TOP GUN – Blu-ray Review | Paramount Home Entertainment | Universal Pictures | 16.06.2020

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TOP GUN 1986 Film Kaufen Shop News Kritik ReviewDas Tom Cruise ein Adrenalin-Junkie ist, sollte mittlerweile jeder in Hollywood wissen. Mit jeder neuen „Mission: Impossible“ Teil wurden auch die Stunts waghalsiger und als vor kurzem bestätigt wurde, dass Cruise ein Film im Weltall zu drehen plant, scheint es wohl kaum noch Grenzen für den mittlerweile 57-Jährigen zu geben. Genau diese besondere Eigenschaft von Cruise hat sich wohl schon in seinen jüngeren Jahren herauskristallisiert, denn mit 24 Jahren übernahm er die Hauptrolle des ehrgeizigen „Maverick“, der bei Top Gun zum besten Kampfpiloten der Navy avancieren möchte. Der Actionfilm aus dem Jahre 1986 hat schon einige Flüge auf dem Buckel und auch wenn bereits mehrere Blu-ray Veröffentlichungen erfolgt sind, dürfen wir uns auf die Neuste gleichwohl freuen. Denn der Klassiker bekommt ein vollständig restauriertes Bild spendiert und obendrein eine aufpolierte Dolby Digital 5.1 Tonspur. Wie sich die Neuveröffentlichung schlagen wird und ob die im Juli kommende blaue Scheibe qualitativ überzeugen kann, erfahrt in dieser Review.

TOP GUN 1986 Film Kaufen Shop News Kritik ReviewStory:

Leutnant Pete Mitchell (Tom Cruise) und sein Co-Pilot Leutnant Nick Bradshaw sind zwei Nachwuchs-Kampfpiloten, die zwar gute Leistungen erzielen, allerdings nur die zweite Wahl in ihrem Trupp sind. Nach einem alarmierenden Zwischenfall zieht der Pilot des ersten Teams die Reißleine und räumt aus persönlichen Gründen seinen Posten. Mitchell und Bradshaw rücken somit an erster Stelle und werden prompt für die Ausbildung bei der Fighter Weapons School – auch Top Gun genannt –berufen. In der ersten Ansprache wird unmissverständlich klargestellt, dass nur die Besten der Besten einen Platz bei Top Gun haben. Doch der Himmel ist hart umkämpft, denn mit Tom Kasanzky (Val Kilmer) – auch besser als Iceman bekannt – steht Maverick einen, seinem Namen gerechten, eiskalten Konkurrenten gegenüber.

Kritik:

Mit „Top Gun“ startete 1986 nicht nur die Action-Karriere von Tom Cruise, sondern es war auch der Beginn der Ära von Regisseur Tony Scott und den Produzenten Jerry Bruckheimer und Don Simpson. Das Trio steuerte unter anderem unvergessene Actionfilme wie „Tage des Donners“, „The Last Boy Scout“, „Bad Boys – Harte Jungs“ sowie „The Rock – Fels der Entscheidung“ bei, die mitunter das Genre Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre geprägt haben. Das Aushängeschild, die actiongeladene und fesselnde Inszenierung wird in „Top Gun“ bemerkenswert demonstriert, denn die Luftaufnahmen der F14 Kampfjets sind, trotz der knapp 35 Jahre, atemberaubend. Wohl gemerkt, man hatte zu damaliger Zeit nicht die heutigen technischen Möglichkeiten und dennoch ist die Kamera sehr nah am Geschehen und versetzt den Zuschauer gekonnt in den Mittelpunkt der Szene. Das Resultat sind packende Aufnahmen, die absolut nichts von ihrer Wirkung verloren haben und weiterhin für Staunen sorgen.

TOP GUN 1986 Film Kaufen Shop News Kritik ReviewDoch nicht nur die Köpfe hinter der Kamera zeigen, dass Sie ihr Handwerk verstehen, auch Tom Cruise hat einen großen Anteil am Erfolg von „Top Gun“. Er spielt seinen Charakter sehr charismatisch und selbstbewusst, was seinem Auftritt als Pilot nochmals eine gewisse Ausstrahlungskraft verleiht. Doch diese harte Fassade wird in ruhigen Momenten abgelegt und Cruise weiß auch damit wunderbar umzugehen. Der Verlust seines Vaters und die Unwissenheit über seinem Verbleib ist immer noch eine blutende Wunde in seinem Inneren, die ihn und seine Art zu fliegen anpeitscht. Mit einer extremen Risikobereitschaft zischt Maverick durch die Lüfte und möchte es allen zeigen, ganz egal, ob dabei Grenzen überschritten oder Befehle missachtet werden – der Beste zu sein – steht über allem. Genau diese facettenreiche Charakterdarstellung wird von Cruise blendend verkörpert und ungeachtet seines jungen Erscheinungsbildes, nimmt man ihm die Rolle vollkommen ab.

Die Action rockt, Tom Cruise zeigt eine klasse Performance und nichtsdestotrotz werden bei „Top Gun“ abseits des Jet-Cockpits interessante Hintergrundinfos vermisst. Die Ausbildung bei der Elite-Einheit wird kaum thematisiert und beschränkt sich größtenteils auf die spektakulären Trainingsflüge. Es mangelt generell an Wissenswertes und es ist sehr schade, dass die Chance nicht genutzt wurde, den Zuschauer tiefer in die Materie eintauchen zu lassen. Ebenfalls ist die teenagerhafte Liebesgeschichte in ihrer Darstellung sehr flach und belanglos gehalten worden und bietet sowohl für die Geschichte noch für die charakterliche Entwicklung von Maverick keinen signifikanten Mehrwert. Hier wäre die weitaus bessere Wahl gewesen, die Geschichte von seinem verschollenen Vater in den Vordergrund zu rücken – immerhin ist der Vater der Hauptgrund für den furchtlosen und couragierten Flugstil von Maverick.

TOP GUN 1986 Film Kaufen Shop News Kritik ReviewAber leider wird dieses Thema in einem kurzgeratenen Dialog aufgelöst und verfehlt damit die eigentliche Wichtigkeit für den Hauptcharakter. Rückblickend sei allerdings anzumerken, dass Actionfilme aus dem damaligen Jahrzehnt eher flache Charaktere und einfach gestrickte Geschichten, ohne beachtliche Tiefe, bevorzugten, so lange der angestrebte Unterhaltungsfaktor erreicht wurde. Die herausstechenden Merkmale waren vorrangig die Bildsprache und Inszenierung sowie die 80er Jahre Musik, die ein allzeit beliebter Pluspunkt für solch Filmproduktionen ist und auch heute noch begeistert. Der Soundtrack in „Top Gun“ ist mit guten und stimmigen Stücken versehen worden, die rockigen Elemente heizen richtig gut ein und erzeugen eine exemplarische Atmosphäre. Einziges Manko ist die etwas klein geratene Auswahl, so erklingen wiederholt die selben Lieder und wenn zum x-ten Mal „Take my breath away“ von Berlin eingeläutet wird, hat man sich nach dem Film regelrecht sattgehört. Gut, dass die Actionsequenzen geradezu den Film tragen und vielmehr in Erinnerung bleiben.

Bild:

Vor stolzen 34 Jahren wurde „Top Gun“ mit einer analogen Panavision Kamera aufgezeichnet, aber was man noch aus dem alten Material heraus gekitzelt hat, ist erstaunlich. Die Farbpalette hat den typischen Tony Scott Touch und kommt mit sehr warmen orange, gelb und braunen Tönen daher, die glücklicherweise nicht angepasst wurden, um das damalige Flair zu erhalten. Jenseits dessen sehen die Farben schön knackig aus und wissen durch ihre Natürlichkeit zu gefallen. Die Schärfe ist, in Anbetracht des Alters, sehr gut ausgefallen und bringt in Close-Ups einzelne Hautporen oder Schweißperlen zum Vorschein. Allerdings ist durch die höhere Schärfe und dem kontrastreicheren Bild, in vereinzelten Sequenzen, ein leichtes Graining oder dezentes Rauschen ersichtlich, das aber nicht zu sehr negativ ins Auge fällt. Der Schwarzwert ist ordentlich und hat nur eine untergeordnete Rolle, da es kaum dunkle Aufnahmen gibt und der Film sich größtenteils am helllichten Tage abspielt. Insgesamt ist das Endergebnis der Restauration gelungen und holt das Maximum aus dem vorhandenen Bildmaterial heraus.

TOP GUN 1986 Film Kaufen Shop News Kritik ReviewTon:

  • Deutsch: Dolby Digital 5.1
  • Englisch: Dolby Atmos
  • Italienisch: Dolby Digital 5.1
  • Ungarisch: Dolby Digital 5.1
  • Russisch: Dolby Digital 5.1
  • Spanisch: Dolby Digital 5.1

Im Original wurde „Top Gun“ zu seiner Zeit mit einer Dolby Stereo Tonspur ausgestattet – ein längst veralteter Tonformat, der vor allem solch einem Film in keinster Weise gerecht wird. Gleiches zählt auch für den deutschen Dolby Digital 2.0 Audiotrack, der auf den alten Blu-ray Veröffentlichungen angeboten wurde und die Action akustisch eher mickrig wirken gelassen hat. Erfreulicherweise hat sich Paramount Pictures nicht nur entschieden, die Bildqualität aufzuwerten, sondern schenkt der altbekannten deutschen Synchronisation ein Update in Form einer Dolby Digital 5.1 Audiospur, die endlich mal die Power der F14 Maschinen adäquat wiedergibt. Von Anfang an entfaltet sich eine tolle Räumlichkeit im heimischen Kino und alle Lautsprecher werden sequenziell gefordert. Sobald eine Maschine am Himmel ist, wird das harte Pfeifen des Windes sowie die Sound-Elemente von dem feurigen Triebwerk stimmig ausgegeben. Fliegt eine F14 mit enormer Geschwindigkeit über die Kamera hinweg, wird das Sound-System mit perfekt gesetzten bidirektionalen Effekten gefüttert und verleitet beim Zuhören zur Schwärmerei. Kleiner Wehrmutstropfen ist, dass der Subwoofer durchweg an der kurzen Leine gehalten und nicht ansatzweise gefordert wird. Dadurch fehlen die tiefen Tonnuancen, um die Wucht und außerordentlichen Kraft der sausenden Luftjäger tonal zu übertragen und dem Klangbild mangelt es aus diesem Grund an Voluminösität. Mit etwas mehr Einsatz von dem Subwoofer, wären die Luftgefechte bei Betrachtung um einiges imposanter ausgefallen. Die Qualität der Dialoge ist überwiegend erhaben und klar verständlich, aber setzt mal die Musik an oder wird einem verbalen Austausch im Cockpit gelauscht, passiert es immer wieder, dass die Stärke nachgibt und die Verständlichkeit kurzzeitig verloren geht.

Die englische Sprachfassung liegt in erstaunlichem Dolby Atmos Tonformat vor. Zwar bietet diese, im direkten Vergleich mit der deutschen Audiospur, die identische Soundkulisse, verfügt aber eine weitaus bessere Dialogveständlichkeit, die beträchtlich klarer aus dem Center ausgegeben wird. Ob die Deckenlautsprecher ferner einen Mehrwert bieten und für eine Steigerung der Räumlichkeit sorgen, konnte leider nicht getestet werden.

Extras:

  • Das Vermächtnis von Top Gun (ca. 5:39min)
  • Auf sechs Uhr: Dreißig Jahre Top Gun (ca. 29:54min)
  • Gefahrenzone: Das Making Of von Top Gun (ca. 2:27:44min)
  • Multi-Angel Storyboards
  • Die Besten der Besten: Das echte Top Gun (ca. 28:46min)
  • Musikvideos
  • Original Kino-Werbematerial
  • Audio-Kommentar von Jerry Bruckheimer, Tony Scott Jack Epps Jr. und Marine-Experten

Fazit:

„Top Gun“ macht auch heute noch Spaß, selbst wenn außerhalb der Kampfjets die inhaltliche Qualität zu wünschen übrig lässt. Umso mehr beeindrucken die Luftaufnahmen der F14 Einsätze und lassen die Herzen alter Actionliebhaber höher schlagen. Abschließend liefert die Blu-ray die aktuell beste Bild- und Tonqualität und ist mit reichlichem Bonus-Material ausgestattet, was jeden Film-Fan restlos zufrieden stellen wird.

(Deniso)

©Bilder Universal Pictures/Paramount Pictures – Alle Rechte vorbehalten!

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  • Bild 8
  • Ton 8
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