Wenn die Grenzen zwischen Erdachtem und dem echten Leben verschwimmen und sich das eigene Schicksal unaufhaltsam in ein Drehbuch verwandelt, entsteht tiefgründiges Kino. Mit „Bitteres Fest“ startet an diesem Donnerstag das neueste Meisterwerk des spanischen Ausnahmeregisseurs Pedro Almodóvar in den deutschen Kinos. Wir verraten euch, warum dieser Film eine faszinierende Reise in die Abgründe der künstlerischen Inspiration bietet und wie er auf kunstvolle Weise mit dem Konzept der Autofiktion spielt.
Der legendäre Filmemacher kehrt nach seinen Ausflügen ins englischsprachige Kino zu seinen spanischen Wurzeln zurück und liefert ein enorm vielschichtiges Werk ab. In der Hauptrolle brilliert Leonardo Sbaraglia als krisengeschüttelter Regisseur, während Bárbara Lennie als sein fiktives Alter Ego eine herausragende Leistung zeigt. Ergänzt wird das erstklassige Ensemble durch bekannte Gesichter wie Aitana Sánchez-Gijón und Victoria Luengo. Optisch besticht das Werk durch die gewohnt kräftigen Farben und stilvollen Ausstattungen, für die Almodóvar weltweit gefeiert wird. Ein verschachteltes, emotionales Kinoerlebnis, das noch lange nachklingt.
Inhalt: Der einst gefeierte Filmemacher Raúl (Leonardo Sbaraglia) steckt im Jahr 2026 in einer schweren kreativen und persönlichen Krise. Seit mehreren Jahren hat er keinen einzigen Film mehr gedreht. Nun quält er sich mühsam mit einem neuen Drehbuch herum, das den Arbeitstitel „Bitteres Fest“ trägt. Darin verarbeitet er nicht nur seine eigenen tiefsten Ängste, sondern bedient sich auch rücksichtslos an den Schicksalen seines engsten Umfelds, insbesondere an den privaten Erlebnissen seiner treuen Assistentin Mónica.
Seine erdachte Geschichte verlagert er in das Jahr 2004 und rückt die ehemalige Regisseurin Elsa (Bárbara Lennie) in den Mittelpunkt. Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter flüchtet sich Elsa verbissen in ihre Arbeit als Werbefilmerin und ignoriert ihre seelischen Schmerzen, bis sie unter schweren Panikattacken zusammenbricht. Eine Auszeit auf der kanarischen Insel Lanzarote soll ihr helfen, den dringend nötigen Abstand zu gewinnen. Dort beginnt sie, an einem alten Manuskript zu schreiben. Je weiter Elsa in ihrer Geschichte voranschreitet, desto mehr überlagern sich ihre fiktive Welt und Raúls harte Realität. Die beiden Zeitebenen verschmelzen zunehmend zu einem unzertrennlichen Geflecht aus Leid, Kunst und Selbsterkenntnis.
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