Spiritwalker – Blu-ray Review | Busch Media Group

Spiritwalker – Blu-ray Review Artikelbild

Am 25. März kommt der Film „Spiritwalker“ auf Blu-ray, DVD, digital und als Limited Collectors Edition im Mediabook in den Handel und wir haben das Review dazu:

Story

Mit einer Schusswunde erwacht I-An Kang an der Autotür liegend, ohne jegliche Erinnerung, was passiert ist. Ein Obdachloser entdeckt ihn und hat die Ambulanz gerufen, daraufhin verschwindet er. Im Krankenhaus befragt ihn eine Polizistin zu seiner Verletzung und der Ursache, doch I-An Kang weiß es nicht. Plötzlich ändert sich alles, er ist an einem anderen Ort, ein Blick in sein Spiegelbild zeigt ihm, auch in einen anderen Körper. Von nun an springt er alle 12 Stunden in einen anderen Menschen, versucht einzuordnen wo und wer er ist. Zunehmend findet er heraus, die Wirte, in die er schlüpft, stehen in einer Verbindung. Jedoch findet er kaum Zeit, um Erklärungen zu finden, denn die Person, in der er steckt, ist keineswegs harmloser Natur. So muss er sich ständig auf die neue Situation einstellen, versuchen bei seinem Gegenüber unauffällig zu bleiben und dennoch ein paar Informationen zu sammeln. Einzig der wieder auftauchende Landstreicher, scheint ihm eine Hilfe zu sein. Und da ist noch eine Frau, die in seinen Erinnerungen erscheint, doch wer ist sie und was hat sie mit all dem zu tun?

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Eindruck

Regisseur Yoon Jae-keun drehte diesen Mystery-Thriller, dessen Grundidee mit dem Körpertausch sicherlich nicht neu ist, aber eine interessante Ausgangssituation bietet, um seine Figur und den Zuschauer auf eine spannende Reise zu schicken.

Yoon Kye-sang spielt I-An Kang recht überzeugend und vermittelt seine anfänglich total perplexe, wie irritierte Lage glaubwürdig. Der restliche Cast spielt solide auf und hat meist undurchsichtige, wie geheimnisvolle Figuren, eben welche I-An Kang ergründen muss.

Die Inszenierung ist technisch schön anzusehen, visuell wird der Körpertausch auch räumlich, beeindruckend abgebildet. Das gilt ebenso für das restliche Setting, welches abwechslungsreich ausgefallen ist und teils mit imponierenden Kamerafahrten eingefangen wurde. So flott man in die Story geworfen wird, so rasant ist die Inszenierung, denn ständig passiert etwas. Bei der Herangehensweise der Geschichte hat der Zuschauer zu Beginn genauso wenig Kenntnisse, wie der Hauptdarsteller. So springt man von einem Körper zum anderen, versucht Zusammenhänge aufzugreifen und die Hintergründe zu erfahren. Hier wird man auf eine actiongeladene Entdeckungsreise geschickt, nicht nur eine, um die Identitätsfrage von I-An Kang, sondern auch von den skurrilen Figuren in die er schlüpft.

 

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Fazit, „Spiritwalker“ bietet storytechnisch eine interessante Idee für einen spannenden Film. Jedoch verwirrt der Regisseur nicht nur den Hauptdarsteller, sondern auch den Zuschauer mit den häufigen Körpertauschs. Es fiel mir schwer der Handlung zu folgen, da viele Szenen, viele neue Figuren und dessen Beweggründe im Dunkeln bleiben. Selbst die geheimnisvolle Frau, die I-An Kang aus den Erinnerungen zu kennen glaubt, hilft wenig, Licht ins Dunkle zu bringen. Gerade sie wäre prädestiniert gewesen ein Bindeglied für I-An Kang und den Zuschauer zu bilden. Hier hätte der Regisseur den Zuschauer mehr an die Hand nehmen können und müssen. Der Kniff uns genauso wie I-An Kang ahnungslos durch die Geschichte stolpern zu lassen, funktioniert kaum. Ebenfalls dank des hohen Erzähltempos bleibt dem Zuschauer wenig Zeit, das gerade Gesehene zu überdenken oder einzuordnen. Erzählerisch vielleicht eine innovative Herangehensweise, für den Zuschauer dank zu weniger Hintergründe, eine nicht ganz einfache Herausforderung.

Weit nach der Hälfte von „Spiritwalker“ hilft der Regisseur dem Zuschauer. Die Ereignisse werden mehr und mehr enthüllt und vieles ergibt endlich einen Sinn. Ich denke, hätte man von Anfang an I-An Kang immer in dem Gesicht gesehen, in dessen Körper er gewechselt ist, würde es dem Zuschauer den Zugriff zu der Geschichte deutlich vereinfachen. So fühlte ich mich, bis zu dem Punkt, in dem der Film uns aufklärt, wenig abgeholt. Ab hier macht es dann auch Spaß und man fiebert mit I-An Kang mit, wenngleich es immer noch ein paar Geheimnisse gibt.

Prinzipiell ist die Story in „Spiritwalker“ gar nicht so kniffelig. Der Regisseur verkompliziert die Handlung anfänglich aber zu stark und vergisst damit den Zuschauer abzuholen.

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„Spiritwalker“ ist dennoch ein unterhaltsamer Film, der eine zweite Sichtung verdient. Dabei wird es für den Zuschauer sicherlich einfacher, das Chaos zu Beginn besser einzuordnen. Und diese Zweitsichtung wird bei mir zeitnah folgen, denn nicht nur audiovisuell macht der Film vieles richtig. Es gibt gut aufspielende Darsteller, eine vom Konzept her vielversprechende Story und eine Menge an guten Actionszenen. Hier würde ich gerade beim Finale gern einen Review-Kollegen zitieren, aber auf die Filmfigur einer Actionreihe, welcher seinen Hund verlor, hat er die Exklusivität.

Aber zurück zu „Spiritwalker“. Rein optisch ist der Film wie gesagt sehr ansprechend inszeniert, mit einem guten, teils recht treibenden Score versehen. Wäre der Start nicht so holprig, ich würde von einem guten Film sprechen. So bleibt die Erstsichtung durchwachsen, weil man leider kaum Zugang zu der Geschichte bekommt. Obwohl die Idee mit dem schlüpfen in ein anderes Bewusstsein ihren Reiz hat, wer bin ich plötzlich und was mache ich hier, all das fasziniert schon. Denn es ist spannend anzusehen, wie I-An Kang seinen neuen Körper entdeckt, plötzlich eine Waffe bedienen kann und noch einiges mehr. Ebenso fiebert man natürlich mit, wie sich seine Situation enthüllen wird, wer die Leute sind, in denen er schlüpft und wie sie zueinander stehen.

Eine temporeiche Inszenierung erwartet einen in „Spiritwalker“ indem sich der Regisseur zu sehr auf seine tollen Schauwerte verlässt und die geheimnisvolle Erzählstruktur zu sehr überspannt. „Spiritwalker“ ist ein actionreicher Mystery-Thriller mit einer vielversprechenden Ausgangslage, dessen Rätsel für den Zuschauer aber zum Geduldspiel wird.

Bild

Das Bild ist abwechslungsreich gefiltert, mal kühl, dann wärmer und auch neutral erscheinend, sieht es stimmig aus und verleiht dem Film eine gewisse Atmosphäre. Farblich, gerade bei den leicht gefilterten Bildern, erscheinen nicht nur manche Gesichter etwas fahl und nahezu blass. Daneben gibt es aber reichlich farbintensive Momente, die sehr authentisch daherkommen. In ein paar wenigen Szenen gibt es Stellen, in der ein Überstrahlen in hellen Flächen sichtbar wird. Der Kontrast ist ausgewogen, der Schwarzwert solide, letzterer hat es gerade in den gefilterten Szenen recht schwer und wirkt eher dunkelgrau. Dafür gibt es an der Schärfe nichts zu kritisieren, vom Close-Up bis zur Totalen sieht alles randscharf aus und beschert uns eine Fülle an Details.

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Ton

Die DTS-HD 5.1 Spur bietet eine solide Actionvertonung. Ob der Score, Umgebungsgeräusche, oder die Actionszenen, alles klingt sehr dynamisch und räumlich gut abgemischt. Ebenfalls der Subwoofer unterstützt das Gezeigte mit einigen guten Einsetzen, auch wenn ich mir bisweilen etwas mehr Druck gewünscht hätte. Insgesamt, wie oben erwähnt, eine solide Tonspur, welche gekonnt alle Lautsprecher im Boxenset nutzt. Hier werden zwar keine neuen Maßstäbe gesetzt, allerdings bietet sie auch keine Durchschnittskost. Einzig hier und da hätte sie etwas druckvoller agieren können, aber das ist jammern auf hohem Niveau.

Extras

  • Interview mit dem Hauptdarsteller Yoon Kye-sang
  • Interview mit der Hauptdarstellerin Lim Ji-yeo
  • Interview mit Regisseur Yoon Jae-keun
  • Behind the Scenes
  • Filmtipps

Testequipment
JVC DLA-X35
SONY KD-77AG9
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

Hier erhältlich:

  • Spiritwalker (Blu-ray) Limited Collectors Edition im Mediabook
  • Spiritwalker (Blu-ray)
  • Spiritwalker (DVD)
  • Spiritwalker (Digital)

(Hartmut Haake)
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