Das letzte Wort - DVD Review | Studio Hamburg Enterprise | 23.06.2020

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Das letzte Wort 1971 Film Serie News Kritik Kaufen Schop FilmDer DDR-Krimi „Das letzte Wort“ aus den Jahren 1970/71 entstand unter der Regie von Wolfgang Luderer. Man bezog sich damals auf einen angeblich authentischen Mordfall, um einen einflussreichen Notar, der auch in Regierungskreisen wandelte. Dieser Fall soll sich Ende der 50 Jahre zugetragen und eine vertuschte Skandalaffäre um illegalen Waffenhandel und Korruption zum Inhalt gehabt haben. Dabei soll die Regierung der BRD mithilfe des M.A.D. (Millitärischer Abschirmdienst) versucht haben, dies zu vertuschen. Wie sich dieser Fernsehkrimi der 70er Jahre aktuell bei mir geschlagen hat, erfahrt ihr wie immer wenn ihr weiterlest.

Story:

An der spanischen Küste möchte Journalist Fred Burger einen Fischer treffen, um von diesen Informationen zu erhalten, doch anstatt diesem findet Burger am Hafen einen halbtoten Mann vor. Diesen schafft er zum ortansässigen Arzt, der ihn an das nächstgelegene Krankenhaus verweist. Zwischenzeitlich wird Burger von der spanischen Polizei verdächtigt, eine goldene Uhr gestohlen zu haben, die dem Fischer gehört, mit dem er sich eigentlich treffen wollte. Sein Alibi über einen schwerkranken Mann zerfällt zu nichts, als der Arzt, zu dem er diesen brachte, sich auf wundersame Weise nicht mehr an Burger erinnern kann. Burger merkt das hier etwas faul ist und verschiedene Personen versuchen, ihn aus Spanien zu vertreiben. Doch Burger findet heraus, dass der Mann, den er gefunden hat, zwischenzeitlich verstorben ist, ein deutscher Anwalt und Notar war, dessen Einfluss bis in die höchsten Regierungskreise reichten. Noch komplizierter wird es, als sich verschiedene Personen an seine Fersen heften und ihm raten, die Finger von dieser Sache zu lassen. Doch Burger wäre kein echter Journalist, wenn er sich so einfach abschrecken lassen würde. Im Gegenteil, jetzt ist sein Jagdinstinkt erst recht geweckt.

Das letzte Wort 1971 Film Serie News Kritik Kaufen Schop FilmMeinung:

Ich muss sagen, ich wurde doch recht gut unterhalten, die Darsteller, allen voran Hannjo Hasse, der den Journalisten Fred Burger spielt, fand ich wirklich sehr gut und auch sein Spiel war sehr authentisch. Weniger authentisch empfand ich die Bewerbung des DDR-Krimis, welcher auf einen authentischen Fall basieren würde. Meinen Recherchen nach konnte ich keinerlei Anhaltspunkte finden, die diese spezielle Story gestützt hätten. Vielmehr fand ich heraus, dass dieses Werk eher ein Anti-West-Propaganda Krimi gewesen sein dürfte. Andererseits nahmen sich die Filmemacher der DDR einer Thematik an, die auch heute noch weltweit aktuell und nicht wirklich weit hergeholt ist. Denn noch immer sind Korruption, Bestechung in Millionenhöhe, Erpressung und Mord, speziell im Waffengeschäft immer noch probate Mittel skrupelloser Waffenschieber. Und wie der Krimi „Das letzte Wort“ zeigt, zieht sich das tatsächlich damals wie heute auch durch Regierungskreise, ohne jetzt ein bestimmtes Land nennen zu wollen.

Lässt man nun Gedanken an Anti-West-Propaganda außen vor, erhält man einen recht gut inszenierten investigativen Krimi. In diesem versucht ein Journalist, trotz der Gefahr selbst ausgeschaltet zu werden, die Hintergründe aufzudecken. Dabei wird er von allerlei Personen behindert, diese scheinen weitreichende Kontakte zu besitzen, die selbst bis zu seinem Chef in der Redaktion reichen. Es gibt aber auch Personen, die Burger in die richtigen Richtungen schieben. Wobei dort mehr der Eigennutzen im Vordergrund steht, anstatt Burger zur Wahrheit zu verhelfen. Die Inszenierung ist recht langsam, teils sogar schleppend gehalten. Es wurde mir zwar bei der Sichtung nicht direkt langweilig, aber es gibt dennoch einige Längen, wo man inbrünstig hofft, dass etwas passiert. Allein bei der ersten der drei Folgen, die im Schnitt eine Stunde dauern, vergingen so manche Szenen gefühlt wie in Zeitlupe. Erst in der zweiten Folge nimmt der Dreiteiler dann endlich mal etwas Fahrt auf. Trotzdem bleibt die Erzählgeschwindigkeit recht gemächlich. Die Schauspieler machen ihre Sache allesamt gut, das Schauspiel liegt auf dem Niveau der westdeutschen Krimis der damaligen Zeit. Der Dreiteiler folgt einer recht sachlichen Erzählweise und verkommt weder in Wortwitz oder Klamauk, wie zum Beispiel gerne in so manchen Edgar Wallace Krimis geschehen ist.

Das letzte Wort 1971 Film Serie News Kritik Kaufen Schop FilmFazit:

Decken wir nun einen anderen Fall auf und zwar der Fall des Fazits: „Das letzte Wort“ ist ein sachlicher, aber wenig spannender Krimi. Dennoch ist es recht unterhaltsam, Hannjo Hasse in seiner Rolle des Fred Burger zu folgen. Durch Cleverness und einigem Wagemut fordert er seine Gegenspieler heraus, auch wenn sein eigenes Leben auf dem Spiel stehen könnte. Die Geschichte selbst folgt dem gängigen Thema der Korruption und Waffenhandel, welche dem normalen Bürger und der offiziellen Gerichtsbarkeit verschwiegen werden sollte. Dabei gibt es wie immer Hintermänner, die sich bereichern und Regierungsbeamte, die entweder involviert sind oder versuchen dies zu verschleiern. Ob sich der Krimi „Das letzte Wort“ wirklich auf einen authentischen Fall bezieht, in dem der damalige deutsche Bundeskanzler selbst Anteil genommen hat oder ob es sich einfach nur um die typische Anti-West-Propaganda Verfilmung der DDR handelt, lasse ich mal dahingestellt. Kurz gesagt mir fehlen dazu die Belege, von daher beziehe ich mich einfach auf einen fiktiven Krimi.

Dieser war Dank seiner wirklich guten Darsteller und Dialoge durchaus in der Lage, mich gut zu unterhalten. Somit geht meine Sichtungsempfehlung an alle Krimi Fans der 60er und 70er. Dabei darf aber kein typischer Krimi im damaligen Westdeutschen Stil ala „Doktor Mabuse“ erwartet werden, es geht eher in Richtung „Stahlnetz“ mit etwas weniger Spannungsmomenten. Dennoch bleibt unterm Strich ein unterhaltsamer Krimi vergangener Tage über, der für so gut wie alle Nostalgie-TV-Fans durchaus geeignet ist.

Habt ihr den Dreiteiler gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Das letzte Wort 1971 Film Serie News Kritik Kaufen Schop FilmBild:

Das Bild der DVD dieser alten Produktion ist überraschend gut geworden. Der Schwarzwert ist bei einer s/w Sendung wohl mit am wichtigsten und enttäuscht hier in keiner Weise, sprich dieser ist wirklich sehr gut geworden. Die Schärfe ist ebenfalls überraschend gut ausgefallen. Trotzdem, wo viel Licht gibt’s auch Schatten und das betrifft in manchen Szenen heftiges Kantenflimmern. Dieses tritt zwar nur Szenenweise auf, ist aber dennoch nicht zu übersehen.

Ton:

Der deutsche Ton liegt DD 2.0 Mono vor, dieser klingt durchwegs gut und die Dialogverständlichkeit ist dauerhaft auf sehr gutem Niveau. Tonfehler oder Rauschen wären mir zu keiner Zeit aufgefallen.

Extras:

  • Trailershow

Technische Bewertungen beziehen sich immer auf das Alter und das vorhandene Ausgangsmaterial!

Wie immer möchte ich mich für eure Aufmerksamkeit bedanken und hoffe wir lesen uns bei meinem nächsten Review wieder.

(Marc Maurer)

©Bilder und Medium zur Verfügung gestellt von Studio Hamburg – Alle Rechte vorbehalten.

 

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  • Story 6
  • Bild 7.5
  • Ton 8
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Summary
7.2 Awesome

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