ARCTIC – Blu-ray Review | Koch Films | 27.11.2019

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Arctic BD CoverStory:

Durch einen Flugzeugabsturz strandet Overgard in der Arktis. Völlig allein und auf sich gestellt, beginnt ein erbarmungsloser Überlebenskampf. Overgard stellt sich der Situation, beginnt seinen Tagesablauf minutiös zu planen, um in der eisigen Kälte zu überleben. So befreit er täglich sein riesiges in den Schnee geschnitzte SOS von der weißen Pracht. In der Hoffnung, dass irgendjemand es entdeckt und ihm zur Hilfe eilt. Mit mehreren Angeln ähnlichen Konstruktionen, versucht er aus dem immer wieder zufrierenden See in der Nähe, an Nahrung zu gelangen. Ebenso der routinierte Versuch, ein Notrufsignal abzusetzen, bestimmt sein immer wiederkehrendes Handeln. Dazu die Umgebung des Flugzeugwracks zu inspizieren, ob vielleicht irgendwo in der Weite der Arktis, ein anderes Lebenszeichen zu entdecken ist.

Als dann plötzlich ein Hubschrauber in der Nähe ist, werden sie auf Overgard aufmerksam. Doch die Witterung meint es nicht gut mit der erhofften Rettung, in dem Schneesturm kommt der Hubschrauber ins Trudeln und stürzt ab. Overgard eilt zu Absturzstelle, den Piloten kann er nur tot bergen, die weibliche Co-Pilotin ist schwer verletzt. Overgard nimmt sie mit in das Flugzeugwrack und behandelt sie notdürftig, doch er weiß, die Zeit läuft gegen sie. Bleibt er auf Hilfe wartend, wird sie sterben. Seine Situation hat sich somit dramatisch verschlechtert, soll er bleiben und auf eine zeitnahe Rettung hoffen. Oder macht er sich mit ihr im Gepäck, auf einen Weg durch die Arktis, eine erbitterte Reise gegen die Naturgewalten, dessen Ausgang ungewiss ist.

Arctic Review Szenenbild001Eindruck:

Survival Filme strahlen eine besondere Faszination aus, reduziert auf den Überlebenskampf aus einer ausweglosen Situation, packen sie den Zuschauer schnell mit einer nachvollziehbaren Geschichte. In diesem Sub-Genre gab es schon großartige Geschichten, frei erfunden oder nach wahrer Begebenheit, fiebert man mit den Protagonisten, in ihrer aussichtslosen Lage mit.

Sei es auf See mit „All is Lost“, gestrandet auf einem Planeten in der „Marsianer“, abgestürzt in eine Felsspalte bei „127 Hours“ oder auch zurückgelassen in „The Revenant“.

Nun geht es mit dem Film „Arctic“ in die eisige Arktis, neben den niedrigen Temperaturen und unerträglichen Schneestürmen, gibt es zudem wenig Nahrung zu finden. Und ohne entsprechende Ausrüstung, ist es eine extreme Herausforderung, dort länger zu überleben.

Joe Penna ist ein Musiker aus Brasilien, der hier seinen ersten Film abliefert. Und das gleich mit einem nicht einfachen Thema, zudem verfasste er auch das Drehbuch und gedreht wurde das Ganze in Island.

Arctic Review Szenenbild002Das er für sein Erstlingswerk „Arctic“ Mads Mikkelsen verpflichten konnte, ist grandios und ein Glücksfall zugleich. Survival Filme stehen und fallen mit der Darstellung der Schauspieler, Mads Mikkelsen bietet hier eine herausragende Vorstellung. Man hört ihn selten Reden im Film, letztlich mit wem auch. Seine Gefühlslage muss der Zuschauer aus seinem Gesicht lesen, hier ist eine starke One-Man-Show gefordert. Und dank eindrucksvoller Mimik und Gesten von Mads, fällt es einem nicht nur leicht seine Emotionen zu erkennen, sondern man durchleidet scheinbar selbst den Kampf gegen die Naturgewalten. Das Ganze wird kameratechnisch imposant eingefangen, im Zentrum von „Arctic“ steht der Charakter Overgard, der mit Gespür und ohne aufgesetzt wirkende Bilder natürlich wiedergegeben wird. Die nicht unwichtigen Landschaftsaufnahmen überzeugen auf ganzer Linie, mal strahlt die herrlich eisige Szenerie in „Arctic“ friedlich und einfach wunderschön. Genauso trostlos, gefährlich und unberechenbar bekommt sie der Zuschauer aber auch zu sehen, mit wahrlich tollen Bildern.

Ebenso beeindruckend ist der Score von Joseph Trapanese („Oblivion“, „No Way Out – Gegen die Flammen“ oder „Robin Hood“), der sich nie aufdrängt, nicht versucht gewisse Bilder aufzuwerten. Der Score ist sicherlich nicht komplett zurückhaltend im Hintergrund angesiedelt, nein er ist schon Präsent und fügt sich dem gezeigten einfach perfekt unter.

Arctic Review Szenenbild004Fazit:

„Arctic“ ist ein Survival-Film, reduziert auf das Nötigste. Gibt es viele Filme dieser Art, die mit Effekten und dem Score zusätzlich Aufmerksamkeit erzeugen? So punktet „Arctic“ mit Realismus und diese Herangehensweise macht ihn fast dokumentarisch. Aber das Konzept geht auf, der Zuschauer wird abgeholt, lebt und hofft quasi auf Rettung mit der tragischen Figur auf der Leinwand. Alles, was man sieht, ist nachvollziehbar und verständlich, nichts wirkt geschönt oder wird um die Dramatik willen hinzugefügt. Die Geschichte wird entsprechend ruhig erzählt, das Tempo bleibt überwiegend gleich, dennoch steigt die Spannung stetig an. Denn wie gesagt, die Thematik wird hier sehr realistisch dargestellt, ohne Effekthascherei, aber gerade das macht „Arctic“ wirklich überzeugend und ebenso einzigartig. Hier hat Joe Penna ausnahmslos einen atmosphärisch dichten und einnehmenden Film abgeliefert, der Dank Mads Mikkelsen, toller Kameraführung und einfühlsamen Score, einen sofort in seinen Bann zieht.

Bild:

Wie angesprochen, die Kameraführung ist mehr als gelungen. Das zu sehende Bild steht dem in nichts nach, zwischen der Schneebedeckten Landschaft gibt es viele Details zu entdecken. Mit toller Schärfe wird die Kleidung von Overgard und auch sein Gesicht abgebildet, wodurch die klimatische Abnutzung eindrucksvoll, gezeigt wird. Der Schwarzwert und Kontrast überzeugen und bieten ein ansprechendes Gerüst für die raue Landschaft.

Arctic Review Szenenbild003Ton:

Auch hier eine exzellente Vorstellung in DTS-HD MA 5.1, sei es das Knirschen des Schnees, der umher tosende Schneesturm, das Rotieren der Hubschrauberblätter, das alles ist imposant in den Raum gestellt. Der Score verteilt sich ebenso gekonnt auf alle Lautsprecher, insgesamt zwar überwiegend eine recht unspektakuläre Vertonung, die aber dem gezeigten entspricht, ohne mit aufgesetzten dynamischen Sprüngen zu beeindrucken. Das würde zu der trostlosen Weite der Arktis eben auch nicht passen, genauso wenig wie zu der Inszenierung des Filmes.

Extras:

  • Trailer
  • Trailershow
  • Mads Mikkelsen
  • Die Story
  • Deleted Scenes

Testequipment:

JVC DLA-X35
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

 

(Hartmut Haake)

©Bilder und Trailer Koch Films – Alle Rechte vorbehalten!

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Hier hat Joe Penna ausnahmslos einen atmosphärisch dichten und einnehmenden Film abgeliefert, der Dank Mads Mikkelsen, toller Kameraführung und einfühlsamen Score, einen sofort in seinen Bann zieht.

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8.0 Gut

Discussion1 Kommentar

  1. Avatar

    Vielen Dank für die Review!
    Liest sich sehr gut und heute habe ich auch das Steelbook bekommen und bin schon auf die Sichtung gepannt 🙂

Kommentare

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