Werner: Beinhart – Blu-ray - Review | Constantin Film | 27.12.2019

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Werner Beinhart 1990 FILM KAUFEN SHOP1990 war das Jahr der „Werner“ Fans und die Comic-Hefte von Rötger „Brösel“ Feldmann, wurden auf der großen Kinoleinwand zum Leben erweckt. Gewappnet mit „Bölkstoff“, die Bier Hausmarke von Werner, stürmten die Fans die Kinos und ploppten im Gleichklang ihre Bierflaschen auf. Ja, es gab mal eine Zeit, in der man auch Bier im Kino genießen durfte und ganz früher sogar rauchen. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind. „Werner: Beinhart“ brachte es bis dato noch auf vier Fortsetzungen. Wie sich nun aber „Werners“ erstes Kinoleinwandabenteuer rund 30 Jahre später schlägt und wie die BD geworden ist, werdet ihr in diesem Review erfahren.

Inhalt:

Eine Autopanne zwingt Pfarrer Adalbert Amen, den Heimweg zu Fuß anzutreten. Auf dieser Nacht- und Waldwanderung beobachtet er auf einer Lichtung das Treiben eines gar merkwürdigen Wesens namens Rumpelstilzichen, diese Info wird sich im Verlauf der Geschichte noch als nützlich erweisen. Szenenwechsel: König „Griesgram der Grobe“ ist ein unlustiger Herrscher, immer auf der Suche nach dem „Lachen“ und so hat er schon so einige Comedians verschlissen. Auch ein friesisches Nordlicht fiel ihm schon zum Opfer. Nun liegt es an Brösel, sich der unleidigen Aufgabe zu widmen, den König zu belustigen. Es hängt immerhin sein Kopf an dieser Aufgabe und wer rennt schon gerne „Kopflos“ durchs Leben. Ein Glück, dass ihm das Stilzchenrumpel, ach ne qutasch, das Rumpelstilzchen erscheint und ihm DEN magischen Stift überreicht, der schon so einige Komiker der Vergangenheit beflügelte. Eine Bedingung ist an diesen Stift geknüpft, Meister Brösel muss dem Rumpelstilzchen genau einen Wunsch erfüllen, egal was es sich wünscht. Da Brösel doch sehr an seiner Birne hängt willigt er ein und sogleich sprießt die Kreativität regelrecht aus Brösels Feder und die Abenteuer vom „Gas-Wasser-Scheiße“ Gesellen Werner kennen keine Grenzen mehr. Nach einigen Hürden, die es noch zu nehmen gibt, scheint letztendlich der Erfolg einzutreten und jede „Schreibblockade“ wird vom „Magic-Pen“ gebrochen. Doch wie immer wird erst am Schluss zusammengerechnet, denn das Rumpelstilzchen wird eines Tages seinen Wunsch einfordern. Gut, dass Pfarrer Adalbert Amen da noch ein Wörtchen mitzureden hat.

(Unterbrochen wird der gesamte Plot immer wieder durch episodenhafte Zeichentrickelemente!)

Werner Beinhart 1990 FILM KAUFEN SHOPMeinung und Wertung:

Ich muss zugeben, dass ich dem Werner Hype seit jeher nicht wirklich gefolgt bin, weniger aus Antipathie, mehr aus Desinteresse. Mir sind zwar die Figuren und der Zeichner ein Begriff und einem dieser Comics habe ich sicher auch schon rumgeblättert, mehr aber auch nicht. Jetzt, zur aktuellen Blu-ray Veröffentlichung, wurde meine Neugier doch mal geweckt und ich dachte mir, dass ich mir recht vorurteilsfrei selbst ein Bild, um den damals gehypten Zeichentrick/Realfilm Mix machen möchte. Besonders interessierte mich, wie der Film mit heutigen Sehgewohnheiten funktioniert.

Der Film besteht aus Versatzstücken, die Zeichentrick-Elemente werden immer wieder von Realszenen unterbrochen, wobei weder die gezeichneten noch real verfilmten Teile irgendwas miteinander zu tun haben. So wie Werner seine Abenteuer erlebt, erlebt auch Brösel seine eigenen. Nach ein wenig Recherche fand ich heraus, dass dieser Mix aus Kostengründen gewählt wurde. Ein reiner Zeichentrickfilm wäre schlichtweg zu teuer gewesen. Dennoch tat dies dem Erfolg des Films im Kino keinen Abbruch, ebenso wenig dem Absatz Brösels eigenen Bieres, das so gut wie in jedem Kino gekauft werden konnte, selbst hier in der Provinz.

Wer die Comics kannte dem dürfte klar sein, dass der Humor nicht auf dem damals allseits bekannten netten und familienfreundlichen Zeichentrickfilmhumor ala Disney und Co. basierte. Wem dies fremd war, der dürfte im Kino wohl etwas geplättet worden sein, da Brösels Humor schon wesentlich „erwachsener“ sowie wesentlich derber und nahe der Fäkalsprache daherkommt. Durch den dürftigen Plot und zusammenhanglosen Zeichentrickszenen fehlt dem Film eindeutig die Konsistenz. Wiederum sehr auffallend war, dass der Film anstatt dieser Konsistenz, eher einen gewissen Lokalkolorit wiederspiegelt und durchweg Fanservice bietet sowie vor eigener Produktplatzierung nur so platzt. Bezüglich des Wortwitzes und Humor muss ich sagen, dass weder die Real- noch die Zeichentrickszenen wirklich glänzen können. Ich vermute mal, dass der damalige „Bölkstoff“ Verkauf im Kino den Promillespiegel so schnell ansteigen ließ, dass das Publikum selbst von einem Standbild begeistert gewesen wäre. Nachdem ich die 93 Minuten Laufzeit über mich ergehen ließ, bin ich sogar davon überzeugt, dass der damalige Erfolg nur anhand eines entsprechend hohen Alkoholwertes zu erklären sein kann.

Werner Beinhart 1990 FILM KAUFEN SHOPFazit:

Mein Fazit: Der Film ist reiner Fanservice, um die Figur „Werner“ egal wie auf die große Leinwand zu bringen. Die Zeichentrickteile haben ungefähr soviel Inhalt wie eine Cartoon Seite in einer Tageszeitung. Die Realteile wiederum unterbrechen die Zeichentrickanteile, um deren Zusammenhangslosigkeit zu verschleiern. Beide Teile sind so gesehen nur ein Alibi für das andere, denn weder der reale Anteil noch der Zeichentrickanteil könnten unabhängig voneinander bestehen. Doch gut ist diese Kombination dann dennoch nicht wirklich und außer ein paar seltenen Schmunzlern, konnte mir der Film auch keine weiteren Emotionen entlocken. Im Gegenteil, für mich war dies ganze Machwerk einmal gar nichts und besonders die notdürftigen Realszenen sind qualitativ und schauspielerisch sehr, sehr mager.  Der Film mag vor rund 30 Jahren funktioniert haben, aber wenn man mit heutigen Sehgewohnheiten und völliger Unkenntnis an diesen Film geht, verliert dieser ungemein. Für den Fan wird oder kann der Film eventuell auch heute noch funktionieren, denn wie bereits gesagt, der Film bietet jeglichen vorstellbaren Fanservice inkl. Produktplatzierungen, angefangen vom Bier selbst. Jeder, der aber bisher keinen Bezug zu „Brösel“ oder seiner Figur „Werner“ hatte, empfehle ich sich eher nach etwas anderes umzuschauen.

Die nachfolgenden Werner Filme dürften meines Wissens nach durchweg Zeichentrickfilme gewesen sein und werden wohl nicht am Manko des Real/Zeichentrickfilm Mix leiden. Ob diese Filme deswegen besser sind, kann ich wiederum nicht beantworten.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Bild:

Das Bild ist für einen rund 30 Jahre alten Film recht ordentlich geworden, dennoch kann er sein Alter nicht ganz verschleiern. Es kommt in dunklen Szenen immer wieder zu Bildrauschen. Dafür können Farben und Kontraste punkten und die Schärfe ist ebenfalls ordentlich, ohne dabei aber zu brillieren. Der Schwarzwert ist ebenfalls recht gelungen, bietet aber noch Luft nach oben.

Werner Beinhart 1990 FILM KAUFEN SHOPTon:

Der Ton liegt einmal in Deutsch DTS-HD HR 5.1 und in Deutsch DD 2.0 vor, dabei sind mir aber keine großen Unterschiede aufgefallen. Was auch nicht verwunderlich ist, da Werner nun nicht wirklich räumliche Effekte bietet und wie allseits bekannt mehr auf Dialoge setzt, die auch immer klar und deutlich zu verstehen waren.

Extras:

  • Audiokommentar

(Marc Maurer)

©Bilder und Medium zur Verfügung gestellt von Constantin Film – Alle Rechte vorbehalten.

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6.0 Für Fans

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