Für Fans des zeitreisenden Doktors vom Planeten Gallifrey gibt es momentan beinahe jeden Monat gute Nachrichten, denn nach und nach bringen Pandastorm und Polyband die bislang nicht auf Deutsch erhältlichen Abenteuer der ersten fünf Doktoren synchronisiert auf den Markt. Nachdem Polyband nun die ersten Abenteuer des ersten Doktors komplettiert hat, legt das Label mit „Kriegsspiele“ ein Abenteuer des zweiten Doktors nach – aber nicht irgendeines. Die insgesamt 10 Episoden umspannende Story „Kriegsspiele“ bildet den 50. Handlungsbogen, ist die längste noch erhaltene Storyline der klassischen Serie, beendete einerseits die Ära des zweiten Doktors und war zudem die letzte Storyline, die in Schwarz-Weiß ausgestrahlt wurde. Was die Story indessen zu bieten hat, und wie sich die inzwischen 50 Jahre alten Episoden qualitativ schlagen, klärt die folgende Rezension.
Film:
Kurz nachdem der Doktor (Patrick Troughton – „Das Omen“) mit seiner TARDIS auf einem vom Krieg überzogenen Planeten materialisiert, werden er und seine Begleiter Jamie (Frazer Hines) und Zoe (Wendy Padbury) von deutschen Soldaten gefangengenommen. Schon bald kommt ihnen die britische Armee zur Hilfe, aber auch hier gibt es kein durchatmen, denn kurzerhand wird der Doktor als Spion denunziert und soll hingerichtet werden. Zunächst vermutet der Doktor, dass er sich auf der Erde während des ersten Weltkriegs befindet, doch diese Vermutung hält nur kurz an. Als plötzlich eine Gruppe römischer Legionäre auftaucht wird ihm klar, dass hier etwas ganz anderes im Gange sein muss…

Mit „Kriegsspiele“ bekommen die deutschen Zuschauer zum ersten Mal den zweiten Doktor, gespielt von Patrick Troughton, in einem Soloabenteuer zu sehen. Diese Inkarnation tauchte ja bereits in der Jubiläumsfolge „Die Fünf Doktoren“ sowie in der Storyline „Androiden in Sevilla“ (enthalten in den zweiten Volumen der Abenteuer des sechsten Doktors) auf, die ebenfalls schon seit einiger Zeit in deutscher Sprache erhältlich sind. Bei „Kriegsspiele“ handelt es sich übrigens um das letzte offizielle Abenteuer des zweiten Doktors, welches die damals sechste Staffel der beliebten Serie abschloss. Da der Doktor am Ende dieser Story zwar seine Regeneration beginnt, diese aber nicht abschließt, wurde später die Staffel „6b“ in anderer Form hinzugefügt, so dass der zweite Doktor jenseits der TV-Bildschirme weitere Abenteuer bestehen konnte, bevor er dann in den oben genannten Episoden nochmals für die BBC offiziell in Erscheinung treten durfte.

Bild:

Ton:
Der Ton befindet sich in deutscher und englischer Sprachfassung in Dolby Digital 2.0 auf der Disc. Optional lassen sich sowohl deutsche als auch englische Untertitel hin zuschalten.
Die eigens für diese Veröffentlichung hergestellte deutsche Synchronfassung orientiert sich an der Originalversion und klingt so, als wäre sie ebenfalls in den 1960er-Jahren hergestellt worden, allerdings ohne, dass wir dabei altersbedingte Mängel wie Rauschen, knarzen oder ähnliches zu befürchten brauchen. Die Dialoge sind jederzeit gut verständlich und die Umgebungsgeräusche sind sauber und dynamisch – besser noch, als man es vielleicht annehmen würde. Die Musik klingt ebenfalls sehr stimmig und lässt auch keinen Anlass zur Kritik aufkommen.

Bleibt zu erwähnen, dass man sich auch bei der Übersetzung an eine gewisse Kontinuität hält. So wird die Abkürzung TARDIS hier erneut mit der etwas merkwürdigen Bezeichnung „Trips aufgrund relativer Dimensionen im Sternenzelt“ erklärt, was zwar der seit dem Film gängigen Bezeichnung entspricht, aber irgendwie immer ein wenig lächerlich klingt. Ich persönlich finde es auch gut, dass die Timelords hier weiterhin als Timelords, und nicht etwa – wie bei den älteren Veröffentlichungen der Abenteuer des sechsten und siebten Doktors – als „Zeitwanderer“ bezeichnet werden. Auch die übrigens Sprecher wurden hervorragend besetzt und klingen gleich vertraut, so dass man hier sofort das Gefühl hat, dass das alles so passt und seine Richtigkeit hat.
Extras:
- 3 Easter Eggs (eins pro Disc) (15:56 Minuten)
- Easter Egg (5:52 Minuten)
- The Doctor’s Revisited: The Second Doctor (25:07 Minuten)
- War Zone (36:25 Minuten)
- Shades of Grey (21:46 Minuten)
- Now and then (9:35 Minuten)
- The Doctor’s Composer (17:33 Minuten)
- Sylvia James – In Conversation (8:27 Minuten)
- Talking about Regeneration (24:25 Minuten)
- Time Zones (15:22 Minuten)
- Stripped for Action – The Second Doctor (13:47 Minuten)
- On Target – Malcom Hulke (20:01 Minuten)
- Grussbotschaft von Frazer Hines (0:40 Minuten)
- Trailer: Animated Doctor Who – Der zehnte Doktor (0:49 Minuten)
- Trailer: Doctor Who – Der erste Doktor (1:17 Minuten)
- Bildergalerie (6:33 Minuten)
- DVD-Rom Part: Radio Times Billings, The War Games Sales Literature & SIDRAT Plan
Der Erstveröffentlichung des Abenteuers erfolgt nicht wie angekündigt in drei Teilen, sondern als Komplettset im schicken Mediabook. Obendrein wurde das Mediabook mit einigen Goodies ausgestattet, welche sie in unserem Unboxing-Video genauer unter die Lupe nehmen können.
Hier geht es zum Unboxing-Video des dem Review zugrunde liegenden Mediabooks
Die drei DVD enthalten ebenfalls ein enormes Maß an Bonusfeatures, eben so, wie wir das von Veröffentlichungen der Serie her gewohnt sind. Jede der 10 Episoden wurde mit einem Audiokommentar mit Franz Hines, Wendy Padbury, Philip Madoc, Jane Sherwin, Graham Westeon, Terance Dicks und Derrick Sherwin versehen, die eine enorme Fülle an Informationen und Anekdoten zum Besten geben. Auf der dritten DVD befinden sich dann die zahlreichen Features, die so ziemlich jeden Aspekt der Episode beleuchten, einen Eindruck von den Dreharbeiten vermitteln, und auch auf den (uns noch relativ unbekannten) zweiten Doktor eingehen, der hier seine Abschiedsvorstellung gab. Obendrein gibt es auf jeder der drei Discs auch noch ein sogenanntes Easter Egg zu entdecken – möge die Suche beginnen!

Inhaltlich bekommen wir hier ebenfalls „ganz großes Kino“ geboten. Eine lange und zu keiner Zeit langweilige Story mit dem zweiten Doktor in Bestform. Spannend, wendungsreich und voller Überraschungen bekommen wir hier wieder einmal zu sehen, warum sich „Doctor Who“ (mit einer kleinen Unterbrechung) über fast 70 Jahre hinweg seinen Platz im TV erhalten konnte und seine Fangemeinde permanent erweitert.
Testgeräte:
Philips 55PUS8601/12
Panasonic TX-L47ETW60
Denon dbt-3313ud
Sony BDV-N9200WB
(Michael Speier)
©Bilder und Trailer Polyband – Alle Rechte vorbehalten!