Ninja Quadrologie Deluxe-Edition – Blu-ray Review | Hansesound Musik und Film GmbH

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Im Februar kam die „Ninja Quadrologie“ als Deluxe-Edition auf DVD und Blu-ray in den Handel und wir haben das Review dazu:

In Japan genießt der mehrfache Martial Arts Champion und Ninjitsu Sho Kosugi Heldenstatus. Die meisten kennen ihn aber aufgrund seiner Ninja Filme aus den 80er Jahren. Die Rollen des mysteriösen Kriegers, der mal gut und mal böse war, machten ihn zu einem der Actionstars der 80er Jahre. Doch mit dem Aus der Kultschmiede Cannon, verblasste auch sein Stern und er zog sich zurück, um eine Martial Arts Schule zu leiten. Erst 2009 feierte er in „Ninja Assassin“ wieder ein kleines Comeback, natürlich in der Rolle eines Ninja Meisters. Nun sind seine vier großen Ninja Filme der 80er Jahre gemeinsam in einer Box raus gekommen. Doch können diese Filme heute immer noch überzeugen? Wir haben sie für euch getestet und können es euch ganz genau sagen.

Inhalt:

  • Ninja: Die Killer-Maschine
  • Ninja 2: Die Rückkehr der Ninja
  • Ninja 3: Die Herrschaft der Ninja
  • Die 1000 Augen der Ninja

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Eindruck:

Vom Inhalt her gibt es keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen den vier Filmen, außer dass Sho Kosugi in allen 4 Filmen mitspielte und die Rolle eines Ninjas übernommen hat. Wobei auch nicht immer direkt in der Hauptrolle. Im ersten und im dritten Film spielt er jeweils nur eine Nebenrolle. Dazu gelten die ersten 3 Teile zwar offiziell als Trilogie, zumal alle 3 Teile aus dem Hause Cannon kommen, aber der vierte Film zählt eigentlich weniger dazu. Dieser wurde auch von einem komplett anderen Studio gedreht. Schlimm ist dies natürlich nicht, so hat man immerhin die ganzen 80er Jahre Sho Kosugi Filme in einer Box.

Im ersten Film, „Ninja: Die Killer-Maschine“, spielt Sho Kosugi noch den Bösewicht. Franco Nero ist dabei allerdings der eigentliche Hauptdarsteller. Aus heutiger Sicht reißt „Ninja: Die Killer-Maschine“ natürlich keine Bäume mehr raus und hat damit auch schon einen gewissen Trashfaktor. Aber dank des der Nostalgiebonus ist „Ninja: Die Killer-Maschine“ immer noch ganz witzig anzuschauen. Die Story ist dabei recht einfach gehalten und wurde gradlinig erzählt. Diese dient in erster Linie nur dazu, um möglichst viel Action einzubauen und die Charaktere möglichst cool wirken zu lassen. Tatsächlich funktioniert dies einigermaßen.

Hauptdarsteller Franco Nero, den meisten bekannt als „Django“, kommt natürlich mit seiner Ausstrahlung extrem cool rüber, aber man merkt auch, er ist kein Fighter. Seine Moves sind recht steif ausgeführt und stellenweise sieht man schon, dass er gedoubelt wurde. Sho Kosugi als böser Gegenspieler hat hier zwar nur eine relativ kleine Rolle, aber mit seiner Ausstrahlung steht er Nero in nichts nach. Gleichzeitig merkt man hier selbstverständlich, dass er in Sachen Waffenführung und Martial Arts schon ein anderes Kaliber ist als Nero. In Sachen Härte ist der Film sogar aus heutiger Sicht immer noch sehr brutal und sehr blutig dargestellt, sodass die FSK 18 Freigabe noch immer gerechtfertigt ist.

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Da man in Sachen Action nicht wirklich geizt, hat der Film mit seinen etwas mehr als 90 Minuten Laufzeit auch keinerlei Längen. Die Action selbst ist recht abwechslungsreich dargestellt, auch wenn man sich in erster Linie auf Martial Arts konzentriert. Es gibt den Einsatz unzähliger Waffen und Gegenstände, dazu gibt es nicht nur Zweikämpfe, sondern auch Kämpfe wie einer gegen mehrere. Aber wie gesagt, mit heutigen Martial Arts Szenen kann „Ninja: Die Killer-Maschine“ nicht mithalten, für 1981 dagegen war es sehr hochwertig.

Bei „Ninja 2: Die Rückkehr der Ninja“ durfte nun Sho Kosugi den Helden spielen und sein Sohn, selbst inzwischen großer TV-Star und Ninja Warrior Finalist in Japan, durfte hier als kleiner Junge in seine erste Rolle schlüpfen. Dieser Film ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zur „Killer-Maschine“. Man merkt zu jeder Sekunde, dass Sho Kosugi ein absoluter Meister seines Fachs ist. Was hier an Martial Arts gezeigt wird, sowie tollen handgemachten Stunts, ist richtig klasse und selbst für heutige Verhältnisse noch sehr gut anzuschauen. Okay, so manche Ninja Momente wirken manchmal unfreiwillig komisch und man bedient das Klischee. Auch die Story ist als typischer 80er Jahre Actioner sehr simpel gehalten. Störend ist das Ganze aber nie, da die Action im Vordergrund ist und Sho Kosugi mit seiner tollen Ausstrahlung rockt, was das Zeug hält. Ich habe Ninja 2: „Die Rückkehr der Ninja“ schon sehr oft gesehen und er macht immer wieder Spaß.

„Ninja 3: Die Herrschaft der Ninja“ ist leider auch mit Abstand der schwächste Film in dieser Box. Sho Kosugi hat hier nur eine Nebenrolle und das Ganze driftet zu sehr in den Fantasy Okkultismus Bereich ab. „Ninja 3: Die Herrschaft der Ninja“ wirkt dadurch nicht nur sehr trashig, sondern auch sehr albern. Die eigentliche Hauptrolle hat Lucinda Dickey als vom bösen Ninja besessene Handwerkerin. Sie ist zwar in echt in erster Linie Tänzerin, macht aber hier auch eine gute Figur. Doch sie hat Schwierigkeiten die Story zu tragen, zumal man das Ganze auch mit einer sehr klischeehaften Lovestory verwässert hat. Die Action ist wohldosiert, aber wenn, dann ist sie richtig cool umgesetzt. Vor allem am Anfang und am Ende kommt diese mit richtig coolen Ninja Momenten zu tragen. Das sind dann auch die wenigen Szenen mit Sho Kosugi. Er hebt den Film merklich, aber trotzdem muss ich sagen, ist der Film alles andere als gut gealtert.

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Kommen wir nun mit „Die 1000 Augen der Ninja“ zum letzten Film. Eigentlich gehört der Film gar nicht zur Reihe, doch er ist hier der beste Film in der Box. Sho Kosugi spielt nun wieder mit und dies  in der Hauptrolle als tragischer Held. Sein Sohn Kane darf auch direkt wieder mitmischen und böse Buben verprügeln, während sein kleiner Bruder Shane hier den Kopf hinhalten darf. Bei „Die 1000 Augen der Ninja“ geht es auch richtig brutal zur Sache. Es wird sehr heftig, rücksichtslos und konsequent. Teilweise ist das, was man hier sieht recht schockierend. „Die 1000 Augen der Ninja“ ist daher kein Film für Kinder.

Sho Kosugi, als Held wider Willen, macht seine Sache gewohnt herausragend. Auf der Gegenseite steht James Booth als ultimativer Bösewicht. So einen ultra fiesen und brutalen Bösewicht gibt es wirklich nur selten zu sehen. Zwar ist es gegen Ende beim Zweikampf ein bisschen unlogisch, wie ein Brutalo wie er solange gegen einen Ninja Meister durchhalten kann, aber in Sachen Stunt bekommt man hierbei ein klasse Actionkino geboten. Die Story hat keine Längen und steigert sich von den ersten Minuten an immer mehr. „Die 1000 Augen der Ninja“ ist ein Film, der ähnlich wie „Ninja 2: Die Rückkehr der Ninja“ in dieser Box, heute noch hervorragend rüberkommt und sehr gut anzuschauen ist.

Bild

In Sachen Bildqualität hat „Ninja: Die Killer-Maschine“ das schwächste Bild. Es gibt ab und an leichte Verschmutzungen, die aber nie störend sind. Für einen Film von 1981 sind Schärfe und Farben ganz okay, jedoch auch weit weg von Referenzniveau. Man merkt halt schon das Alter. Vor allem bei den etwas dunkleren Szenen, wird die Schärfe schwächer. Ab „Ninja 2: Die Rückkehr der Ninja“ bekommt man aber ein richtig tolles Bild geboten. Ich habe aktuelle Filme auf Blu-ray, die ein schlechteres Bild aufweisen. Die Schärfe hat im Vergleich zur DVD gewaltig zugelegt. Vor allem bei „Ninja 3: Die Herrschaft der Ninja“ fällt einem die Kinnlade runter, was man hier rausgeholt hat, mit einer Schärfe die nah auf Referenzlevel kratzt. Bei „Die 1000 Augen der Ninja“ ist man nur minimal schwächer, aber immer noch herausragend für das Alter. Dazu ist das Bild durchgehend sauber, ohne Filmkorn, Grieseln oder Rauschen, mit sehr guten Farben.

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Ton:

Der deutsche und der englische Ton liegen in DTS HD Master 2.0 vor. Beide Tonspuren reißen jetzt keine Bäume aus. Die Bässe sind bei beiden Tonspuren sehr stark, wobei der deutsche Ton ein paar Nuancen leiser ist und auch leicht rauscht, zumindest beim ersten Ninja Film. Das Rauschen war bei den anderen Teilen sowie beim englischen Ton nicht zu hören, wodurch man beim englischen Ton auch mehr Details heraushören kann, als beim deutschen Ton. Raumklang gibt es natürlich nicht.

Extras:

  • Booklet
  • Sho Kosugi Interview
  • Trailer
  • Bildergalerie

Die Box selbst ist sehr gut verarbeitet, bebildert mit tollen klassischen Filmpostern und beim Booklet bekommt man sehr Interessantes über den Background der vier Filme zu lesen, welche gleichzeitig toll bebildert sind. Bei den meisten Extras sind nur Trailer und Bildergalerien dabei. Bei „Die 1000 Augen der Ninja“ ist noch ein sehr altes Interview mit Sho Kosugi in recht schwachem SD drauf, mit einer Laufzeit von knapp 19 Minuten.

Fazit:

Die „Ninja Quadrologie“ ist eine sehr schicke Box und definitiv für Fans von Sho Kosugi Pflichtprogramm. Zumal „Die Rückkehr der Ninja“ und „Die 1000 Augen der Ninja“ selbst heute noch klasse anzuschauen sind. Okay „Die Killer-Maschine“ und „Die Herrschaft der Ninja“ schwächeln im Vergleich dazu etwas, aber für Fans der 80er Jahre Action, ist die Box eh Pflicht, zumal es einfach unglaublich ist, was man hier für eine Bildqualität rausgeholt hat.

Hier erhältlich:

(Pierre Schulte)
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