Balls of Fury – Blu-ray Review | WVG Medien | Nameless

Ball of Fury Review Artikelbild

Ball of Fury Review BD CoverDieser markante Headliner beinhaltet bereits zwei wichtige Zutaten des Comedy Streifens „Balls of Fury“ aus dem Jahr 2007. Was den Machern des Comedy Central Serien-Hits „Reno 911!“ für den Film aber noch so alles einfiel und ob er denn überhaupt was taugt, wird natürlich noch ausführlich beleuchtet. Über Nameless und im Vertrieb von WVG Medien erscheint der Film nun im herkömmlichen HD Keep-Case zum ersten Mal hochaufgelöst auf Blu-ray Disc im hiesigen Handel.

Story:

 Ex-Tischtennis-Profi Randy Daytona wird von FBI-Agent Rodriguez angeheuert, um Undercover an einem illegalen Tischtennis-Turnier teilzunehmen. Der Veranstalter des Turniers ist Randys Erzfeind Feng. Dieser ist ein vom FBI gesuchter Verbrecher und auch der Mörder von Randys Vater. Da Randys Zeiten als Ballgenie seit fast 20 Jahren Geschichte sind, wird er ohne fremde Hilfe seinen Vater unmöglich rächen können. Die blinde Tischtennis-Legende Wong ist die einzige Chance, seine eingestaubten Fähigkeiten wiederzubeleben. Mit Wongs spirituellen Beistand und seiner attraktiven Nichte Maggie als Sparringspartner, bereitet sich Randy unerbittlich auf seine heikle Mission vor. Tief im Dschungel kommt es zum alles entscheidenden Duell an der Tischtennisplatte.

Einschätzung:

Ball of Fury Review Szenenbild001Zuerst einmal muss festgehalten werden, dass „Balls of Fury“ sich selbst nicht all zu ernst nimmt und einige Ideen der bereits drei Jahre zuvor erschienenen und recht erfolgreichen Völkerball-Blödelei „Voll auf die Nüsse“ aufschnappt. Sei es der Underdog, den man unweigerlich siegen sehen möchte, der obligatorische (Sport)Bösewicht, die mannigfaltigen überdrehten Charaktere oder aber auch die optisch sehr aufwendig in Szene gesetzten Matches. Alles fügt sich schön zu einem großen Ganzem zusammen.

Robert Ben Garant und Thomas Lennon, Autoren und Regisseure von „Reno 911!“, „Nachts im Museum“ und „Baywatch (2017)“, haben mit Randy einen sich in einer Pattsituation geratenen Helden und ehemaligen olympischen Anwärter erschaffen, der die Chance erhält, sich durch Tischtennis als Geheimagent zu beweisen. So kommt es einem auch plötzlich vor, dass Tischtennis wesentlich mehr zu bieten hat, als lediglich in tristen Vorortkellern und -Gärten gespielt zu werden.

Der Film entführt uns über schäbige Chinatown-Gassen bis hin nach „irgendwo in Mittelamerika“ in die „Unterwelt des Sports“, womit die Locations recht abwechslungsreich gehalten wurden. Die Handlung und die Charakterentwicklung sind zwar sehr überschaubar, dafür kommen aber gerade von Randy Daytona, gespielt von Dan Fogler („Fanboys“, „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“), die amüsantesten Sprüche des Films.

Ball of Fury Review Szenenbild002Womit wir beim Humor des Filmes wären – dieser ist zwar nicht all zu weit unterhalb der Gürtellinie angesiedelt, geschweige denn mit dem Holzhammer serviert, aber wer bei Sprüchen wie: „Fokussiere dich nun auf deine Bälle“ oder „Ping Pong… oder wie der Chinese sagt ´Ping Pong`“ nicht mal ansatzweise ins Schmunzeln kommt, der wird mit dem Film nicht so recht warm werden. Wer sich allerdings mit dem Humor des Trailers anfreunden kann, der wird auch über die 90 Minuten Laufzeit bestens unterhalten.

Der Cast besteht zum großen Teil aus mehr oder minder bekannten und gut ausgewählten Darstellern. Neben Dan Fogler gesellen sich auch noch der Autor Thomas Lennon selbst als deutschen Karl Wolfschtagg, Patton Oswalt („King of Queens“), Maggie Q („Stirb Langsam 4.0“), Robert Patrick („Terminator 2“), Jason Scott Lee („Dragon – Die Bruce Lee Story“) und last but not least Christopher Walken („James Bond 007 – Die Lizenz zum Töten“) als in lila Seide eingehüllten Bösewicht „Feng“.

Obwohl der Film damals an den Kinokassen kein allzu großer Erfolg war, dürfen Fans von albernen Sportkomödien á la „Voll auf die Nüsse“ oder „Caddyshack“ auf jeden Fall einen Blick riskieren… Die Verweise zu alten Martial-Arts Filmen wie „Enter the Dragon“ oder auch den „Karate Kid“ Teilen sind einfach zu genial.

Ach ja, außerordentliche Tischtennis-Kenntnisse sind übrigens nicht vonnöten.

Ball of Fury Review Szenenbild003Bild:

Das in MPEG-4/AVC codierte 1080p Bild wird im bildschirmfüllenden Ansichtsverhältnis 1,85:1 präsentiert und weiß, für eine 12 Jahre alte Komödie, fast durchgehend zu gefallen. Die Farben werden genretypisch neutral und satt serviert.

Die Schärfe bewegt sich durchgehend auf hohem Niveau, könnte aber in einigen Totalen mehr Details offenbaren. Die Durchzeichnung funktioniert prima und bietet einen toll eingestellten Kontrast. Der Schwarzwert ist ebenso satt, verschluckt aber hie und da einige Details in den (wenigen) dunklen Szenen. Kameramann Thomas E. Ackerman, der bereits einiges an Comedy-Erfahrung mit Filmen wie „Superhero Movie“ und „Scary Movie 4“ sammelte, versucht es hier auch mal mit einigen Kameraeinstellungen, die zwar bei Martial-Arts-Filmen gang und gäbe sind, bei einer Komödie dafür eher selten zu finden sind. So wird „Balls of Fury“ nicht nur inhaltlich sondern (unter Zuhilfenahme des allseits beliebten Bullet-Time-Effekts) auch optisch ein gewisser Kung-Fu-Charme verliehen.

Ton:

  • Deutsch DTS-HD 5.1
  • Englisch DTS-HD 5.1

Der deutsche Ton kann leider nicht ganz mit dem tollen Bild mithalten. Klar, die Dialoge sind jederzeit gut verständlich und auch richtig zu orten, allerdings fehlt es dem Film an Dynamik – da trösten auch zwei bis drei basslastige und toll in Szene gesetzte Explosionen und Schusswechsel im Finale nicht darüber hinweg.

Etwas ärgerlich ist auch, dass der Soundtrack und vor allem der Score, im Gegensatz zu den Dialogen, meist zu leise abgemischt wurde. Wenn man allerdings den Volume-Regler etwas anhebt, dürfen dann auch wieder die Songs wie „Rock of Ages“ und „Photograph“ von Def Lepperd rocken.

Die englische Originaltonspur ist zwar etwas direkter, allerdings reißt auch diese keine Bäume aus.

Ball of Fury Review Szenenbild004Extras:

  • Making Of (SD, 13:57 Minuten)
  • Unveröffentlichte Szenen (HD, 6:39 Minuten)
  • Alternatives Ende (HD, 1:51 Minuten)
  • Unter Bällen – Das Leben eines Ballmädchens (HD, 5:17 Minuten)

Das knappe aber dafür charmante Bonusmaterial bietet neben all den Lobhudeleien auch noch wirklich interessante Infos zum Film und dessen Entstehung.

Im Making-Of erzählt zB. Jason Scott Lee, seines Zeichens Sohn von Bruce Lee, wie viel Spaß es machte, einmal nicht nur auf Action sondern auch mal auf Comedy getrimmt zu werden.

Auch „Unter Bällen – Das Leben eines Ballmädchens“ wurde sehr humorvoll in Szene gesetzt.

Alle Extras wurden mit deutschen Untertiteln versehen.

An ein Wendecover ohne FSK 12 Siegel wurde ebenso gedacht.

Ball of Fury Review Szenenbild005Fazit:

Das Bild ist fast fehlerfrei und bietet satte so wie natürliche Farben, der Ton ist noch als solide einzustufen und das charmante und knappe Bonusmaterial ist, wie auch der Film selber, äußerst unterhaltsam.

Zum Schluss noch ein Zitat aus dem Making Of von Autor und Darsteller Thomas Lennon, denn zielsicherer und besser kann man „Balls of Fury“ nicht mehr beschreiben.

 „Wenn der Film eine Moral hat, dann war das nicht beabsichtigt. Das wäre reiner Zufall. Mottos wie „Glaub an dich“ gibt es keine. Aber viele Leute kriegen auf die Eier!“

Jeder, der nur ansatzweise etwas mit albernen Sportkomödien und im besten Fall auch noch mit alten Kung-Fu Filmen etwas anfangen kann, wird mit „Balls of Fury“ 1,5 Stunden bestens unterhalten. Zum „Kult-Comedyfilm“ reicht es aber dennoch nicht ganz.

Testgeräte:

TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-800
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Atmos Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

(Alexander Gabler)

©Bilder Nameless/ WVG Medien – Alle Rechte vorbehalten!

Ball of Fury Review BD Cover

 

 

 

Ball of Fury Review DVD Cover

 

 

 

Ball of Fury Review Prime Cover

 

 

Bewertungen: 4.9 / 5. 921

Schreibe einen Kommentar