Wenn der Ozean ruft, folgt das Publikum in der Regel blind, doch diesmal scheinen sich die Geister zu scheiden. Mit der mit Spannung erwarteten Realverfilmung von „Vaiana“ stürmte Disney am vergangenen Wochenende direkt auf Platz eins der US-Kinocharts. Doch während das amerikanische Publikum das Südsee-Epos feiert, bleibt der Film an den deutschen Kinokassen überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Wir verraten euch, warum das visuell beeindruckende Spektakel international so unterschiedlich aufgenommen wird und wie der beliebte Animationsklassiker den Sprung in die reale Welt meistert.
Unter der Regie von Thomas Kail erwacht die farbenprächtige Inselwelt Polynesiens in imposanten Bildern zum Leben. Hollywood-Superstar Dwayne Johnson schlüpft dabei höchstpersönlich in die Rolle des muskelbepackten Halbgottes Maui, dem er bereits im Original seine Stimme lieh, während die junge Newcomerin Catherine Laga’aia als furchtlose Titelheldin glänzt. Zwar loben Kritiker die detailverliebten Kostüme und die mitreißende Musik, doch in Deutschland scheint die Nostalgie für den erst wenige Jahre alten Animationsfilm noch so stark zu sein, dass viele Zuschauer den Gang ins Kino vorerst scheuen. Dennoch bietet das Remake ein gewaltiges und emotionales Leinwanderlebnis, das den Mythos respektvoll erweitert.
Inhalt: Auf der idyllischen Pazifikinsel Motunui wächst die junge Vaiana als Tochter des stolzen Häuptlings auf. Obwohl ihr Vater es strengstens verbietet, über das schützende Riff hinauszusegeln, verspürt die mutige Thronfolgerin eine unerklärliche, tiefe Verbundenheit zum weiten Ozean. Als eine mysteriöse, dunkle Fäulnis ihre geliebte Heimatinsel befällt und die Lebensgrundlage ihres Volkes bedroht, wird Vaiana vom Meer selbst auserwählt, um das drohende Unheil abzuwenden. Sie muss das Herz der Schöpfergöttin Te Fiti finden und es an seinen rechtmäßigen Platz zurückbringen.
Um diese schier unmögliche Mission zu erfüllen, setzt Vaiana heimlich die Segel und begibt sich auf die Suche nach dem legendären, aber überaus arroganten Halbgott Maui. Nach anfänglichen Reibereien müssen sich die beiden ungleichen Gefährten zusammenraufen und die Weiten des Pazifiks gemeinsam durchqueren. Auf ihrer abenteuerlichen Reise stellen sie sich gewaltigen Monstern, tückischen Stürmen und rachsüchtigen Kreaturen der Tiefe. Vaiana lernt dabei nicht nur die traditionelle Kunst der Seefahrt, sondern entdeckt vor allem ihre eigene Identität und innere Stärke.
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