Der Falke und der Schneemann – Blu-ray Review | OFDb Filmworks | 09.07.2020

Der Falke und der Schneemann 1985 Film Kaufen Shop News Review

Der Falke und der Schneemann 1985 Film Kaufen Shop News Review1985 erschuf Regisseur John Schlesinger („Der Marathon Mann“) das Filmdrama „Der Falke und der Schneemann“. Dieser basiert auf der wahren Geschichte von Christopher John Boyce und Andrew Daulton Lee, die am 14. Mai 1977 wegen Hochverrats und Spionage verurteilt wurden. Dabei bekam Boyce eine Gefängnisstrafe von 40 Jahren, während Lee eine lebenslange Haftstrafe bekam, die 1998 zur Bewährung ausgesetzt und Lee wieder in Freiheit entlassen wurde. Das Sachbuch von Robert Lindseys „The Falcon and the Snowman“ diente dabei als Grundlage. Steven Zaillian verfasste das Drehbuch. Die Hauptrollen übernahmen die noch jungen Schauspieler Timothy Hutton („Leverage (Serie)“, „Das geheime Fenster“) als Christopher Boyce und Sean Penn („Dead Man Walking“ „Mystic River“) als Andrew Lee. Die Musik, insbesondere das Titellied „This is not America“, wurde von Pat Metheny und David Bowie geschrieben und von letzterem auch gesungen.

Story:

Das Priesterseminar scheint für Christopher Boyce doch nicht das richtige zu sein, so entscheidet er hinzuschmeißen und sich nach neuen Möglichkeiten umzuschauen. Anders sein Kumpel Daulton Lee, aus einer vermögenden Familie stammend, erliegt dieser immer wieder der Versuchung durch Drogen. Wenn möglich, würde er diese auch gerne selbst verticken und fett kassieren. Während Chris‘ Vater sich um einen Job für seinen Sohn bemüht, versucht Daulton sein Drogen Business in Gang zu bringen. Chris bewährt sich bei seinem neuen Job bei einer Satelliten Firma und wird flugs in eine neue Abteilung gesteckt. Diese dient der CIA dazu, aufgezeichnete Satelliten und Überwachungsprotokolle auszuwerten. Dabei stößt er in seinen Augen auf allerlei Dinge, die seinen Gerechtigkeitssinn stören. So keimt in ihm der Gedanke auf, Informationsgleichheit auf beiden Seiten der Welt zu schaffen. So plant er den Russen Material zuzuschieben, welches belegt, wie diese von den Amis überwacht werden. Daulton wurde bei seinen Drogengeschäften zwischenzeitlich geschnappt und ihm droht eine Haftstrafe. Da er eh nichts mehr zu verlieren hat, versucht er, für Chris den Kontakt zu den Russen in der mexikanischen Botschaft herzustellen und so den amerikanischen Behörden zu entgehen. Bei diesem Informationsaustausch entwickelt sich für die Beiden ein lukratives Geschäft. In der Zwischenzeit bemerkt die CIA, dass da irgendetwas nicht stimmen kann und die Russen beginnen, die überwachten Kanäle abzuschotten. Irgendwo muss ein Leck sein und wer die CIA kennt weiß, dass die dieses auch finden…

Der Falke und der Schneemann 1985 Film Kaufen Shop News ReviewMeinung:

Zuerst einmal muss ich sagen, wer einen Spionagethriller erwartet, ist hier falsch, auch wenn die erste halbe Stunde eine gewisse Spannung aufbaut. Ein Spionagedrama aus einst rechtschaffen gemeinten Beweggründen dürfte hier die bessere Beschreibung sein. Regisseur John Schlesinger arbeitete hier die Geschichte der beiden Amerikaner Christopher Boyce und Daulton Lee auf, die aufgrund Landesverrats zu langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Der noch junge Christopher Boyce scheint dabei seinem jugendlichen Glauben an Gerechtigkeit und Freiheit unterworfen zu sein. Dies versinnbildlichen auch die Szenen, die sein Darsteller Timothy Hutton zusammen mit dem Falken Fawkes zeigen. Die Flugszenen sowie die Abschlussszene verdeutlichen dabei den Drang nach grenzenloser Freiheit. Auch der Name des Falken bezieht sich auf eine bekannte Figur der Geschichte namens Guy Fawkes. Ein englischer Soldat, der gegen die Verfolgung katholisch Verfolgter kämpfte. Dies dürfte auch die Intention sein, von der Boyce geleitet wird, den Russen geheimes Überwachungsmaterial zuschieben zu wollen, um wohl so eine Art Ausgleich zu schaffen. Sein Freund Daulton ist hier eher als Mitläufer zu sehen. Aufgrund seiner Drogendelikte hat er eh nicht mehr viel zu verlieren. Wenn er noch einen Reibach mit dem Verkauf von geheimem Material machen kann, würde es sich in Mexiko, außerhalb des Zugriffs der amerikanischen Behörden, sehr gut leben lassen.

So stehen mehr die Beweggründe der Beiden im Mittelpunkt des Filmes, anstatt ein Thriller Aspekt. Auch wenn diese eigentlich gut heraus gearbeitet wurden, empfand ich die Motivation von Boyce weniger dringlich als die von Daulton. Daulton griff durch seine Sucht und sein Interesse an ein Drogendeal nach jedem Strohhalm der sich ihm bot. Doch bei Boyce war ich den ganzen Film hinweg der Meinung, dass er aus einer Laune heraus begann, die Informationen weiter zu geben. Ich nehme der Figur zwar ab, dass er dies aus irgendeinem momentanen Gerechtigkeitsempfinden heraus getan hat. Schlussendlich sich aber selbst nicht mehr sicher war, warum er es tat. Ich vermute, dass dies aus jugendlichem Leichtsinn und falschen Idealismus heraus geschah. Als er merkt, dass die Gegenseite ihn nicht als Heilsbringer verehrt, sondern seine Fähigkeiten gerne gegen sein Heimatland einsetzen würde, bekam sein Gerechtigkeitssinn einen gehörigen Dämpfer.

Der Falke und der Schneemann 1985 Film Kaufen Shop News ReviewSchauspielerisch bewegt sich der Film auf ganz hohem Niveau, Hutton und Penn gehen völlig in ihren Figuren auf. Sean Penn sogar noch etwas mehr als Hutton, der Chris immer recht überlegt agieren lässt. Während Penn seiner Figur Daulton mehr Freiraum gibt, und dieser emotional gerne auch mal über die Stränge schlägt. Allgemein hat Penn die heftigeren Szenen zu bewältigen. Es mag den heutigen Sehgewohnheiten geschuldet sein, aber die Inszenierung wirkt auf mich recht langsam und weniger eindringlich /spannend dafür aber interessant. Obwohl ich selbst aus der Zeit des kalten Krieges entstamme, spüre ich nicht diese Bedrohung, die die Beiden von Seiten des KGB oder des CIA ausgesetzt sind. Auch wenn „Der Falke und Schneemann“ kein wirklicher Thriller ist, hätte sich die Gefahr in der sich die Beiden eigentlich befinden, bedrückender darstellen lassen. Es liegt wohl auch daran, dass ich den Film nun zum ersten Mal gesehen habe. Dennoch kenne ich seit den 80ern den Trailer des Films und seit diesem Zeitpunkt verfolgte mich ein schon fast unheimliches Interesse an diesem. Doch erst jetzt sollte es soweit sein, dass ich zur Sichtung kam. Somit fehlt mir etwas der Nostalgiefaktor, der mich über die langsame Inszenierung hinwegsehen lassen könnte. Auch bin ich der Meinung, dass viele Figuren mit Potential eingeführt, aber nicht zu Ende erzählt wurden. So beginnt der Film nach der ersten halben Stunde etwas vor sich hin zu dümpeln und man harrt der Dinge, die da kommen mögen. Dies aber leider recht spannungsarm. Hervorheben möchte ich den Darsteller David Suchet, vielen bekannt als „Hercules Poirot“ aus der gleichnamigen TV-Serie. Der einzige, der seiner Rolle eine gewisse Undurchsichtigkeit und auch etwas Gefahrvolles verleiht. Man weiß bei seiner Figur nicht, ist er nun Freund oder Feind. Somit ist Suchet auch der einzige, der einen gewissen Thrill-Faktor auslöst. In einer weiteren Nebenrolle ist Lori Singer („Footloose“) als Chris‘ Freundin zu sehen, die aber keinen Einfluss auf die Story hat. Ebenfalls möchte ich noch das Titellied „This ist not America“ erwähnen. Geschrieben von Pat Metheny und dem leider schon verstorben und immer noch großartigen David Bowie, der das Lied auch performt. Dieses Lied dürfte unter anderem auch der Grund für die Faszination sein, die ich für den Film damals hegte. Eben dieser Satz „this is not America“ bekommt Sean Penn als Daulton Lee im Film geradewegs um die „Ohren“ gehauen. Dies macht das Titellied sogar noch eindringlicher, als dieses dann zu Beginn des Abspanns ertönt.

Der Falke und der Schneemann 1985 Film Kaufen Shop News ReviewFazit:

Ohne die Seiten tauschen, oder Geheimnisse verraten zu wollen, komme ich dann mal zum Fazit: Mit „Der Falke und der Schneemann“ zeigt uns Regisseur John Schlesinger die Geschichte von Chris und Daulton. Zwei jungen Männern, auf ihren fehlgeleiteten Wegen, die sich schlussendlich zu Landesverrätern werden ließen. Was wie eine Spionagethriller beginnt, entwickelt sich zu einem Drama, an dessen Ende Chris selbst nicht weiß, was er erhoffte, mit seiner Aktion bewirken zu können. Nachdem er einen Blick hinter den eiserenen Vorhang der UDSSR werfen durfte wurde ihm klar, dass er mit seinen Informationen keinen gerechten Ausgleich erschaffen wird. Schlussendlich bleibt eine Geschichte, die einen jungen Idealisten zeigt, der durch seinen verklärten Blick versuchte, etwas an dieser Welt zu ändern. Die Erkenntnis, nicht mal ansatzweise das Machtgefüge beeinflusst zu haben, ließ ihn letztendlich selbst an seinen Entscheidungen zweifeln. Auch wenn man dem Film sein Alter und seine gealterte Inszenierung anmerkt, bleibt es immer noch ein sehenswerter und interessanter Streifen mit einer ruhigen Machart. Der zeigt, dass selbst ein gut gemeinter Gedanke ein Fehler sein kann, wenn man nur eine von zwei Seiten kennt. Wichtig ist, dass man sich für diesen Streifen die Zeit nimmt und diesen in Ruhe anschaut. „Der Falke und der Schneemann“ ist definitiv kein Fast-Food-Film für zwischendurch. Und obwohl der Film bereits rund 35 Jahre auf dem Buckel hat, ist auch heute noch das Thema aktueller denn je.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Bild:

Das Bild ist bezogen auf das Alter des Films überraschend geworden. Es reicht erwartungsgemäß nicht an aktuelle Produktionen heran, aber im Bezug auf das Alter, dürfte hier auch ein Bildfetischist nichts groß zu bemängeln haben. Die Farben wirken frisch, die Kontraste sind ausgewogen, Filmkorn ist in normalen, nicht störenden Umfang vorhanden und verleiht dem Film eine gewisse Plastizität. Bildfehler oder grobes rauschen sind mir nicht aufgefallen. Die Schärfe ist ebenfalls sehr gut ausgefallen und der Schwarzwert verschluckt keine wichtigen Details. Warme Farbtöne dominieren den Film, kältere gibt es immer dann, wenn sich die Geschichte im Bereich der Justiz oder an geheimen Orten abspielt. Ich muss sagen ich bin mit Bild im Großen und Ganzen sehr zufrieden.

Der Falke und der Schneemann 1985 Film Kaufen Shop News ReviewTon:

Der Ton liegt jeweils für Deutsch und Englisch im Format PCM 2.0. Dem Genre entsprechend reicht dieser auch und die Dialoge sind dauerhaft klar und verständlich. Räumliche Effekte sind somit keine vorhanden. Ebenfalls vorhanden sind deutsche und englische Untertitel

Extras:

  • Kinotrailer
  • TV-Spot
  • Bildergalerie
  • Vintage Electronic Press Kit
  • Vintage Featurette: Amierica’s Most Unlikely Spies
  • Vintage Featurette: Creating the Characters
  • Vintage Featurette: Falconny – The Deadly Sport
  • Vintage Profile: John Schlesinger
  • Vintage Profile: Timothy Hutton
  • Vintage Profile: Sean Penn
  • Vintage Interviews: Timothy Hutton – John Schlesinger

Technische Bewertungen beziehen sich immer auf das Alter und das vorhandene Ausgangsmaterial!

Wie immer möchte ich mich für eure Aufmerksamkeit bedanken und hoffe wir lesen uns bei meinem nächsten Review wieder.

(Marc Maurer)

©Bilder und Medium zur Verfügung gestellt von Ofdb – Alle Rechte vorbehalten.

 

 

 

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