Kleo: Staffel 1 – Streaming Review | Netflix Original

Seit kurzem kann man die Serie „ Kleo: Staffel 1“ auf Netflix sehen und wir haben das Review dazu.

Story

Für die Stasi-Agentin Kleo scheint es ein Auftrag wie jeder andere zu sein, in einem Nachtclub in West-Berlin, liquidiert sie gekonnt ihr Ziel. Jedoch wendet sich danach das Blatt, denn sie wird verhaftet und ihre eigenen Leute klagen sie an. Kurz zuvor verbrachte sie mit ihrem Freund noch eine schöne Zeit, doch dann landet sie urplötzlich im Gefängnis. Hier muss sie nicht nur eine schmerzhafte Erfahrung mit den Insassen überstehen, sondern auch einen schmerzhaften Verlust erleben.

Mit der Wende gelangt sie wieder in Freiheit, im Gepäck hat sie viele ungelöste Fragen. Wer oder warum hat ihr das angetan? So macht sie sich auf, die Antworten zu finden. Angefangen bei ihrem Ex-Freund, der mittlerweile neu liiert ist, über ehemalige Kollegen, versucht sie Licht ins Dunkel zu bekommen. Dabei geht sie keineswegs zimperlich vor, um an Antworten zu kommen. Das weckt die Aufmerksamkeit des Polizisten Sven, der in ihr die Lösung eines alten Falls sieht.

Kleo: Staffel 1 – Streaming Review Serie Netflix 2022 Szenenbild
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Eindruck

Die erste Staffel von Kleo beinhaltet 8 Folgen, welche durchgängig erzählt sind. Beeindruckend ist die audiovisuelle Inszenierung, das Setting, die Kulissen, oder auch die Kostüme, spiegeln großartig die damalige Zeit wider. Dazu ein paar gut gewählt Songs und ein origineller, wie eigenwilliger Score, dazu später mehr.

„Kleo“ wird von Jella Haase gespielt, die meisten werden sie als Chantal aus Fack ju Göthe kennen. Sie performt ihre Rolle recht ungewöhnlich, welches auch dem Drehbuch geschuldet ist, auch hierzu später mehr. Dimitrij Schaad spielt den Polizisten Sven und neben vielen anderen Darstellern, sticht Julius Feldmeier als Thilo heraus, dessen Darbietung sehr gelungen ist.

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Fazit

„Kleo“ machte es mir zu Beginn nicht leicht. Wie gesagt, rein optisch gab es nichts zu bemängeln, jedoch nach Sichtung der ersten Folge, war ich eher verstört, denn die Herangehensweise irritierte mich. Mal agieren die Figuren sehr ernst und man hat das Gefühl, es geht in die Richtung Spionage/Rache-Thriller und alles erscheint recht dramatisch, als dann plötzlich die Charaktere total skurril daherkommen. Wie aus dem Nichts wird man mit einem Overacting überrascht, garniert mit dazu passenden Dialogen. Hier verändern sich nicht nur die Darsteller, sondern auch der Score untermalt die Szenerie eher belustigend.

Das musste ich erst einmal sacken lassen. Ich hatte zuerst den Eindruck, man wusste Genretechnisch nicht, wohin die Serie führen sollte. Zufällig las ich ein aktuelles Interview mit Jella Haase, in dem es auch um die Serie „Kleo“ ging. Kurz gesagt, die Herangehensweise zwischen ernst, dramatisch und albern, wie humorvoll, ist volle Absicht. Mit dem Hintergrund ging ich an die weiteren Folgen ran. Zugegeben, es dauerte etwas, bis ich mich mit dieser kontraststarken Genre-Gratwanderung anfreunden konnte, wurde im Nachhinein aber sehr gut unterhalten. Aber, bei der Serie „Kleo“ sollte man trotz vieler ernsthafter Momente, nichts hinterfragen, sei es die Logik der Story, oder die oftmals dünnen Dialoge.

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Auch vermutlich dem Genre-Mix geschuldet, entsteht selten bis kaum Spannung in der Serie, dennoch bietet sie reichlich vielfältige Figuren, die fast alle ihre eigene schräge Skizzierung besitzen. Dadurch ist „Kleo“ neben dem tollen Schauwert sehr abwechslungsreich inszeniert. Das Gezeigte ist kurzweilig, auch mal recht blutig und häufig lustig. Allerdings gibt es auch Szenen, in denen der Humor recht fragwürdig daherkommt. Dieses kann sowohl im Dialog als auch in der Darbietung der Darsteller passieren. In beiden Punkten gibt es Szenen, die das vorherige auf den Kopf stellen und den Zuschauer strapazieren bzw. herausfordern. Ich sage mal vorsichtig, auch wenn man sich mit dieser seltsamen Herangehensweise arrangiert hat, gibt es ab und zu ein paar Sequenzen, in denen man dann doch innerlich den Kopf schütteln wird.

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Daher, bei „Kleo“ sollte man sich bewusst sein, dass die nahezu bizarre Inszenierung und der stetige Wechsel von einer ernsten zur komödiantischen Ausführung, gewöhnungsbedürftig ist. Somit kann ich nur empfehlen, nicht nach der ersten Folge enttäuscht die Serie „Kleo“ zu beenden. Denn hat man erstmal zwei, drei Folgen gesehen und sich mit der eigenwilligen Darstellung angefreundet, dann beginnt das Ganze auch reichlich Spaß zu machen und die Serie „Kleo“ entfaltet eine eigene Faszination. Selten habe ich von dem Bekannten und irgendwie ausgelutschten Verschwörung & Rache Plot, eine so denkwürdige wie mutige Verpackung zu Gesicht bekommen, mit wirklich illustren Figuren, das hat schon was!

„Kleo“ ist ein gewagtes Experiment, aber genau das macht diese Serie eben ungewöhnlich, außergewöhnlich und letztlich schon erfrischend anders.

Hier erhältlich:

(Hartmut Haake)
© Bilder und Trailer: Netflix – Alle Rechte vorbehalten!

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