Werewolf: The Apocalypse - Earthblood – PS4 Review | Cyanide Studios | 12.02.2021

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Am 04. Februar 2021 kam „Werewolf: The Apocalypse – Earthblood für die PS4 in den Handel und wir haben das Review dazu:

Es muss irgendwann in den 90ern gewesen sein, als ich in Sachen Pen-&-Paper-Rollenspielen auch mit der World of Darkness Bekanntschaft gemacht habe. Neben „Vampire & Mage“ hatte es mir seinerzeit ganz besonders das Storytelling System „Werewolf: The Apocalypse“ von White Wolf angetan. Ich staunte nicht schlecht, als ich davon hörte, dass die Cyanide Studios an einer Videospiel Umsetzung von Werewolf arbeiten. Action und Atmosphäre können die Cyanide Studios, das haben sie zuvor bereits mit Titeln wie „Of Orcs and Men“, „Styx: Master of Shadows“ oder „Call of Cthulhu“ bewiesen.

Werewolf: The Apocalypse - Earthblood PS4 Review Spiel Game Trailer shop kaufen Szenenbild

Wie gut wurde aber die World Of Darkness Werwolf-Atmosphäre im fertigen Spiel eingefangen? Ich war sehr gespannt, das Spiel zu testen. Um kurz alle abzuholen, die die White Wolf Vorlage nicht kennen, hier ein bisschen Hintergrundwissen: Gaia, die Muttergöttin, ist die älteste und mächtigste aller Geister. Sie repräsentiert nicht nur Mutter Erde selbst, sondern das gesamte Universum. Gaia ist die Lebenskraft, die alles durchdringt. Die Werwölfe, genannt „Garou“ sehen sich selbst als die Beschützer von Gaia und führen Krieg gegen den Wyrm und dessen Diener. Der Wyrm stand einst für das Gleichgewicht und sollte Altes zerstören, um Platz für Neues zu erschaffen. Doch der Wyrm ist pervertiert und zerstört nun achtlos alle Schöpfungen Gaias. Auch einer der ehemals 17 Werwolf Stämme, die „White Howlers“, hat den Verführungen des Bösen nachgegeben und dient dem Wyrm nun unter dem neuen Namen „Black Spiral Dancers“. Der Wyrm maniferstiert sich im Spiel in Form eines riesigen Energiekonzerns namens „Endron“. Endron zerstört im Waldgebiet Tarker’s Mill systematisch das komplette Ökosystem und saugt die Lebenskraft aus unserem Planeten.

Stopp mal kurz! Tarker’s Mill? Werwolf? Das hab ich doch schon mal gehört, nämlich 1985 im Horrorfilm „Der Werwolf von Tarker Mills (Silver Bullet)“ von Stephen King. Eine schöne Hommage. Aber zurück zum Spiel. Was Endron nicht weiß ist, dass sich in Tarker’s Mill auch ein Stützpunkt bzw. ein Caer, wie es in der Werwolfsprache heisst, befindet. Und das hier ansässige Garou-Rudel wird alles daransetzen, Endron aufzuhalten. Wir schlüpfen in die Rolle von Cahal. Cahal ist ein erfahrener Werwolf und hat schon so manche Schlacht für Mutter Gaia geschlagen. Nachdem ihn aber aufgrund eines tragischen Schicksalsschlages die Wut übermannt und er in seinem unkontrollierbaren Zorn einen der eigenen Leute tötet, verlässt er das Rudel und wandert ins Exil. Nach gut 5 Jahren Abwesenheit, in denen er als Söldner tätig war, kehrt er zurück nach Tarker’s Mill. Mit Schrecken muss er feststellen, dass Endrons erdrückende Präsenz zum Tod mehrerer Freunde und Verbündeter geführt hat. Er schließt sich dem Rudel wieder an und zieht gegen Endron in den Kampf.

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In gezielten Sabotagemissionen infiltriert er Endrons Außenposten und kann sich dabei nach Belieben in drei verschiedene Formen verwandeln. In die menschliche Form „Homid“, die Wolfsform „Lupus“ und die mächtige „Crinos“ Kampfform. Hilfreich zur Seite steht ihm dabei seine Umbralsicht. Eine spezielle Wahrnehmung, mit der die Werwölfe in die Umbra, die Geisterwelt, sehen und für Normalsterbliche nicht sichtbare Details erfassen können. Als Lupus kann sich Cahal nahezu lautlos und sehr schnell fortbewegen. Der Lupus ist somit bestens geeignet um sich anzuschleichen, in Lüftungsschächten fortzubewegen oder sich still und heimlich einen Überblick über die jeweilige Situation zu verschaffen. Als Mensch kann Cahal mit Gegenständen interagieren, Türen öffnen, Computerterminals hacken, Dinge sabotieren und auch seine lautlose Armbrust benutzen.

Da Cahal ein Fianna ist, einer der Stämme die ursprünglich aus Irland stammen, kann er durch das Trinken eines ordentlichen Schlucks Fusel, Zorn aufbauen. Zorn erhält er aber auch durch das lautlose Eliminieren von Gegnern. Wird er entdeckt und ist genug Zorn vorhanden, kann er sich in die wahre Kampfform der Garou, den Crinos, verwandeln. Als Hybrid aus Mensch und Wolf wird er in dieser Form von übermenschlichen Kräften durchdrungen. Und wenn sich Cahal in der Crinos-Form brachial durch die Gegnerhorden des Wyrm metzelt, und das Ganze dazu noch mit passendem, treibenden Metal untermalt wird, dann fühlt sich das einfach nur großartig und befriedigend an.

Durch den Abschluss von Missionen und das Finden von versteckten Geistern in der Umbra, kann Cahal seine Werwolf-Fähigkeiten verbessern. Je nachdem nach welchen persönlichen Vorlieben man spielt, stehen entsprechende Skills im Fertigskeitsbaum zur Verfügung. Optisch bewegt sich Earthblood im gehobenen Mittelfeld. Die Zwischensequenzen und die Werwölfe schauen klasse aus. Manche Texturen sind jedoch eher verwaschen. Auch sind die Animationen der NPC leider oft staksig oder die Mimik wirkt leblos. Das trifft jedoch nicht auf den Protagonisten zu, dieser wurde mit mehr Liebe animiert.

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Das Gesamtbild ist aber stimmig, die flotte Bildrate kommt dem actionlastigen Gameplay sehr zugute, und es gab in der gesamten Testphase keinerlei Ruckler oder Abstürze. Auch musikalisch gibt es situationsbedingt immer das Richtige auf die Ohren. Spannende Musik in den Stealth-Passagen, treibenden Metal im Kampf und ruhige Medien im Verlauf der Story. „Werewolf: The Apocalypse – Earthblood“ ist ein solides Stealth-Action-Adventure, das einem aus spielerischer Sicht schon mal ähnliche Missionen vorwirft. Auch die Kämpfe fühlen sich nach einer Weile repetitiv an. Weiterhin wünscht man sich mehr Stealth Finessen und noch mehr interessante Schauplätze, in denen man, in der hervorragend animierten Lupus Form, herumstreunen kann. Hier wurde leider, bei einer solch guten Vorlage, Potential verschenkt.

Fazit

Es ist schade, dass es nicht noch mehr Hintergrundwissen der World of Darkness Vorlage in das Spiel geschafft hat. „Werewolf: The Apocalypse – Earthblood“ hat mir, als Fan und Kenner der Vorlage, aber schon ziemlich Spaß gemacht. Natürlich muss man, da es sich um keinen AAA Titel handelt, Abstriche machen. Auch sprudelt das Spiel nicht gerade vor neuen Innovationen. Doch wer aktuell auf der Suche nach einem actionlastigen, soliden Schleicher-Snack für zwischendurch ist und noch dazu etwas für Werwölfe übrig hat, der könnte an Cyanides Werk durchaus seine Freude haben.

Pro:

  • gute Story
  • actionlastiges Gameplay mit Stealth-Einlagen
  • gute, spannende Musikuntermalung
  • umfangreiches Charakterentwicklungssystem

Contra:

  • NPCs schlecht animiert
  • keine deutsche Lokalisation
  • repetitive Kämpfe

Hier erhältlich:

(Björn Cuber)
© Bilder und Trailer: Cyanide Studios – Alle Rechte vorbehalten!

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  • Inhalt 6
  • Grafik 7,5
  • Sound 8
  • Spielspaß 8
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7.3 gut gemacht

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