YUNG – DVD Review | Alamode Film | Wild Bunch Germany | 21.07.2020

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“YUNG” ist ab dem 24. Juli 2020 auf DVD im Handel erhältlich und hier gibt es nun ein ausführliches Review dazu.

Story:

YUNG 2018 Film Kaufen Shop News Trailer Review KritikDie vier Freundinnen Janaina, Joy, Emmy und Abbie bilden eine intensive freundschaftliche Clique, deren Leben anscheinend nur aus Partys, Drogen und Abhängen besteht. Natürlich kostet so ein freies und wildes Leben entsprechend Geld, das sich Joy mit Drogenverkauf und Janaina mit Geld aus Webcam-Sex finanziert. Ein täglicher Kreislauf bestimmt somit den Rhythmus der Mädels, die irgendwie alle auf der Suche sind, wie ihr Zukunftsszenario aussehen mag. Jedoch klingt das hier und jetzt zu verlockend, um es aufzugeben, denn zu viel Spaß beschert ihnen nicht nur die geliebte Partyszene und Berlin bietet reichlich davon. Dessen vielfältige Abwechslung, sowie deren Reiz, können sich die vier einfach nicht entziehen.

Eindruck:

Der Schauspieler Henning Gronkowski präsentiert uns hier seinen ersten Spielfilm mit „YUNG“. Als Spielfilm würde ich ihn vorweg nicht unbedingt bezeichnen, es gibt keine Story, die einem bekannten Verlauf entspricht. Viel mehr wirkt „YUNG“ fast vollständig wie eine Dokumentation, in der wir die vier Mädchen auf einem ausgewählten und begrenzten Abschnitt ihres Lebens begleiten.

Allerdings verzichtet der Regisseur dabei vollkommen auf ihr familiäres Umfeld, wir sehen sie nicht zur Schule gehen, stattdessen nutzt er gelegentlich ruhige Interviewsituationen, damit der Zuschauer einen vagen Einblick in das Seelenleben jeder einzelnen bekommt. Dieses einmal ausgeklammert, erleben wir die Vier auf ihren täglichen Trip, beim Drogenkonsum, auf Partys und wie sie teils an ihr Geld kommen, damit die endlose Feier, eben niemals endet. Mit der eingeschränkten Herangehensweise in „YUNG“, frei nach dem Motto „Girls Just Want to Have Fun“, zeigt uns der Regisseur, wahrlich nackte Tatsachen.

YUNG 2018 Film Kaufen Shop News Trailer Review KritikFür „YUNG“ schrieb Henning Gronkowski auch das Drehbuch und arbeitete mit Berliner Jugendlichen zusammen, um sein Vorhaben umzusetzen. Als Darsteller fungieren Laien, welche aber höchst eindrucksvoll und gelassen agieren. Selbst zwischenmenschliche oder gar intimere Szenen bilden sie so natürlich und selbstverständlich ab, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten.

Die Location ist begrenzt, kameratechnisch wird nichts weitläufig eingefangen, die Kamera ist immer nah dran an den Mädchen. Die Umgebung wirkt dadurch austauschbar, es ist zwar Berlin, könnte aber genauso gut in einer anderen Stadt spielen. Das spiegelt mein Eingangs erwähntes Empfinden wieder, „YUNG“ ist mehr Dokumentation als Film oder gar Drama.

Fazit:

„YUNG“ ist eine sehr ungewöhnliche Kost. Eine Storyline, eine Entwicklung im Film oder gar so etwas wie einen Spannungsbogen, Fehlanzeige. Hier begleitet man die Vier isoliert im drogenumnebelten Partyleben, wie sie danach abhängen und sich auf die nächste Party freuen, dazwischen kurze Einblicke, wie das Geld verdient wird. Somit zeigt „YUNG“ nur die scheinbar spaßige Seite ihres Lebens, kein Alltag, wie Schule oder eventuelle häusliche Pflichten. Das mag im ersten Augenblick recht eindimensional klingen, erzeugt aber einen Strudel, der den Zuschauer langsam, aber sicher mitreißt. Es gibt zudem keine Uhrzeiten, man weiß nicht welcher Wochentag ist, man erliegt der Wahrnehmung, es sei ständig Wochenende und Partyzeit.

YUNG 2018 Film Kaufen Shop News Trailer Review KritikAllerdings hat der Strudel auch einen Beigeschmack, durch die fehlende Abwechslung oder Veränderung entsteht weder Spannung noch irgendetwas Dramatisches. Man befindet sich mit den Mädchen in einem Hamsterrad, es dreht sich zwar, aber es geht irgendwie nicht vorwärts. So beobachtet man die Vier, gefangen in ihrer (Alb)Traumwelt, die immer mehr Besitz von ihnen ergreift, ebenso Spuren hinterlässt und dennoch so faszinierend bleibt.

Hier gibt es ein Bild einer selbstzerstörerischen Jugend, die kein Risiko fürchten oder scheuen. Ein für den Zuschauer erschreckendes Bild, für Eltern sicherlich eine Katastrophe, die hier hilflos zusehen müssen, was ihre Jüngsten scheinbar in Wirklichkeit treiben. Man realisiert, dass die elterlich helfende Hand nicht mehr gewünscht ist, sie sind selbständig und fangen sich, wenn nötig gegenseitig auf. „YUNG“ zeigt uns derart abgenabelte Teenager, die Eltern komplett zu Fremdkörpern degradiert, das hinterlässt ein beklemmendes Gefühl.

Somit ist „YUNG“ weder einfache noch leichte Kost, das gilt inhaltlich genauso wie für die Inszenierung. Ein unbequemer Einblick in einen Teil unserer jugendlichen Generation, ohne Zeigefingerparolen, ungeschönt und deswegen auch sehenswert.

Doch die endlose Party als Lebenstraum der vier Mädels, zeigt uns, es ist nur eine Illusion ohne Zukunft. Irgendwann läuft auch ihr Mindesthaltbarkeitsdatum für die Partyszene ab, auf die eine oder andere Art, vielleicht ist gerade das ihr Antrieb.

Bild:

Das Bild der DVD ist gelungen, wie der Film, besitzt es eine dokumentarische Note. Eine natürliche Farbgebung, ein guter Kontrast sowie Schwarzwert, vermitteln ein sehr realistisches Bild. Dazu mit überwiegend sehr guter Schärfe, die kaum Details verbirgt und für DVD Verhältnisse mehr als ansprechend ausfällt. Einzig die Partyszenen sind farblich kräftigerer Natur, aber auch das zeigt ein ehrliches Bild, ohne aufgesetzt zu wirken.

YUNG 2018 Film Kaufen Shop News Trailer Review KritikTon:

Die Dolby Digital 5.1 Spur, kann ihr Können nur bei den Partys ausspielen. Hier wird das gesamte Boxenset einbezogen und bringt die Feier druckvoll in die heimischen vier Wände. Ansonsten dominieren Dialoge das Geschehen, selten verirrt sich etwas in die Rears, wenn überhaupt, ist es Musik. Zu der Inszenierung allerdings eine passende Tonspur, die dynamisch ist wenn es darauf ankommt und ansonsten die Dialoge entsprechend gut abbildet.

Extras:

-Making of Pictures – By Henning Gronkowski

-Yung Premiere

  • Event Video by GaryEmekwa
  • Cast & Crew by Edgar Herbst
  • Pictures by Edgar Herbst and Christoph Neumann

-Music Videos

  • Into the Void – MCNZI
  • Our Generation – MCNZI
  • The Last Dance – DJ Hell feat. Tyrell

– Trailer

Testequipment:

JVC DLA-X35
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

(Hartmut Haake)

©Bilder und Trailer Alamode Film/Wildbunch – Alle Rechte vorbehalten!

 

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7.3

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