Die in a Gunfight – DVD Review | Constantin Film | 12.12.2021

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Am 14. Oktober 2021 kam „Die in a Gunfight″ auf DVD und Blu-ray in den Handel und wir haben das Review dazu:

Ein Mann und eine Frau, die sich an sich lieben, aber jede Menge Hindernisse überwinden müssen, in der Hoffnung, dass ihre Beziehung dies aushält. Dieses sogenannte Romeo & Julia Thema gab es schon sehr oft und wird heute auch noch immer wieder gerne verwendet. Ein Thema, welches die Drehbuchautoren Andrew Barrer und Gabriel Ferrari schon seit 2010 verfilmen wollten. Doch am Ende dauerte es tatsächlich 10 Jahre, bis die beiden den Film sogar mit Starbesetzung wie Travis Fimmel, Alexandra Daddario, Justin Chatwin, Diego Boneta und Emmanuelle Chriqui, zum Leben erweckten. Zwar war das Drehbuch in Hollywood ungeheuer beliebt, das Ergebnis wurde aber von Zuschauern und Kritikern gleichermaßen zerrissen. Doch ist „Die in a Gunfight“ wirklich so mies wie es überall heißt? Wir haben den Film getestet und können es euch ganz genau sagen.

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Story:

Ben und Mary gelten jeweils als das schwarze Schaf in ihrer Familie. Einst waren sie ein Paar und das, obwohl ihre Familien erbitterte Feinde sind und dies alles andere als duldeten. Nun nach Jahren der Trennung, treffen Ben und Mary nicht nur wieder aufeinander, auch ihre Liebe entflammt erneut, sodass sie endlich Nägel mit Köpfen machen und heiraten wollen. Nun setzten beide Familien alles daran, die Hochzeit zu verhindern und schrecken auch nicht davor zurück, Killer einzusetzen. Für Ben und Mary beginnt ein wildes Abenteuer.

Eindruck:

Oh man was für ein Film und das meine ich leider nicht im positiven Sinne. Irgendwie weiß „Die in a Gunfight“ auch gar nicht so recht, was er eigentlich sein will. Er ist zu albern, um als ernsthafter Thriller rüberzukommen, aber zu ernst, um eine Komödie zu sein. Drama passt auch irgendwie nicht. Action gibt es zwar, aber zu wenig, um ein Actionfilm zu sein und um als Liebesfilm zu gelten, springt irgendwie zu wenig der Funke über. Es wirkt, als ob man einfach alles in eine Schüssel geworfen und gehofft hat, dass irgendwie was Ordentliches dabei rumkommt.

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Zumindest kann man sagen, dass der Film bei einem eher geringen 4 Mio. Budget, was heutzutage als absolutes Low Budget bezeichnet wird, durchgehend hochwertig in Szene gesetzt wurde und er damit den Hochglanzproduktionen in nichts nach steht. Der Cast ist ohne Frage namhaft besetzt, aber so richtig positiv kommen sie nicht in Erscheinung, zumal in Sachen Screentime keiner so richtig rausragt. Alle haben irgendwie nur Nebenrollen, wo jeweils jeder seine eigene kleine Storyline hat, die im Verlauf dann zusammen kommen. Dummerweise ist keine der Storylines interessant genug, um irgendwelche Spannung aufzubauen.

Einige Darsteller wie Travis Fimmel und Justin Chatwin neigen zu einem so extremen Overacting, dass es wirkt, als hätten sie vorher mal eben ne Runde Koks geschnüffelt. Und dann kommen wir zu Diego Boneta und Alexandra Daddario, beide sollen hierbei ein Liebespaar spielen, aber eine romantische Chemie zwischen den beiden ist praktisch nicht vorhanden. Man merkt sogar bei einer Filmkussszene, dass die beiden sich nicht wirklich mögen. Es wirkt eher so, als würden sich zwei Geschwister küssen. Wobei man auch noch gleichzeitig denkt, dass Daddario den Boneta auch noch versucht beim Kuss wegdrücken, weil sie kein Bock auf ihn hat. Gerade so eine mangelnde Chemie sorgt dafür, dass die beiden einem schlichtweg egal sind. Dadurch wird keinerlei Spannung erzeugt und ihre Liebesgeschichte mutiert zu einer Story über zwei verzogene Kids, die ständig von ihren Eltern einen drüber kriegen und deswegen rein zufällig zusammen sind.

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Dazu gibt es viele einfach nur verrückte und sinnfreie Szenen. Seien es Comicsequenzen, um die Charaktere vorzustellen, im Studiostyle in den Sonnenuntergang fahren, „Natural Born Killers“ lässt grüßen, oder einfach mal ein paar Charaktere zeigen, die sich prügeln oder anschreien. Alles ist over the top und definitiv zu viel des Guten. Hier wäre weniger mehr gewesen, indem man sich auf das Wesentliche konzentriert und nicht gefühlt 1000 verschiedene Styles in den Film gemischt hätte. Leute wie Guy Ritchie und Quentin Tarantino bekommen das hin, aber hier war Regisseur Collin Schiffli merklich mit allem überfordert. Die etwas mehr als 90 Minuten Laufzeit fühlen sich nach wenigen Minuten bereits an wie eine Ewigkeit. Selten sieht ein Smartphone zum Spielen, während nebenbei ein Film läuft, so verführerisch aus wie hier.

Bild:

Das Bild hat zwar diverse Farbfilter als Stilmittel, aber ist ansonsten ist es sehr hochwertig. Das Bild ist durchgängig sauber, es war keine Pixelbildung und kein Rauschen auszumachen. Dabei ist die Schärfe auf einem sehr hohem Niveau. Ich habe schon Blu-rays mit schlechterem Bild gesehen.

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Ton:

Der deutsche und der englische Ton liegen jeweils in Dolby Digital 5.1 vor, beide Tonspuren sind auf gleichem Niveau und haben es wirklich in sich. Viel Kraft, sehr gute Bässe und einen sehr guten detaillierten Raumklang, der die Details von allen Seiten wieder gibt.

Extras:

  • Making Of
  • Trailer
  • Geschnittene Szenen

Das Bonusmaterial besteht aus einem 10-minütigen Making of Feature, welches eher recht oberflächlich ist. Dazu gibt es geschnittene Szenen und diverse Trailer. Immerhin besser als gar nichts.

Fazit:

Romeo und Julia mag vielleicht eine zeitlose Story sein, aber hier wurde diese leider mehr schlecht als recht umgesetzt. Man wollte zu viel und versagte dabei auf ganzer Linie. Zu viele Stilrichtungen, ein namhafter Cast, der jedoch keine Emotionen erweckt. Das Ganze wirkt schlichtweg wie ein schlechter Trip. Wer Leben am Limit möchte, kann sich an „Die in a Gunfight“ gern versuchen. Für den Rest, naja immerhin ist die DVD technisch hervorragend.

Hier erhältlich:

(Pierre Schulte)
© Bilder und Trailer: Constantin Film – Alle Rechte vorbehalten!

  • Story 2
  • Bild 9
  • Ton 8,5
Summary

Romeo und Julia mag vielleicht eine zeitlose Story sein, aber hier wurde diese leider mehr schlecht als recht umgesetzt. Man wollte zu viel und versagte dabei auf ganzer Linie.

6.5 Schade

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