Du sollst nicht lügen - Staffel 1 – Blu-ray Review | Eye See Movies | 16.02.2021

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Am 18. Februar 2021 kommt „Du sollst nicht lügen – Staffel 1″ auf Blu-ray und auf DVD  in den Handel und wir haben das Review dazu:

Story

Laura Hoffmann blickt auf das Ende einer langen Beziehung mit dem Polizisten Tim Bontrup zurück, die sie zudem noch nicht restlos verarbeitet hat. Als der Chirurg Hendrik Voss seinen Sohn zur Schule fährt, spricht er die Lehrerin Laura auf ein Date an. Etwas zögerlich nimmt sie es dennoch an. Beide gehen gemeinsam essen, danach begleitet Hendrik Laura noch nach Hause. Gerade will er sich ein Taxi rufen, da bemerkt er, der Akku seines Handys ist leer. Laura bittet Hendrik mit rein, um ihm ein Taxi zu rufen, doch darauf muss er länger warten. So unterhalten sich beide, öffnen eine Flasche Wein und kommen sich schnell näher.

DU SOLLST NICHT LÜGEN (Staffel 1) Serie 2021 Blu-ray DVD Review shop kaufen Szenenbild
Titel: Du sollst nicht lügen; Person: Barry Atsma; Felicitas Woll; Fotograf: Christine Schröder; Bildredakteur: Susanne Karl-Metzger; © Seven.One Entertainment Group GmbH

Doch der nächste Morgen birgt für Laura eine Überraschung. Sie kann sich an nichts mehr vom gestrigen Abend erinnern. Allerdings eines scheint ihr klar zu sein, sie wurde vergewaltigt. Hendrik dagegen ist genauso überrascht und bestreitet die Tat. Er beteuert, alles sei harmonisch und einstimmig geschehen. Laura ist sich allerdings sehr sicher und zeigt Hendrik an, welcher natürlich alles bestreitet und Angst um seinen Ruf hat. Doch nach und nach kommen Dinge aus der Vergangenheit zum Vorschein, die weder Laura noch Hendrik helfen.

Eindruck

Der deutsche Regisseur, der für seinen Kurzfilm „Spielzeugland“ Oscar prämiert wurde, zeigt uns mit „Du sollst nicht lügen“, ein Remake der Mini-Serie „Liar“.

In seiner Neuerzählung der Mini-Serie, holte er für die Hauptrollen Felicitas Woll (Laura), Barry Atsma (Hendrik), Friederike Becht (Vanessa) und Sönke Möhring (Tim) an Bord. Felicitas Woll spielt ihre Rolle sehr emotional und eindringlich, Barry Atsma dagegen performt seine Figur sehr reserviert und gelassen. Man nimmt ihm seine Unschuld einfach ab. Der Cast um die beiden herum ist gut besetzt, alle gehen in ihren Charakteren auf und bereichern somit die Geschichte.

Die Inszenierung ist mit diversen Rückblenden versehen, aus der Sicht von Hendrik, sieht alles harmlos und einvernehmlich aus. Laura erwacht am nächsten Morgen und kann sich an nichts erinnern, findet nur ihren Slip neben dem Bett und eine Nachricht von Hendrik auf ihrem Handy. Der Zuschauer wird geschickt von beiden Seiten gefüttert, mal schwenkt die Sympathie in Richtung Laura, dann wechselt sie zu Hendrik. Die Story nimmt zunehmend an Fahrt auf, ohne dabei temporeich zu wirken. Das ist gut gemacht und vermittelt eine realistische Wirkung. Die Location mit Cuxhaven, wie teilweise Hamburg, passt. Das nordisch Kühle erzeugt eine adäquate Stimmung und zeigt außerdem gut eingefangene Bilder.

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Titel: Du sollst nicht lügen; Person: Sönke Möhring; Felicitas Woll; Fotograf: Christine Schröder; Bildredakteur: Susanne Karl-Metzger; © Seven.One Entertainment Group GmbH

Fazit, „Du sollst nicht lügen“ bietet von der Story her spannende Unterhaltung. Die Herangehensweise mit den zeitlichen Ebenen in Form von Rückblenden, offeriert dem Zuschauer immer mehr von dem Abend, an den sich Laura nicht mehr erinnern kann. Der Regisseur streut behutsam Häppchen für den Zuschauer, nicht nur, um ihn den vermeidlichen Abend näherzubringen. Das erzeugt richtig Spannung, da der Zuschauer dadurch angeregt wird, mit zu rätseln, denn wer von beiden sagt nun die Wahrheit? Man betrachtet Laura in ihrer Situation, wie sie hilflos erscheint und ihr scheinbar keiner Glauben schenkt. Dann sieht man dagegen den charmanten Hendrik, mit seinem ehrbaren Beruf und als liebevollen Vater gilt. Der Zuschauer wird geschickt manipuliert, nachdem Prinzip, nichts ist wie es scheint, oder etwa doch?

Die Inszenierung von „Du sollst nicht lügen“ macht vieles richtig, baut einen guten Spannungsbogen auf und lädt den Zuschauer ein, selbst zu recherchieren. Gekonnt wird das überzeugende Bild, das wir von den beiden bis dato bekommen haben, nach und nach in Frage gestellt, um uns dann wieder eines Besseren zu belehren. Allerdings verliert dieser Aspekt bald seine Puste und der Regisseur verirrt sich in bekannten Klischees. Die Story verliert dadurch an Tempo, büßt an Spannung ein und erscheint unnötig gestreckt. Zwar kommen weiterhin neue Details zutage, doch da ist die Katze längst aus dem Sack und zum Ende hin wirkt vieles einfach erzwungen. Hier hat der Regisseur seine anfänglich dramatische Linie leider zu schnell verlassen und beschert dem Zuschauer jetzt eher vertraute Thriller-Kost.

Was „Du sollst nicht lügen“ am Ende dann doch zu einem überdurchschnittlich gutem Sehvergnügen macht, sind die Darsteller und der starke Beginn. Die Schauspieler verkörpern ihre Rollen ehrlich und nachvollziehbar, der Zuschauer kann sich mit ihnen identifizieren. Dazu sind knapp zweidrittel der Mini-Serie packend inszeniert, auch wenn zum Ende hin vieles vorhersehbar erscheint. Hervorzuheben sind die gut eingefangenen Bilder, die Kulissen verschmelzen bestens mit der Story. Somit ist „Du sollst nicht lügen“ eine überwiegend aufregende und bewegende Serie, die den Zuschauer gut unterhält. Allerdings nicht vollends elektrisiert, denn erfahrene Zuschauer ahnen leider zu früh, wie die Lüge endet.

DU SOLLST NICHT LÜGEN (Staffel 1) Serie 2021 Blu-ray DVD Review shop kaufen Szenenbild
Titel: Du sollst nicht lügen; Person: Felicitas Woll; Fotograf: Christine Schröder; Bildredakteur: Susanne Karl-Metzger; © Seven.One Entertainment Group GmbH

Bild

Die Außenaufnahmen sind trist, kühl und vermitteln eine trübe Stimmung. Das Bild ist überwiegend farblich entsättigt. Hin und wieder gibt es aber auch ein paar kräftigere Abschnitte, die sehr natürlich ausschauen und den teils trostlosen Look auflockern. Das Bild bietet eine gute Schärfe, der Kontrast ist solide, der Schwarzwert dagegen schwankt bisweilen etwas. Häufig wirkt er wie aufgehellt, was aber auch der stilistisch kühlen Filterung geschuldet ist. Denn es gibt viele Szenen, die ein wesentlich satteres Schwarz bieten und ein fast perfektes Bild zeigen.

Ton

Es gibt hier eine DTS-HD MA 2.0 Spur, das ist zweckmäßig und sie erfüllt ihren Dienst völlig ausreichend. Der Score setzt sich gut, wie dynamisch von den Hauptlautsprechern ab und erzeugt eine räumliche Bühne. Die Dialoge sind bestens integriert und sind immer klar verständlich. Klingt wenig spektakulär, ist es im Prinzip auch, dennoch ist es völlig ausreichend für den Zuschauer. Das Gezeigte gibt eben kaum Anlass für eine dynamischere Abmischung.

Extras

  • Drehbericht
  • Trailer

Testequipment
JVC DLA-X35
SONY KD-77AG9
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

Hier erhältlich:

(Hartmut Haake)
© Bilder und Trailer: Eye See Movies / Seven.One Entertainment Group GmbH – Alle Rechte vorbehalten!

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7.3 Bewegend

Kommentare

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