THE PROFESSOR – Blu-ray Review | LEONINE | 15.08.2020

The Profesor 2020 2019 Film Kaufen Shop News Trailer Review Kritik

Am 31. Juli 2020 erschien der Film „THE PROFESSOR” auf DVD und Blu-ray im Handel und hier gibt es das Review dazu:

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Story:

Der College Professor Richard Brown sitzt gerade beim Arzt, als der ihm eine erschütternde Diagnose mitteilt. Er habe Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadion, seine Lebenserwartung ohne Behandlung, schätzt er auf 6 Monate. Die Nachricht trifft Professor Brown sichtlich hart, ein Schicksalsschlag, den er anfänglich nicht wahrhaben will und vor seiner Frau verschweigt, diese offenbart ihm noch zusätzlich eine unangenehme Nachricht. Nach dem Schock beginnt Richard seine letzte Etappe des Lebens anders zu gestalten, er schrumpft seine Klasse und der Lehrstoff wird angepasst. Auch privat lässt er etliche Konventionen fallen und stürzt sich in ein turbulentes Leben, er probiert sich an Drogen, reichlich Alkohol und lässt auch Zwischenmenschliches nicht aus. Doch trotz all der neuen Erfahrungen und Ablenkungen merkt Richard, dass die Uhr tickt und sein Ende naht.

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Eindruck

Der Regisseur Wayne Roberts verbindet die Geschichte des krebskranken Professors mit komödiantischen Zügen. Dies ehrlich wie amüsant, dazu mit der notwendigen Ernsthaftigkeit der Krankheit zu vereinen, ist nicht einfach. Gelingt es ihm, den Zuschauer, auf dem letzten Weg von Richard, entsprechend mitfiebern zu lassen?

Gleich zu Beginn serviert der Regisseur uns in „THE PROFESSOR” die furchtbare Diagnose und den Blick auf den betroffenen Professor Richard Brown. Die Nachricht wirft ihn natürlich aus der Bahn, begleitet von etlichen Fuck‘s, die er von sich gibt, trottet er in einen Teich, um dieses ebenfalls mit einem Fuck zu beschließen. Damit hat Wayne Roberts seine Inszenierung schnell in komödiantische Gefilde verlegt und entsprechend geht es auch weiter.

Der Regisseur lässt den Todgeweihten quasi von der Leine und krempelt dabei sein elitäres Leben kräftig um. Richard vertraut sein Schicksal nur seinem besten Freund Peter an, alle anderen bleiben außen vor, ebenfalls seine Frau Veronica sowie seine Tochter Claire. Dadurch entstehen natürlich amüsante Momente, initiiert durch den plötzlichen Lebenswandel, den sein Umfeld, angefangen bei der Familie, bis hin zu den Schülern, für einiges Stirnrunzeln sorgt.

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Johnny Depp spielt hier in „THE PROFESSOR” großartig auf, seine feinfühlige und intensive Darbietung begeistert. An seiner Seite sehen wir Rosemarie DeWitt (Veronica), Zoey Deutch (Claire) und unter anderem Danny Huston (Peter). Alle bieten eine ansehnliche Performance um Johnny Depp, auch wenn der eine oder andere recht wenig in Szene gesetzt wird.  

Fazit:

„THE PROFESSOR” gelingt der Mix aus Leid und Traurigkeit verbunden mit lockerem Humor. Der Regisseur beginnt seine Geschichte gekonnt vergnüglich, streut behutsam die gesundheitlichen Einschläge ein und lässt den Zuschauer erahnen, dass der Spaß bald endet. Die Inszenierung gefällt mir, nach der tragischen Nachricht legt Richard seinen Kokon ab, beginnt quasi ein neues Leben und das, in allen Zügen zu genießen. Sicherlich, ein paar Szenen beziehungsweise Einfälle wirken leicht überzogen und nicht alles erzeugt den gewünschten Lacher.

Allerdings gelingt dem Regisseur die Balance des Filmes recht gut, die aufgedrehten Abschnitte des Professors weichen zunehmend sentimentalen Momenten. Somit ist die anfängliche Euphorie eines anderen Lebens eben zeitlich begrenzt. Hat man gerade noch über sein Drogenexperiment geschmunzelt, sich über den angetrunkenen Professor belustigt gefühlt, merkt man immer öfter eine Veränderung, die Realität holt Richard zunehmend ein. 

„THE PROFESSOR” ist eine One Man Show von Johnny Depp, weder seine Familie oder gar sein bester Freund Peter bekommen genug Screentime, um ihren Figuren Tiefe zu verleihen. Das ist auf eine Art schade, hier wäre mehr dramatisches Potenzial vorhanden, wenn die Figuren rund um den Professor nicht so oberflächlich geblieben wären. Aufgrund der überschaubaren Laufzeit lässt es sich letztlich verschmerzen, denn der Fokus liegt nun mal definitiv auf dem sterbenden Professor.

The Profesor 2020 2019 Film Kaufen Shop News Trailer Review Kritik

„THE PROFESSOR”, im Original treffender betitelt mit „Richard Says Goodbye“, ist ein emotionaler Abgesang und Hommage an das Leben zugleich. Eindrucksvoll von Johnny Depp verkörpert, der hier deutlich zeigt, dass er mehr kann, als den blödelnden Piraten zu mimen. Verbunden mit der behutsamen Inszenierung erlebt der Zuschauer eine Tragikomödie, die ihren Namen alle Ehre macht.

Die Abschiedsreise vom Professor ist filmisch überwiegend sehr gut gelungen, der Mix aus Humor und sentimentalen Szenen passt. In „THE PROFESSOR” bewegt das einzigartige Spiel von Johnny Depp und lässt den Zuschauer Spaß an seinen turbulenten Treiben haben. Sein Filmzitat, „Nicht existieren, sondern leben“ ist hier Programm. Genauso leidet man natürlich mit seinem harten Schicksal, das unausweichlich näherkommt. 

„THE PROFESSOR” ist großes Gefühlskino, mit einem lachenden, wie weinenden Auge für den Zuschauer. 

Bild:

Das warm gestaltete Bild überzeugt mit solider Schärfe. Gelegentlich erscheint einiges weicher und nicht ganz so detailliert, unterstreicht allerdings gelungen die Stimmung des Filmes. Der Kontrast sowie der Schwarzwert sind solide, hier werden zwar keine Akzente gesetzt, allerdings gibt es auch keine erwähnenswerten Aussetzer.

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Ton:

Auch wenn man erfreulicherweise eine DTS-HD MA 5.1 Tonspur auf der Blu-ray bekommt, so ernüchternd ist das Resultat. Zugegeben, alles klingt klar und sauber, aber leider durchweg frontlastig. Würde ich es nicht besser wissen, ich würde wetten es ist nur eine Stereospur zu hören. Denn die restlichen Speaker, der Subwoofer inklusive, bleiben außen vor. Letztlich erwartet man bei einem dialoglastigen Film natürlich keine dynamische Tonspur mit direktionalen Effekten.

Extras:

  • Trailer
  • Trailershow 

Testequipment:

JVC DLA-X35
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

(Hartmut Haake)

©Bilder und Trailer LEONINE – Alle Rechte vorbehalten!

Bewertungen: 4.6 / 5. 606

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