„Lügen über meine Mutter“: Der Kampf um Selbstbestimmung in der Provinz | Tobis

Lügen über meine Mutter Film 2026

Wenn das eigene Körpergewicht zum ständigen Gesprächsthema der Familie wird und der Ehemann seine eigenen Misserfolge auf die Figur seiner Frau schiebt, wird die Heimat schnell zum erdrückenden Gefängnis. Mit „Lügen über meine Mutter“ startet an diesem Donnerstag die heiß ersehnte Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Daniela Dröscher in den deutschen Kinos. Wir verraten euch, warum Regisseur Aron Lehmann mit diesem Drama ein starkes und zutiefst berührendes Plädoyer für weibliches Empowerment liefert und wie eine Frau in den 1980er-Jahren gegen toxische familiäre Muster aufbegehrt.

Der Filmemacher fängt die Atmosphäre der westdeutschen Provinz mit viel Feingefühl und einem Gespür für subtile Abgründe ein. In der Hauptrolle liefert Rosalie Thomass eine herausragende Leistung als Cornelia ab, deren Ringen um Würde das Publikum absolut fesselt. An ihrer Seite überzeugt Golo Euler als ihr leistungsorientierter und unerbittlicher Ehemann Werner, während die junge Elise Lindner als Tochter Ela die familiäre Dynamik wunderbar komplettiert. Abgerundet wird das starke Ensemble durch erfahrene Darstellerinnen wie Juliane Köhler und Anneke Kim Sarnau. Ein vielschichtiges Kinoerlebnis, das weit über ein persönliches Porträt hinausgeht und gesellschaftliche Erwartungen gnadenlos seziert.

Inhalt: In der vermeintlichen Idylle der westdeutschen Provinz der 1980er-Jahre scheint die Welt der Familie von Cornelia (Rosalie Thomass) und Werner (Golo Euler) nach außen hin in bester Ordnung zu sein. Doch hinter verschlossenen Türen dominiert ein einziges Thema den Alltag: das Körpergewicht der Mutter. Für den ehrgeizigen Werner steht unumstößlich fest, dass seine Frau zu dick ist und zwingend abnehmen muss. Mehr noch – er macht Cornelias Figur direkt für sein eigenes berufliches Stagnieren und seine tiefe innere Unzufriedenheit verantwortlich.

Während die gemeinsame Tochter Ela (Elise Lindner) die zunehmend angespannte Stimmung zu Hause mit wachen Augen beobachtet, wächst der psychische Druck auf Cornelia ins Unermessliche. Sie soll nicht nur dem strengen Schönheitsideal ihres Mannes entsprechen, sondern sich auch den konservativen Erwartungen der Dorfgemeinschaft und der kritischen Schwiegermutter (Juliane Köhler) beugen. Doch anstatt unter der ständigen Kontrolle endgültig zu zerbrechen, beginnt Cornelia nach und nach, sich gegen die unsichtbaren Zwänge zu wehren. Ihr mutiger Kampf um Anerkennung, Würde und das Recht auf den eigenen Körper wird zu einem stillen, aber umso kraftvolleren Akt der Befreiung aus den einengenden Strukturen ihrer Zeit.

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Ab 8. Oktober im Kino.