„Paradies in Flammen – Heaven´s Burning“ – Blu-ray Review | Koch Films | 06.11.2020

„Paradies in Flammen – Heaven´s Burning“ ist ein Thriller aus dem Jahre 1997 der am 29. Oktober 2020 als DVD, Blu-ray und Blu-ray im Mediabook in den Handel gekommen ist. Wir haben das ausführliche Review zum Film.

Story

Die Heirat der japanischen Midori mit Yukio ist alles andere als ihr Wunsch. Auf ihrer Hochzeitsreise nach Australien fasst sie ein Plan. Eine inszenierte Entführung soll ihr die Freiheit zurückbringen, doch das Schicksal meint es nicht gut mit Midori. Ein Bankraub wird ihr zum Verhängnis und plötzlich wird ihr Plan bittere Realität. Die Bankräuber nehmen sie als Geisel und ihr Tot ist schon beschlossene Sache. Der Fluchtwagenfahrer Colin hat allerdings Gewissensbisse und rettet Midori. Doch die Aktion hat einen hohen Preis. Als er einen Räuber dabei erschießt, bleibt beiden nur die gemeinsame Flucht. Sie versuchen im australischen Outback zu entkommen, doch die Gangster sind Colin und Midori auf den Fersen. Allerdings ist das nicht ihr einziges Problem, auch die Cops sind hinter beiden her und auch Midoris Ehemann, läuft mittlerweile Amok.

Paradies in Flammen Film 1997 Review Kritik shop kaufen Szenenbild

Eindruck

Der australische Thriller „Paradies in Flammen“ ist aus dem Jahr 1997 unter der Regie des relativ unbekannten Regisseur Craig Lahiff entstanden. Die Story klingt anfänglich nicht neu und wurde derart schon oft erzählt. Allerdings punktet diese Story, neben dem Thriller und Roadmovie Aspekt, auch mit dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen. Das Ganze klingt vielversprechend. Nun wie schlägt sich „Paradies der Flammen“ im viel erzählten Thriller-Genre, der erstmals auf Blu-ray erscheint?

Fange ich mal beim Cast an, hier sticht namentlich natürlich Russel Crowe (Colin) heraus, der im selben Jahr auch an „L.A. Confidential“ mitwirkte und zwei Jahre später in „Insider“ glänzte, bevor er darauf in „Gladiator“ seinen darstellerischen Höhepunkt erlangte, der ihm zu Recht einen Oscar einbrachte. In „Paradies in Flammen“ ist sein Acting allerdings noch recht eindimensional, aber dennoch solide ausgefallen. Sein mimisches Spiel bietet wenig Abwechslung und erscheint somit nicht immer stimmig. Die japanische Darstellerin Youki Kudoh (Midori) dagegen erscheint differenzierter und deutlich überzeugender in der Darstellung ihrer Figur. Der restliche Cast ist recht gut gewählt, überzeugt aber nur bedingt, da die Figurenzeichnung teilweise sonderbar ausgefallen ist und fast befremdliche Züge hat. Letztlich macht all das aber auch den eigenwilligen Charme in „Paradies in Flammen“ aus. Die skurrilen Typen bieten definitiv abwechslungsreiche Unterhaltung.

Die Inszenierung im australischen Outback bietet eine überwiegend beeindruckende Kulisse, die sehr ordentlich in Szene gesetzt worden ist. Das alles passt zu der Thematik und beschert dem Roadmovie die entsprechende Atmosphäre. Denn das verlassen wirkende Outback, ist wie geschaffen für die zwei verlorenen Seelen auf der Flucht.

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Fazit: „Paradies in Flammen“ ist ein turbulenter Mix geworden. Die Inszenierung ist humorvoll unterlegt und bietet einige absurd-blutige Gags. Die Story ist flott und abwechslungsreich erzählt. Dank einiger skurrilen Momente und ebensolcher Gags, ist durchweg für Unterhaltung gesorgt, auch wenn vielleicht ein paar Scherze nicht immer zünden oder über das Ziel hinausschießen. So gibt es gute Einfälle in „Paradies in Flammen“, wie den rollstuhlfahrenden, fast rasenden Typen mit Akkordeon, dessen Auftritte gelungen sind. Aber auch Kuriositäten, wie der Ehemann von Midori, der zu Beginn seriös und mit Anzug daherkommt, der Angst hat, sein Gesicht zu verlieren, wenn seine Frau abgehauen, anstatt entführt worden ist. Dieser dreht plötzlich komplett durch, rasiert sich die Haare ab und tauscht den edlen Zwirn gegen eine Lederjacke aus, um anschließend mit einem Motorrad eine zerstörerische Jagd auf beide zu machen.

Apropos Ehemann, natürlich kommen sich Midori und Colin näher, doch der Part wirkt leider überwiegend emotionslos. Weder der kulturelle Unterschied, noch das Zusammenraufen der beiden, gelingt nicht immer nachvollziehbar. Hier offenbaren sich dann Lücken im Drehbuch, die nicht sauber ausgearbeitet wurden, um die Chemie zwischen beiden glaubhafter wirken zu lassen. Wie man liest, es gibt viele Ideen, reichlich Zutaten, um den Zuschauer zu begeistern. Doch auch wenn der Mix passt, wurde er stellenweise nicht so richtig und passend verbunden. Daraus resultieren ein paar holprige Szenen im Erzählfluss, die das Tempo etwas bremsen. Dazu werden die Charaktere teils wilder, als ob sie ihren Kokon abgestreift haben. Das wirkt gesamt gesehen nicht immer rund, hinterlässt bisweilen etwas Beigeschmack und fasziniert dennoch auf seine eigene Art und Weise. Trotz ein paar Ungereimtheiten, Freunde von Roadmovies mit schrägen Figuren kommen auf ihre Kosten. Denn letztlich ist „Paradies in Flammen“ ein solides, wie kurzweiliges Vergnügen, das trotz einiger Kritikpunkte sichtlich Spaß macht. Auch weil man einen jungen Russel Crowe kennenlernt, der hin und wieder sein Talent aufblitzen lässt. Dazu die witzig, wie blutige Inszenierung, die schon ein paar ordentliche Schauwerte liefert und so manchen schwachen Moment in der Figurenzeichnung gut kompensiert. „Paradies in Flammen“ wird dadurch nicht zu einem Paradies von Film, aber eine tolle kleine Indy Perle aus Down Under, die viel mehr richtig, als falsch macht. Ein bizarres Roadmovie mit kuriosen Einfällen und voll groteskem Humor.

Bild

Ein recht scharfes Bild bekommt der Zuschauer serviert und zwar mit Filmkorn. Es ist nicht nur vorhanden, sondern häufig recht gut sichtbar. Dadurch bekommt man einen filmischen Look, der besser nicht hätte passen können, zu Down Under. Die Farben erstrahlen kräftig, ohne das es zu viel des Guten ist. Die Farbgebung wirkt bisweilen etwas antiquiert, bietet aber auch viel Passendes. Einzig die nächtlichen Szenen wirken eher bläulich als schwarz. Mag sein, dass dies dem geringen Budget geschuldet ist, stilistisch kann ich mir es nicht erklären. Ein paar Blitzer gibt es anfänglich im Bild, ansonsten aber ein sauberer Transfer, dessen Schwarzwert, abgesehen von den nächtlichen Szenen, sehr ordentlich ist und auch der Kontrast bietet kaum Anlass zur Kritik.

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Ton

Es gibt zwar eine DTS-HD MA Spur, allerdings nur in 2.0. Wer diese gegen eine 5.1 tauschen möchte, muss die englische Tonspur wählen. Nun die deutsche 2.0 Tonspur ist nicht die schlechteste, beim Score oder musikalischen Einlagen entsteht ein durchaus räumlicher Eindruck. Die Actionszenen könnten natürlich mehr Druck vertragen, so fehlt einem hier und da der letzte Punch. Allerdings spielt die Abmischung bisweilen sehr dynamisch auf und klingt besser als man es anhand einer 2.0 Spur erwartet.

Extras

  • Audiokommentar mit Drehbuchautor Louis Nowra und Produzentin Helen Leak
  • Behind the Scenes
  • Deleted Scenes
  • Deleted Scenes mit Kommentar des Regisseurs
  • Script to Screen
  • Script to Screen mit Kommentar des Regisseurs
  • Cast and Crew Interviews
  • Russel Crowe Interview
  • Trailer

Testequipment
JVC DLA-X35
SONY KD-77AG9
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

„Paradies in Flammen“ ist hier erhältlich:

(Hartmut Haake)
© Bilder und Trailer: Koch Films – Alle Rechte vorbehalten!

  • Story 6,5
  • Bild 7
  • Ton 7
  • Extras 6
Summary
6.5 Gut

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