Justice League: Snyder Cut – Streaming Review | Warner Bros. (zu sehen auf Sky) | 22.03.2021

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Seit dem 18. März 2021 ist der Film „Justice League: Snyder Cut“ auf Sky online und wir haben für alle Interessierten das Review dazu:

Durch einen Schicksalsschlag war Kultregisseur Zack Snyder nicht mehr in der Lage, weiter an seinen Film „Justice League“ zu arbeiten. Deswegen holte Warner Bros. als Ersatz Joss Whedon, welcher den Film vollenden sollte. Doch der warf nicht nur den kompletten Film mehr oder weniger über den Haufen, sondern unter ihm herrschte auch alles andere als eine gute Stimmung am Set. Das Ergebnis kennen wir alle, „Justice League“ wurde nicht nur von Fans und Kritikern zerrissen, sondern war ein kommerzielles Desaster. DC Fans weltweit schrien auf, dass sie die Version von Zack Snyder sehen wollen und nach unzähligen Petitionen war es dann so weit. DC genehmigte den sogenannten „Snyder Cut“ und gab Zack Snyder, der sich seitdem etwas erholen konnte, weitere 70 Mio. Dollar, um seinen Film zu vollenden. Nun erschien „Justice League: Snyder Cut“ auf Warners Streaming Sender HBO Max und bei uns exklusiv auf Sky. Wir waren natürlich auch sehr gespannt, wie anders diese Version geworden ist. Wir haben den Film für euch getestet und können es auch ganz genau sagen.

Justice League: Snyder Cut Film 2021 szenenbild Streaming review

Story:

Durch Supermans Tod erwachen die Mutterboxen zum Leben, deswegen kommt auch der Steppenwolf mit seiner Armee auf die Erde. Sein Ziel, alle drei Mutterboxen zusammenzuführen und so das Tor für Darkseid zu öffnen, was das Ende der Welt besiegeln würde. Bruce Wayne versucht nun Menschen mit besonderen Kräften zu vereinen, denn er weiß, nur gemeinsam können sie den Steppenwolf aufhalten. Doch nicht jeder will sich ihm anschließen und bald wird klar, sogar vereint ist der Steppenwolf kaum aufzuhalten und sie müssen einen verzweifelten Entschluss wagen.

Eindruck:

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Whedon Cut nicht so mies fand, wie es überall hieß. Es war halt genau dasselbe Level, wie Marvel inkl. Kopie der typischen Marvel Zutaten, nur mit schlechteren Effekten. Im Grunde also mittelmäßige Unterhaltung. Jetzt bin ich aber auch ein großer Zack Snyder Fan und bisher hat mich kein Film von ihm enttäuscht. Entsprechend waren meine Erwartungen an den Snyder Cut enorm und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. „Justice League: Snyder Cut“ wurde ein episches Fest für Augen und Ohren. Unglaublich, was das für ein Unterschied zum Whedon Cut bietet.

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Snyder sagte ja selbst, dass er keine Szene, die Whedon gedreht hat, in seinen Film übernehmen wird, aber, dass hier wirklich so wenig gemeinsame Szenen auftauchen, hätte wohl niemand gedacht. Man kann wirklich sagen, dass 80 % des Films im Snyder Cut andere Szenen sind, als beim Whedon Cut. Dazu wirken die wenigen gemeinsamen Szenen komplett anders. Nicht nur dank eines überragenden Scores, der so nicht im Whedon Cut zu hören war und der diese Szenen wirklich gänsehautmäßig unterlegt, sondern vor allem auch durch eine unglaubliche Bildersprache. Durch den perfekten Einsatz von Nahaufnahmen und Slow Motion Sequenzen bekommen diese Szenen mehr Wucht und Dramatik geboten, die Whedon selbst durch seine Inszenierung nicht mal annähernd so rüberbringen konnte.

Die Tatsache, dass der Film nun eine Laufzeit von 4h hat, tut der Justice League auch richtig gut. Auch die Aufteilung in Kapiteln passt perfekt. Der Whedon Cut wirkte von Anfang bis zum Ende gehetzt und oberflächlich. Hier im Snyder Cut gibt er jedem Charakter Zeit, sich zu entfalten und auch die nötige Tiefe. Viele Story Entwicklungen ergeben nun auch einen Sinn. Während der 4h Laufzeit gibt es dabei keine Daueraction. Tatsächlich ist der Film relativ ruhig erzählt und die Action an sich ist recht wohldosiert. Aber zu keiner Sekunde sind die 4h langweilig und auch an dem sogenannten „4:3“ Format, was ähnlich wie das IMAX Format ist, womit Snyder gedreht hat, gewöhnt man sich binnen Sekunden.

Nach einem wirklich fulminanten Start der einen fließenden Übergang von „Batman V. Superman“ schafft, entschleunigt Snyder den Film und gibt dem Zuschauer Zeit, sich an die neuen Figuren zu gewöhnen. Sprich Aquaman, Cyborg und Flash. Er gibt ihnen den nötigen Background, damit man als Zuschauer mit ihnen mitfiebern kann. Und hier muss ich sagen, schafft es Snyder, die Charaktere klasse einzufangen und den Ton der Comicvorlage genau zu treffen, dazu wirkt keiner überflüssig. Cyborg als Charakter ist natürlich alles andere als einfach, ich selbst mochte ihn als Teil der „Justice League“ in der New 52 Version eher weniger und sogar bei den „Teen Titans“ mochte ich ihn nicht, aber hier wirkt er nicht wie ein Fremdkörper. Die Tragik, um diesen Charakter, passt super und er fügt sich auf seine Art sehr gut in die Gruppierung ein. Er wirkt nicht wie ein Fremdkörper in der Gruppe der, aufgrund der deutlich besseren Charaktere, untergeht.

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Flash als einer der wenigen Charaktere, die hier für etwas Humor sorgt, passt auch klasse. Er ist halt der nervöse hibbelige Charakter, der viel redet, ohne dabei zu viel nachzudenken. Klar, manchmal ist er etwas anstrengend, aber so ist er auch in der Vorlage und das Schöne ist, er driftet auf seine Art nie ins Alberne ab. Ebenfalls für einen tollen Humor sorgt Jeremy Irons als Alfred. Ähnlich wie bei „Batman V. Superman“ sind seine trockenen Sprüche ein absoluter Genuss und wunderbar charmant. Was natürlich auch dafür sorgt, dass er mit den anderen Helden hervorragend harmoniert. Auch Aquaman schafft es hier komplexer rüberzukommen und seine Darstellung sorgt für einen deutlich besseren Übergang zum Aquaman Film. Er ist halt nicht mehr nur der Sprüche klopfende „Fischmensch“. Der Humor im Snyder Cut ist wohldosiert und wunderbar ernst gehalten. Schließlich ist die komplette Situation, in der sie sich befinden auch todernst. Dabei ist kein Platz, um ständig irgendwelche Sprüche zu klopfen.

Im Verlauf steigert sich der Film mehr und mehr. Nachdem die Charaktere langsam eingeführt wurden, spürt man mehr und mehr, wie viel hier wirklich auf dem Spiel steht und wie sehr es allen über den Kopf steigt. Hier zeigen sich Wonder Woman und Batman als wirklich tolle und sehr komplexe Anführer der Gruppe, dabei sind beide mit Gal Gadot und Ben Affleck absolut perfekt besetzt. Neben den üblichen Helden gibt es tatsächlich auch noch sehr coole Cameos, die nicht nur einfach Fan Service sind, nach dem Motto in die Kamera winken und weg sind sie wieder. Auch diese fügen sich in die Story ein und selbst ein kurzer Auftritt wird total wichtig für den Ausgang der Story.

Toll, wie sich die Story mehr und mehr steigert und was dann im Verlauf an Action aufgefahren wird, ist ganz großes Kino. Okay so manche CGI sieht nicht gut aus, aber ansonsten sind die Szenen im Einklang mit der Musik und damit ein Fest für Augen und Ohren, mit einem verdammt hohen Gänsehautfaktor. Ich habe total mitgefiebert und mitgelitten. Das actionreiche Finale ist komplett anderes, als das, was Whedon gemacht hat. Unglaublich wie weit die beiden auch hier auseinander liegen. Snyder sorgt mit einem recht einfachen Kniff dazu, die Wendung der Schlacht einzuläuten. Was aber auch wohlüberlegt ist, wenn man bedenkt, dass einer der nächsten DC Filme als Grundlage „Flashpoint Paradox“ haben sollte. Die Action selbst ist perfekt choreografiert, wunderbar übersichtlich, tolle Slow Motions und kein Rumgeschüttel mit der Kamera. Dies beweist, dass Synder in Sachen Bildersprache ein absoluter Profi ist. Der Epilog der Geschichte rockt und ist unglaublich heftig gemacht. Damit legt er eigentlich den Grundstein, für den ursprünglich geplanten zweiten Justice League Film, der aber leider nicht mehr kommen wird. Dies ist nach diesem wirklich unglaublichen Ende, eines unglaublichen Films, wirklich schade. Dieser Film verdient es, einen zweiten Teil zu bekommen, aber bitte wieder mit diesem Cast und definitiv nur von Zack Snyder.

Fazit:

Zwischen dem Whedon Cut und dem Snyder Cut liegen Welten. Der Snyder Cut ist ein episches Meisterwerk, bei dem es wirklich ein Genuss ist, 4h lang zuzusehen. Eine atemberaubende Bildersprache und das Ganze unterlegt mit einem meisterhaften Score, machen jede Szene zu einem Genuss. Die Story ist dramatisch und intensiv. Die Charaktere wunderbar komplex und tragisch und gleichzeitig wird der Ton der Justice League Comics in absoluter Perfektion getroffen. Das Einzige, was man dem Film ankreiden kann, ist die Tatsache, dass die CGI bei all dem Budget immer noch sehr schwach aussieht. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen, denn „Justice League: Snyder Cut“ ist einfach ein Epos, wie es sich jeder Comic Fan nur wünschen kann.

Hier bald erhältlich:

(Pierre Schulte)

© Bilder und Trailer: Warner Bros. – Alle Rechte vorbehalten!

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9.7 Spitze

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