. Verzehrt man diese recht zügig, hebt sich der Film minütlich auf ein höheres Level, alternativ tun es natürlich auch ein paar Bier.

Bedenkt man das Filmbudget, ist das Ergebnis schlichtweg grandios. Auch wenn das Setting und die Kulissen recht begrenzt sind, hier wurde das Optimum herausgeholt. Stalingrad Riesenrad, erschallt es auf dem Marktplatz, japanische Flaggen mit Hakenkreuz drin und Hitler als DJ in einer Musikvideosequenz. Der Film ist ein Potpourri voller blödsinniger, wie origineller Ideen. Die Frage, ob das alles gut oder schlecht ist, stellt sich hier einfach nicht. Es ist wie gesagt, purer Trash, Grenzwertig, albern und dennoch versprüht das Ganze einen so eigenwilligen Charme, der einem gebannt zuschauen lässt.

Das mir von der Busch Media Group zur Verfügung gestellte Mediabook ist äußerst gelungen. Das toll gezeichnete Artwork auf dem Cover ist ein Hingucker. Zudem ist das Mediabook limitiert wie nummeriert, inklusive einem lesenswerten Booklet, sowie preislich zudem sehr attraktiv erhältlich. Mehr Informationen dazu könnt ihr euch auf der Webseite Busch Media Group oder auf dem Facebook Kanal des Studios einholen.

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Ein weiteres Highlight, die zweite Disc im Mediabook, die ist nicht wie üblich eine DVD Version des Filmes ist. Hier gibt es eine Randvolle Bonus Disc auf Blu-ray, die wirklich extrem sehenswert ist. Von den Vorbereitungen des in Japan lebenden Sebastian Stein, der erste Besuch in Ghana als Drehort und einem Casting, das man so noch nie gesehen hat. Das Budget ist wie erwähnt mit 10.000$ absolut gering, hier muss man schon erfinderisch und kreativ sein, um einen derartigen Film zu realisieren. Und wie angesprochen, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch ein Einblick in die ghanische Küche wird gewährt. Catering kostet schließlich viel Geld, also wird hier selber gekocht. Ebenso werden Kostüme genäht und auch das Make-up selbst erstellt, um anschließend gemeinsam an den Kulissen zu arbeiten. Ich möchte nicht zu viel verraten, es ist ein sehr interessanter Einblick, wie man aus richtig wenig, wahrlich viel zaubern kann.

„African Kung-Fu Nazis“ ist ein wilder Trip, ein Fest für jeden, der mal einen Blick außerhalb des Tellerrandes von konservativen Millionenproduktionen wagt. Denn er wird mit einer saukomischen Hitler Parodie belohnt, die sich kaum steigern lässt. Allerdings sollte man sich darauf einlassen können, genauso wie auf reichlich Adonko Bitters dazu, dann wird’s ein unvergessliches Filmvergnügen.

Bild

Auch hier reden wir von einer günstigen Kamera, die alles eingefangen hat. Dennoch zeigt sich ein überwiegend scharfes Bild, farblich etwas reduziert und klinisch rein. Besser gesagt, Filmkorn sucht man selbstverständlich vergebens. Der Kontrast bewegt sich auf solidem Niveau, der Schwarzwert hat definitiv Luft nach oben. Angesichts aller Kriterien, ist das Bild erstaunlich gut.

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Ton

Auch wenn man mit DTS-HD MA 5.1 wirbt, ist die Tonspur kein Vergleich mit hochwertigeren Produktionen. Die Dialoge sind stets gut verständlich, das ist auch wichtig, da einige Dialekte schon etwas Aufmerksamkeit erfordern. Ansonsten bleibt es überwiegend eine frontlastige Angelegenheit, selten werden die Rears mit Nebengeräuschen gefüttert. Einzig der Score verteilt sich raumfüllender und sorgt für Surround Feeling. Der Sub kommt kaum zum Zuge, einzig bei den Songs im Film ist er mal präsent zu hören. Letztlich passt all das zu dem Flair des Filmes, damit kann man leben.

Extras

  • Booklet
  • Trailer
  • Blooper
  • Greetings
  • Filmtipps
  • Bonus Blu-ray (Dokumentation – Making-of)
  • Dancing with the Stars
  • Adonko Dance
  • Hitler vs. Kleber
  • Love is in the Air
  • Das Business Diner (Extended)
  • Love is in the Air 2
  • Macho Man macht kein Whitefacing

Hier erhältlich:

  • African Kung Fu Nazis – 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook
  • African Kung Fu Nazis (DVD)

Testequipment
JVC DLA-X35
SONY KD-77AG9
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

(Hartmut Haake)
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