Rocketman – 4K UHD Review | Paramount Pictures

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Rocketman UHD Cover2019 scheint das Jahr von Bio-Pics (Biografische Filme bekannter Persönlichkeiten) auf Blu-ray geworden zu sein. Angefangen mit dem phantastischen „Bohemian Rhapsody“, dem wirklich einfühlsamen „Stan & Ollie“ und letztendlich mit einer Verfilmung der britischen Rock / Pop Legende „Sir Elton Hercules John“ mit dem gleichnamigen Titel eines seiner bekanntesten Lieder: „Rocketman“. Wie bereits bei den zuvor genannten Titeln bzw. Prominenten war auch Elton Johns Leben eine Berg und Talfahrt und dieser zeitweilig weit entfernt von einem Saubermann-Image. Dabei beginnt Elton Johns Bio-Pic schon zu seinen Kindertagen und der schwierigen Beziehung zu seinen Eltern. Taron Egerton verkörpert Elton John dann zu Beginn seiner musikalischen Karriere – Anfang / Mitte 20. Das Taron Egerton ein gewisses Gespür für die Verkörperung anderer berühmter Menschen besitzt, bewies er schon in dem Bio-Pic „Eddie the Eagle“, in dem er den britischen Ski-Springer Michael Edwards verkörperte. Regisseur Dexter Fletcher führte bereits bei diesem Film Regie und nahm jetzt auch auf dem Regiestuhl von „Rocketman“ Platz. Nach Egertons damaliger Leistung, dürfte es auch nicht verwunderlich sein, dass Fletcher ihn auch für dieses Projekt zu seinem Cast holte. Das besondere an Taron Egertons Darstellung, er singt alle Lieder im Film selbst. Bei dieser Regiearbeit bediente sich Fletcher einer ganz besonderen Erzählweise, die aus einem normalen Bio-Pic ein regelrechtes musikalisches Kunstwerk werden ließ. Doch genug der lobenden Worte, dazu später mehr. Beginnen wir erstmal mit einem Abriss der Geschichte.

Story:

Der kleine Reginald Kenneth Dwight, kurz Reggie genannt, hat schon immer ein Faible für Musik. Wären da nicht seine egozentrische Mutter und sein strenger Vater, den er meist eh nie sieht und trotzdem dessen Anerkennung sucht. Leider ist diesem seine militärische Karriere wichtiger, als sein eigener Sohn. Und da wäre noch so eine Großmutter Ivy, die mit Ihnen allen unter einem Dach wohnt. Dieser fällt auch Reggies musikalisches Talent auf und so bekommt er Klavierunterricht. Seine Leidenschaft für die Musik wächst und wächst, die Klavierstunden machen sich bezahlt. Doch die schon nicht ganz so heile Familienwelt zerbricht und sein Vater verlässt die Familie. Der Seitensprung seiner Mutter ist der lang erwartete Anlass und Ausstieg für seinen Vater. Der neue Freund seiner Mutter bringt ihm den Rock’n’Roll näher und schenkt ihm seine erste Platte. Dank seines Musik-Stipendiums kann er endlich seine musikalische Leidenschaft ausleben.

Rocketman Review Szenenbild001Als junger Erwachsener tingelt er fortan als Mitglied einer Begleitband für US-Soul-Bands durch England. Mit Änderung seines Namens in Elton John möchte er endlich auch selbst als Musiker und Sänger wahrgenommen werden. So versucht er, den Musikverleger Dick James von sich zu überzeugen. Musikalisch klappt das auch recht gut, nur mit den Texten hapert es. Ein Texter wäre doch von Nöten und Dank eines Mitarbeiters von Dick James, macht er die Bekanntschaft mit Bernie Taupin. Es scheint, als wären die beiden füreinander geschaffen. Elton vertont Bernies Texte wie kein anderer. Ein Traumteam ist geboren und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Dick James sieht sehr viel potential in den neuen Songs und schickt Elton nach Amerika in den Troubadour Club. Die erste Adresse für Amerikas bekannteste Musiker und auch hier rockt er die Hütte. Hier ist es auch, wo er auf John Reid stößt. Ein charmanter, optisch ansprechender junger Mann, der sich sogleich in Eltons Herz einen Weg schafft. Eltons Erfolg wächst stetig und so wird John Reid sein persönlicher Manager, der ihn aber auch immer weiter antreibt. Doch irgendwann merkt Elton, dass es John nicht um ihn, sondern nur um sein Geld geht. Doch nicht nur John hat Elton emotional geschadet, der immerwährende Erfolgsdruck und der immer größere werdende Reichtum verändern Elton John. So ist der Erfolg nicht mehr Eltons alleiniger Kick, Alkohol, Drogen und Tabletten werden seine ständigen Begleiter. Teils, um ihn auf seinem Erfolgs-Trip zu halten, teils, um sein einsames Leben zu verdecken und teils, um seinen emotionalen Schmerz zu unterdrücken. Dass das nach vielen Wirrungen und Irrungen nicht mehr lange gut gehen kann, ist abzusehen. Doch wird „Elton Hercules John“ stark genug sein, sich seinen inneren Dämonen zu stellen und aus diesem immer währenden Teufelskreis auszubrechen?

Den Inhalt habe ich absichtlich etwas oberflächlich wiedergegeben, da ich die Inszenierung und filmische Erzählung nicht spoilern wollte.

Rocketman Review Szenenbild002Meinung und Bewertung:

Ich möchte die Wertung eigentlich nicht vorwegnehmen… Aber was für eine geniale Vorstellung und Achterbahnfahrt war das denn bitte schön. War ich nach „Bohemian Rhapsody“ begeistert und nach „Stan & Ollie“ emotional berührt, hat mich „Rocketman“ absolut geflasht (neudeutsch für „bin total begeistert“). Nun könnte man nach dieser Aussage natürlich meinen, ich sei „Elton John“ Fan. Nein, das bin ich nicht. Ich mag zwar einige seiner Lieder und fand seine Auftritte auch immer recht spektakulär, würde mich aber dennoch nicht als Fan bezeichnen. Es war einzig die Inszenierung des Films, die mich total überrascht und vollends abgeholt hat. Größter Unterschied zu den meisten Bio-Pics von Sängern / Bands, man lernt diese kenne und begleitet sie bei ihren Auftritten, wo man dann in den Filmen, die entsprechenden Songs zu hören bekommt. Hier bei „Rocketman“ hat Regisseur Fletcher einen meisterlichen Filmkniff, sprich eine Vermischung mehrerer Stile angewandt. Wir sehen zwar ebenfalls Elton John auf der Bühne, aber die Mehrheit der Songs im Film sind direkt in die Dialoge eingeflochten und werden von den Darstellern, ähnlich wie in einem Musical, gesungen. Dabei erzählen diese Eltons Geschichte, untermalen dessen Stimmung und werden somit ein Bestandteil des Plots sowie der Dramaturgie.

Die Krönung des Ganzen, Hauptdarsteller Taron Egerton, dieser singt tatsächlich alle Lieder im Film selbst. Dabei ist es absolut unglaublich, wie sehr er dabei zu Elton John wird. Gesang, Gestik, Mimik, Bewegung, alles ist da von guter Laune bis Trauer und alles wirkt absolut authentisch. Ich muss zugeben, ich bin von Taron Egertons Leistung extremst begeistert. Auch wenn ich immer wieder versuche, Filme etwas kritisch zu sehn, so kann ich nicht aufhören, dieses Werk abzufeiern. Denn auch die Ausstattung, die Kostüme, die Settings, die Songs sind fabelhaft umgesetzt und ausgewählt. Besonders die Lieder holten mich als Zuschauer, zusammen mit Egertons Schauspiel und Gesang, emotional völlig ab. Das schaffte nicht mal Rami Malek als Freddie Mercury und seine Darstellung, auch ohne eigenen Gesang, war schon wirklich sehr, sehr stark. Aber auch der restliche Cast des Films weiß zu überzeugen. Sei es Bernie, der immer wie eine Art Bruder zu Elton steht, John, der nur seinen Vorteil sucht, die egozentrische Mutter, die liebenswerte Granny, der distanzierte Vater etc., alle spielen ihren Part sehr glaubhaft.

Man kann es schon aus den vorigen Absätzen herauslesen: Ja, ich bejubele den Film uneingeschränkt. War ich schon von „Bohemian Rhapsody“ begeistert, so wird dieser für mich, von „Rocketman“ nochmals getoppt. Woran liegt es? Die Inszenierung und die Wahl des Darstellers machen den Unterschied. Im Gegensatz zu Standard Bio-Pics mit einem stringenten Verlauf, vermischt man hier einen Biografie-Film mit einem Musical, mit einem Phantasiefilm. Die Lieder werden zu einem Dialogersatz, die Phantasie setzt dort ein, wo man Gedanken und Gefühle bildlich inszenieren will und über allem thront ein Schauspieler, der sowohl von seiner Darstellung / Präsenz sowie stimmlich überzeugen kann und wahrlich zu dem dargestellten Prominenten wird. Besser geht es eigentlich nicht und zumindest mich haben all diese Punkte völlig überrascht und begeistert. Von mir erhalten Filme immer nur dann die Höchstwertung, wenn sie mich emotional gepackt, abgeholt und durchweg mitgenommen haben, das hat „Rocketman“ in allen Punkten geschafft. Von daher gibt’s auch die volle Punktzahl plus Sternchen. Für mich das Beste Bio-Pic des Jahres und somit spreche ich eine eindeutige Kaufempfehlung aus.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Rocketman Review Szenenbild004Bild:

Das Bild der UHD ist durchweg sehr kräftig und Kontraststark. Besonders Hauttöne finde ich etwas zu warm bzw. zu rötlich. Alles in allem finde ich auch diese, wie die meisten UHDs, etwas zu dunkel abgestimmt, was zwar dem Kontrast hilft, nicht aber meinen Sehgewohnheiten entspricht. Die Schärfe ist dabei tadellos und auch die Farben kommen sehr kräftig, aber auch recht dunkel daher. Besonders bei Elton Johns farbenfrohen Kostümen, bin ich der Meinung, dass ich diese heller und bunter im Gedächtnis habe. Der Schwarzwert ist, wie man es erwarten darf, auf Top Niveau.

Ton:

Die deutsche / englische Dolby Atmos (True-HD) Tonspur ist auf ganz hohem Niveau. Die Dialoge sind zwar einen Hauch leiser, aber dennoch klar und verständlich. Steigt die Musik mit ein, geht es richtig zur Sache und man hat Elton John fast schon live in seinem Wohnzimmer. Höhen, Bässe, alles sehr ausgewogen, man kann sagen es rockt in der Bude. Das es aber noch einen ticken besser geht, zeigt die Tonspur des Films „Greatest Showman“, den ich gerne als Referenz heranziehe. Wohl auch aus dem Grund, da es meine einzige Musical BD ist, der man aber ebenfalls überall eine Top Tonspur bescheinigt und ich diese Bewertung auch teile.

Extras:

Die UHD bietet keinerlei Extras, diese sind alleinig auf der Blu-ray zu finden.

(Marc Maurer)

©Bilder, Trailer und Medium zur Verfügung gestellt von Paramount Home – Alle Rechte vorbehalten.

 

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Volle Punktzahl plus Sternchen

  • Story 10+
  • Bild 4K UHD 9
  • Ton 9
  • User Ratings (0 Votes) 0
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9.3 Sehr Gut

Discussion2 Kommentare

  1. Avatar

    Danke für die Bewertung, klingt gut. Thematisch interessiert es mich eigentlich nicht aber irgendwann werde ich ihn mir vielleicht mal anschauen.

Kommentare

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