Hard Powder – Blu-ray Review | Studiocanal

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Hard Powder Review bd CoverHollywood ist dafür bekannt, von ausländischen Filmen, eigene Remakes zu verfilmen. So zum Beispiel von den französischen Filmen: „Die Besucher (1992)“, „Taxi (1998)“ und zuletzt von „Ziemlich beste Freunde (2011)“. Im Fall von „Hard Powder“ kommt das Original mal nicht aus Frankreich, sondern aus Norwegen. Deutscher Titel „Einer nach dem anderen“ aus dem Jahr 2014 von dem norwegischen Regisseur Hans Petter Moland. Moland ist es auch selbst, der bei „Hard Powder“ Hand anlegte und somit sein eigenes amerikanisiertes Remake drehte. Wobei ihm diesmal natürlich wesentlich mehr Geld aus Hollywoods Quellen zur Verfügung stand, als bei dem Vorgänger. Dies hatte nach Molands eigener Aussage ihn aber nicht dazu verleiten lassen, aus seinem Film, einen von diesen Hochglanz Filmen im Stile Hollywoods zu machen. Und so präsentiert uns Moland „Hard Powder“ in einem ähnlichen, dreckigen Look wie sein Original. Dennoch war die eingesetzte Technik natürlich wesentlich hochwertiger. Was man im Vergleich zum Original auch sieht. Mehr Budget zu haben, hat auch seine Vorteile, sei es bei der Technik und besonders bei den Darstellern.

Story:

Hard Powder Review Szenenbild001„Bürger des Jahres“ – diese Ehre wird Nels Coxman, seines Zeichens der Schneepflugwart / Fahrer des Skigebiets Kehoe in Colorada, zu teil. Die Feierlichkeiten sind noch nicht mal richtig verdaut, so müssen Coxman und seine Frau im Leichenschauhaus ihren toten Sohn Kyle identifizieren. Eine Überdosis Heroin soll die Todesursache gewesen sein. Niemals hat sein Sohn Drogen genommen, da ist sich Coxman sicher, doch niemand glaubt ihm. Für die Polizei ist Coxmans Sohn nur ein weiterer toter Drogenjunkie. Während seine Frau an einem Nervenzusammenbruch leidet, verfällt Coxman in eine Lethargie und ist drauf und dran, sich das Leben zu nehmen. Doch während er sich in seiner Schneepflughalle darauf vorbereitet, in die ewigen Jagdgründe zu scheiden, humpelt ihm aus dem Lagerraum sein Arbeitskollege Kyles vor die Füße. Dieser beteuert, dass Kyle nichts mit der Sache zu tun hatte. Coxman will einen Namen und den bekommt er auch, Speedo. Angetrieben vor Rache, aber dennoch ziemlich planlos, begibt sich Coxman zu der Adresse, an der er Speedo finden kann. Speedos Stündlein hat geschlagen, doch Speedo ist nur die Spitze des Eisbergs und einer von vielen Namen, die bald auf einem Grabstein zu finden sein werden.

Fazit:

Wen ruft man bei Entführungsfällen oder Rachegelüsten? Natürlich Liam Neeson! In „Hard Powder“ geht er auf die Hatz nach den bösen Jungs, die seinen Sohn auf dem Gewissen haben. Dabei läuft erwartungsgemäß nicht alles glatt und so präsentiert uns Moland einen Haufen skurriler Momente, in der Eiswüste von Kehoe. Umso länger der Film läuft, desto mehr gewinnt man den Eindruck, dass Moland ein Fan der Gebrüder Coen sein muss und da besonders von einem ihrer Filme. Na wer weiß es? Natürlich lautet die Antwort: „Fargo“. Das Setting, der Look, die skurrilen Figuren und Momente, immer wieder ertappt sich der Filmkenner dabei, an Fargo zu denken.

Hard Powder Review Szenenbild002Die erste Halbzeit funktioniert auch mit dem aus „Fargo“ bekannten Schema richtig gut. Ab der Hälfte beginnt Moland aber, immer mehr Nebenfiguren eine kleine Charakterzeichnung zu verpassen, die leider völlig verpufft. Diese Figuren bringen weder die Story voran, noch schaffen sie einen Twist für das Ende. Und das, obwohl sich gerade eine der Szene geradezu angeboten hätte. Auch die vielen kleinen Nebenplots ziehen den Film eher in die Länge, als dass sie diesen spannender oder interessanter gestaltet hätten. Ebenso der Spannungsbogen, der für das Finale aufgebaut wird, leidet unter einigen Längen. Und so verblassen mit Beginn der zweiten Halbzeit die guten Ansätze. Der Film stürzt jetzt zwar nicht ab oder wird richtig schlecht. Dennoch kann der Film nicht mehr an den guten Anfang anschließen und auch das Ende ist dadurch eher nur noch durchschnittlich und schafft es nicht mehr, den Zuschauer so richtig zu packen.

Somit sitze ich etwas zwischen den Stühlen, bis zur ersten Hälfte würde der Film eine Wertung im Bereich einer 4 bis 4,5 bekommen. Umso enttäuschender ist es, dass der Film vom guten Start dem Durchschnitt entgegen schliddert. Was hätten dem Film ein paar Straffungen und Szenenstreichungen doch gutgetan. Nun ist es leider wie es ist und somit kommt der Film bei mir auf eine Wertung von noch guten 3 Punkten.

Hard Powder Review Szenenbild003Eine Sichtungsempfehlung kann ich trotzdem allen Liam Neeson Fans aussprechen. Wer Neeson mag, wird auch diesem Film etwas abgewinnen können. Für mich war es zumindest interessant zu sehen, wie sich Liam Neeson in einem Film gibt, der dem Stil von „Fargo“ und dem Stil der Gebrüdern Coen ähnelt. Von deren Qualität ist Regisseur Moland zwar im Moment noch ein ganzes Stück entfernt, dennoch sehe ich da einiges an Potential. Dadurch könnte es interessant sein zu beobachten, wie sich Moland weiterentwickelt. Denn trotz der durchschnittlichen Wertung hatte der Film wirklich gute Ansätze. Und auch der gute Liam hat mir wieder sehr gut gefallen.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Bild:

Das Bild ist jetzt so eine Sache, während die Außenaufnahmen tadellos sind, findet sich in dunklen Szenen eine Körnung vor, gerade in der Discoszene ist diese sehr auffallend. Ich empfand es sogar schon als störend. Mit der heutigen Technik sollte diese Körnung eigentlich nicht auftreten, da die Außenaufnahmen alle durchwegs gut sind. Daher vermute ich bei dem Einsatz der Körnung, eine Art von Stilmittel. Im Zusammenspiel mit dem Schwarzwert, kann auch dieser nicht brillieren. Wobei ich die Körnung in Verdacht habe, den Schwarzwert zu stören und ihn eher dunkelgrau wirken zu lassen. Diese beiden Punkte führen somit zur Abwertung, wobei die Farben und Schärfe keinerlei Anlass zur Kritik geben. In der Eiswüste blinkt jedes farbige Teil geradezu aus dem Bild.

Ton:

Hard Powder Review Szenenbild004Studiocanal verwöhnt uns mal wieder mit Dolby Atmos Ton auf der englischen und auch der deutschen Tonspur. Eines der Dinge, wo sich so manch großes Studio mal eine Scheibe abschneiden sollte. Die Dialoge sind hervorragend zu verstehen und auch wenn es mal zur Sache geht, muss man nicht wie ein Discjockey mit der Fernbedienung hantieren, um die Lautstärke runter zu regeln, bevor die Nachbarn aus dem Bett fallen. Es handelt sich hier um eine wirklich gute und ausgewogene Abmischung.

Extras:

  • geschnittene Szenen
  • Interview mit Liam Neeson
  • Interview mit Hans Petter Moland
  • Featurette „Willkommen in Kehoe“
  • Trailer

Das Bonusmaterial bietet Standard-Kost, ein paar geschnittene Szenen und Interviews, bei denen man jetzt nichts verpasst hat, wenn man diese nicht gesehen hat. Das Featurette bietet dafür einen interessanten Aspekt. Dort geht man darauf ein, wie das Team, das schon das Original filmte, es nun empfand, den gleichen Film nochmals zu drehen.

(Marc Maurer)

©Bilder, Trailer und Medium zur Verfügung gestellt von Studiocanal – Alle Rechte vorbehalten.

 

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