Hanna: Staffel 3 – Streaming Review | Amazon Original | 19.01.2022

Hanna Staffel 3 Streaming Review Artikelbild

Seit kurzem kann man „Hanna: Staffel 3“ auf Amazon Prime sehen und wir haben das Review dazu:

Die Serie „Hanna“, basierend auf dem Film „Wer ist Hanna“, sollte einst das große neue Prestigeprojekt von Amazon werden. Stark beworben trat sich aber schnell Ernüchterung ein, denn nicht nur war die Serie sehr langatmig, mit sehr anstrengenden Charakteren, sondern konnte auch nicht die erhofften Klickzahlen generieren. Nun hat Amazon die Serie nach der dritten Staffel beendet, wobei die Macher kurz nach der Absetzung verkündeten, dass die Serie von Anfang an auf drei Staffeln ausgelegt war. Die Frage ist nur, kann die dritte Staffel endlich mal richtig überzeugen? Wir haben diese für euch getestet und können es euch ganz genau sagen.

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Story:

Nachdem Hanna das Utrax Programm bestanden hat, werden sie und ihre Mitschüler wieder in die Welt hinausgelassen, wo diese andere Jugendliche töten sollen. Jugendliche, die das Potenzial haben die Zukunft zu verändern. Hanna macht Utrax aber einen Strich durch die Rechnung als sie anfängt, die Jugendlichen zu beschützen. Zusammen mit Marissa liefert sie sich eine alles entscheidende Schlacht gegen Utrax.

Eindruck:

Die finale Staffel besteht aus 6 Folgen mit einer Laufzeit zwischen 44 und 53 Minuten und ist wie die Staffeln davor durchgängig erzählt. Tatsächlich liefert man hierbei die beste Staffel der Serie ab. Aber dazu muss man sich erstmal durch eine unterirdische erste Folge quälen. Wie so oft in letzter Zeit, wirken die Teenager hier sehr depressiv und melancholisch und natürlich auch sehr missverstanden und rebellisch. Diese Art der Darstellung ist inzwischen sehr anstrengend geworden. Man kann froh sein, dass Hauptdarstellerin Esme Creed Miles hübsche Rehaugen und entsprechend eine ordentliche Ausstrahlung hat.

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Klar, die Kids sind meist trainierte Killer und entsprechend nicht gerade die fröhlichsten Teenager. Anstrengend ist das Ganze aber schon. Dies trifft ganz besonders auf die erste Folge zu, wo alle noch aufeinander rumhängen und sich ständig anzicken. Auch mit der Logik sollte es man nicht so genau nehmen. Zwar wissen wir dank Friday for Future, dass Teenies etwas bewegen können, aber, dass direkt eine Geheimorganisation anfängt Teenies wegzutöten und das nur, weil sie das Potenzial haben, die Welt zu verändern, ist schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Zumindest wenn es um Europa oder die USA geht, wo die Serie spielt. Kann man dies alles aber ausblenden, bekommt man ab Folge zwei einen guten Actionthriller im Stile von Bourne geboten.

Tatsächlich bietet die Staffel mehr Action, als die ersten beiden Staffeln zusammen. Hanna prügelt und ballert sich hier klasse durch die Gegnerwellen. Dabei fühlt sich dies alles an, als ob man mittendrin ist, ohne aber die Übersicht zu verlieren, wie z. B. in den Bourne Filmen, wo man zu viel mit der Kamera geschüttelt hat. Das Ganze ist schnell und hart dargestellt und auch relativ realistisch. Wobei die Kids, die sie beschützt, stellenweise auch anstrengend sind, da sie meinen alles zu hinterfragen und diskutieren zu müssen, bis soviel Zeit vergeht, dass die Bösen Buben sie dann entdeckt haben und dann ist das Gejammer natürlich groß, als ihnen die Kugeln um die Ohren fliegen.

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Optisch merkt man aber nicht, dass es sich hier um eine Serie handelt. „Hanna: Staffel 3“ hat schon etwas von Kinoniveau. Nicht nur die Action, sondern auch die verschiedenen Schauplätze in Europa sehen richtig gut aus und da die Serie auch direkt multilingual gedreht wurde, sorgt es auch für eine realistische, internationale Atmosphäre. Ray Liotta als neuer Bösewicht ist optisch kaum wiederzuerkennen. Gefühlt waren da wohl ein paar Schönheits OPs zu viel, aber trotzdem schafft er es immer noch, eine ungeheure Präsenz an den Tag zu legen und gibt hier einen klasse Bösewicht ab.

Im letzten Drittel der Staffel überschlagen sich dann die Ereignisse. Jetzt fängt man tatsächlich an, mit den Charakteren und der hanebüchenen Story mitzufiebern. Es wird dramatisch, wendungs- und noch mal so richtig actionreich. Das Finale selbst ist überaus spannend gemacht mit einer stimmigen Atmosphäre, die durch aufregende Action ergänzt wird. Das Ende an sich ist auf eine Art sehr konsequent, aber gleichzeitig auch irgendwie harmlos und damit ohne großen Knall. Einen Cliffhanger gibt es zwar nicht, aber gleichzeitig ist es auf eine Art offen genug, dass mal locker hätte noch weitere Staffeln darauf aufbauen könnte. Wobei man mit diesem Ende auch sehr gut leben kann.

Fazit:

Unglaublich, trotz Logiklöcher, trotz stellenweise nervigen Teenies liefert die dritte Staffel von Hanna tatsächlich die beste Staffel der Serie ab, sodass sich die Frage stellt, warum nicht gleich so? Die Action und die Atmosphäre sind richtig klasse. Man merkt jetzt heißt es alles oder nichts. Die Erzählgeschwindigkeit ist noch mal deutlich höher, wobei man sich immerhin noch durch eine miese erste Folge durchquälen muss. Das Serienende ist ordentlich ohne aber groß herauszuragen. Schon schade, dass man erst mit der letzten Staffel sein Potenzial ausschöpft.
Amazon bietet die Serie auch in 4k an.

Hier erhältlich:

  • Hanna: Staffel 3

(Pierre Schulte)
© Bilder und Trailer: Amazon Original – Alle Rechte vorbehalten!

Bewertungen: 4.9 / 5. 518

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