CATS – Blu-ray Review | Universal Pictures | 05.07.2020

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Cats 2019 Film KAufen Shop News Kritik Review TrailerDie viel gescholtene Musical Verfilmung „CATS“ aus dem Jahre 2019 von Tom Hooper („The Kings Speech“, „Les Miserables“) landete nun auch auf meinem Schreibtisch. So gern ich unvoreingenommen an diesen Film gehen wollte, bekam ich dennoch die teils vernichtenden Kritiken mit. Auch wenn ich mich mir immer meine eigene Meinung bilde und mich eigentlich nie im Fahrwasser anderer Kritiken oder Meinungen bewege, war ich dennoch etwas nervös. Gehöre ich doch zu denen, die das Musical von Andrew Lloyd Webber in den 80er in Wien gesehen haben. So gehöre ich als passionierter Katzenbesitzer auch zu denjenigen, die das Musical lieben. Und ehrlich gesagt hätte ich keinerlei Freude daran, wenn man diese Verfilmung, wie so oft gelesen, total vermurkst hätte. Somit ging ich mit einem gehörigen Bauchgrummeln an diesen Film heran. Hat es Tom Hooper vergeigt und die kritischen Stimmen haben recht oder sehe ich das alles etwas anders? Wer die Antwort auf diese Frage wissen möchte, wird diese in den nachfolgenden Zeilen finden.

Cats 2019 Film KAufen Shop News Kritik Review TrailerStory:

Einmal jährlich trifft sich in London eine Katzenschar und feiert den Jellicle Ball. Ein Fest, bei dem eine Katze ausgewählt wird, wiedergeboren zu werden. Alt-Deuteronimus, eine alte und weise Katze, wird diese Entscheidung treffen. Wem soll die Ehre nun zu Teil werden, etwa Jenny Fleckenreich, die alte Gumbie Katze, die in einer Küche lebt? Vielleicht aber auch Bustopher Jones, ein Dandy und Feinschmecker, dick und rund. Es könnte Skimble von der Eisenbahn sein, ein Kater, der sich seit je her um alles rund um Zug und Passagiere kümmert. Ein weiterer Anwärter wäre auch der alte Theater Kater Gus, der schon so unglaublich viel erlebt hat, jetzt aber alt und müde ist. Zuletzt wäre da auch noch die Glamour Katze Grizabella, einst ein gefeierter Star, doch jetzt nur noch ein Schatten ihrer selbst und geächtet von der Katzenschar. Einzig eine junge Katze empfindet Mitleid für den gefallenen Star. Doch es gibt noch einen Kater, der danach strebt aufzusteigen. Der hinterlistige und betrügerische Macavity. So hat dieser auch keine Skrupel davor, alle Anwärter inklusive Alt-Deuteronimus zu entführen. Wäre da nicht der magische Kater Mr. Mistoffelees, der all seinen Mut und Kraft zusammen nimmt und Macavity einen Strich durch die Rechnung macht. Doch eine Frage bleibt offen, wer wird letztlich eine zweite Chance erhalten?

Meinung:

Da ich Kenner des Films und des Musicals bin, möchte ich erstmal darauf eingehen, was ich von dem Musical kenne und was ich nun von dem Film bekommen habe. Fangen wir mit dem Musical an. In dem Musical werden mir alle möglichen Katzen vorgestellt, angefangen vom Kater Munkustrap, dem RumTum-Tiger, Demeter, Jenny Fleckenreich, die weise Katze Alt-Deuteronimus, den Theater-Kater Gus, den magischen Kater Mr. Mistoffelees (der heimliche Held), der Schurke Macavity, Skimble der Eisenbahnkater und noch einige mehr. Die Musical-Darsteller waren super geschminkt und die Kostüme sahen toll aus. Die Songs sind zwar inzwischen etwas gealtert, trotzdem sind sie immer noch für einen Ohrwurm gut. Die Story dreht sich um den Aufstieg einer Katze, welche eine zweite Chance erhält. Bis es soweit ist, bekommt der Zuschauer einen Einblick und eine Vorstellung aller möglicher Katzen, die an diesem Event beteiligt sind.

Cats 2019 Film KAufen Shop News Kritik Review TrailerNun stellt sich die Frage, was der von der Kritik viel gescholtene Film anders gemacht hat, damit man ihn so schlecht bewertete. Wie im Musical stellen sich die verschiedenen Katzen vor und die Wahl beim Jellicle Ball steht ebenfalls an. Die Songs sind die gleichen wie im Musical und wurden auch noch um zwei erweitert. Die Darsteller sehen aus, wie die Musical Darsteller, man erkennt den Menschen hinter der Maske bzw. CGI ebenso wie im Musical. Die Tanzeinlagen sehen wie im Musical ebenfalls sehr gut aus. Tja, irgendwie hat mir der Film genau das gegeben, was das Musical mir schon zweimal gegeben hat. Somit hatte ich rund zwei Stunden fast identische Unterhaltung. Schlussendlich bleibt für mich die Frage offen, was die Kritiker so arg zu bemängeln hatten, dass dieser Film schon als der schlechteste des Jahres 2019 gehandelt wurde. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.

Das soll jetzt nicht heißen, „CATS“ sei frei von Fehlern, das ganz bestimmt nicht. Ein wirklich perfekter Musicalfilm ist zum Beispiel „Greatest Showman“ mit Hugh Jackman in der Hauptrolle. Ich muss zugeben, an diesen reicht „Cats“ bei weitem nicht ran, was wohl auch am Storyaufbau liegt. „CATS“ wirft den Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes in eine Katzenschar. Ohne zu wissen was jetzt anliegt, worum es geht oder was das alles soll, wird dieser erstmal mit etlichen verschiedenen Katzen und deren Vorstellung konfrontiert. Das kann schon zu einiger Verwirrung beim Zuschauer führen, da dieser nicht weiß, was all diese Katzentheater soll bzw. wohin es will. Wie im Musical auch, wird erst im zweiten Akt so richtig klar, wohin die Reise geht und selbst diese Erkenntnis ist nicht sonderlich aufregend. Der Zuschauer bekommt nur die Vorstellung einer Horde Katzen geliefert und eine darf wiedergeboren werden, diese entschwebt am Schluss dann ohne weitere Erklärung. Auch hier muss ich zugeben, ein recht abruptes Ende.

Cats 2019 Film KAufen Shop News Kritik Review TrailerWas das Musical damals hervorhob war die Musik, die Tänze und die Interaktion mit dem Publikum. Dies ließ den Plot in den Hintergrund treten, denn der Zuschauer wurde von den realen Eindrücken mitgerissen. Doch das liegt rund 40 Jahre zurück, das dürfte auch das Hauptproblem des Films sein. Er ist einfach zu spät dran. Das Sehempfinden, der Musikgeschmack und vieles mehr haben sich enorm geändert, doch der Film hält sich strickt an das Musical und versucht, die gleichen Emotionen wie vor zig Jahren, bei einem wesentlich jüngeren Publikum zu wecken. Für mich ist es auch durchaus nachvollziehbar, wenn viele die das Musical nicht kennen, auch nicht mit dem Storytelling etwas anfangen können. Aber auch technisch, leistet sich der Film ein paar Schnitzer, dazu aber später mehr. Von vielen wurde bemängelt, dass die Katzendarsteller anstatt Pfoten, Hände haben. Nun ja, das war im Musical auch so, nur damals störte sich keiner daran. Denn jedem war klar, dass da ein menschlicher Darsteller in der Verkleidung einer Katze steckte. Andere empfanden es als merkwürdig und surreal Menschen zu sehen, die wie Katzen aussehen. Auch hier muss ich sagen, das störte auch damals niemanden, denn es war klar, dass Menschen als Katzen verkleidet die Geschichte erzählen. Es wurde auch der sich verändernde Maßstab bemängelt oder, dass die Katzen Kleidung bzw. Schuhe trugen. Dies zeigt, wie sehr sich das heutige Publikum mit der Umsetzung schwer tut. Natürlich kann man dem Film diese Dinge vorwerfen, dummerweise muss man in Zuge dessen diese auch dem Musical vorhalten. Der Film macht so gesehen nichts groß anders als das Original, außer dem Musical eine größere Bühne zu geben. Und die Geschichte in leicht veränderter Form mit ein paar Extra Szenen, die Andrew Lloyd Weber selbst abgesegnet hat, erneut zu erzählen.

Cats 2019 Film KAufen Shop News Kritik Review TrailerFazit:

Kommen wir zum Fazit: Im Vergleich zu meinen geschätzten Kollegen komme ich, wie man meinen vorigen Worten schon entnehmen kann, zu einer etwas anderen Wertung. So einige Kritikpunkte kann ich nicht wirklich nachvollziehen, denn diese könnte man auch dem Original Musical vorwerfen. Daher zählen für mich die Punkte wie, Hände statt Pfoten, Maßstäbe oder Kleidung nicht wirklich. Wir reden hier immerhin von einem fiktiven Film, wo Katzen singen, tanzen und eine von ihnen gen Himmel fährt, um wiedergeboren zu werden. Also wenn ich das im Musical akzeptieren kann, dann stören mich auch die genannten Kritikpunkte auch im Film nicht. Was nicht heißt, dass ich nicht auch etwas zu kritisieren habe. Tom Hooper hat die Chance verpasst, das Musical im Filmformat bzgl. des Storytellings und der Musik ins nächste Jahrhundert zu hieven. Dadurch das er sich fast schon pragmatisch an das Original hält, hat er wohl vergessen, dass das Publikum nicht in einem Saal sitzt, wo es die Interaktikon mit dem Cast erlebt und die Emotionen spüren kann. Durch das Fehlen dieses Erlebnisses kann das Musical im Filmformat einfach nicht ganz punkten. Ebenso merkt man, dass die CGI an manchen Stellen etwas fehlerhaft bzw. manchmal sogar unausgereift und billig aussieht. Da hätte man definitiv nochmal Hand anlegen müssen. Das Schauspiel, der Gesang und der Tanz des Casts gefällt überwiegend, dennoch bezieht sich Hooper auch hier auf das alte Musical. Dieses damals gewollte und bekannte theatralischen Overacting ist ebenfalls ein Stilmittel vergangener Tage, das es so heute auch nicht mehr gebraucht hätte. Wer das Musical schon live gesehen hat, kann hier gerne einen Blick riskieren. Allen die auch sonst einen Bezug zu Musicals haben ebenfalls. Anderen, die wiederum das Musical nicht kennen und sowas wie „Greatest Showman“ erwarten, könnten eventuell enttäuscht werden. Alles in allem bin ich noch zufrieden mit dem Gesehenen, der erhoffte große Wurf ist der Film zwar leider nicht geworden, ein Totalausfall wie ihn so mancher schon bezeichnete, aber ebenfalls nicht.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Bild:

Das Bild sieht sehr ordentlich aus, die Schärfe, die Farben und die Kontraste wissen zu gefallen und auch der Schwarzwert ist sehr ausgewogen. Dennoch kämpft das Bild ab und an mit der CGI, welche manches mal das Bild etwas weichzeichnet. Ansonsten gibt es an dem Bild nicht wirklich was zu kritisieren.

Cats 2019 Film KAufen Shop News Kritik Review TrailerTon:

Die Auswahl beim Ton ist diesmal das Highlight der BD. Der Ton liegt für Deutsch und Englisch jeweils in Dolby Atoms und nochmal in Dolby TrueHD 7.1 vor. Dabei gibt es einem die deutsche Synchro mit deutschen Liedern und einmal mit deutscher Sprache und englischen Liedern. Dies finde ich hervorragend gelöst, denn nicht jeder mag die Lieder in Deutsch und zieht die englischen vor. Die Dialoge sind trotz vieler musikalischer Einlagen stets verständlich und die Gesangseinlagen füllen das Wohnzimmer, wie ein kleiner Konzertsaal.

Extras:

  • Audiokommentar
  • Die Entstehung von Macavity
  • Die Reise des Regisseurs
  • Vergrößerung
  • Ein bisschen Magie
  • Die Tänzer
  • Das Orchester
  • Die Tanzkunst

Technische Bewertungen beziehen sich immer auf das Alter und das vorhandene Ausgangsmaterial!

Wie immer möchte ich mich für eure Aufmerksamkeit bedanken und hoffe wir lesen uns bei meinem nächsten Review wieder.

(Marc Maurer)

©Bilder und Medium zur Verfügung gestellt von Universal Pictures – Alle Rechte vorbehalten.

 

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  • Story 6
  • Bild 9
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8.3

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